Das letzte Ritzel, oder die Frage „woran hätt et jelejen?“

Nach der Tour ist vor der nächsten Tour… da muss man das Bike erst mal wieder fit machen.

Das Knacken was irgendwann auftauchte, hatte natürlich eine Ursache. Unterwegs dachte ich ja zuerst es wäre zu viel Öl drauf und dass es deshalb immer raushüpft. Nach 3 Tagen Öl abwischen kam ich zu dem logischen Schluss, dass ich das Ritzel kaputt gefahren haben muss. Hm. Machst unterwegs natürlich nix. Bin ich eben in anderen Gängen gefahren, was ziemlich blöd war, weil mir das selbst im schwersten Gang eigentlich zu leicht war teilweise.

Naja,… wieder zurück in köln bin ich direkt in die Werkstatt gerollt, hab mich 2,5 Stunden mit meinem Fahrradmechaniker des Vertrauens unterhalten und dann geduldig gewartet bis ich es wieder abholen konnte. Zuerst sah das Ritzel noch vollkommen in Ordnung aus. Aber nachdem alles nix half hat er es ausgetauscht. Warum ich dieses Bike jetzt noch mehr liebe? Man kann meine 2 meist gefahrenen Ritzel einzeln austauschen! Dä! Bei meinen anderen bikes war immer direkt die ganze Kassette tauschen angesagt! Das geht natürlich ins Geld. Ich hab mir das kleine Scheisserle (gereinigt) mitgeben lassen. Ganz besonderes Andenken an die Tour 2019! Was könnt ich denn daraus machen!? Jemand ne Idee?!

Lange Rede kurzer Sinn: mein Trek1120 ist wieder bereit für neue Abenteuer – wo soll’s hingehen?

FINALE – Kumm los mer heimjonn…

Das wars dann wohl mal wieder. 13 Tage sind irgendwie bisschen kurz. Ist man gerade richtig im Tritt, muss man schon wieder stoppen. Mit hat dieses Jahr ein bisschen Badezeit im Meer gefehlt leider. Hatte gehofft ich hätte bei besserem Wetter öfter die Gelegenheit dazu bekommen. Aber das Meer läuft ja nicht weg. Komm ich eben wieder 🙂

In Zeiten wie diesen ist dies doch eigentlich der einzige richtige Weg seinen Urlaub zu verbringen – klimaneutral mit eigenem Antrieb und ohne CO2 Rucksack. Ich nehm auch hin und wieder ein Flugzeug oder so wie jetzt zurück die Bahn. Aber hey: Radreisen sind nicht nur für unseren Planeten ganz okay. Bist du mit dem Rad unterwegs, siehst du viel mehr oder anders, als mit dem Auto. Nimmst andere Wege und bist den ganzen Tag in der weiten Natur unterwegs. Du bewegst dich den ganzen Tag, kannst abends richtig schlemmen was die Landesküche so hergibt und fällst totmüde ins Bett. Wachst jeden Morgen in einem anderen Ort auf, lernst Leute kennen die sich für das begeistern was du tust. Triffst du Gleichgesinnte wirst du von einem unheimlich starken Verbundenheitsgefühl durchströmt. Was Radreisende erleben, kann man nur nachempfinden, wenn man es selbst mal probiert hat (oder eben einem Radreisenen per Blog folgt höhö). Ne im Ernst: ich kann das nur empfehlen mal selbst zu probieren. Vorher aber vielleicht testen wieviele Kilometer so möglich sind pro Tag. Gepäck auf das nötigste reduzieren, nicht auf Werkzeug und Ersatzschlauch verzichten!

Positiver Nebeneffekt: man kommt wieder zurück mit mehr Muskeln, weniger Fettmasse und unter Umständen braun gebrannt. Man muss das nicht so Harakiri machen wie ich. Ich komm so aber ganz gut klar.

Ich mach das ganze ja schon ein paar Jahre. Hauptsächlich um den Kopf frei zu bekommen. Beim Biken kommen einem die besten Ideen, die Gedanken sind frei. Und ich teste mich selbst wie weit ich gehen kann. Was kann ich alleine schaffen, mit welchen Situationen komm ich klar. Erreiche ich die mir gesetzten Ziele oder neige ich zum vorzeitigen Aufgeben? Ich fordere mich gerne selbst heraus. Ob man das dann noch Urlaub nennen kann muss jeder für sich selbst beantworten. Für mich ist alles wo ich meinen Kopf frei bekomme gut.

Heute morgen bin ich sehr früh los. Die Bahn um 8:58 Uhr wollt ich auf gar keinen Fall verpassen. Neben der Panik einen platten zu haben, ist die zweite Panik einen Anschluss zu verpassen und dann da zu stehen. Diese Nacht hab ich die ganze zeit Geräusche gehört und dachte da wär jemand an meinem bike. Deshalb bin ich morgens auch zu aller erst hin um die Reifen zu fühlen. Bisschen beklopppt, aber wenn es jetzt platt gewesen wäre, hätte ich die Bahn Knicken können.

Ich fuhr durch das Naturreservat der Ho Bucht. Die Sonne stand noch sehr tief, die Felder dampften den Morgentau nach oben. Alles war in einen güldenen Schimmer gehüllt. Auf dem Weg überall Babykröten, sodass ich Zickzack fahren musste. Ich hoffe ich hab keine unter meinen Reifen erwischt. Echt super schön wenn keine Menschenseele da ist und die Natur gerade erwacht.

Bei den weißen Männern hab ich natürlich gestoppt für ein Foto… oder drölf. Ist schon imposant. Die „Menschen am Meer“ in Esbjerg sind eigentlich ideal für ein Tourabschluss-Foto. Noch ein letzter Blick aufs Meer und dann heißt es goodbye.

Den Bahnhof habe ich überpünktlich erreicht und könnte mir sogar noch nen Kaffee holen. Gab in dem Shop einen Coffee Cup Halter fürs bike. Blödsinniges Gimmik, aber ich musste es kaufen haha.

Jetzt Sitz ich schon im ersten Zug und denk nochmal zurück. Waren schon ganz schön weite Sprünge dieses Jahr. Und Bornholm ist echt wunderschön. Da muss ich wieder hin.

Jetzt drückt mir die Daumen dass ich alle Anschluss-Verbindungen bekomme. Und dann freu ich mich heut Abend auf ein kaltes Gaffelkölsch am Dom.

Ich musste auf der gesamten Reise übrigens kein einziges Mal meinen Ausweis vorzeigen. Es leben die offenen Grenzen!

In diesem Sinne: Danke fürs Folgen ihr Lieben 🥰 ich freu mich immer über Motivatoren auf der Reise.

Tag 13: Kolding bis Billum und Blavand 127 km

Heute ist der letzte Tour-Tag und der Wetterbericht meinte es würde nass, sehr nass! Leider hatte er recht 😦

Ich bin extra früh aufgestanden obwohl ich eine kurze Nacht hatte. Bin immer wieder wach geworden weil das Bett so schmal war dass ich dacht ich falle raus! Außerdem musste ich etwas Retterspitz auf meine Knie legen weil ich befürchtete dass sie heute sonst so weh tun dass ich gar nicht treten könnte.

Als ich losfuhr nieselte es schon leicht. Ich kam aber ein paar Kilometer weit ohne großartig nass zu werden. Die ersten paar Meter kam ich schwer in den Tritt. War müde und antriebslos. Und es ging halt bergauf wie gesagt.

Was mich außerdem tierisch aufregt, aber ja schon seit Tagen, ist dass wohl meine kleinstes Ritzel kaputt gefahren ist. Ich dachte ja immer es läg an zu viel Öl. Ne der größte Gang knallt einfach immer raus. Bzw. Überdreht irgendwie. So kann ich damit jedenfalls nicht mehr irgendwo im stehen antreten. Muss ich in köln reparieren lassen. Für die letzten paar Kilometer hab ich es unter Fluchen jetzt noch ertragen.

Nach so 18 km hat es angefangen etwas mehr zu regnen. Ein Blick auf die Wetterkarte verriet, dass ich mich gar nicht unterstellen brauch. Ich werde heute bis auf die Unterhose nass ankommen. Und so war es auch. Ich war um 13 Uhr an der Unterkunft klätsch nass.

Schuhe und alles konnte man auswringen. Mein Plan war eigentlich zeitig hier ankommen und dann direkt weiter nach Blåvand. Stattdessen musste ich erstmal heiss Duschen und trockene Klamotten anziehen. Und dann warten bis die Regenfront vorüber gezogen ist. Das hat leider bis 16:45 Uhr gedauert. Aber ich könnte mir in der Unterkunft ne Kanne Kaffee kochen. Genial!

Schuhe und Jacke waren noch nass als ich mich wieder aufs Bike setzte. Aber das musste ich jetzt wohl aushalten. Weil Blåvand auslassen geht gar nicht.

Ich wählte die offroad Route an der Ho Bucht lang. Bisschen sehr viel offroad weil war ja nass und matschig. Und ich kam nicht so schnell Vorwärts wie ich wollte. Und dann wollte das navi dass ich ins Militär Gebiet fahre. Wenn der rote Ball unten ist ja kein Problem. Trotzdem wollte ich lieber befestige Wege.

Nach 15km war ich endlich in meinem

geliebten Blåvand. Ich lieb es einfach.

Das ist fast Heimat. Wieviele Sommer hab ich hier schon glücklich verbracht? Unzählige.

Früher war hier natürlich alles ein bisschen „unschuldiger“, nicht so touristisch, neumodisch. Waren halt auch andere Zeiten damals. Ein Leben ohne Handy. Verrückt.

Ich hab das Blåvand Speed Programm gemacht: Bäcker angefahren um Kuchen zu kaufen. Gab es leider keinen mehr 😦 wie kann das angehen? Da fahr ich 1400 km für diesen Kuchen und es gibt keinen? Tzzzz! Das ist echt der beste Kuchen überhaupt. Man findet hier in Dänemark ja in allen Bäckereien diese geilen Kuchenstangen. Und man mag ja meinen dass eine Karnelstang überall gleich gebacken wird. Nein wird es nicht. Und wer einmal in der Blavand Bageri alle Stangen durchgetestet hat, der will nix anderes mehr. Ich hab eben im Supermarkt dann stattdessen ne wienerstang mitgenommen. Schmeckt nicht so gut wie vom Bäcker. Kann man natürlich nur essen wenn man vorher ein paar hundert Kilometer geradelt ist haha.

Nächster Programmpunkt: Leuchtturm. Zum hochklettern war keine Zeit, kein Wetter und geöffnet war wohl auch nicht mehr.

Weiter zum Strand. Natürlich zu dem der nicht ausgeschildert ist und die normalen Touristen nicht kennen. Da wo die Bunkerpferde stehen 😉

War leider zu stürmisch und ein Handtuch hatte ich auch nicht dabei, sonst wär ich mal kurz in die Fluten gesprungen.

Dann kurz in den Supermarkt und anschließend im fischrestaurant essen. Zum Nachtisch Softeis mit Salzlakritzstreuseln.

Puh, so vollgefressen musste ich dann noch 17km zurück radeln. Ich kenn die Gegend ja wie aus der Westentasche und liebe den Radweg hier sehr. Das letzte Stück durch die Ho Bucht, super schön und toll zum Abschalten.

Heute werde ich bestimmt gut schlafen, wenn auch nicht lang weil ich ja früh raus muss. Musste auf dem Rückweg ein paar sentimentale Tränchen verdrücken. Zu viele Erinnerungen an diesen Ort. Da muss man einfach immer wieder her kommen. Und irgendwann Kauf ich mir einfach ein Häuschen hier 😉

Jo das wars dann wohl wieder für dieses Jahr. Morgen noch 22km bis Esbjerg und dann sind es doch knapp 1500km. Morgan wenn ich in der Bahn sitze mehr 😉

Brrrr…. SCHIIIIIETTWEDDER!

Ich sag mal so… das Wasser steht in meinen Schuhen… 85km Regen! Brrrr. Dazu mehrere emotionale Wutausbrüche gegen mein bike weil ich das kleinste Ritzel scheinbar kapott gefahren habe… und nunja ich bin Ultra geh hier, sitze aber jetzt 3 Stunden fest bis der Regen aufgehört hat damit ich mit nassen Schuhen nach Blavand fahren kann. Aber immerhin: es gibt ne ganze Kanne Kaffee hier gleich für mich!

Tag 12: Landet bis Kolding 119km

Puh, was ein Tag! Ich hab die ganze Nacht gebetet, dass es heute morgen aufgehört hat zu regnen. Und darüber hab ich vergessen die Daumen zu drücken, dass ich keinen Platten auf dieser Tour bekomme. Dummer Fehler.

Ich hab mich fertig gemacht und wollte kurz ein paar Kleinigkeiten schon raus bringen um in die Rahmentasche zu stecken. Da sag ich das Übel! Vorderrad platt! Wovor ich immer Angst hatte! Und dann ist auch noch Sonntag morgen, 7:00 Uhr. Alles schläft und Läden öffnen erst Montag wieder… also hab ich erstmal Lene vom B&B gefragt ob sie jemanden kennt der helfen könnte Bzw ne anständige Pumpe hat. Weil Werkzeug und ersatzschlauch hab ich ja dabei. Sie war gerade fertig mit dem homemade ökölogisk breakfast und

meinte wir frühstücken erstmal. Okeeeee.

Und dann haben die Nachbarn sich gemeldet und wir konnten eine Pumpe abholen. Leider kein fähiger Mann in der Nähe der sich die Finger schmutzig machen wollte. Also muss die Drewke wohl selbst ran. Oh man, mein absoluter Horror. Ich hab noch nie allein ein Rad gewechselt. Auch wenn die Theorie ganz einfach ist… ich hab immer schiss was falsch zu machen und dann fährt es gar nicht mehr… aber: sag niemals nie und stell dich tapfer seinen Ängsten. Du wirst daran wachsen und reich an neuer Lebenserfahrung. Also in die Hände gespuckt und erstmal versucht den Schnellspanner zu lösen. Saß ziemlich fest. Mit schnell war da eher weniger. Irgendwann hatte ich dann aber endlich das Rad in der Hand. Und dann die Frage wie man jetzt mit dem Heber den Schlauch rausbekommt. Hätte ich kein Tutorial angeschaut wäre ich nie auf die Idee gekommen dass man den Heber in de Speiche fixieren kann. Auf jeden Fall ziemlich schlau von mir den zweigeteilten Heber zu besorgen vor der Fahrt. Der hat’s gebracht. So ein Billo Mini Teil hätte kläglich versagt.

