Tag 4 – Hvide Sande bis Thisted (135km)

Wenn man weiß, dass man für die heutige Tour mal eben 9-10 Stunden aufm Bock sitzen wird, steht man mal lieber was früher auf. Ich war aber eh wach. Komischerweise kann ich auf Tour super früh aus dem Bett springen und bin fit. 

In der Nacht haben mich die kreischenden Möwen wachgehalten. Viel Schlaf bekomm ich aktuell nicht. Bin um 7:45 Uhr los bei bestem Wetter direkt ohne Jacke. Als ich über die kleine Brücke in Hvide Sande fahre, was seh ich da? Genau wie vermutet waren da drüben noch mehr Restaurants und auch noch ein Fischrestaurant. Naja… 

Als ich gestern in den Ort fuhr hat mich übrigens fast so ein Hans-Guck-in-die-Luft umgefahren. Kam mit hohem Tempo auf mich zu, schaute aber lieber die Häuser linksuni rechts statt die Fahrbahn an. Ich also laut HE gebrüllt, da ist er aufgewacht. Aber ich sah mich natürlich schon da liegen. Ich mach mir auch eher ums bike sorgen als um nicht haha. 

Heute war ein bisschen mein Landstraßen-Move. Die Wege waren nicht schön, weil man oft aufpassen musste. Das hielt einen aber auch wach und fit. Andererseits aber halt auch landschaftlich extrem schön. Links hohe Dünen, die ein bisschen den Wind aufhielten, Rechts der Fjord und weite Weidewiesen. Und dann fährt man einfach monoton auf dem kleinen Fahrbahnstreifen ganz aussen und versucht auszublenden wieviele Kilometer noch vor einem liegen. Nach gut 25km und einem kurzen Waldstück, kam ich an einem Badehotel raus und dachte das kommt dir bekannt vor. Na klar, hier hab ich letztes Jahr geschlafen. hatte nur nicht mehr aufm Schirm dass das hier war :-p 

Ein langes Stück führte über Schotterwege, Sandstraßen und durch Wald und Heide. Wenn ich sehe, dass ich auf eine Schotterstraße abbiegen soll, bekomm ich schon nen Anfall. Da rollt man halt nicht so gut und das zerstört den ganzen Zeitplan. Aber diesmal ging es eigentlich. Dann ging es wieder auf die Hauptstraße. Ich wollte durchziehen bis zur Fähre. In Thorsminde habe ich zeitgleich mit einem MTB-Paar an einer Schleuse gestoppt um ein Foto zu machen. Sie fragte dann direkt ob sie von mir auch ein Foto mit meinem Handy machen sollte. Ich hab dann in retour eins von ihnen gemacht. Ich bin zwar vor denen wieder weiter, aber sie sind ziemlich zügig wieder an mir vorbeigezogen. Ich bin schon nen 22er Schnitt gefahren. Mit Gepäck ist konstanter Speed aber echt hart. 

Nach 64 km und einigen zahlreichen Hügeln die ich rauf und runter gefahren war, hielt ich kurz für nen Apfel an. Stärkung war auch gut, weil kurz darauf kamen schottrige Hügel. Die Fähre lag 84km entfernt. Ich bin im vergangenen Jahr Teilabschnitte auch gefahren, nur eben anders herum. Da sieht vieles direkt sehr anders aus auf den ersten Blick. Letztes Jahr bin ich zum Beispiel  bei Fjaltring direkt an den Dünen gefahren. Da ist oben eine schöne Kirche und viele Paraglyder. Ausserdem haben sich meine Eltern in dem Ort verlobt munkelt man. Heute fuhr ich stur die Landstraße durch die Mitte. Zur Fähre führt ein langer Weg ohne viel drum herum. Zieht sich ein wenig. Leider war gerade keine Fähre da, sodass ich warten musste. Tat meinen Beinen aber ganz gut. Wollte einTicket ziehen und dann stand dort, dass Radler und Fußgänger im gesamten Juli gratis übersetzen. Ich hatte sowas gelesen, dachte aber dafür braucht man die Dänemarkkarte (neu wegen Corona). Scheinbar aber nicht. Einfach drauf und weiter.

Auf der anderen Seite bei Agger angekommen währt man erstmal so 11km durch ein Naturreservat, was viele Ornithologen anlockt. Ich könnte schwören hier war auch noch irgendwie eine Vogelbeobachtungsstation. Vielleicht verwechsle ich das aber mit einem anderen Reservat. Im Grunde ist ganz Dänemark ein Naturreservat. Mein Ziel liegt im Nationalpark Thy, quasi das wilde Dänemark. Ich hatte Glück, der Wind kam von der Seite schräg unten. Je nachdem in welcher Kurve man sich befand war es von Vorteil. Man fährt hier so oft rauf und runter, kreuz und quer, dass man total den Überblick verliert wo jetzt Norden ist und wo man lang muss. 

Die letzten 50 fuhren sich ganz gut. Mein Hintern war wieder gut dabei. Ich bin heut übrigens mal ohne Unterhose gefahren (für alle die diese Thematik interessiert). Man sollte Fahrradhosen ja immer ohne was drunter tragen, ich hab aber extra nahtlose Schlüpfer, denke immer das währe hygienischer und man muss die Hose mit dem dicken Polster nicht so oft waschen. Ich glaube aber dass da in der Tat was dran ist. Je weniger extra Reibung, desto besser.  In Thisted angekommen wollte ich schnell in den Supermarkt noch was zu essen und trinken holen, weil in meiner Unterkunft nix ist. Irgendwie hab ich die Einkäufe dann noch zusätzlich auf dem Bike balanciert bekommen bis ich dann 3,5km später am DANHOSTEL ankam. War bisschen spooky. Meine Schlüssel lagen im Umschlag parat, aber kein Mensch weit und breit zu sehen oder zu hören. Gibt Gemeinschaftsräume. Ich hab ein kleines Zimmer mit Bad. Nicht schön aber ok. Musste mir noch Handtücher und Bettwäsche kaufen, lag Gott sei Dank auch vorne bereit. Bezahlen kann ich leider erst morgen um 8:30 Uhr. Heißt ich komme später los. Morgen hab ich aber auch keine Fähre die mich aufhält. Mal schauen wann ich dann ankomme. Meine Cousine war so lieb und hat während ich am strampeln war für morgen Abend einen Tisch im Fiskehuus in Hirtshals für mich reserviert. Hab nicht noch mal Bock auf Schlange stehen und dann weggeschickt zu werden. So… ich schau gleich noch was Netflix und gehe sehr früh schlafen fürchte ich. Bin leicht kaputt. Gute Nacht!

3 Kommentare zu „Tag 4 – Hvide Sande bis Thisted (135km)

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