Tag 7 – Skagen bis Hals (99 km)

So dann stellen wir uns mal dem Regentag. Anders als die anderen Tage war heute wirklich konstant Regen gemeldet und mir blieb keine andere Wahl als da durch. Ich hatte ja mit den ersten Tagen noch richtig Glück. Wirklich viel bin ich nicht nass geworden. Das sollte sich heute ändern…

Gestern Abend habe ich mein Rad noch 3x hin und her geschoben um den Perfekten Platz zu finden, wo es so wenig Regen wie möglich abbekommt. Ich wäre ein richtig guter Pfadfinder geworden glaube ich. Hab geschaut von wo kommt der Wind, welche Wand bekommt am wenigsten ab. Als es dann anfing zu regnen als ich gerade duschen war, schaut ich aus dem Fenster und sah dass mein bike halbwegs trocken blieb – ich Fuchs. Heute Morgen regnete es beim Aufstehen unerwarteterweise noch nicht. Hab mich angezogen und fertig zum Frühstück gemacht und bin kurz runter um die Gin-Flasche in der Rahmentasche zu verstauen. Ich denke dort ist am wenigsten Eruption unterwegs. Hab mich entschieden doch nicht zum Outdoorladen um 10 zu fahren, sondern erst mal 55km bis Saeby durchzuziehen und dann dort in die Filiale zu hüpfen. Hatte soweit alles gut verstaut. Als ich grad wieder gut aufm Zimmer war kam natürlich ne schauer runter. Wenn man sich zu früh freut. Das Frühstücksbuffet war wieder super. Zwei andere deutsche Radreisende waren zeitgleich mit mir frühstücken. eins der Räder ist aber auf jeden fall mit E betrieben. Ließen sich ne große Kanne Kaffee füllen. Wär mich viel zu schwer mitzuschleppen. Ich konzentrier mich lieber auf Gin :-p 

Als ich losfuhr war nur so Nieselfieselregen. War auszuhalten. So nach 15km wurde es aber stärker, sodass ich nach kurzer zeit Driss nass war. Zu allem Überfluss habe ich heute morgen vergessen die Popocreme draufzuschmieren. Die ist so fettig dass man sich eigentlich immer die Finger danach waschen muss. Deshalb wollte ich erst unterwegs und komplett nass nicht anhalten. Nach 30  km kam ne Tunnelunterführung da hab ich mich untergestellt und mal kurz die Hose runtergelassen. Natürlich war die creme ganz ganz unten in den Taschen. Aber bevor ich mir nen Wolf fahre lieber das in kauf nehmen. Als ich aus dem Tunnel rausfuhr hörte es kurz auf zu regnen. Das war angenehm. Dauerte aber nicht lang. Neben dem regen kam auch der wind stärker sodass ich kaum vorwärts kam. In Saeby war es kurz trocken und ich habe sogar meinen Drybag bekommen. Winzig klein. Will da jetzt alles reinpacken wo ich weiß ich packs nicht mehr aus. bzw. am letzten Tag noch ein paar Einkäufe verstauen. 

Die gesamte Strecke war auf einer Nebenstraße wo es keine Unterstellmöglichkeiten gab. Vor allem wenn man auf so einem Stück bei dem Wetter im Wald anhält, wissen wir was passiert. Die Stecher kommen und zerfleischen dir die ganzen Beine. Sind sehr aggressiv hier. Als ich noch 26km vor mir hatte uns es mal kurz Regenstopp war, machte ich ein paar Diensttelefonate. Das war ein Fehler. Die letzten 25km schüttete es aus Eimern. Mega ekelhaft. 2 Rennradreisende kamen an mir vorbei mit sehr stylischen Socken und grüßten mich nett. Sie hatten nur Arschraketen angeschnallt. Wenn ich mein Macbook nicht mitschleppen würde, würde ich auch so easy reisen. 

Ich habs dann irgendwie zum Hotel geschafft. Bin erst dran vorbeigefahren weil mein Navi mir nicht sagte dass ich angekommen bin. 

Der Ort, Hals, ist ein kleiner Fischerort mit Hafen. Stehen kleine Segelboote neben Riesenschiffen. Ist ein bisschen ausgestorben habe ich den Eindruck. Kann aber auch am Regen liegen. Bin jetzt in der Pizzeria essen weil ich schon seit heute mittag bock auf pizza hatte. Allerdings mit dem mega ultra Riesen fail! Die Bedienung kam und ich war noch nicht ganz fertig mit Entscheiden. Ich dachte aber irgendwie dass Peperoni pizza hier diesmal wirklich Peperoni also Chili meint…. Nope! Ich bekam ne Salami-pizza… für nen Vegetarier natürlich nicht so super. Normalerweise würde ich auch nix essen wo salami schon mal drauf lag weil das auch so nen markanten Geschmack hat. Habs aber einfach untergepopelt, weil Hunger treibt es rein. Die Bedienung fragte schon ob ich was falsches bekommen hätte… ich sag nein ich war nur zu blöd. 

Jetzt Regnet es wieder. Werde auf dem Weg zum Hotel wieder ultra nass. Gott sei Dank funktioniert die Heizung. Bis morgen ist alles wieder trocken. Gleich richtig heiss duschen und ab ins Bettchen. 

Die Ostkystroute bzw. Ostseeseite ist mir nicht so lieb wie die Vestkyst. Drüben ist irgendwie alles gechillter, mehr hygge. Kann es nicht beschreiben, aber halt ähnlich wie die Meere. Hier ist auch alles Grüner und industrieller. Im Westen ist es heidiger und dörflicher… finde ich. Die Tour andersherum ist für mein Gemüt wohl besser. Langsam steigern und der Höhepunkt kommt dann oben an der Wende von Ost nach West. Die Westküste runter kommt für mich ein Highlight nach dem anderen. Hier an der Ostküste liebe ich Aarhus. Das ist genau meine Stadt. Super urban und hipp. Mein morgiges Ziel. Allerdings wohne ich leider etwas ausserhalb weil nichts anderes frei war. Also, hier im Ort gibt es ein Fahrradmuseum. Aber leider schon zu und mir war auch eher der Sinn nach Nahrungsaufnahme :-p 

ok, super, jetzt konnte man in dem Laden nur mit dänischer Karte bezahlen. Musste ich schnell drüben noch Bargeld ziehen. bis jetzt nirgendwo gebraucht. ich dachte schon ich komme ohne Bares durch die 10 Tage.

5 Kommentare zu „Tag 7 – Skagen bis Hals (99 km)

    1. Krass wie viel Kilometer reißt du bitte am Tag!? Ich überlege mir auch ein gravelbike zu holen und für Touren wo ich mein MacBook zu Hause lasse zu nutzen. Denke damit kommt man echt besser voran und ist echt viel minimierter unterwegs

      Liken

      1. auf der tour ca. 200 im Schnitt, aber habe auch zivilisation weitestgehend vermieden, so dass es dann irgendwie nicht nötig ist pause zu machen…

        haha, und ich werde mein gravel demnächst wohl verkaufen und mit ggf. sowas wie dein trek holen 😉

        Gefällt 1 Person

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