Naja lange Rede kurzer Sinn: ich hab’s geschafft. Ganz allein. Ohne auf kleines dummer Mädchen zu machen, was nen Mann zu Hilfe ruft. Allerdings hab ich alle paar Kilometer mal nach gefühlt ob noch alles ok ist. Weil ich trau dem Braten nicht. Hab direkt nen neuen Schlauch reingemacht, weil ich bei dem alten auch gar kein Loch gefunden hatte. Gut dass ich alles dabei hatte.

Das Wetter war während der reperatur super sonnig und schön. Sonnengebete haben also geholfen. Ich kam 1,5 std später durch die Sache los. Und dann zog es sich wieder zu. Hab auf der Fahrt hin und wieder Nieselregen. Nicht schön, aber es ging. Was nicht ging war der Sturm! Mega windig! War echt anstrengend! Vor allem weil es eher ne Gebirgstour war! Sehr hügelig!

Teilweise kam der Wind dann auch von der Seite so heftig, dass ich fast ins Gebüsch an der Seite gedrückt wurde.

Aber: ich hab’s geschafft! Bin nach 119 km in Kolding angekommen. Wo ich kurz vorher noch mal ordentlich Höhenmeter machen durfte. Mir fiel dann ein, dass Kolding das klassische Bild in extreme darstellt: wenn man in eine reinfährt geht es erstmal bergab. Raus wieder bergauf. Jeder Ort liegt in einem Tal! Jeder! Kolding in einem sehr tiefen haha. Und da ich ja immer sehr vorausschauend bin… ist mir jetzt schon klar dass es morgen früh erst mal bergauf geht 😳

Nun denn…

Das Hotel ist ganz nett. Zleep Hotel wieder do Appartement like mehrere Eingänge im Caree. Hab mein bike wieder mit aufs Zimmer also genommen.

Es gab heute auf dem Weg die ganze zeit so Pöhler die mich an eine köstliche Erfrischung aus der rheinischen Heimat erinnert haben. Hatte tierisch Kölsch Durst haha. Deshalb musste ich mir eben auch ein 8€ Bier gönnen. Die niederländischen Tischnachbarn waren auch empört. Bestellen tun es trotzdem alle 😉 is ja Urlaub. Deshalb gabs auch noch King prawns und Lachs. Für Softeis fand ich es dann nachher zu frisch. Hätte auch erst den Laden noch suchen müssen.

Hier in der Stadt in der Einkaufspassage laufen alle Leute mit Habdy und powerbank bewaffnet rum. Reiner redet mit dem anderen und alle schauen aufs Display. Erinnert ein bisschen an die Pokémon mongos.

Morgen werde ich früh losfahren um dann hoffentlich zeitig in Blåvand zu sein. Soll allerdings wieder usselig werden leider 😦

Tag 11: Radsted bis Landet 100 Km

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Heute hatte ich nur wenig Kilometer laut plan auf dem Zettel und dazwischen noch eine entspannte Fähr-Überfahrt. Deshalb hatte ich morgens erstmal keine Eile aus dem Bett zu kommen. Trotzdem war ich um 8 fertig und bereit das Abenteuer an Tag 11 anzutreten.

Meine neuen niederländischen Freunde waren bereits um 6:50 Uhr losgefahren, deshalb gab es kein langes Goodbye mehr. So ne Riesenkrabben-Fischerei würde mich ja auch mal reizen… 

Die Dusche gestern Abend war übrigens kalt, hatte ich vergessen zu erwähnen. Freust dich auf ne schöne entspannende Dusche und wat is? Naja, nur die harten kommen in den Garten. 

Mein Bike hat immer noch zuviel Öl auf der Kette glaube ich. Ist immer wieder durchgeknallt. Muss da nochmal den Lappen ansetzen. So ist kein schönes Fahren wenn das immer knackt und knarzt.

Bis zur Fähre waren es gut 55 km. Ich hab versucht möglichst am Wasser zu fahren und wollte über Barnholm, was mir auch ein schönes Fischerdörfchen erschien. Ich fuhr entgegen dem Navi dann mal nach rechts weil es dort über den Knutenborg-Park ging. Ich dachte vielleicht ein schönes Naturreservat… ne es war ein Safari-Freizeit-Park, wo man scheinbar mit dem Auto durchfahren konnte wenn geöffnet und wenn bezahlt. Sah ganz nett aus, hatte aber halt noch geschlossen. Also fuhr ich aussen rum und dacht mir die ganze zeit dass die mauer nicht wirklich hoch ist und man da auch einfach so reinhülfen könnte. Aber wer weiß welches gefährliche Tier dann dahinter so lebt :-p 

Sah auf jeden Fall sehr schön aus. Barnholm auch. War auch alles schön zu fahren heute. Trotz anfänglich starkem Gegenwind. Und woran erkennt man hier schöne Strecken? Genau, an der Margarete die den Weg weißt. Hat man in Dänemark ja so einige. 

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Ich hatte gestern Abend noch geschaut und überlegt die Fähre vorzumachen. Es aber dann nicht getan, weil ich eigentlich ganz entspannt fahren wollte und nicht einschätzen konnte wann ich dort ankomme. Abfahrt war um 11:15 Uhr und ich kam um 11:11 Uhr dort an. Perfektes Timing haha. War allerdings ne lange schlänge mit Autos und es sah kurz so aus als ob ich nicht mehr mit drauf kommen würde. Aber bikes können sich ja easy mal dazwischen schummeln. Kam noch drauf und dank zweier anderer Bikepacker konnte ich mein Bike auch am Schiff festbinden damit es nicht umkippt bei Seegang. 

Oben hat es nach allem möglichen gerochen. Da gibt es ja auch Food. Deshalb bin ich lieber rausgegangen. War ja schön sonnig. 

Bezahlt hab ich jetzt nur 80 statt 90 Kronen. Und die Überfahrt dauerte 45 Minuten. Sehr entspannt also. 

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Langeland ist 50km lang und 11 km breit. Eigentlich wollte ich nur einmal kreuzen. Aber da ich eh so wenig Kilometer heute hatte, hab ich noch einen Abstecher zum Schloss gemacht. War gut 8Km rein ins Landesinnere. War ganz schön, aber scheinbar noch so bewohnt, dass man von aussen nicht viel sehen konnte. Überall abgesperrt für privat. Man konnte einen Rundweg des Schlossgartens buchen für 25 kronen. Aber da war ich grad nicht drauf eingestellt. Sah auch eher wie ne Art Skulpturenpark im Wald aus. Wollte ja wenn nur zum Schloss. 

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Zurück bin ich dann wieder über die Ostseeroute gefahren und dachte ok ich mach den 2km Abstecher zum Strand… super Idee… nicht. Weil als ich da ankam ist mir das gleich passiert wie vor 3 Jahren. Ich hab den Riesen Umweg gemacht und dann war da kein Strand zum hinlegen sondern eher so eine kleine Bucht wo man verweilen könnte. Also kein Beaching. 

Nun denn…. Wieder zurück auf die richtige Straße. Also noch gut 9km bis zur „Hauptstadt“ von Langeland. Da war gerade Festival angesagt. Überall Bierbuden und musizierende Menschen. Bin einmal drüber geschlendert durch die Einkaufsstraße und dann over the Bridge wieder ans Festland. Kurz vorher wurde ich noch von 2 Radreisenden gestoppt, die mich nach dem Weg fragten. Scheinen irgendwie so oldschool mit Karte oder so unterwegs gewesen zu sein. Der Mann meinte er hätte in diese Richtung so ein „Norden-Gefühl“ gehabt. Aber evtl. War es zu weit nördlich. Ich sag genau, weil die Bridge ist in die andere Richtung. Waren mir sehr dankbar für die Auskunft. Und dann schaut er runter und sagt oh you’ve got a Trek bike. Seems to be very heavy…. Ja sieht so aus…. isses aber absolut nicht. 13Kg sind mal so gar nicht schwer. Die Reifen wirken halt sehr massiv. Ich finds super. Über die Brücke waren es nur noch 10Km und dann war ich schon an der Unterkunft. So waren es in Summe dann doch 100Km, aber nur weil ich das Schloss noch besuchen musste.

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Ich übernachte in einem Bed & Breakfast in Landet. Die Besitzerin hatte mir noch geschrieben dass viel Verkehr auf den Straßen wäre und wenn ich mit dem Auto käme lieber nen Umweg fahren sollte um den Festivalstau zu umgehen. Ich hatte ihr angekündigt, dass ich so um 15 Uhr ankommen werde. Und ich kam auf den Punkt genau an. Dä!

Ich hab ein Zimmer für mich und ein Gemeinschaftsbad. Bin aber die einzige die hier übernachtet. Sie ist eine Art Homöopathin, Psychologin, Physiologin. Ihr Mann ist vor 26 Jahren gestorben, ihre Tochter gerade vor 2 Wochen nach Kopenhagen fürs Studium gezogen. Und dann dachte sie sich, macht sie ein B&B auf um ein bisschen Gesellschaft zu bekommen. Ich hatte gerade alle Akkus eingestöpselt, da kam sie zu mir und sagte, dass sie jetzt ne runde schwimmen gehen würde und ob ich mitkommen wollte. Ja aber sicher doch! Schnell den Badeanzug geschnappt und los. Sind mit ihrem Auto zu einem für Touristen unbekannten Beach gefahren mit einem Badesteg. Sie kommt hier einmal täglich wohl hin. Ich fand super. Und dann auch wirklich nur kurz rein, bisschen geplanscht, wieder raus und zurück nach hause. Super erfrischend nach diesem schwülen Tag. Sie fragte ob ich was zu essen hätte, oder essen gehen würde. Ich wollte eigentlich zum Supermarkt nebenan, weil sonst ist hier ja nix. Da fragt sie ob ich was von ihrer Pizza abhaben wollte die sie nachher machen will. Super nett. Ich hab mich noch was in den sehr schönen Garten gesetzt und mein gekauftes Bier genossen, da began es auch schon zu tropfen. War ja gemeldet. Ich hoffe, dass es sich in der Nacht ausregnet und ich morgen früh trocken bleibe.Pizza gab es dann im Wintergarten während das Unwetter langsam loslegte. Sehr, sehr lecker. Gut, jetzt hatte ich auf dieser Tour schon 3x Pizza, aber die hier war Homemade, super lecker und gar nicht fettig :-p Dazu noch nen Salat und wir haben uns gut unterhalten. Ich bin nur irgendwie nicht so wirklich im Englisch mood drin und mir fehlen teilweise so simple Begriffe. Wird doch Zeit, dass ich endlich nen Dänisch Kurs an der VHS belege. 

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Ich werd jetzt auch noch nen Film schauen und dann früh schlafen gehen denke ich. Morgen wieder 115 km bis nach Kolding. Wenn sich das Wetter hält will ich da auch nochmal an den Strand. Da war ich letztes Jahr auch in der Bucht und es war ultra heiß. Aktuell sind morgen aber noch schauern gemeldet .-( 

Und dann wars das auch schon fast wieder mit der Tour 😦 Kommt mir vor, als wär ich schon 3 Monate unterwegs. Aber wenn ich dann die Tage zähle, denke ich ne das war viel zu kurz. Eine Biketour sollte einfach niemals enden. Wobei ich zu Hause auch ganz viel vermisse und bestimmt sehr froh sein werde endlich die beiden Türme wiederzusehen… wer kennts nicht.

IMG_5897IMG_5895IMG_5896IMG_5894(c) by Vera Drewke www.facebook.com/diedrewke www.veradrewke.photography

Tag 10: Greve bis Radsted 115 km

Heut war ich wieder früh wach und bin vor 8 Uhr losgefahren. Es sah allerdings stark nach Regen aus 😦 bin trotzdem ohne Jacke losgefahren. Weil warm war es irgendwie trotzdem. Geregnet hat es den Tag über nicht wirklich. War eher schwül, weil sehr oft die Sonne raus kam.

Mein weg war heute eigentlich die ganze Zeit nur gerade aus. Genau bei der Hälfte wollte ich den Waldturm besuchen. Auf dem Weg dorthin fuhr irgendwann sehr langsam ein Marshall neben mir. Ich so: Panik! Was hab ich jetzt schon wieder angestellt? Nix eigentlich. Fahre auf nem Radweg. Plötzlich fahren 30 Rennradfahrer an mir vorbei. Inklusive Begleitfahrzeug… puh. Hielten kurz für ne pinkelpause an sodass ich vorbei ziehen konnte. So nach 5 km hatten sie mich wieder ein.

Es ist echt windig. Und ich bin scheinbar neben den rennradlern die einzige, die gegen den Wind fahren muss. Hab sehr viele Radreisende die mir mit Rückenwind entgegen kamen. Zwei größten sogar Schon aus der Ferne energisch winkend. Dass sich Radreisende grüßen ist eigentlich ein leises HighFive. Weil wir erleben halt geile Momente die uns keiner nehmen kann. Der Gruß sagt quasi „hey ich weiß wie es dir geht, mach wieder so du coole Socke! Da draußen warten noch massig Abenteuer auf dich!“

Mitten auf der Strecke hat mein Handy mal wieder nen Clown gefrühstückt. Spielte die Zufallswiedergabe plötzlich „jetz jeiht et Widder AJUJAAAA!“ herrlich! Und direkt Grinsekatzenmodus 🙂

Das Adventure Camp war ein bisschen ab von der Straße. Ich hatte beim navi irgendwie noch nen Umweg dorthin drin, weil ich Hausnummer 9 statt 9a eingegeben hatte. Turmbesteigung kostet 150 Kronen. Der Weg dorthin ist wundervoll entspannend über einen Pfad mitten durch den Wald. Super schöne Atmosphäre. Dazwischen kann man in den Baumwipfeln auch klettern. Wollt ich aber nicht. Ist irgendwie schöner als Panabora angelegt finde ich. Tolle Aussicht und so früh morgens noch nicht überlaufen. Ich schätze später aber schon. Auch hier eher keine Touristen anzutreffen.

