Tag 14 : FINALE VON Lery bis Paris (121+7km)

Die wetterprognose war alles andere als gut für den Tag. Aber es gab die kleine Chance dass ich einfach schneller fahre als die Regenfront. Einzige Bedingung morgens nicht den Zug zu nehmen war, dass es beim aufstehen nicht schon regnet. 

Da ich mir für 17 Uhr das Bier Spa gebucht hatte, war mein zeitlicher Rahmen gesteckt. 

Hab erstmal gefrühstückt mit der netten Wandersfrau. Die Vermieterin ist wirklich sehr herzlich gewesen. Zum Frühstück gab es extra Apfelsaft und Käse aus der Normandie und eine Art Joghurt der selbstgemacht schien. War sehr unruhig weil ich dann dachte ok ich kann nicht länger frühstücken ich muss los. Gesagt getan. Diesmal Ultra motiviert weil ich wusste was das Tagesziel ist.

Beim losfahren war es trocken kurz darauf niesel. Bin erstmal 10km gefahren dann hab ich aber nix mehr durch das helmvisier gesehen und dachte zieh doch mal die Jacke an, scheint was mehr zu werden. Auf dem Radar jedoch gar nix zu sehen. 

Kurz darauf wurde es wieder heller also Jacke wieder aus. Ich hab natürlich immer den Himmel beobachtet und dacht mir ist nur ne Frage der zeit bis das große Regengebiet reinbricht. Das wäre katastrophal geworden weil es hier nicht soviel Bahnhöfe unterwegs gab. Irgendwann kam nochmal nekleine Schauer aber da wusste ich dass das nicht viel gibt. Also noch mal kurz Jacke an. 

Hab keine Pause gemacht. Nur mal kurz Getränke gekauft. Unterwegs fiel mir auf, dass ich durch den Ort vom Monet Haus fahre (Giverny). Freunde hatten mir berichtet dass es da total überlaufen sein soll also gedanklich schon direkt abgehakt da mir der Regen im Nacken saß und ich keine zeit in Warteschlangen vergeuden wollte. War irgendwann mittags da als schon touri Ströme aufliefen. Schade nicht realisiert vorher sonst hätte ich vielleicht noch nen stop eingebaut, weil bestimmt interessant. 

Ging heute viel über voie verte – die grünen Radwege wo es sich entspannt fahren lässt. 

Ein paar mal meinte Komoot ich soll dem Weg 9km folgen und dann sprach es erstmal nicht mehr mit mir. Sonst an jedem stein und hier ne lass einfach mal dem Straßenverlauf folgen. 

Ich war sehr gut drauf. Noch besser als die Sonne rauskam und mich bis Paris begleitet hat. Meine Motivation war die ganze zeit dass ich mich bei Ankunft nur ins spa legen muss und danach im Bus direkt pennen kann. 

Bis man mal in Paris drin ist dauert. Über Saint Germain bin ich rein und dachte die ganze zeit es liegt doch schon vor dir wo bleibt das Ortsschild. Waren aber erstmal alles Vororte. Als die Wolkenkratzer begannen, häuften sich auch die Baustellen. In eine riesige musste ich rein und durch einen seltsamen Tunnel. Komoot hatte kurz die Orientierung verloren und ich dann auch, weil gab zich Ausgänge aber keiner führte weiter auf der Straße. 

Vor dem Ortschild fuhr ein Mann an mir vorbei, drehte sich noch mal um zeigte mir ein Peace Zeichen und wünschte Bon Voyage – Zack lächeln im Gesicht. Er wusste ja nicht dass meine voyage bereits sehr Bon und gleich zuende ist. 

Dann kam das Ortsschild PARIS! War kurz bisschen sehr emotional. Weil ich es einfach durchgezogen und geschafft hatte. Nicht nur vor dem Regen davon zu fahren und pünktlich anzukommen, sondern die ganze Tour halt zu schaffen ohne Komplikationen oder Aussetzer wo alle meinten hui hui hui aber Frankreich ist nicht so flach wie Dänemark oder Holland nimm dir nicht zu viel vor. BÄMS!

