Tag 8 – Hals bis Aarhus (105 + 9km)

Auf die Strecke heute hatte ich nicht so wirklich Lust. Wind aus der falschen Richtung, Hügel rauf und runter und am Ende eine scheiss Unterkunft. 

Deshalb bin ich auch nicht so motiviert aus dem Bett gesprungen wie sonst. Bevor ich zum Frühstück ging, fiel mir auf, dass ich meine Fahrradhandschuhe gar nicht auf die Heizung gelegt hatte. Waren natürlich noch klitschnass, super. Also Heizung nochmal volle pulle an und hoffen dass es was bringt bis zur Abfahrt. 

Das Frühstücksbuffet war super. Vor allem gab es „echte“, frische Brötchen und nicht so nen Aufbackscheiss. Und ne mega leckere Kuchenstange. Und ich weiß nicht ob ich es schon mal erwähnt habe, aber ich liiiiiebe dänischen Honig. Ja der schmeckt besser als deutscher! 

Die Inhaberin wuselte rum und beglückwünschte mich zu meinem tollen Bike. Wieviel Kilometer ich fahre und wo ich herkomme. Lustigerweise kannte sie Köln, aber nicht Cologne. Sie hat glaube ich 10x gesagt wie mega mein Bike ist. Das zieht echt alle Aufmerksamkeit auf sich, langsam bekomm ich Minderwertigkeitskomplexe. Jetzt gerade im Hostel kam auch ein Mann und wollte es sich mal genauer anschauen weil es so mega ist…

Als ich losfuhr waren die Handschuhe leider immer noch nass. Meine Schuhe auch ein wenig. Es hat aber auch geschüttet Gestern. Echt fiese Pfützen stellenweise weil das Wasser gar nicht abfloss. Hab die Handschuhe dann vorne draufgeschnallt und bin erstmal ohne gefahren. Meine neuen Griffe sind echt mega entspannt zu fahren. Überhaupt keine Taubheitsgefühle oder so. War letztes Jahr echt ein Problem. Das Navi hatte heute übrigens nen richtig easy Job. Nur 1x die Stunde ne Ansage, dass ich weiter geradeaus fahren soll… ach was :-p

Ich war keine 500m gefahren da musste ich schon wieder absteigen. War doch keine Brücke sondern ne Fähre. Aber natürlich wieder umsonst die Überfahrt. Und der Himmel war strahlenblau. Hab dann direkt nach der Überfahrt die Jacke schon ausgezogen. Die heutige Fahrt führte nach MIDT – also Midt-Jylland quasi ins Landesinnere. Mein Bike  hat sich aus dem Seitenwind nix gemacht. Wir fuhren ziemlich Speed die ersten 20km. Da ging es hin und wieder sehr dicht am Meer vorbei. Richtig schön. Um ein paar Kilometer zu sparen und auf einer befestigten Straße zu fahren, habe ich nicht den Ostkystvej gewählt sondern die etwas größere direkte Straße. War natürlich nicht so schön zu fahren mit den Autos daneben. Pause wollte ich da auch nicht machen, gab nix schönes zum Anhalten. Zuerst wollte ich nach 50km pause machen, weil vorher ein zickzack stück gegen den Wind war. Dann zog es sich aber zu sodass ich die Jacke wieder anzog und auch nicht halten wollte. Dann sagte ich mir ok bei 60km. Und dann kam das Schild, dass Randers in 20 km liegt… gut, also bis Randers voll durchgezogen, obwohl es nach 50km sehr Hügelig und anstrengend wurde. Erstaunlicherweise waren meine Beine und mein Hintern fit und schmerzfrei. Mit Randers bringe ich seit meiner ersten Dänemarktour auch prinzipiell immer Bundesstraße und Hügel in Verbindung. Da fuhr ich einmal quer durchs Land von Ringkoebbing aus und hatte an dem Tag ausnahmsweise Rückenwind. Ich weiß aber noch genau wie sehr es rauf und runter ging und ich etwas erschrocken war, weil ich Dänemark bis dahin nur flach kannte. Es scheint egal zu sein aus welcher Richtung man kommt, immer Hügel. In Randers gibt es auch diese tollen Geländer wo Radfahrer an der Ampel easy anhalten können. Wünsch ich mir in jeder Stadt.