Und dann ging es weiter die Straße entlang. Bis ich in einem Ort ankam wo ich dacht nanu hier warst du doch schon mal. Na klar! Vor 3 Jahren auf meiner ersten Dänemark Tour. Auf der Rücktour Richtung Fehmarn. Sicher war ich dann als die große Brücke kam. Damals meinte ich schon dass die irgendwie so DDR Charme hat und gut nen sozi Zuschuss für ne Sanierung gebrauchen könnte. Immer noch genau so marode irgendwie… gut 3,5km lang. Schon sehr beeindruckend. Aber auf so ner Brücke merkt man Wind immer noch was stärker 😦

Ich wusste noch genau wo ich auf dem Weg zur Fehmarn Fähre nen kleinen durchhänger hatte und n Energiepülverchen einschmeissen musste. Verrückt. Diesmal hab ich sowas gar nicht dabei. Die letzten 6 km waren irgendwie sehr sehr schleppend. Aber ich hab’s geschafft.

Hotel liegt etwas abgelegen. Gott sei dank dass ein sehr liebes Paar aus der Nähe von Amsterdam vor der Tür und hat mir gezeigt wo ich den Schlüssel und co finde. Haben kurz ein bisschen gequatscht und bevor ich in die Stadt fahren wollte um was zu essen zu kaufen, kam sie zu mir und fragte ob ich die Hälfte von ihrem Obstsalat haben möchte weil sie nicht alles schafft. Super lieb. Habe ich gerne angenommen.

Bin dann erstmal zum super Brugson und hab was zum Dinner eingekauft.

Als ich zurück kam saßen die beiden noch da und ich hab mich für 2 Stündchen dazugesetzt. Sehr gesellig haben uns gut unterhalten. Sie kommt ursprünglichstes Finnland. Und die beiden sind unterwegs nach ganz ganz weit oben um dort auf einem Schiff Riesenkrabben zu Fischen. Krasse Nummer. Bin gespannt auf die Bilder davon. Wir sind jetzt auf Facebook verbunden 😉 und das beste: meine Kette ist etwas zu ölig irgendwie. André, also der Niederländer, ging sofort zum Auto und holte ein altes Schmutztich für. Ich womit ich die Kette reinigen konnte. Und für den Rest der Tour haben sie es mir dann geschenkt. Dä!

Jetzt noch duschen und was essen und dann ist Tag 10 auch schon wieder rum. Übrigens: heute habe ich die 1000er Marke geknackt. 1.100km in 10 Tagen gefahren. BÄÄM!

Tag 09: Malmö bis Tune über Kopenhagen 53km

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Um 7:00 Uhr gab es Frühstück und es wurde darauf hingewiesen, dass das Hotel ausgebucht ist, dementsprechend sollte man sich zum Frühstück lieber früh einfinden statt zu den Stoßzeiten. Als ich um kurz nach 7 runter kam war schon ein Riesen Gewusel! War mir viel zu laut und zu voll! Warum schlaf ich auch in nem 4 Sterne Hotel mitten in der City? Was noch nicht mal richtiges wlan zustande bringt 🙄 

Naja mir kann man es aber eh nicht recht machen wie ihr später lesen werdet. Das heutige Hotel ist nämlich das komplette Gegenteil haha. 

Ich bin so kurz nach 8 mal Richtung Malmö Central Station gefahren, weil ich wusste, dass dort die sightseeing Schiffchen ablegen. Als ich ankam war noch alles verriegelt. Jetzt war ich schon so oft hier und nie hab ich ne Tourie Tour gemacht! Entweder hat es geregnet, oder ich hatte keine zeit, oder es war zu spät am Tag 😦 das erste Boot sollte erst um 10:30 Uhr ablegen. Ich wollte aber ja den Tag eigentlich in Kopenhagen verbringen. Das war mir dann zu spät. Ich bin so noch ein bisschen in der Stadt rumgelaufen. Kenn mich ja schon ein bisschen aus. Malmö ist auch voll auf Pride umgestellt. Überall bunte Flaggen. 

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Allerdings war überall Baustelle und alles nicht so schön anzuschauen.

Ich hab noch ein paar Fotos gemacht und dann entschieden zum Bahnhof zurück um ein Ticket für die Überfahrt zu kaufen. Kann ich mittlerweile auch schon ohne Hilfe… und ich hasse Bahnfahren! Ich bring es fertig auf den simpelsten Strecken in die falsche zu fahren. Deshalb auch so große Panik vor der Rückreise… we will See.

Bis Kopenhagen fährt man gut 30 Minuten . Das Ticket mit Bike kostet 180kr.

Drüben steigt man aus und ist direkt drin im Kopenhagener Gewusel! Am Tivoli steht eine Riesen Schlange. Ich war noch nie drin, aber wenn jemand Bock hat, würde ich mitkommen. 

Mir fiel dann noch genau pünktlich ein dass ich die Wachablösung diesmal sehen wollte. Hab ich auch immer verpasst. Diesmal nicht. Bis zu Amalienborg waren es 3km. Aber auch hier überall Baustelle. Das war bei meinem letzten Besuch irgendwie alles schöner 😦 

Bin ein bisschen ohne Plan gefahren. hatte zuerst überlegt ich schaffe die Meerjungfrau noch vor der Wache. War aber zu knapp. Was ein Zirkus diese Wachablösung. Und generell diese Figuren. Bloss nicht zu nahe kommen. Und die Show die die abziehen ist auch irgendwie unnötig. Wat soll dat? Neben mir stand eine Schwedin und ein Freund von ihr. Sie unterhielten sich auf englisch, weil er scheinbar woanders herkam. Und er fragte ob sie das schon mal live gesehen hätte… Antwort: ne nur im Fernsehen. Reine Touri Nummer :-p N Foto mit den Heinis musste ich dennoch machen haha.

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Dann ab zur Meerjungfrau. War ich ja auch schon mal, aber gehört doch irgendwie dazu hier mal Tach zu sagen und sich mit den anderen Touristen um den Platz für ein Foto kloppen. Sehr lustig war, dass einige meinten sie müssten zu ihr auf den Felsen klettern. 2 kleine Jungs sind natürlich ins Wasser gefallen und waren drissnass haha.

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Eigentlich wollte ich auch noch eine Sightseeing Bootstour machen. Hab ich auch schonmal. ich hab mich dann aber dagegen entschieden, weil ich merkte, wie mich dieses Touri ding müde macht und ich musste ja noch ein paar Kilometer radeln bis zur nächsten Unterkunft. Auf dem Weg wollte ich aber noch in einem Radladen anhalten um eine neue Trinkflasche zu kaufen. Gar nicht mal so einfach da einen coolen Laden zu finden am Rande der Stadt. Der erste Laden wo ich rein bin holte irgendwo aus dem Keller ne staubige Flasche. In der Zeit hatte ich die Design-Lampen entdeckt die ich hier im Museum gekauft hatte und mir dummerweise zusammen mit meinem Bike hab klauen lassen 😦 Also wunderbar. bitte auch einpacken. NOPE! Nur Cash oder dänische Kartenzahlung…. arggh. also alles liegen gelassen und den nächsten Laden angesteuert. Gleiches Prozedere. Der hat mir die Lampenhalterung sogar schon drangebaut, um dann festzustellen MÖPP nur dänische Karte oder Cash. Allerdings war dieser so pfiffig mir den Automaten auf der anderen Straßenseite zu zeigen. Wonderfull. Also bin ich wieder super ausgestattet. Und das beste: die Lampen haben diesmal sogar einen USB Ladeanschluss. Bei den anderen musste man noch blöde Knopfzellen einsetzen.

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War bis zur Unterkunft ja nur 33km, aber wieder sehr windig. und meine Beine taten trotz Sauna immer noch von gestern weh. Waren sehr müde und schlapp. Ich dachte ja ich könnt mich hier an den Strand hauen wenn ich ankomme. Aber die Karte hat mal wieder getäuscht: es waren 6,5Km vom Strand bis zur Unterkunft. also bin ich erst mal rauf gefahren, hab meine Sachen ausgepackt und ein Handtuch eingepackt und dann erst wieder runter zum Strand. Dazu aber noch folgende Sache: Das Hotel ist ein Schulungszentrum. Also gar kein Hotel, sondern eine Unterkunft. Als ich ankam, kein Mensch da. Der Schlüssel im Safe war aber Gott sei Dank hinterlegt. Gut 500 Zimmer für Tagungsgäste… und keine Menschenseele weit und breit zu sehen. Ich war allein. Also heute Morgen ein Hotel mit mehreren Hundert Menschen geteilt, heute allein. Was ist besser? Ich denke die Ruhe ist immer klar vorzuziehen. Wobei man eben in größeren Orten halt auch einen Supermarkt direkt nebenan hat in dem man sich versorgen kann. Das Zimmer ist ok. Wlan funktioniert natürlich eher im Aufenthaltsraum als auf dem Zimmer. Deshalb sitz ich auch genau da jetzt. TV spuckt nur dänisches Programm aus, versteh kein Wort. Meine Kontaktlinsen sind trocken und ich muss gleich aufhören zu schreiben. Mimimimi…

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Achse und bevor ich zum Strand runter bin, war heute noch Waschtag. Muss auch mal sein. Wenn man mit so wenig Zeug unterwegs ist, wie ich, sollte man auch mal durchwaschen. Wobei ich dieses Jahr gar nicht so stinke wie sonst. Kam aber trotzdem ne ganz schöne Brühe überall raus. Das schlimme ist: einmal anziehen und schon wieder nach 3km bereit für ne Wäsche :-p Ich hoffe es ist bis morgen früh alles trocken.

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Aber zuerst war ich eben halt noch am Strand. Sehr schön. Das Wasser auch rein und klar. Keine Algen. Aber der Wind war so frisch. hab mich nicht getraut komplett rein. Bin nur mit den Beinen, weil ich dachte ich erkälte mich sonst. War auch gar nicht kalt das Wasser. Angenehm eigentlich. Ein Kaltgetränk hatte ich mir noch geholt und lauschte ein bisschen dem Wellenrauschen. Wollte dann eigentlich in ein Fischrestaurant unten am Strand. War aber noch ne ganze Ecke weiter runter. Das war mir dann zweit, weil der Rückweg zum Hotel ja eh ne gute halbe stunde fahrt bedeutet hat. Im Umkreis war aber auch nichts was näher lag oder mich begeistern konnte. also fuhr ich zum Hotel, und dachte ich fahr ein Stück weiter zur Pizzeria. Dann stellte ich fest, dass der Ort auch noch  weiter rauf war als vermutet. Also hab ich ein bisschen gegoogelt und dann per Telefon bestellt. Allerdings war die Frage der Adresse etwas fraglich und so stand ich da vor der Einfahrt und betete dass die Pizza wirklich kommt. Und sie kam. Sogar vorgeschnitten, als hätte der nette Pizzamann gewusst dass ich kein Besteck habe haha. War ganz in Ordnung.

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Was mach ich eigentlich jeden Tag bevor ich losfahre und was mach ich sofort wenn ich ankomme? Zuerst lade ich meine Taschen auf, starte Runtastic und die Fitbit. Ausserdem wird Komoot geöffnet mit der aktuellen Tour. und dann? Ja dann der Griff an die Reifen um zu schauen ob hier nicht über nacht womöglich ein Platten alle Pläne zerstören wollte. Ich hoffe, dass die letzten 4 Tage jetzt auch noch gut gehen.

Und wenn ich ankomme? Dann Stöpsel ich diese praktische Verteilerdose ein und lade erstmal alle Geräte wieder auf. Ohne Saft geht gar nichts. Das Ding ist ultra praktisch, beste Anschaffung für so ne Tour überhaupt!

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Übrigens sehr praktisch: auf dem Weg hier nach Greve gab es an jeder Ampel so Halterungen für Radfahrer damit man nicht absteigen muss. Super gut!

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Tag 08: Allinge Bornholm bis Malmö – 29 + 68km

Da es keine richtigen Vorhänge gab, war ich mit Sonnenaufgang wach. Die Sonnenstrahlen hätten fast dazu verleitet dass ich vor dem Frühstück ins Meer hätte springen wollen. War aber sehr frisch. Bin ne runde zum Hafen gegangen, weil Frühstück gab es erst um 8.

Mit frisch gebackenem Brot, wachsweichen Eiern und Dänischer Käse – mega gut!

Musste mich aber beeilen, weil ich ja vor der fähre noch kurz zum Leuchtturm wollte. Krasser Zeitplan wieder. Für normal sterbliche kaum zu schaffen eigentlich.

Aber ich hab echt reingetreten und bin sogar Noch durch nen Wald gebrettert ohne Rücksicht auf Verluste. Da fahr ne Menge Trittkraft erforderlich. Super schöne Tour. Ich hab den ganzen Weg mit der GoPro im Zeitraffer. Mal schauen wie es aussieht. War auch ganz anders als gestern obwohl die Wege nur 700m auseinander Lage . Und ich hab’s geschafft. 10 min vor Abfahrt hab ich eingecheckt – BÄMM!

Die Fähre hatte diesmal wlan. Ich hab aber meine Taschen alle aufm Bike unter Deck gelassen. Waren ja nur 80 min Überfahrt.

Runter von der Fähre hat direkt der Wind wieder ohne Ende gepfiffen. Ich musste kurz auf die Bundesstraße und hab dann so umgeplant dass ich für den Rest die etwas ruhigere Nebenstraße befahre. Hat nicht komplett geklappt, einmal musste ich noch kurz drauf. Ich weiß nicht warum das navi solche Straßen nicht einfach für bikes ausschließt. Auf jeden Fall wieder typisch Schweden: rauf und runter. Irgendwann schau ich auf den Tacho und stelle fest dass gerade mal 20km hinter mir liegen. Und ich fühl mich wie 60. gut ich hatte schon morgens 30 also kommt das ungefähr hin. Aber hab ja ne lange Pause. Der Wind war einfach so heftig dass ich teilweise gar nicht voran kam. Sogar bergab musste man treten! SKANDAL!