Dann ging es natürlich über die Champs E‘Élysée zum Arc de Triumph. Und diesmal war ich dort nicht allein haha. Menschenmassen. Mir war gar nicht klar was für ein besonderer Moment das am anreisetag so ganz allein auf dem Platz war. Noch schnell Triumph Fotos gemacht und dann weiter zum Bierspa bei strahlendem Sonnenschein.

Ich hatte den ganzen Raum für mich allein mit 7 Bierzapfhähnen. Ne Sauna gab es auch aber die ist nur im Winter in Betrieb wohl. Hab ich nicht verstanden hätte ich gern genutzt. Man badet im sprudelnden Zuber der einen Sud mit Hopfen, Malz und Gerste enthält. Danach hing der ganze Seiber in meinem Badeanzug 😜 hatte 90 Min gebucht. Das hat auch gereicht um mich ordentlich volllaufen zu lassen. Als ich raus kam regnete es in Strömen. Hab erst mal abgewartet. Als es weniger wurde bin ich ein Stück gefahren. Nachher wurde es wieder mehr und ich hab mich an ner Haltestelle noch mal untergestellt. Im Nachhinein betrachtet war ich voll wie 8 Haubitzen und hab keinen Plan wie ich den Weg zum Bus finden konnte. Kein Wunder bei der ganzen Anstrengung und vor lauter Aufregung nicht genug gegessen. Da reichten ein paar Tropfen Bier. Durch den Regen hab ich mir jedenfalls Nix mehr angeschaut in Paris. Kam sicke nass am Busbahnhof an. Waren noch mal 7 km extra. 

Normalerweise tut mir echt jedes aufsteigen weh. Bei dieser Tour NULL Schmerzen im Gesäß. Zero!

Musste noch ne Stunde da warten. Und dann meinte der Fahrer ne die Reifen sind zu dick können wir nicht mitnehmen. Er war aber sehr nett und hat es dann hinten in den Kofferraum verfrachtet. Da ich vermutlich eh mal wieder alles kaputt gefahren hatte hielt sich meine Panik in Grenzen dass da was kaputt gehen könnte. Er war auch wirklich vorsichtig soweit das möglich war. Im Bus konnte ich sogar etwas schlafen weil niemand neben mir saß und ich mich ausbreiten konnte. Pünktlich wieder in köln und sogar noch die erste s-Bahn bekommen, sodass ich um viertel vor 6 am Bahnhof ausgestiegen bin. Hab nen Spaziergang durch die leere Stadt gemacht statt die letzten Meter zu fahren. Tat ganz gut nach ner platt gesessenen Nacht. 

Das wars dann erstmal mit Tourberichten. Schade eigentlich. 

Das war’s – Abschlussbericht

(Tag 14 folgt nachher noch ist nicht vergessen, weil auch interessant)

Das war sie – C’est la fin du Tour de France – eigentlich auch ne Tour Eifel weil hier war ja Start und Ziel (wat ein Wortwitz, ich weiß). 

Endlich mal wieder ne 2 Wochen Tour. Hab ich mir gefühlt ewig schon nicht mehr erlaubt. 

Frankreich schwirte mir schon so lange im Kopf, also sollte es jetzt so sein. 

Aus eigenem Antrieb Ziele erreichen ist mein Mantra. Ich kann alles schaffen wenn ich es mir nur fest genug vornehme. Und für mich die wohl schönste und entschleunigenste Form zu reisen. 

Unzählige Örtchen, viele grüne Wege, tolle Landschaften, geiles Meer, nette Menschen, viele Berge ohne Tunnels 😜. Teilweise ging’s einfach senkrecht hoch. Menschen mit Rennrädern und ohne Gepäck würden lachen, dass ich das überhaupt Steigung nenne. Aber  die sollen sich erst mal auf mein gepacktes bike setzen und das nachmachen. Normalerweise sind Tagesetappen über 100km auch normal auf Tour, hier machte es das hoch und runter etwas schwer zu kalkulieren wie viel gehen würde pro Tag. Aber ich hab jeden einzelnen gerockt ohne Bus und Bahn. Teilweise komplett zerstochen, übermüdet und bei 39 grad durch die pralle Sonne. Klingt komisch, war aber geil.