Von Aarhus wusste ich ja auch schon dass es in einem mega Tal liegt und mich schon öfter zum Schwitzen gebracht hat wenn es wieder rauf ging. Das Gute an Hügeln ist aber, dass es geile Abfahrten gibt. Ging ganz schön ab. Mir fällt gerade ein, ich sehe unwahrscheinlich viele Tandem-Paare reisen. Ist das ein neuer Trend? Muss ich mir das leichter oder schwerer vorstellen? Würde das ja gerne mal ausprobieren. So viele Radreisende sind mir bisher noch nicht begegnet, aber sind schon einige unterwegs. Die Inhaberin vom Hotel meinte das heute morgen auch. Dieses Jahr sind Radreisen im Trend. Manchmal schaue ich während der Fahrt an meinem Bike rauf und runter und denk mir man ist das geil dass ich einfach alles festschnallen und losfahren kann wohin ich will. Und mein Bike löst das wirklich ausgezeichnet. Danke, dass wir bisher noch keine Panne dieses Jahr hatten!!!

Die zweite Hälfte der Tagesetappe verlief dann auch auf einem Radweg. Der Gamle Aahusvej war schön zu fahren. Von Randers (wo ich ein paar Regentropfen während der Pause abbekam), waren es nur noch 35km. Die ganze Zeit durch Felder, rauf und runter. Das Wolkenspiel war interessant. Auf den Regen folgte direkt wieder blauer Himmel, aber dicke graue Wolken folgten mir noch eine Weile. Gott sei dank nicht über mir aufgeplatzt. Kurz vor Aarhus konnte ich die Jacke auch wieder ausziehen. Da ist echt ne heftige Abfahrt und direkt  auch wieder ne kleine Steigung wen man in die Stadt will. Ist schön so kurz vorm finale noch mal ranklotzen. 

Die Unterkunft ist wieder ein Danhostel und liegt quasi im Wald wie ein kleines Zeltlager. Ist restlos ausgebucht. Als ich ankam war ein Schild, dass erst um 16 Uhr die Rezeption wieder besetzt ist. Toll. Also erstmal 40 Minuten auf der Bank gechillt. Der Junge an der Rezeption war sehr nett. Meinte er hätte 3 Jahre deutsch in der Schule gehabt, aber viel hängen geblieben wäre nicht. Mein Zimmer hat 4 Betten und einen Tisch. Zeigt Richtung Wald, sodass durch das Fenster kein licht kommt. Das Bad für Frauen ist um 3 Ecken, das für Herren nebenan. Ätzend. Fühle mich null wohl hier. Ist wie Feriencamp ohne coole Freunde mit denen man den ganzen Tag so viel scheiss macht dass einem am ende des Tages egal ist wo man schläft. Ich bin noch verwöhnt von gestern, menno. Umbuchen ging nicht mehr. Egal. Hab meinen Badeanzug drunter gezogen und wollte zu diesem Strand 1km weiter runter. Ist irgendwie eine geführte Badestelle. War aber blöd hinzukommen und ich wollte erstmal noch in die Stadt wenn ich schon hier bin. Dachte vielleicht ist es gleich noch so warm dass ich mit ein bisschen Food noch hingehe und dort den Abend ausklingen lasse. Nach dem Spaziergang durch die überfüllte City war mir aber ultra kalt. Sitze jetzt im Hof des Hostels, hatte Joghurt mit Müsli und ne Tassensuppe. Und natürlich nem Bier. Das war sehr gut. Ein Dark Ale. Überleg noch ob ich heute hier duschen mag, ist alles so bäh. Stinken tue ich heut jedenfalls nicht, wäre also nicht so dramatisch.

Heut zahlt sich wieder mein MacBook aus. Hier ist nix los und es gibt keinen TV. Kann ich gleich schön im Hochbett noch netflixen. Und morgen steh ich früh auf und hau hier schnell ab :-p Aufs morgige Hotel bin ich echt gespannt. Ein Sporthotel. Ich hoffe ich kann auch noch kurz ins Wasser in Kolding. War da schon mal am Strand. Wenn das Wetter passt mach ich das auf jeden Fall.

2 Kommentare zu „Tag 8 – Hals bis Aarhus (105 + 9km)

  1. Wie schade, dass die Unterkunft so bäh war. Das stelle ich mir nach der Tagesanstrengung ziemlich enttäuschend vor. Da wünscht man sich doch etwas Angenehmes zum entspannen. hoffetnlich wird es morgen besser – klingt so ♥

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