Eine Straße war eher ein Weg. Mit Schotter, aber gut befahrbar. Zumindest mit meinem bike. Es ist einfach genial. Sagte ich das bereits?

Bei meiner Schwedentour hatte ich vor 2 Jahren die letzte Etappe mit der Bahn abgekürzt, deshalb kann ich nicht behaupten diesen Abschnitt von südschweden vorher bereits befahren zu haben. 66km nur Felder und Wälder. Rauf und runter. Die Sonne hat trotz dem heftigen Wind sehr gebrannt. Musste einmal anhalten zum neu eincremen. Glaub n bisschen Radfahrerbräune hab ich heut bekommen.

Die letzten Kilometer waren echt anstrengend. Ich konnt fast nicht mehr weiter ankämpfen 😦 Kennt ihr das wenn man mit dem Kopf schon im Entspannungdsmodus ist und dann nicht mehr bereit für Höchstleistung ist? Ich hab mich so auf die Sauna und das Meer gefreut, dass meine komplette Konzentration aus Fahren und meine Körperspannung weg waren. Ich wollt SOFORT ankommen. Und das schon nach den ersten 10 km eigentlich…

Dann hab ich mir einfach immer wieder gesagt, dass ich es durchziehen muss, weil wenn ich hier auf der Straße einfach anhalte dann gibt es ja gar nix mehr heute. Ganz einfach. Also immer wigger.

Wenn ich etwas ganz besonders hab, dann ist es Ehrgeiz und nen Stier-Sturkopp. Wenn ich etwas will, dann arbeite ich solange dran, bis ich es erreicht habe. Und da kann man mich dann auch nicht mehr von abhalten wenn ich mir was in den Kopp gesetzt habe…

Irgendwann kam ich also am Hotel an. Heute mal 4 Sterne. Frau gönnt sich ja sonst nix. Allerdings ein bekacktes wlan. Für die Fotos muss wohl mein Datenvolumen dran glauben…

Ich bin nur kurz aufs Zimmer, hab mir zwei Handtücher geschnappt und bin wieder los zu Ribersborg Kaldbadehus. Da war ich ja jetzt schon ein paar mal und ich finds immer wieder toll. Strikt getrennt Frauen rechts, Männer links. Und wenn man möchte darf man in der Mittleren Sauna zusammen sitzen. Zur Abkühlung springt man direkt ins kühle Meer. Die Schweden bauen schlauerweise immer Stege die weit genug hineinführen damit man den vorderen teil mit den Algen umgeht.

Es war herrlich! Und dann hat jeder sein eigenes kleines „Häuschen“ wo man seine Sachen lagern und davor sonnen kann. Das beste daran: keine Touristen! Erst beim duschen zum Schluss hab ich zwei Mädels deutsch reden gehört. Der Rest Einheimische.

Wusste nicht recht wo ich heut was essen gehen soll. War ja auch schon was später als ich fertig war mit Sauna. Deshalb hab ich einfach den Ica Supermarkt geplündert. Ausländische Supermärkte liebe ich einfach.

Morgen ist ein kleiner Off-Day. Nur sightseeing in Malmö und Kopenhagen und läppische 40 km bis zur Unterkunft… mal schauen was ich so anstellen kann 😉

Woran erkennt man übrigens eine Fahrradstadt? An dieser Anzeige und verfügbaren Pumpen.

Tag 07: Stralsund bis Sassnitz Fähre und Rönne bis Allinge auf Bornholm – 90KM

Heut war der große Tag endlich gekommen. Endlich geht es rüber nach Bornholm.

Gestartet wie immer um 8:00 Uhr an der Unterkunft. Praktisch war, dass ich mein Bike auf dem Zimmer beladen und fertig machen konnte. Draußen noch ein bisschen geölt. Springt irgendwie seit gestern immer leicht aus der Kette hin und wieder. blöd. Gestärkt mit einem Ingwer-Shot ging es dann erst mal wieder den gleichen Weg wie Abends runter nach Stralsund rein. Die Sonne kam kurz raus und sorgte für gute Laune. Leider nach wie vor viele Wolken drum herum, was es weiter herbstlich wirken lies. Ich kam schnell bei der Brücke an die Über Danholm nach Rügen überführt. Musste aber noch ein paar Minuten mit ein paar anderen Radreisenden warten, bis sie wieder unten war.

Der Radweg war ganz cool – ANFANGS… ich kam superschnell voran und dachte kacke ich werde viel zu früh an der Fähre sein. Also hab ich mir schon überlegt in Bergen nen Abstecher zu machen und dann noch weiter an die Küste zu fahren bevor es auf die Fähre geht. Und dann wechselt der Radweg auf die Bundesstrasse und ich dacht kacke. Waren gut 10km und es war fast Autobahn like. Wenn da nicht explizit ein Schild gesagt hätte bitte hier auf der Straße weiter fahren, hätt ich gedacht gleich kommt die Polizei und sagt junge Frau verlassen sie bitte dieses Schnellstraße. Und im Radio der Klassiker: Achtung Fahrradfahrer auf der Autobahn. Ich war froh als ich nach Bergen abbiegen konnte.

Weiß jemand warum Bergen Bergen heißt? Weil die fucking Kirche auf nem richtig krassen Berg steht… vermute ich. Aber ich hab mich hochgekämpft. Dä! War relativ unspektakulär und auf dem Markplatz wurde gerade ne Kirmes abgebaut. Toll! Ich bin mal kurz ins Touribüro um mich zu erkundigen ob beim Rest der Strecke mit einem Radweg zu rechnen ist oder weiter Bundesstraße. Sagt die Dame allen Ernstes „Rügen ist keine Fahrradinsel, ich weiß auch nicht warum das immer so angeboten wird“. Und ich sag nur „Danke, ich Merks“. Oh man. Aber es ging dann tatsächlich und es gab einen richtigen Weg. Krasse Hügel durch den Wald inklusive.

Auf dem Weg standen plötzlich zwei kleine Rehkitze. Total süß. Hopsten dann in den Wald nebenan. Hatte leider kurz vorher mein handy weggepackt sonst hätt ich natürlich ein Foto gemacht.

Warum enden hier eigentlich alle Orte auf „vitz“ „nitz“ „ritz“? Bisschen strange.

Ich bin dann erst mal zur Fähre um mich zu erkundigen, ob die Überfahrt wirklich 2 Stunden später erst erfolgt. Jo. Und ich soll bitte ne Stunde früher wieder hier sein. Gesagt getan. Also rauf aufs Bike und Richtung Sassnitz Stadt. War ein Kampf gegen den Wind und ich dacht die ganze zeit fuck du bist zu langsam du schaffst es nicht zu den Kreidefelsen. Runter nach Sassnitz konnte man rollen lassen. Gut für den Moment, schlecht wenn man weiß, dass man da nachher wieder hochstrampeln muss… gegen den Wind versteht sich.

Wen der Ort zu Ende ist, gibt es große Parkplätze um dann durch den Nationalpark zu wandern. Ich fuhr bis zur letzten Möglichkeit mit befestigter Straße und donnerte dann in den Wald hinein. Geiles Bike! Ich sags gern täglich :-p Geländetauglich auf jeden Fall. Dann musste ich es aber abstellen und eine steile Holztreppe runter zum Strand. Unten angekommen dacht ich „und wo sind jetzt die Kreidefelsen?“ Ich war natürlich nur ganz am Anfang. Und massig Touristen in Sicht. Alle zogen rauf zu den klippen. Ein Foto ohne andere Menschen schien unmöglich. Ein Blick auf die Uhr, im Sinn der lange weg zurück… ok schnell noch ein Stück weiter und versuchen mehr von den Felsen zu sehen. Selfiestick, Gopro, Handy… alles ander Frau um schnell ein paar Bilder für den Bericht einzufangen. Genießen geht anders.

Ejal… das schlimmste was passieren könnte, wäre wenn ich die Fähre verpasse. Weil fährt ja nur einmal am Tag und wurde ja schon verschoben. Verpassen bedeutet Abbruch der Tour im schlimmsten Fall. Mit Panik im Nacken schob ich das Bike wieder den Hügel im Wald hoch, schwang mich oben direkt drauf und fuhr wie vom Teufel besessen… also wie immer haha.

Irgendwann vor mir 2 andere Radreisende die aber irgendwie ganz in ruhe fuhren. Zwar in nem kleinen Gang, aber scheinbar ohne große Anstrengung. Ich war am kämpfen wie blöd gegen den Wind. Aber immer noch gut im Tritt. Ich wusste sobald es links wieder runter ging, konnte ich 6km ohne Wind fahren. Aber da musste ich erstmal hin. An der Abbiegeampel angekommen, fix und fertig, neben mir die anderen beiden… total entspannt. Warum? E-bikes na klar. Das mag zwar entspannter sein. Aber das wirkliche Rad-Abenteuer kennt keinen Motor, das bezwingt man mit Beinmuskeln und einem sehr starken Willen. Aber ich finds dennoch gut, dass es die Möglichkeit gibt auf E umzusteigen, weil einige durch Knieprobleme und Co sonst gar kein Rad mehr fahren könnten. Ich hoff ich Brauchs noch ne ganze weile nicht.

Fakt ist: ich hatte 25 Minuten um zur Fähre zu kommen and I did it! Hinweg 45 Minuten haha. Und ich fuhr den Elektro-Heinis davon. Ich sag ja: teilweise ist mir das bike unheimlich so geil fährt es.

An der Fähre war kurz ein bisschen Nieselregen, aber nix wildes. Konnte mit ein paar anderen relativ zügig mit den Bikes einschiffen. Sehr entspannt. Oben hab ich mir einen Fensterplatz gesucht. Man sah allerdings nicht wirklich viel. Hab mir nen Kaffee geholt und stellt fest, dass es kein Wlan und auch kein wirklich gutes Netz an Ort und Stelle gibt. Toll. Also bin ich mal ne Etage höher und raus gegangen. Da war sie wieder: die Sonne! Herrlich! Also bin ich hierhin umgezogen und konnte an den Kreidefelsen nochmal entspannt vorbeiziehen. Der Kaffee war dringend notwendig, sind ja auch 3 Stunden Fahrt zu überbrücken. Als ich den Preis gesehen hab dacht ich allerdings die spinnen. War mir egal, ich hatte sowas von Kaffeedurst! Dann sagt der nette Däne an der Kasse „Und Nachfüllen ist dann gratis!“ WHAT? Wenn ich von Board gehe werden sie diese Regel vermutlich wieder ändern. Der weiß nicht wieviel Kaffee ich trinken kann haha.

Jetzt bin ich also wieder in meinem geliebten Dänemark. Hach… also auch zeit für mein Dänemark Portemonnaie. Das was ich vor 30 Jahren von meinem Opa bekommen habe und in jeden Dänemark-Ulraub mit musste. Daran auch diverse Schutzengel und Glücksbringer für die Tour. Den Dom hab ich natürlich auch immer mit em Jepäck.

Interessant übrigens: ich hab jetzt 7 Tage mein Steißbein auf dem Bike fasst gar nicht gemerkt. Jetzt sitz ich auf der Fähre in der Sonne und zack tut wieder weh. Normal sitzen ist halt nix. Ich hab kurz gedacht ich wäre geheilt.

Die Fähre konnte nicht direkt anlegen weil die andere noch am Anlegt parkte. Also drehten wir lustig kreise vor Bornholm in der Zeit. Ne Durchsage gab es nicht. Mussten erst mal alle Rätsel raten was los ist. Die Überfahrt war echt kurzweilig. Hab oben auf Deck in der sonne gelegen. Sonnencreme natürlich in der Tasche die im Unterdeck geblieben ist.

Und dann roll ich von der Fähre runter und fühle direkt dass ich hier richtig bin. In meinen Adern fließt irgendwie nicht nur kölsches sondern auch dänisches Blut glaube ich. Ich lieb es einfach! Bis zur Unterkunft waren es 25km einmal die ganze Insel hoch. Und jetzt ungelogen: ich sitz auf dem bike und trete rein und denk mir: an der Küste gab es auch einen weg, der ist bestimmt schöner. Aber ich sag mir ich möchte unbedingt so schnell wie möglich nach oben und dann da noch was an die Küste, also keine Umwege… 2 Min. Später: oh hier gibts ne schöne Abzweigung zum Meer runter… zack war ich auf dem ultra-mega-schönsten-Radweg in der ganzen Welt und natürlich kein Weg mehr zurück zur Schnellstraße. Also… gab es schon, aber ich wollt unten bleiben. Auch in dem Bewusstsein, dass der Weg irgendwann endet und ich ein Stück Fußweg nutzen muss. Fußweg bedeutete in diesem Fall eine Steilklippe mit Bike hochkraxeln und nach einem Sauerstoffzelt rufen! Hat es sich gelohnt? Aber sowas von! Und weil ich immer noch nicht auf den normalen Weg wollte, landete ich auf nem Single trail, der mein Bike mal richtig gefordert hat. Ohne Gepäck gar nicht so anspruchsvoll. So aber schon. 17% Gefälle, dann das ganze wieder rauf, 14% Gefälle und wieder rauf… alles auf Schotterweg und dem Bewusstsein, dass der Fahrradmann in Bremen gesagt hat dass die Bremsleitung beschädigt sein könnte und hartes bremsen zu dem Riss führen könnte… Ejal.

Also es war paradiesisch. Diese Landschaft. Unbeschreiblich schön. Toll, dass die Sonne extra rauskam heute das hat es nochmal extra schön gemacht. Für die letzten 3Km bin ich wieder auf die normale Straße. Und dann fährt man runter auf Allinge zu. Rollt durch die kleinen Sträßchen mit den strahlend bunten Häuschen. Herrlich. Das Hotel ist ganz nett. Klein und romantisch mit einem großen Innenhof wo gerade ein großes BBQ stattfand als ich ankam.

Ich bin noch kurz in den Brugsen (ich liebe dänische Supermärkte!!!) und dann runter zur Räucherei, wo ich gesehen hatte, dass es ein großes Fisch-Buffet dort gab. Hab ich mir gegönnt, yammy. Als Dessert konnte man sich Softeis selbst zapfen und mit Streuseln dekorieren. Love it!