Ach ja und was ich noch gar nicht erwähnt hatte: mein Bikeshop hatte mir einen Tag vor Abreise gesagt mein schaltauge sei verzogen. Wäre ne sollbruchstelle und könne mitten in der Pampa wegbrechen. Ich soll lieber Ersatz mitnehmen. Schaltauge what? Gab es so kurzfristig natürlich nicht. Und bei dem vielen schalten bei Aufstieg dacht ich jedes Mal: gleich bricht es weg und dann steh ich hier. Hätt ävver joot jejange. 

 

Was ich bisschen schade fand war, dass in so vielen Orten alles verlassen war. Über den Sommer fliehen alle. Wohl auch durch die Brände teilweise bedingt, von denen ich nix mitbekommen habe. Aber wenn ein Ort weder Gastro noch Lebensmittel Laden geöffnet hat oder überhaupt keine besitzt dann ist es für mich immer anstrengend noch Futter nach dem Tag aufzutreiben, was mich schnell mürrisch stimmt. Google sagt einem auch nicht alles in der Hinsicht, wenn keine Aktualisierung erfolgt. Sonntage sind komplett tot, wenn man nicht gerade in Paris ist.

Wenn es mal nen supermarxhé gab, hatten die da la Rue die Ruh. Wenn man sich in Geduld üben möchte geht man in einen französischen Laden. 

So viele Schlösser und Burgen aber keine einzige Prinzessin auf dem Weg gesehen. Beeindruckende Bauten und Anwesen. Teilweise richtig imposant. 

Was es überall gibt sind „voie verte“. Die Grüngürtel für Radfahrer und Fußgänger. Fand ich super. Hat mich aber auch oft an der Stadt vorbei geleitet wo ich eigentlich dachte könnt ich mal schön durchfahren. 

Mein Highlight war der Tag rund um Mont Saint Michel. Stand schon immer auf meiner Bucketlist und wenn dann auch noch Colorama zufällig stattfindet dann ist Frau Drewke komplett verzaubert. Schon die Tour dahin war super schön mit der kleinen Austern Bar auf dem Weg, tolles Wetter, schöne Strecke. Würd ich noch mal so fahren. Und ja es ist viel Gewusel, aber um 18 Uhr kommen und dann in die abendliche Sonderöffnung gehen war ein Glücksfall sondergleichen. Falls jemand weiß wo ich die Musik davon herbekomme bitte melden. Das ganze mal live vor sich zu sehen war schon so wow! Auch aus der Ferne gab es immer Blicke darauf und je näher man kam desto imposanter wurde es. Allein schon das Spiel mit Ebbe und Flut. Drum herum war genial. 

Alles in allem bin ich gut durchgekommen. Mein kleiner Verbucher vom Rückreise Bus war kein Drama. Hat generell auch super funktioniert mit FlixBus.

Meine Finger sind stellenweise bisschen taub, trotz richtigem Sitz und Griffe. Hatte ich aber schon viel extremer. Meine Knie werden sich in 2 Tagen von der Dauerbelastung erholt haben und mein Nacken wird gleich schön massiert dann ist das auch kein Problem mehr. 

4-5kg hab ich verloren. Kein Wunder. Länger hätt ich aber nicht fahren dürfen. 

Was schade war, war der Sturzregen zum Abschluss. Aber auch das war zu verkraften, weil ich ja vorher mein Bier Spa Happening hatte und so nicht nur betrunken vor Glück im Regen durch Paris bin wo ne Stunde vorher noch krasser Sonnenschein war. 

Ich bin dankbar das alles so machen zu können. Meine Abenteuer Speicher sind jetzt erstmal wieder aufgefüllt. Vermutlich plane ich aber morgen schon das nächste wie wir mich kennen. 

