Tag 05: Stapelfeld bis Wismar 108 km

Heute Morgen aufgewacht, Vorhang auf Sonnenschein. Halbe Stunde später check ich aus: Regen! Bitte was? Das war nicht gemeldet ihr Spackos!
Hab erstmal was gewartet und bin dann trotzdem los. Mega ekelhaft. So Nieselregen der hin und weder stärker wurd.
Die gesamte Strecke war eigentlich sehr Schweden like – immer auf und ab. Nur nich ganz so extrem. 
Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich gestern ja nicht mehr einkaufen war, heute Sonntag ist und kein Laden geöffnet hat um mir ein äpfelchen zu kaufen. Ohne Apfel übersteh ich keine Tour. Und nur die Riegel reichen mir auch nicht. Ich brauch was frisches. Gab es aber nicht.
Apropos Riegel: ich reise nicht nur klimaneutral, nein ich Speise auch dazu noch clean! Sagt wer? COLOGNE LISTE! Aha. Man lernt nie aus 🙂
An ner Tanke hielt ich an und fragte ob es auch sowas wie Äpfel oder Obst gibt. Lacht die Dame mich aus und sagt haha ne sie sind hier an ner Tankstelle sowas gibt es hier nicht. Super. Hab ich nen Kaffee bestellt: sie nehmen sicher gerne Filterkaffee…. Ich sag gibts auch Crema? Ja gibts auch…. Dann nehmen sie  sicher Filter, oder? Was stimmt denn nicht mit dieser Frau?
Hab mich mit meinem Kaffee Crema draussen auf den Bordstein gesetzt und kurz gerastet. Kommt so ein alter rostiger Ami-Schlitten an und fährt genau auf mich zu. Hätte er die Bremse nicht richtig getroffen wäre die Drewke Matsch. Idiot! 
Der Regen hörte so nach 20 Km schon auf, es blieb aber herbstlich. Also heute immer mit Jacke unterwegs. Innen drin schön am Saften und dampfen. Aber hätt ich sie ausgezogen wär ich morgen krank 😦 
Irgendwo fängt so ein neuer Radweg an. Total super zu fahren und drum herum nur Felder entlang der Straße. Zog sich dann bis zum Schluss eigentlich. Lübeck, die elitäre Universitätsstadt, kann leider gar keine Radwege. Super durchzogen von Radwegschäden. Musste ich auf die Strasse wechseln, ging nicht anders. Und so fuhr ich immer tiefer in den Osten… so weit bis irgendwann an jeder Ecke DDR-Museen erschienen und Ossi-Ampelmännchen .-)
Ich hatte so Hunger auf was frisches, dass ich an jedem Hof reinspinkste ob es was zu kaufen gibt… gab es nicht. Bis…. Ja bis der kleine Stand mit Zucchini, Gurken und Co kam. Da hab ich zugeschlagen. Mega gut! Aber Obacht: Wer von euch kann sich merken von welcher Seite man zuerst in eine Gurke beissen muss damit sie nicht bitter ist? Na? Ich kann mir nie merken.
So 20Km vor dem Tagesziel wurde der Radweg nochmal richtig schön. Rechts ein Kornblumenfeld (Kornblumen blau… sing) und links ein Getreidefeld. Dazwischen jede Menge E-Biker und ich. Aber ich habs glaube ich erst ein paar mal erwähnt…. DIESES BIKE rollt so UNFASSBAR geil! Teilweise denke ich es hätte doch einen Motor :-p 
Das Hotel liegt etwas versteckt in einer Seitenstraße. Mit mir zusammen kamen einige andere Radreisegruppen an. Lustig. Es gibt eine extra Fahrradgarage. Sehr gut. Wlan bisschen fragwürdig, Zimmer aber ganz nett.
So…. Und wie ich bereits berichtet hatte, bin ich dann erstmal ins Sana-Hospital um mich durchchecken zu lassen. Ihc dacht vielleicht renkt mich jemand ein, packt mir n Tape drauf und gibt mir ne Spritze… ne… es ist Sonntag da gibt es kein MRT und auch kein Röntgen. Good to know: Sonntag bitte keine Notfälle mehr produzieren. Der notambulante Dienst hat mir extra einen Neurologen herbeigerufen der sich sehr lange und ausführlich für mich zeit genommen hat. Blut wurde abgenommen und Reflexe getestet. Stimmt soweit alles. Jetzt warten wir mal ab wie es sich entwickelt. Vielleicht ist es wirklich nur durch die neue Fahrradhaltung. Das würde mich aber schon sehr verwundern. Hatte ich sonst ja nie. Morgen halte ich auf jeden Fall in einer Apotheke und kaufe mir ein Heißes Pflaster. In Zeiten von WhatsApp weiß ja immer jeder direkt bescheid über alles, also erzählte meine Mutter, die zusammen mit meiner Tante auf Kreuzfahrt unterwegs ist von meiner Situation. Diese telefonierte gerade mit meinem Cousin und der sagte ohne zu zögern „Wo ist sie? Wenn sie abgeholt werden muss, fahre ich gleich los“ hach, Danke Nico :-* Auch für den Anruf. Dafür hat man Familie ❤ 
Ich war noch kurz am Hafen bisschen schauen und hab dann ein nettes Restaurant mit frischem fisch Ausschau gehalten. Natürlich fährt Frau Drewke direkt zu dem Laden wo groß BRAUHAUS draufsteht 😉 Es war sehr frisch, aber draußen sah es nett aus. Wollte nicht rein. Das war einerseits ein Fehler, weil ich nearly erfroren wäre, andererseits hätte ich sonst nicht wieder so ein nettes Paar kennengelernt. Wohnen in Büsum und sind mit dem Moped unterwegs. Er hatte aber irgendwie einen rheinischen Touch… ein ursprünglicher Wuppertaler. Dä! Da konnte man mal über Bier philosophieren höhö. Und über meine Tour natürlich berichten. Freu mich wenn sie mir folgen, oder mal reinlesen. War ein sehr geselliger Tagesausklang. 
Achso: noch was zum Essen. Ich hatte „Mecklenburger Ananas“ in meinem Gericht. Kennt das jemand? Ich dachte ich probiere mal eine Spezialität der Region. Hier die Aufklärung: 
Quasi so als würde ein Immi in Köln nen Halven Hahn bestellen und Fleisch erwarten…. Und ich dachte es gibt was fruchtiges :-p 
Brrr jetzt war es echt richtig frisch. Ich hoffe morgen auf der Fahrt wird es wärmer und vor allem trocken.

Ein Kommentar zu „Tag 05: Stapelfeld bis Wismar 108 km

  1. Was für ne tolle Bilderflut mit wunderschönen Korblumen, hübschen Häuschen, viel Wasser und dazu neue Erkenntnisse über unbekannte Kölsche Listen, merkwürdige „Ananas“ – Reisen bildet (auch die Leser :-D). Hoffen wir mal, dass die tauben Finger eine harmlose Ursache haben und dass es heute warm und trocken ist. Immer wigger. Bin gespannt auf die nächste Etappe 🙂

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