Was mich jetzt schon traurig macht: ich bin gerade mal ein paar Stunden hier und muss morgen quasi direkt zur Fähre fahren. Die fährt halt auch nur alle paar Stunden. Die 3. Fährt erst um 13:30 Uhr, das ist mir zu spät. Ich will morgen ja bis Malmö und dann schön im Kaltbadehus versacken. Da freu ich mich schon die ganze zeit drauf. Aber eines steht jetzt schon fest: Bornholm ich komme wieder!

Tag 06: Wismar bis Stralsund 127km (+12km Altstadt)

Geschlafen hab ich eigentlich ganz gut. Außer diese fiesen Mückenstiche die seit Tagen Jucken ohne Ende.

Als ich nachts mal aufgewacht bin hab ich die Nachricht von Horst Köning gelesen und dachte das könnte helfen… der Lenker scheint ja richtig eingestellt zu sein, aber beim Sattel kann man noch was machen. Gesagt getan: nachdem ich alles eingepackt hatte bin ich raus mein Bike beladen und mal kurz ein bisschen Ölen und Schrauben… Sattel etwas nach vorne mal schauen ob es hilft. Ich hatte zumindest den Eindruck dass es ein bisschen besser ist.

Heute war es ganz schön windig und herbstlich. Zwischenzeitlich hab ich mir schon lange Handschuhe gewünscht. Da hilft nur treten, treten, treten um warm zu werden.

Die Strecke war nur semi schön. War weitestgehend Bundesstraße. Und der Radweg nebenan wird gerade noch gebaut. Naja. Solche Strecken kenn ich ja schon von anderen Touren. Bei so trübem Wetter zieht einen so ne Route aber irgendwie runter. Ist auch sehr anstrengend, weil ständig LKWs an einem vorbeirauschen und man sehr aufmerksam fahren muss.

Unterwegs hab ich ein reh vorbeihopsen sehen. Super flink.

Nach 35 km hab ich an nem Netto gehalten. Endlich neue Äpfel – Kind glücklich!

Bin bis Rostock gefahren und hab nen Schlenker durch die Altstadt/ Südstadt gemacht. Auch sehr schön eigentlich. Und dann ist mir etwas sehr peinliches passiert… gestern im Hotel sagte die Dame ich kann morgen einfach den Schlüssel auf dem Zimmer liegen lassen wenn ich gehe. Hat aber auch nicht abgerechnet beim Check-in. Das heißt für mich irgendwie dass mit meiner hinterlegten Kreditkarte abgebucht wird. Ich reserviere alle Hotels auf der Tour immer bei Booking.com vor. Manche bezahlt man vor Ort, manche werden abgebucht. Naja ich bin jedenfalls einfach gefahren heut morgen ohne das nochmal zu hinterfragen. Und bei Rostock rief mich dann das Hotel an, weil ich nicht bezahlt hätte 🙈🤦🏻‍♀️ ich wär aber nicht die einzige bei der das so passiert. Kleiner Tipp: vielleicht das Modell mal überdenken und beim Einchecken abkassieren. Hab’s dann eben überwiesen…

Hinter Rostock geht es eigentlich schnurstracks nach Stralsund. Immer gerade aus, 59km. Und mein Navi musste mir das auch liebenswerterweise alle paar Meter mitteilen: „in 180m geradeaus… jetzt geradeaus…“ gut, ich hätte es auch abstellen können. Aber wer weiß was ich dann für nen Schlenker verpasst hätte.

So Erdbeerfelder sind schon ziemlich pervers geil oder? Riecht hier unheimlich intensiv. Ich will regelmäßig absteigen und lospflücken. Aber dann käm ich leider nirgendwo mehr an. Und dann gibt es hier so Erdbeer-Erlebnishöfe! Sieht total genial aus. Da muss ich mal mit meinem Patenkind hin 😉 gibt bestimmt fun. Aus der Ferne dacht ich noch ist bestimmt n öder Hof für 1-3 jährige… nö!

An nem Heuballen hab ich dann auch mal gerastet da. War total krass – davor und dahin der megastau weil alle zum Park wollten. Bestimmt 3km in jede Richtung!

Absteigen wegen 12%?! Come on da fährt man doch erst recht!

Heute hab ich mir meine Trinkflasche mal genauer angeschaut. Wenn man merkt dass der Dreck gar nicht außen sondern innnen ist, hab man unterwegs ein Problem. Aber reinigt ja den Magen also rein damit. In Kopenhagen Kauf ich mir ne neue 😉

Die letzten Kilometer waren irgendwie sehr hart. Musste ein paar mal anhalten und hab’s mit ner Teinkpause getarnt haha. Ich merk heut Abend auch meine Oberschenkel – gegen den Wind und die Hügel haut das irgendwie rein.

Das Hotel ist ein wenig versteckt. Hatte dem navi keine Hausnummer gesagt und war kurz verunsichert wo denn hier ein Hotel sein soll. Hab’s dann aber gefunden. Ein VCH Hotel wie ich eben gelernt habe: Verband Christlicher Hoteliers… aha. Amen!

Ist sehr geräumig und ne Art Appartement. Gibt sogar nen Kühlschrank. Mein bike ist mit reingerollt. Wollt’s nicht draußen stehen lassen. Sind auf jeden Fall wieder einige weitere Radreisende hier. Allerdings: 6km von der Altstadt entfernt. Nach 127km irgendwie too much. Und in der Stadt bin ich dann an ner bed & Bike Unterkunft vorbei. Super. Ich lern es nie…

Hab kurz Akkus geladen, noch die letzte Gurke gegessen und dann los. Diesmal aber mit beiden Jacken. Und selbst das war zu kalt 😦 bin ein bisschen in der Altstadt rumgeschlendert und hab mich dann beim erst besten Laden niedergelassen der mir gefallen hat. Von essen her jetzt nicht das was ich mir erhofft hatte aber naja.

Dann ab zurück, schön heiß duschen und dick eingekuschelt den Bericht schreiben.

Morgen ist quasi Halbzeit. Dann verlasse ich Deutschland (für immer haha) und der skandinavische Teil der Reise beginnt. Ich freu mich drauf.

Tag 05: Stapelfeld bis Wismar 108 km

Heute Morgen aufgewacht, Vorhang auf Sonnenschein. Halbe Stunde später check ich aus: Regen! Bitte was? Das war nicht gemeldet ihr Spackos!
Hab erstmal was gewartet und bin dann trotzdem los. Mega ekelhaft. So Nieselregen der hin und weder stärker wurd.
Die gesamte Strecke war eigentlich sehr Schweden like – immer auf und ab. Nur nich ganz so extrem. 
Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich gestern ja nicht mehr einkaufen war, heute Sonntag ist und kein Laden geöffnet hat um mir ein äpfelchen zu kaufen. Ohne Apfel übersteh ich keine Tour. Und nur die Riegel reichen mir auch nicht. Ich brauch was frisches. Gab es aber nicht.
Apropos Riegel: ich reise nicht nur klimaneutral, nein ich Speise auch dazu noch clean! Sagt wer? COLOGNE LISTE! Aha. Man lernt nie aus 🙂
An ner Tanke hielt ich an und fragte ob es auch sowas wie Äpfel oder Obst gibt. Lacht die Dame mich aus und sagt haha ne sie sind hier an ner Tankstelle sowas gibt es hier nicht. Super. Hab ich nen Kaffee bestellt: sie nehmen sicher gerne Filterkaffee…. Ich sag gibts auch Crema? Ja gibts auch…. Dann nehmen sie  sicher Filter, oder? Was stimmt denn nicht mit dieser Frau?
Hab mich mit meinem Kaffee Crema draussen auf den Bordstein gesetzt und kurz gerastet. Kommt so ein alter rostiger Ami-Schlitten an und fährt genau auf mich zu. Hätte er die Bremse nicht richtig getroffen wäre die Drewke Matsch. Idiot! 
Der Regen hörte so nach 20 Km schon auf, es blieb aber herbstlich. Also heute immer mit Jacke unterwegs. Innen drin schön am Saften und dampfen. Aber hätt ich sie ausgezogen wär ich morgen krank 😦 
Irgendwo fängt so ein neuer Radweg an. Total super zu fahren und drum herum nur Felder entlang der Straße. Zog sich dann bis zum Schluss eigentlich. Lübeck, die elitäre Universitätsstadt, kann leider gar keine Radwege. Super durchzogen von Radwegschäden. Musste ich auf die Strasse wechseln, ging nicht anders. Und so fuhr ich immer tiefer in den Osten… so weit bis irgendwann an jeder Ecke DDR-Museen erschienen und Ossi-Ampelmännchen .-)
Ich hatte so Hunger auf was frisches, dass ich an jedem Hof reinspinkste ob es was zu kaufen gibt… gab es nicht. Bis…. Ja bis der kleine Stand mit Zucchini, Gurken und Co kam. Da hab ich zugeschlagen. Mega gut! Aber Obacht: Wer von euch kann sich merken von welcher Seite man zuerst in eine Gurke beissen muss damit sie nicht bitter ist? Na? Ich kann mir nie merken.
So 20Km vor dem Tagesziel wurde der Radweg nochmal richtig schön. Rechts ein Kornblumenfeld (Kornblumen blau… sing) und links ein Getreidefeld. Dazwischen jede Menge E-Biker und ich. Aber ich habs glaube ich erst ein paar mal erwähnt…. DIESES BIKE rollt so UNFASSBAR geil! Teilweise denke ich es hätte doch einen Motor :-p 
Das Hotel liegt etwas versteckt in einer Seitenstraße. Mit mir zusammen kamen einige andere Radreisegruppen an. Lustig. Es gibt eine extra Fahrradgarage. Sehr gut. Wlan bisschen fragwürdig, Zimmer aber ganz nett.
So…. Und wie ich bereits berichtet hatte, bin ich dann erstmal ins Sana-Hospital um mich durchchecken zu lassen. Ihc dacht vielleicht renkt mich jemand ein, packt mir n Tape drauf und gibt mir ne Spritze… ne… es ist Sonntag da gibt es kein MRT und auch kein Röntgen. Good to know: Sonntag bitte keine Notfälle mehr produzieren. Der notambulante Dienst hat mir extra einen Neurologen herbeigerufen der sich sehr lange und ausführlich für mich zeit genommen hat. Blut wurde abgenommen und Reflexe getestet. Stimmt soweit alles. Jetzt warten wir mal ab wie es sich entwickelt. Vielleicht ist es wirklich nur durch die neue Fahrradhaltung. Das würde mich aber schon sehr verwundern. Hatte ich sonst ja nie. Morgen halte ich auf jeden Fall in einer Apotheke und kaufe mir ein Heißes Pflaster. In Zeiten von WhatsApp weiß ja immer jeder direkt bescheid über alles, also erzählte meine Mutter, die zusammen mit meiner Tante auf Kreuzfahrt unterwegs ist von meiner Situation. Diese telefonierte gerade mit meinem Cousin und der sagte ohne zu zögern „Wo ist sie? Wenn sie abgeholt werden muss, fahre ich gleich los“ hach, Danke Nico :-* Auch für den Anruf. Dafür hat man Familie ❤ 
Ich war noch kurz am Hafen bisschen schauen und hab dann ein nettes Restaurant mit frischem fisch Ausschau gehalten. Natürlich fährt Frau Drewke direkt zu dem Laden wo groß BRAUHAUS draufsteht 😉 Es war sehr frisch, aber draußen sah es nett aus. Wollte nicht rein. Das war einerseits ein Fehler, weil ich nearly erfroren wäre, andererseits hätte ich sonst nicht wieder so ein nettes Paar kennengelernt. Wohnen in Büsum und sind mit dem Moped unterwegs. Er hatte aber irgendwie einen rheinischen Touch… ein ursprünglicher Wuppertaler. Dä! Da konnte man mal über Bier philosophieren höhö. Und über meine Tour natürlich berichten. Freu mich wenn sie mir folgen, oder mal reinlesen. War ein sehr geselliger Tagesausklang. 
Achso: noch was zum Essen. Ich hatte „Mecklenburger Ananas“ in meinem Gericht. Kennt das jemand? Ich dachte ich probiere mal eine Spezialität der Region. Hier die Aufklärung: 
Quasi so als würde ein Immi in Köln nen Halven Hahn bestellen und Fleisch erwarten…. Und ich dachte es gibt was fruchtiges :-p 
Brrr jetzt war es echt richtig frisch. Ich hoffe morgen auf der Fahrt wird es wärmer und vor allem trocken.

Öfter mal was neues…

Drewke goes Notaufnahme in Tour.

Meine tauben Finger und dazu die Wirbelschmerzen wurden eher schlechter statt besser. Deshalb dacht ich bevor ich die zweite Hälfte der Tour anbreche lass ich das mal checken. Ist aber eben Sonntag und da arbeiten die im Krankenhaus nur sporadisch.

Vielleicht liegt es wirklich nur an der Lenkerbelastung und nix dramatisches. Könnte aber auch Bandscheibe sein, man weiß es nicht.

Ich fahr erstmal weiter und schmeiß mir ne ibu mehr ein. Also alles gut soweit, Drewke fährt weiter…

Tag04 – BREMEN bis STAPELFELD – 130 KM

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So… heute morgen war das Wetter wieder mal so mittelprächtig. Bin dann erst um 8:30 Uhr los. Tief hängende wollen, usselig 😦 

Ich bin in Geographie ja ne Niete, aber wenn ich eine Strecke schon mal gefahren bin, dann erkenne ich sie auch wieder. Heute morgen aus Bremen raus, war mir direkt klar, dass ich letztes Jahr die Gleiche Strecke Gefahren bin. Und das Wetter war ähnlich bescheiden. Allerdings hatte ich Panik dass mich das navi auch wieder auf diesen steilen Erdhügel lotst, wo ich letztes Jahr schieben musste. Um dann auf nem Acker zu landen. Navi war aber brav diesmal 😉 fahre diese Jahr aber auch komplett in der Rennrad-Version, damit ich nur „gute“ Straßen habe ohne Überraschungen. 