Zuletzt gilt mein Dank allen Follower und Pusher unterwegs. Ohne euch wär’s manchmal hart und einsam geworden. Wenn unterwegs ein „Du schaffst das“ kam gingen direkt meine Mundwinkel hoch und meine Beine haben 3 Watt mehr getreten. Merci 

Tag 13: von Etretat bis Léry (114 km)

So, der vorletzte Tag kickt noch mal rein. Ich war sowas von unmotiviert heute Morgen. Kein cooles Ziel in Sicht. Steigung direkt 2 min nach Start, wetterprognose bescheiden… wer sich da motiviert bekommt ist Queen. 

Ich hab kurz noch dem Meer tschö gesagt und dann ging’s ab. Ohne Kaffee und Frühstück direkt 2,5km steil nach oben. Als ich raus bin peitschte mir schon der Wind entgegen. War dann jedenfalls warm getreten als ich oben ankam. War ja froh dass es nicht regnete. Hab ich den ganzen Tag drauf gewartet. 

Zuerst schien noch die Sonne dann hat es sich zugezogen. Regen kam allerdings keiner. Bzw. Erst auf den letzten 13km bisschen Nieselregen aber überhaupt nicht wild. 

Irgendwo lief Familie Rebhuhn schnell über den Weg als ich angerauscht kam. Und ein Maulwurf suchte auch nach dem Weg. Ich hatte tatsächlich stellenweise heute Rückenwind. Nicht konstant aber etwas. Genial!

Die Steigungen waren aber auch heftig. Ich hab gekämpft und nicht geschoben. Nur einmal wo es unvorbereitet über nen schotterweg nach oben ging. Das war eh so ein Special Weg den niemand kennt außer Komoot haha.

Heut ist mein Nacken allerdings besonders schlimm. Hatte zwischendurch schon überlegt anzuhalten und das wärmepflaster rauszukramen. Hab ich aber dann erst am Ziel. Wozu hab ich die sonst dabei? 

Zwischendurch ging es ein ganzes Stück über eine alte bahntrasse. Mag ich sowas. 

Ich hatte selbstverständlich vorher keine Fährverbindung gecheckt. Wusste nur ist bei 72km. Ich hab so reingetreten dass ich ankam und dachte, na fein ist ja noch ewig hin bis zur Mittagspause. Wieder mal vollkommen umsonst die Überfahrt. Denk immer ich würde wenigstens gern Trinkgeld oder so geben. Denkt vermutlich niemand anders haha. Der Fährmann hat mein Trikot auch kommentiert. Aber wie die Hälfte aller Franzosen liest er pain wie pain au chocolat. Wer kein richtiges Englisch kann, macht halt nen Französischen Satz daraus. Wegen mir auch ohne Brot kein Champagner. 

Ich bin so müde. Hab auf dem Rad teilweise gedacht ich kipp gleich um weil ich eingeschlafen bin. Bei ner Anfahrt kickt das Adrenalin ja sehr aber ich komplett entspannt: jetzt bloß nicht einpennen. 

Ich war so schnell dass ich um 15 Uhr da war. Check in eigentlich erst 17 Uhr. Aber die Eigentümerin war super nett. Hat super englisch gesprochen sich aber trotzdem für ihr englisch entschuldigt. Hab ein eigenes Reihenhäuschen quasi. Mit allem drin was man braucht. Neben mir ist eine Wanderin die kurz vor mir ankam. Die Inhaberin hat mir alles gereicht und erklärt. Ist vorne auch ein Tor über das man rein und raus kommt. Heut werd ich sehr entspannt schlafen. Kein Lärm auf der Straße und alles entspannt. Frühstück gibt es auch. Hab mich kurz umgezogen und bin dann in den nächsten Ort. Nicht sehr erquickend. Hatte ein ganz anderes Bild hiervon. Keine Bars oder Cafés am Wasser zum entspannen und Leute schauen. So ist das eben wenn man auf Karten schaut und dann die Realität sieht. Hab in der Sports Bar was gegessen und im Supermarkt eingekauft. Waren noch mal schöne 10km on top heute. Aber soll ich was sagen? Ich habe null Arsch schmerzen bis heute. Wirklich ungewöhnlich. Glaub die Hose ist einfach Really Good. 