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Der Nette Radmechaniker meinte gestern übrigens, dass er mir zutrauen würde auch nach Tibet zu radeln. Und das nachdem wir uns erst 10 min kannten. Gute Menschenkenntnis der Herr 🙈. Bekommt auf jeden Fall ne gute Bewertung. Cockpit auch gut eingestellt. Auch wenn meine Finger heut immer noch taub waren… aber ich glaub ich hab mir im Kreuz war verrenkt was dazu führt. Oder hat hier jemand andere Hinweise bei taubheitsgefühl an 2 Fingern einer Hand!? 

Heut kam ich mir bisschen seltsam vor. Schon kurz hinter Bremen liefen Leute in extrem bunten Kostümen rum. Ich dacht vielleicht n jga… aber echt überall auf der Strecke… hat mich sehr verwirrt. In Hamburg die Auflösung. Berichte ich nachher. 

In Buxtehude hab ich nach 76km mal Pause gemacht. Beine wieder etwas müde… 

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aber musste ja weiter gehen. Irgendwann kam ich endlich an die Fähre von Finkenwerder rüber zur Teufelsbrück. Ich musste kurz warten. Als ich ankam war ein Fischer mit Schlauchboot gerade dabei abzulegen. Sag mich mit meinem bike und sagte „na das ist ja mal n Bike! Wo kommst du her?! Ich hab auch Bock auf n neues Bike und so ne Tour…“ cooler Typ! Und mein bike ist halt überall DAS HIGHLIGHT 🙂 

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Ich hab auf der Fähre auch mal n Ticket gezogen. Ich glaub das machen nur die Touristen. Kontrolliert wurde jedenfalls nicht. Da kam nochmal richtig schön die Sonne raus. Also könnte ich mich ohne Jacke und mit Sonnenbrille auf nach HH-City machen. Schon ab Altona war irgendwie ne Sperrung offensichtlich und immer mehr kostümierte Leute… runter zu den Landungsbrücken: alles dicht! Wie Karneval in Kölle! Wahnsinn. Dachte zuerst der csd wäre hier ne Woche später. Aber alle hatten so Hippie Klamotten, schlaghosen, blumenketten an… die Antwort: Schlagermove 😳 bitte was?!? Jo… und dann ging es auch noch an zu regnen. Erst ein bisschen, dann Sintflut! 

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Hab mich bei nem Türken in klein-Köln-Kalk untergestellt mit 30 anderen. Es hörte einfach nicht auf. Also schön nen türkischen Tee bestellt und gewartet. 

Irgendwann wurde es weniger und ich dacht ich fahr… dieses Spiel hab ich ungefähr 10x gemacht…untergestellt, gewartet, 500m gefahren, wieder untergestellt. Ein Stopp and Go Regen! Richtig heftig! 

Hat mich gut 2 Stunden gekostet! Irgendwann dacht ich scheiss drauf und fahr… kam nochmal richtig was runter 🙄

Als es endlich ok war hatte ich noch 15km auf dem Tacho. Dacht ich ist ja schnell gefahren… hmm ja… aber nicht durchs Stapelfelder Moor… schön matschig. Und das Ziel zog sich… wenigstens kam auf den letzten Kilometern die Sonne raus… 

Und dann fahr ich auf das Hotel zu (Windmühle) sehe dass da RESTAURANT dran steht, freu mir nen Ast ab dass ich nicht mehr irgendwo zum essen weit hinfahren muss…. Und das sagt der Rezeptionist „Ruhetag, Koch in Urlaub“ WHAT!?!?

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Gut… also nur kurz Akkus geladen und dann wieder los. Wollte eigentlich zum Kaufmann, aber der hatte schon ein Stunden geschlossen…. Weil Land und Wochenende. Also blieb mir nur der Grieche nebenan. Ich bin ja nicht so der Freund von Griechisch. Aber der Hunger treibt rein. Wenn es denn einen freien Tisch gegeben hätte. Erstmal 20 Minuten am Eingang gewartet bis was frei war. Da schon mit einem netten Paar ins Gespräch gekommen, die ebenfalls hungrig warteten. Irgendwann bekamen wir dann quasi einen gemeinsamen Tisch. Bei diesem TOP-Griechen am Platz (weil auch der einzige mit Essen im ganzen Ort) konnte man echt gut essen. Solltet ihr mal in Stapelfeld sein, reserviert am besten bei CHRISTOS (wo sonst). 

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Da ich in Bike-Klamotten unterwegs war waren die beiden auch an meiner Tour interessiert und ich hab sehr gerne davon berichtet. Freu mich immer wenn ich meine Erlebnisse nicht nur hier schriftlich, sondern auch mal live erzählen darf. Wobei ich mittlerweile schon echt sehr, sehr viel erlebt habe, da weiß man gar nicht wo man anfangen und wo aufhören soll.

Jetzt endlich wieder in Hotel. Noch kurz dem Rezeptionisten mein Bike präsentiert… weil die Sabber schon runter tropfte. Sowas sehen die Herren nicht alle Tage hier. Ich glaub das Bike wird noch einige tolle Geschichten berichten können. 

Jetzt schau ich noch wo es mich morgen hintreibt und dann ist Regeneration angesagt.

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Tag 03: Bersenbrück bis Bremen – 105 km

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So… heut morgen erstmal gut gefrühstückt, weil war inklusive. Vielleicht lag es an den 3 Eiern, aber ich hatte heut Power für 10. 

vermutlich bin ich deshalb auch erstmal 6 km in die falsche Richtung gebrettert. Shame on me. Irgendwann dacht ich: warum spricht das navi eigentlich nicht… oh man. Naja aber irgendwie hab ich die zeit ja wieder aufgeholt. 

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Übrigens: Geize bei allem aber niemals bei der Popo-Salbe! Lebensnotwendiges Equipment eines Radfahrers! ohne bist du verloren. Jetzt beim Regen hatte ich kurz überlegt mich ganzkörper einzureiben damit es schon abperlt.

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Unterwegs sind mir 7 Mäuse und Maulwürfe begegnet. Immer quer über den Weg. Der eine Maulwurf hat seinen Blindenstock vergessen, da kam ich 5 cm vorher zum stehen. Und er ganz gemütlich weiter in die Erde und gemütlich eingebuddelt. 

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Ich bin losgefahren bei Sonnenschein und krassem Nebel. War sehr diesig. 

Irgendwann kam ich in einen Ort wo die Straße nass war. Das hat sich durchgezogen bis Bremen: ich hab den Regen quasi gejagt 😉 und selbst wirklich nur 3 Tropfen abbekommen.

Meine Schuhe hatte ich über Nacht auf die  Handtuch Heizung gelegt. Waren wieder wunderbar trocken heute morgen. 

Die Tour war relativ unspektakulär. Aber das Bike fährt einfach unfassbar geil. 

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Es gibt übrigens eine Bundeskanzler-Kohl-Straße mitten im Neubaugebiet und Wald. Ich war kurz verwundert haha. 

Ich hab nicht viel Pause gemacht heute. Lief alles zu gut. 

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Heute hab ich nur einen anderen Radreisenden gesehen. Gestern im Regen sogar ganze Gruppen. In ihren Regencapes. Alle immer freundlich gegrüßt. Ich liebe das. Radfahrer sind die besten! Heute der war voll beladen bis oben hin. Krass was manche an Gepäck mitschleppen. 

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Ich hab’s super pünktlich bis Bremen geschafft. Die letzten Kilometer waren identisch mit letzten Jahr. Kenn mich ja jetzt hier schon aus haha. 

Das Hotel ist ganz nett und ich kann mein bike in der garage parken. 

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Hab nur kurz Akkus geladen und Fotos aufs MacBook und dann los zu Becks! Problem: ich hab die Strapse meiner Rack pack vorne umgebunden. Auf dem Weg haben sie sich irgendwie abgewinkelt und dann um den Reifen rum. Eine Klemme ist abgesprungen und die 2 Strapse die das Bremskabel halten sind gesprungen. Nicht gut. Nach BECKS, sofern das Bike hier noch steht, muss ich wohl noch in einen Radladen aufsuchen. 

Hab mein bike vorne an der Brücke geparkt. Der Besuchereingang ist aber irgendwie noch 500m weiter gewesen 🙄

Das beste an der Führung war, dass man danach alles probieren konnte was die Brauerei anbietet. Also reichlich. Und was soll ich sagen? Ich hab natürlich bei der Blindverkostung richtig gelegen, als eine der wenigen. Biersommelier Drewke hat wieder alles gegeben. 

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Bike war danach noch an Ort und stelle. Hatte schon Panik. 

Und dann musste ich ja noch zum Bikeladen. Da kannste ja Glück oder Pech haben. Ich hatte mega Glück. Hab ihm alles gezeigt was problematisch war und er hat sich mit Freude allem angenommen. Das Cockpit einstellen liebt er. Mega gut. Ich musste nur das neue Gummi bezahlen. Alles andere war service. Dafür allein gibts schon ne gute Google Bewertung. Top Fahrradladen!!!

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Elke hat mir ja noch was tolles zum Essen empfohlen. Aber ich wollt noch kurz zu den Stadtmusikanten und dann fand ich es hier am platz wo ich auch letztes Jahr schon sass so nett, dass ich direkt hier auf der Stelle was zu essen ordern musste. Wenn man hier in der „Altstadt“ sitzt ist es sehr schön in Bremen. Ansonsten hab ich nen leicht kriminellen Eindruck von der Stadt. Der Fahrradladen bestätigte dies dummerweise.

Ich trink hier noch aus und dann gehts ins Bettchen.

Hab bestimmt 3000 Sachen vergessen aber dieses Becks killt irgendwie Gehirnzellen :-p 

Was ich allerdings noch weiß (auch dank Facebook), ich war letztes Jahr auf den Tag genau auch hier in Bremen. lustig. Also das Bier schmeckt ganz juut.

Ach kack. Gerade kam noch eine Nachricht von der Fähre nach Bornholm rein. Abfahrt um 14 Uhr statt 11:50 Uhr. Das heißt ich bin erst um 17:30 auf der Insel. Muss noch mind. ne Stunde mit dem Bike zur Unterkunft und dann hab ich quasi keine zeit die Insel zu erkunden. Mega dreck. Wegen Bornholm mach ich doch die ganze Reise 😦

Tag 02 – Heiden bis Bersenbrück – 127KM

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Geschlafen habe ich diese Nacht nicht sonderlich gut 😦 Musste mich mehrfach hin und her wälzen und aufstehen um mein Steißbein mit Retterspitz zu kühlen. Hatte dann irgendwann Sorge dass ich morgens viel zu übermüdet zum losfahren bin. Ging aber. 

Es ist übrigens so, dass bevor die Tour los geht sammel ich tagelang alles was ich mitnehmen möchte. Packe alles 50x ein und aus, streiche Sachen wieder weg um Gewicht zu reduzieren. Das Finale Packen ist am nervenaufreibendsten, weil ich ständig befürchte was zu vergessen. Ich stehe extra früh auf um nochmal alles zu prüfen. Aber sobald man einmal unterwegs ist… alles easy. Dann bleibt alles im Zimmer verstreut bis morgens. Und da muss ich einfach nur alles wieder zusammensuchen und in die vorgesehenen Taschen stopfen. Dieses Jahr fahre ich mit neuen Taschen, das muss sich erst mal einspielen. Aber die große Rack pack liebe ich jetzt schon. Genauso die Rahmentasche von Ortlieb! Einfach genial! 

was heut weniger genial war: Das Wetter 😦 die ganze Nacht hat es schon durchgeregnet. Ich wollte um 8 los, weil der Wetterbericht auch sagte dass es da nachlässt. Pustekuchen, da ging es nochmal richtig los. Aber nützt ja nix. viertel nach saß ich aufm Bike.

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Die Tour führte mich über viele kleine Nebenstraßen. An Kuhställen und Bauernhöfen vorbei. ne zeit lang ging es, da hingen die wölken nur so niedrig dass eine wirklich große Luftfeuchtigkeit herrschte.

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Daumen rauf für diese Aktion!

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Daumen runter für dieses Wetter.IMG_4217

Da wünscht man sich doch: nen DryLiner hahaha.

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Bis Coesfeld ging es einigermaßen. Das waren die ersten 25 km. Dann fing es natürlich wieder an zu regnen .-(

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Kurz bevor ich auf die Radbahn Münsterland abbiegen wollte, regnete es Bindfäden. ich hab mich unter einer Brücke untergestellt und nen Apfel gegessen. Netz war leider keines vorhanden. War mir aber natürlich wie immer zu blöd zu warten. Also bin ich irgendwann weiter…. trotz starken Regen….

Aber diese Radbahn ist wirklich wunderschön! ist eine stillgelegte Bahntrasse und überall auf dem Weg gibt es Picknickmöglichkeiten im Bahnhofsstyle. Ich bin bei Lutum bei Kilometer 66 auf die Bahn und war direkt schockverliebt. Sowas brauchen wir in köln auch. Weg mit der Bahn, hallo Radbahn 🙂

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Seit gestern komm ich immer wieder an Warmschildern an Bäumen vorbei: Vorsicht Prozesseichenspinner…. oder Eichen-Prozessspinner…. schon oft gehört, hier live vor Ort ne richtige Plage scheinbar. ich hoffe mich hat keines von den Viechern angesprungen. Da stand auch was von Allergie… bis jetzt merk ich nix.

Ansonsten roch es überall herrlich. Abgesehen vom frischen Sommerregen, konnte man am Erdbeerfeld köstliche Erdbeeren schnuppern. Es roch nach Birke, nach Kuhdung, Jauche, Fichten…. Natur halt.

Meine Schuhe waren echt super lang dicht. Aber als es so heftig wurde, lief es über die Socken natürlich komplett rein. Mega ekelhaft. Die Taschen konnten jetzt mal beweisen wie dicht sie wirklich sind. ich sag mal bestanden. Meine Jacke glaube ich nicht so ganz aber naja. Die war dafür schnell wieder trocken als der Regen irgendwann nachließ. ich war mir ziemlich sicher, dass es kurz vor Ankunft nochmal los gehen würde. Tat es aber gut sei dank nicht 🙂

In Rheine hab ich nochmal angehalten um kurz nen Riegel zu futtern. Meine Beine waren unheimlich müde. da waren aber noch 50km abzureißen. Das schlimmste, das wusste ich, kommt natürlich zum Schluss. So 15 km vor ziel gab es noch ne Steigung. Aber was ist bitte befriedigender, als sich einen Berg hochzukämpfen, völlig erschöpft oben anzukommen und dann einfach rollen lassen und die Abfahrt genießen. Herrlich. sowas gibt mir komischerweise immer nen Extrakick mit der nötigen Endpower 🙂 Drewke gegen Endgegner haha.

Arkum Schien auch ein nettes Städtchen. Aber ich musste noch einen Ort weiter bis Bersenbrück.

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Das Hotel sieht super aus und hat auch eine laufende Gaststädte. Prima, muss ich nicht mehr weit bis in den Ort zum Dinner. Ich bin nur kurz noch ein bisschen die Beine vertreten zum Aldi um ein paar Snacks für die Fahrt und etwas Wasser zu kaufen.

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Mein Bike darf heute nacht im Gewächshaus übernachten. Ich glaub es fühlt sich wohl. Mal schauen ob bis morgen ein bequemer Sattel gewachsen ist. Wobei: ich kann mich jetzt echt nicht beklagen. Die einen finden das Modell super unbequem… ich hab eigentlich keine Probleme. Klar, paar Reibungen wenn ich Abends ankomme, trotz Popo-Creme. und ich merk meine Po-Knochen nach ner weile schon arg. aber es gibt echt schlimmere Sattel. ich mag ihn.

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Mein Zimmer ist sehr schön. Generell tolles Hotel. Nur das Wlan aufm Zimmer ist grätig 😦 wäre kein Problem, aber hier aufm Land kommt auch mein Vodafone nicht viel weiter. Hier im Restaurant geht es, deshalb schreibe ich hier, während ich meinen Burger und n Bierchen genieße.

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Heut geht es früh ins Bett. Um 7:00 gibt es frühstück und dann muss ich mich Sputen, weil ich um 15 Uhr in Bremen eine Brauereiführung gebucht habe :-p is zwar Pils statt Kölsch aber nach der tour was isotonisches ist immer gut. ich hoffe ich komme ohne regen durch.

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Tag 01 – Köln bis Heiden – 123 km

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Pünktlich um 8:00 ging es los. Erstmal über Leverkusen raus aus der City. Das kann sich ganz schön ziehen. 

Ich hatte bei jeden Hubbel, jedem Bordstein und jeder Wurzel Angst um mein Macbook… ob das wirklich so gut ist, man weiß es nicht…

 

(c) by Vera Drewke www.facebook.com/diedrewke www.veradrewke.photographyDCIM100GOPROGOPR0737.JPGDCIM100GOPROGOPR0742.JPG

Bis Düsseldorf fuhr es sich recht entspannt. Bin ja nicht mittendurch gefahren sondern nur am Stadtrand entlang. Da hab ich dann auch endlich mal die Jacke ausgezogen. Vorher war es was frisch. Trage heute mal mein orangenes Trikot was ich mir damals für die Hollandtour geholt hatte. Passt wieder höhö. Und farblich optimal zum Bike… dieses orange und die Wuchtigkeit erinnert übrigens die ganze zeit an diese postcon Räder…. Schlimm!

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Weiter bis Mülheim an der Ruhr. Auch sehr schön an der Ruhr lang. Kurz am Wasserbahnhof mal abgebogen. Super nett dort. Generell sehr viele Flüsse heute gekreuzt… den Rhein, die Lippe, die Wupper, die Ruhr…, wer weiß welchen noch :-p

Ich bin quasi die „route Industriekultur“ lang gefahren, typisch Pott eben. In Oberhausen am CENTRO hab ich kurz überlegt ne Runde shoppen zu gehen… aber hätt ich nachher ja alles schleppen müssen. Bin ja froh wenn die Verbrauchsgüter wie Shampoo, Proteinriegel und Cremes leer sind am ende :-p

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Nach 80Km hab ich mich für ne Kurze Pause auf ne Bank gehockt. Meine Inears wieder aufgeladen, meinen eigenen Akku wieder aufgeladen und mal ein paar nachrichten gecheckt. Achso: und ich hatte seitdem ich losgefahren bin die Panik, dass ich meine Portemonnaies zuhause liegen gelassen hätte… hab ich dann nach 80km mal gecheckt. alles on board. Wollte schon in Leverkusen nachschauen, aber zurückfahren hätt ich dann ich nicht mehr gewollt.

Nach der Pause… was eigentlich nur ein Päuschen von max 15 Minuten war… musst ich erst mal wieder in den Tritt kommen.

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ist das Kunst oder kann das weg?IMG_4183

Übrigens:IMG_4184IMG_4187

Vorsicht Volksfest! Wenn wir das in Köln machen würden, wär die ganze Stadt zugepflastert hahah. Aber schon mit Fähnchen dekoriert für meine Durchfahrt 😉IMG_4188IMG_4189IMG_4190

Angekommen am Gutshof Grunewald, musste ich erstmal alle Akkus ein bisschen laden. Das Zimmer ist ganz nett und geräumig. Die Besitzer sind sehr nett und zuvorkommend. Nebenan wohnt ne Familie die sich erstmal ne Stunde lang gezofft haben… lautes Gebrüll und Geheule. Ätzend. Jetzt ist Gott sei Dank Ruhe. Ich bin mal kurz nach Heiden reingefahren um was zu trinken zu kaufen und im Eiscafé ein Kännchen Kaffee und n Erdbeerbecher zur Belohnung. yammy. Leider fing es an zu regnen, bin dann wieder zurück gefahren. im Ort war eh tote Hose. Ausser ein paar Kiddies die laut riefen „WOOOOAH was für fette Reifen!!!!“ hahah diese Reaktion gibt es irgendwie überall.

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A propro: dieses Bike rollt einfach mega gut. Super Umsetzung. Teilweise bin ich so voll beladen ohne Mühe auf flacher Strecke 26km/h gefahren. Gefällt mir!

Was mir nicht gefällt: die Wetterprognose bis Samstag 😦 Muss ich wohl durch. Die nächsten Tage werden etwas feucht. ich hoffe damit ist es aber dann auch gut und es wird wieder besser. Aktuell regnet es sich schon ein. Wenn es morgen früh um 8:00 aufhört wäre ich sehr dankbar.IMG_4200

Hab mir noch was fettes zum Dinner bestellt. Wer arbeitet kann auch gut essen 😉 Sollte scharf sein, war es aber null… Falls Nicci mitliest: ich hätte mir gecrushete chilies gewünscht haha.

Ich check jetzt nochmal die Route von morgen und dann wird gechillt und früh geschlafen.

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Ready to Rumble…

Rahmentasche schon final befüllt mit Riegeln, Sonnencreme, Äpfeln und Schmiermitteln.

GoPro sitzt.

Lichter montiert.

WD40 letzte Ölung vor dem Start.

Jetzt noch 30x die anderen Taschen ein und auspacken und die Nerven beruhigen… und dann kann es auch schon los gehen.

Eben noch mal die Routen gecheckt. Sollte so passen.

Ist tatsächlich schon wieder ein Jahr vergangen seit der letzten Tour? Ich starte übrigens mit nur 600 getrackten km dieses Jahr… Trainiert kann man das nicht nennen. Schaun mer mal wie fit ich bin.

No way!

Also mal davon abgesehen dass diese ergonomisch, orthopädisch Korrekte Sitzfläsche super unbequem ist… es gibt einfach no goes im Leben einer Drewke und dazu zählt leider auch, dass Frau ihr bike nicht mit Hässlichkeiten sondergleichen verschandelt! Das Ding geht sofort retour, ich bleib bei meinem Schmalfott-Sattel!!! Steißbein hin oder her!

#BIKELIGHTS2019 – Noch T minus 3 Tage…

Weil die letzten Tage schon vermehrt die üblichen Fragen kamen, wie „Wann geht es los?“, „wie lange bist du unterwegs“, „wieviele Kilometer“, „und wo übernachtest du?“… will ich heute mal einen kurzen Überblick geben und meinen Blog wieder zum Leben erwecken.

Die Tour gestaltet sich wie folgt:

10.07.19 Köln bis Heiden 118 km – Unterkunft Borkener Strasse 33, Heiden

11.07.19 Heiden bis bersenbrück 125 km – Unterkunft: Neuenkirchener Str. 9,  49593 Bersenbrück

12.07.19 Bersenbrück bis Bremen 94 km – Findorffstr. 28-32, 28215 Bremen

13.07.19 Bremen bis Hamburg 126 km – Hauptstraße 99, 22145 Stapelfeld

14.07.2019 Hamburg bis Wismar 104 km – Bertramsweg 2, 23966 Wismar

15.07.19 Wismar bis Stralsund 125 km – Am Langendorfer Berg 4, 18442 Stralsund

16.07.19. Stralsund bis Allinge Bornholm 78km – Oestergade 7, 3770 Allinge, Dänemark 

https://www.bornholmslinjen.de/fahrplan/ – 11:50 Uhr Überfahrt – Ankunft 15:10

17.07.19 Bornholm bis Malmö 90km – Sjömansgatan 2, Norr, 21119 Malmö, Schweden

https://www.bornholmslinjen.de/fahrplan/

18.07.19 Malmö bis Greve über Kopenhagen 38km – Grevevej 20, 2670 Greve, Dänemark

19.07.19 Greve bis Saksköbing 111km – Alleen 2, Radsted, 4990 Sakskøbing, Dänemark

20.07.19 Saksköbing bis Svendborg 87 km – 3 Sangdrosselvej Landet, Tåsinge, 5700 Svendborg, Dänemark

21.07.19 Svendborg bis Kolding 115 km, Grønningen 2, 6000 Kolding, Dänemark

22.07.19 Kolding bis Billum mit Abstecher nach Blavand 85 km (+30km) – Ho bugt vej 49, 6852 Billum, Dänemark

23.07.19 Billum bis esbjerg/ köln 20 km

Von da aus mit der Bahn wieder zurück nach Köln.

Ich reise mit meinem TREK 1120 Reiserad und 2 Ortlieb Waterproof Taschen wie man auf den Bildern erkennen kann. Meine Panik: Ein Platten mit den Fattyres! Ich habe untypischerweise mal nen Schlauch und Flickzeug eingepackt. Normalerweise lasse ich auf solchen Touren sowas zu Hause… weil zum Flicken bin ich eh zu dumm… hiermit also ein Stoßgebet zum Himmel: bitte lass die Reifen ohne Platten ins Ziel rollen…

Morgen bekomm ich noch einen neuen Sattel, der mein Steißbein entlasten soll. ich hoffe der fährt sich angenehm. Was ich so alles eingepackt habe, oder eher gesagt wie minimalistisch mein Gepäck ist, berichte ich die Tage bestimmt auch noch mal.

Wer mir folgend möchte, lädt sich am besten die WordPress-App herunter und folgt mir 😉 Ich freu mich über jeden Mitleser und Motivator 🙂

Das wars erst mal. Mittwoch dann mehr 😉

 

Finale! Oohoooh!

Finale! Oohoooh!

Die Verträge sind gemacht – und es wurde viel gelacht… das was FREIHEIT!

Es wird Zeit sich zu verbeugen,

Ihr seid alle meine Zeugen!

Ja, ich bin eins – Ich bin völlig eins mit mir!

So, ich bin eben noch die letzten 26km bis Esbjerg gefahren! Über die Ho Bucht bei Sonnenaufgang. Ein Traum. In Esbjerg begrüßten mich die weißen Männer Standard gemäß und ich hab einfach mal episch gefeiert 🙂

Danke an alle die mir jeden Tag der Tour hier folgten und mich begleitet haben. Die mir Mut gemacht haben auch beim heftigsten Wind weiterzutreten!

Es waren schöne 15 Tage und das Wetter hat bis auf die zwei Tage Sintflut in meinen Schuhen mitgespielt. In Köln loszufahren ist schon irgendwie ein ganz anderes feeling als erst in die Bahn um zum Start zu kommen. Einfach zwei Taschen aufschnallen und lostreten. Ich hab’s sehr genossen, den Kopf frei bekommen und sehr viel gute Luft geatmet. Bin fit und vielleicht ein paar Kilo leichter Bzw. Meine Beine muskulöser.

War in allen Urlaubsorten die ich mit meinen Eltern besucht habe und habe liebe Weggefährten getroffen. War auf jeden Fall die richtige Entscheidung dieses Jahr nochmal Dänemark zu machen – dafür schlägt einfach mein Herz! Nordisch by nature!

Mein Bus kommt gleich und dann geht’s erst nach Hamburg und dann weiter mit dem Zug nach Köln. Freu mich schon die zwei Turmspitzen endlich wieder zusehen. Manchmal muss man was weiter weg um etwas zu vermissen ❤️

Also dann… bis zum nächsten Abenteuer…

DK Tag 15: Blåvand

DK Tag 15: Blåvand

Ich war so aufgeregt auf den Tag, dass ich kaum schlafen konnte! Mein erster Programm Punkt lag 14km entfernt und öffnete um 9. ich war um 10 nach da, was sehr klug war, wie sich nachher herausstellte! Als ich ankam standen schon einige Autos auf dem Parkplatz. Die Tirpitz Stellung ist eine Bunker-Anlage welche durch Rommels beauftragt wurde.

Glücklicherweise konnte es nie fertig gestellt werden, da vorher der Sturz der Nationalsozialisten erfolgte. Die Nazis beauftragen die Dänen mit dem Bau. Von Deutschen gedacht von Dänen gemacht, und wer zahlt? Der dänische Staat. Erinnert ein bisschen an die mexikanische Trump-Mauer.

2017 wurde hier eine Ausstellung eröffnet die neben der Bunkerbesichtigung auch eine Ausstellung über Westjütland, über Bernstein und über den Bunkerbau allgemein bietet. Super interessant und man lernt viel über Land und Leute. Man beginnt in der Ausstellung über das Land. Jeder hat einen Sprachführer und man steuert die Stationen an wo man die Info scannt und auf den Lautsprecher bekommt. Ich war grad bei der Hälfte der Halle angekommen da wurde es plötzlich dunkel und eine Projektion begann! Super gemacht über mehrere Ebenen. Erzählte nochmal die Entwicklung der dänischen Menschheit.

Dann ging es weiter in die Bunkeranlage. Der Teil der hier steht ist auch noch nicht fertig geworden, aber es wird sehr gut erklärt wie es ausgesehen haben könnte bei Fertigstellung.

Geplant war ein Aufzugsystem was die Raketen und den Treibstoff über Bahnen nach oben befördert. 11 Mann hätten dann das Ding abschussbereit gemacht. Und es wäre in der Lage gewesen 55km weit entfernte Ziele zu treffen. Krass!

Ich hab übrigens hier festgestellt, dass Ich die Orte ganz falsch ausspreche teilweise haha. Jetzt bin ich schlauer.

Aus dem dunklen Bunker wieder raus, kommt man in die Bernstein-Ausstellung. Diese Bernsteinsammler sind total besessen! Und das schon über Jahrhunderte. Da kribbelt es einen in den Fingern direkt runter ans Meer zu fahren und auch zu suchen. Ganze Klumpen tun die teilweise auf. Ein Zitat eines hier bekannten Bernsteinjägers „Zuerst ergreift der Mensch den Bernstein, dann ergreift der Bernstein den Menschen!“ wegen dieser Besessenheit der Sonnentropfen! was ich bisher nicht wusste: Bernstein wirkt Elektrostatisch!

Dann kam noch der Teil über Bunker im Allgemeinen. Die Deutschen haben den Bau scheinbar sehr perfektioniert umgesetzt. Wie ein Ikea-System. In weniger Tagen stand so ein Teil und war ziemlich Safe im Fall eines Bombenangriffs.

Kam ich aus der Ausstellung raus, stand da ne Schlange bis nach draußen. Alles richtig gemacht Drewke

Also auf zum Leuchtturm!

Die Ticket-Verkäuferin am Turm sprach wunderbar deutsch. Lustig war, dass sie mir das Ticket erst im Nebenhaus verkauft hat und während ich mich noch sortierte, teleportierte sie sich zum Turm und meinte als ich kam „gut ihr Ticket muss ich jetzt nicht sehen, kann mich wage an das Gesicht erinnern“ haha. 120 Stufen sind es nach oben und es war strahlend blauer Himmel!

In der besten Ecke für Fotos standen stundenlang 4 Dänen welche vorher auch schon im Tirpitz waren. War dann aber irgendwann auch mal an der Reihe. Als ich wieder runter bin gleiches Spiel wie eben: ne Riesen Schlange von Touristen am Turm. Nochmal Glück!

Und dann war es Zeit für Strand! Natürlich nicht der normale Touristen-Zugang. Nein, wir Drewkes nehmen den Spezialweg am Skippervej! Bester Strandabschnitt überhaupt. Schön ruhig und gut um sein Bike zu parken.

Was für ein perfektes Wetter-Timing mein Strandtag! Blauer Himmel und es fühlt sich wesentlich heißer an als 24 Grad! Ein Träumchen! Erstmal 10km Strandspaziergang und ich war bestimmt 5x im Wasser. Hoffe das reicht erstmal um das Meerweh zu stillen. Hab mich leicht am Rücken verbrannt. War ja wieder kein netter Herr zum Eincremen griffbereit…

Kurz nach 17 Uhr hab ich mich dann mal vom Sand erhoben und mich aufgemacht ins Städtchen. Hier in dem leerstegenden Laden haben wir früher übrigens den ganzen Sommer über bei der lieben Anita Kerzen gezogen. Würde mich gerne nochmal in die Zeit zurück katapultieren. War ne schöne Zeit. Schade wenn so Institutionen irgendwann schließen müssen weil die großen Ketten in das kleine Dorf kommen und das Geschäft unlukrativ machen.

Das Dinner hab ich euch ja bereits gezeigt. 2 Gänge: krabbencocktail mit kavier, Muschel und Brot. Und Seewolf mit Kartoffeln und Gemüse. Dazu Blåvand helles Bio Bier. Ich wurde zu 2 Däninnen an den Tisch gesetzt, weil da noch Platz war. Knalle Sonne, aber schöner Platz. Der Kellner war nett und meinte ich soll doch gerne öfter kommen. Wäre schade dass ich jetzt nach Hause fahre. Musste ich leider zustimmen. Dann noch schnell ein Softeis mit Streuseln, yammy! Ist einfach ein Muss hier in Blavand auch wenn kurz vor Platzen!

Zurück nach Oksbøl fuhr ich gar nicht mal so langsam. Ist aber auch echt ne schön zu fahrende Strecke.

Jetzt noch duschen und dann ab in die Koje. Nochmal die Tour im Traum Revue passieren lassen bevor es morgen ganz früh zur letzten Etappe und Heimreise aufgeht.

Tag 14: Ulfborg – Vejers – Oksbol (90km)

Tag 14: Ulfborg – Vejers – Oksbol (90km)

Und dies war der letzte große Streich auf meiner diesjährigen Tour. Morgen gibts nen Off-Day in Blåvand (35km) und Mittwoch nur nach Esbjerg zum Bus Richtung Heimat (26km).

Das Wetter war den ganzen Tag sehr bewölkt und die Sonne kam nicht durch 😦 Das drückte meine Stimmung noch ein wenig mehr, dass es jetzt quasi fast vorbei ist. Bin ganz locker und entspannt gefahren, nochmal alles genossen. Diese Etappe von o en nach unten zu fahren ist komplett anders ans von unten nach oben, so wie ich es 2016 tat! Da bin ich die Strecke allerdings auch in 3 Etappen gefahren. Wunder ich mich schon den ganzen Tag drüber. Weil mir da irgendwie alles so viel weiter entfernt vorkam. Seltsam. Ich kam auch an nem Biergarten in Søndervig vorbei.

Ich erkannte den Ort wieder aber die Lage und der Name waren in meiner Erinnerung 2016 nicht vorhanden. Auch dachte ich, dass Hvide Sande super weit entfernt wäre. Wars aber gar nicht. Nach 30km war ich schon da. War noch ein bisschen früh für Fischbrötchen, hab aber trotzdem 2 vom besten Fischhändler mitgenommen für später am Strand.

Beim letzten Mal bin ich die Vestkystroute gefahren. Das ist eher offroad über sandige Wege und teilweise Schotter. Dafür genau durch die Heide durch. Super schön. Diesmal fuhr ich erstmal die Fjordroute. Ist der Fahrradweg neben der Autospur und näher am Fjord. Hab dann immer hin und her gewechselt zwischen den Routen. War schon arg sandig und man musste aufpassen dass man nicht wegrutscht in den tieferen Stellen.

Es herrscht eine tierische Luftfeuchtigkeit heute.

Westjütland gefällt mir einfach am besten! Landschaftlich vor allem. Aber auch das ist Westjütland: Militärgebiet! Wenn der rote Ball unten ist, wird nicht militärisch geübt und man kann die Zone gefahrlos betreten. Ist der Ball oben können einem auf den Strassen auch schon mal Panzer begegnen 😳 is aber wie gesagt nur Übung, also nicht schlimm!

Bin bis Vejers durchgefahren gut 80km. Es war zwar immer noch bewölkt, aber ich wollte zum Strand. War ich dann auch.

Gut 3 Stunden, zwei davon auf Sonne und blauen Himmel gewartet. Dann ab ins Wasser. War gar nicht kalt. Die Luft war heut ja auch den ganzen Tag eher warm. Nur halt von Sonne hinter Wolken aufgewärmt statt durch direkte Strahlung. Die Sonne knallte richtig. War aber nicht von langer Dauer, weil die ganztägigen Wolken zurück kamen 😦

wollte aber ja eh weiter nach Oksbøl. Gut 11 km waren es bis zum Hostel.

Hier hab ich auch 2016 schon mal übernachtet weil es in Blavand selbst nur Ferienhäuser gibt.

Die haben das Konzept des Hostels etwas aufgepimpt. Ist ansprechender geworden. Und es gibt Bettwäsche inklusive. Ich hab mich riesig über den Fernseher gefreut aufm Zimmer. Eben stellt sich aber heraus empfängt kein Signal. Hab jetzt alle Technik Skills ausgepackt um was zu empfangen…. tot! Dann halt nicht. Morgen mal an der Rezeption fragen was der Deko Tv soll.

Oksbøl selbst ist ein kleiner Ort. Mit ner Sporthalle, nem Museum und nem Supermarkt. Auf dem Weg hierhin hab ich gesehen wohl auch ein neues Panzermuseum…. naja ich freu mich auf morgen. Da gibt es einen Tag voll Kultur, Strand und Kindheitserinnerungen. Mal sehen ob ich noch alle Bunker finde auf denen wir damals rumgeturnt sind. Leuchtturm ist ein MUSS! Und Aufm Campingplatz aufs Luftkissen haha. Was hatten wir damals Spaß! Dann schauen wir mal was so geht morgen…

Eine Frau, ein Fjord…

Eine Frau, ein Fjord…

Wenn die Sonne rausgekommen wäre wärs schöner gewesen aber Ejal. Fjord ist Fjord 😍 vom Stadtkind zum Deichkind zum Fjordkind… hier stand ich 2016 auch schon. Da hat’s allerdings geregnet 😢

dann beenden wir jetzt mal diese letzte große Touretappe Richtung Blåvand ❤️

DK Tag 13: Vang – Ulfborg 105 km

DK Tag 13: Vang – Ulfborg 105 km

Heute hier morgen dort, bin kaum da muss ich fort… wenn man jeden Tag woanders übernachtet und den ganzen Tag 1000 Ortsschilder passiert bekommt man das mit dem „wo bin ich, wo war ich gestern und wo werde ich übermorgen sein“ nicht wirklich gut auf die Kette. Deshalb schreib ich alles hier auf. Eins ist sicher: letzte Nacht hab ich in einer der schönsten Unterkünfte verbracht! Man sollte auf so Touren auch möglichst in Bed & Breakfast und generell Privatunterkünften übernachten. Dann lernt man das Land und die Leute viel eher kennen. Hotels sind unpersönlich und auf Campingplätzen hängen nur Touristen ab. In kleinen Pensionen findet ein Austausch mit den Einwohnern des jeweiligen Ortes statt. Das gibt einem soviel mehr! Heute morgen verabschiedete ich mich von meiner Gastgeberin und sie fragte wo es heut hingeht. Ich sähe sehr fit aus und sehr braun haha. Sehr süß! Sie machte gerade Frühstück, was sehr gut aussah, aber ich wollt ja los. Dann drückte sie mir eine Hand voll Tomaten aus der Chillzone in die Hand für meine Tour. Fand ich super lieb. Und geschmeckt haben sie natürlich 1000x besser als die ausm Supermarkt!

Das Wetter bei Abfahrt war so lala. Sehr bewölked und normalerweise würde ich ohne Jacke nicht ausm Haus gehen wenn so aussieht. Fuhr aber trotzdem direkt ohne los, weil sehr optimistisch. Nach 15km schafften es die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke und ich feierte das ohne Ende!

Die Tour begann beim Nationalpark Thy, der sich scheinbar über mehrere 1000 Hektar des Landes erstreckt!

War ziemlich stürmisch wieder und ich kam nur langsam voran. Im Park ging es auch hin und wieder über Feldwege. Ich hatte im Internet geschaut und gesehen dass die Fähre in Agger nur einmal zur vollen Stunde fährt. Mein Ziel war es also diese um 11 zu erreichen, nach 48km. Die letzten 16 Kilometer davor sollte ich wieder über Schotter und ich dachte na großartig dann gibt das nix mit der Fähre.

Waren aber nur 5 km dann kam man an den Agger Sti. Super zu fahren (bis auf den Wind) Links und rechts Fjord und dann 8km nur stur geradeaus!

Was soll ich sagen? Ich war um 10:40 Uhr da, konnte direkt drauf rollen und die Fähre legte ab. So war ich um 11 bereits auf der anderen Seite! Hab echt gut getreten bis zur Fähre, obwohl ich stellenweise einen leichten Oberschenkelkrampf verspürte.

Von der Fähre runter waren es nochmal gut 10km am Fjord geradeaus gegen den Wind. Kamen mir einige ganz easy entgegen. Die werden sich wundern wenn sie zurückfahren.

Im ersten Ort hab ich noch was zutrinken gekauft weil ich dachte bevor ich dehydriere und gleich nix mehr kommt. Dann hatte ich wieder mal den Wanderweg im Navi gespeichert, welcher hier aber wirklich offiziell auch für Räder gedacht ist. Allerdings hatte ich ja bereits berichtet: dieser hier endete in einer Sanddüne. Ich bin erstmal nach oben ohne Rad um die Lage zu checken. Tatsächlich, da führte ein richtiger Weg weiter. Und andere Radreisende standen dort und schüttelten ebenso die Köpfe über diesen Weg. Ich also wieder runter um das Bike zu holen. Ich schon an und dachte kurz evtl ohne gepäck. Da kam eine Frau den Weg lang und packe direkt an „I can push you from the back!“ super Hilfe! Sehr, sehr liebenswert diese Dänen!

Oben führte ein sehr sandiger weg dann weiter. Musste man trotzdem aufpassen dass man nicht stecken bleibt oder wegrutscht. Irgendwann wurde es wieder zu Schotter und dann zu einem Radweg, der zum Leuchtturm führte. An der Küste waren bestimmt 15 Paraglyder (kein Plan wie man das schreibt). Sah toll aus. Nur fliegen ist schöner! Ähm ich mein biken 😉 scheint hier irgendwie in zu sein. Hat sich bis zu meinem Ziel durchgezogen – überall Flugschirme!

Ich fuhr auch durch Fjaltring. Da haben meine Eltern ihren ersten gemeinsamen Dänemark-Urlaub verbracht und sich verlobt. Und dort ist auch diese Liebe zu Dänemark entstanden. Gutes Karma also in Fjaltring 😉

Dann fährt man zwischen Düne und Fjord gut 10 km geradeaus.

Mittlerweile war es echt warm. Das letzte Stück ging noch mal über Schotter und durch Wälder. Und hej! Es gibt hier nen Gaffelberg 😉

Alles in allem, war die heutige Strecke sehr abwechslungsreich und schön zu fahren.

Ich übernachte im Badehotel direkt am Strand. Gibt auch ein Restaurant und der ganze Kasten hat 3 Sterne.