So Freunde der Nacht. Morgen entspurt. Es soll regnen. Wenn es regnet wenn ich los will bin ich raus. Dann nehm ich den Zug. Sonst fahr ich so lang wie es anfängt. Und dann buch ich mir noch was richtig geiles für morgen. Aber das verrate ich noch nicht. Das wird endlevel geil. 

Tag 12: von Caen bis Etretat (120km)

Ich kam später ins Bett als gedacht, weil ich einen Fehler im System gefunden habe. Irgendwie hatte ich den Bus zurück nen Tag später gebucht aber die Route stramm angezogen. Also musste ich gestern Abend erst noch mal alles checken und den Bus umbuchen etc. Das Restaurant in Étretat hatte ich auch falsch terminiert. Ich depp. 

Ein bisschen bin ich froh wenn ich wieder in meinem Bettchen schlafen kann, wo mich nix nervt. Ich war extremst unruhig wegen meinem bike auf der Straße. Sonst kann ich es überall mit reinnehmen oder es gibt ne Garage. Hier im Schein der Laterne aber ich konnte es von meinem Fenster aus sehen. Auf der Straße fuhren die ganze zeit Autos. Hab das Fenster irgendwann geschlossen trotz Hitze. Dann stapften Menschen durch das knarzende Treppenhaus. Morgens als ich noch was schlafen konnte stapften diese wieder herunter. Fahrrad wurde natürlich nicht gestohlen. Bin um 7:30 Uhr los. Ich hatte ein besonderes Ziel vor Augen und ich dachte auch dass ich die ganze zeit am Meer fahren würde. Dachte ich so oft aber dann ist es doch noch ne Ecke weg. 

Morgens erst mal am Fluss oder meereszufluss entlang war ganz nice. Aber auch da gab es schon wieder Baustellen die umfahren werden wollten. 

Bin an so schönen Normandie Häusern vorbei gefahren. Toller Style. Erinnert mich irgendwie an sabrina eine zauberhafte Hexe. Mein hexenhäusschen würde jedenfalls auch so aussehen. 

Ich wusste ungefähr die Stellen mit den Steigungen heute. Waren teilweise richtig heftig. Hab nach 30km vorsichtshalber an nem Supermarkt gehalten. Nach der grsterigen Erfahrung auf Nummer sicher gehen. Zur Rast hab ich aber erst nach 46 km angehalten in Deauville. Ist ein etwas größerer Ort. Sah schön aus. Hab mich am Hafen kurz hingesetzt.

Danach kam natürlich ein Anstieg. Ich war am schwitzen wie blöd. Aber für die Abfahrt lohnt sich alles. Ich hatte die ganze zeit dank eines Kommentars auf Insta im Kopf dass die Pont du Normandie so heftig sein soll. Hatte richtig Angst davor, weil Komoot sagte Nix von ner heftigen Steigung dort. Erst mal bin ich die falsche Seite hoch und musste wieder umdrehen. Ätzend. Dann zweiter Anlauf. Gaaaaanz langsam hoch. Und runter wie heftig diese LKWS NEHMEN überhaupt keine Rücksicht. Brettern an einem vorbei und der luftsog der dabei entsteht ist so krass dass ich mich gar nicht auf dem bike halten konnte. 

Heute ist auch nicht wirklich ein gute Tag. Vor lauter Anstrengung und Aufregung wollte mein Körper schon was früher bestätigen dass ich nicht schwanger bin. Toll. Aber grad nicht hilfreich. Hatte heftige unterleibsschmerzen unterwegs. 

Der Wind nach der Brücke war richtig krass. Ich dacht wie soll ich so noch 30 km vorwärts kommen. Danach gab es noch ne bewegliche Brücke, die sich aber nicht bewegte. Also hab ich geschaut die Ecke weiter war noch eine. Irgendwie alles Baustelle auch. Musste durch so viele Baustellen heute durch richtig ätzend. 

Was ich richtig mag ist der radfahrrergruss den manche bisschen exzessiver und manche sehr dezent praktizieren. 

In le Havre gab es einen Tunnel wo man mit dem Rad durchfahren kann. Hat mich irgendwie kirre gemacht, weil es nicht nach Steigung aussah aber sich so anfühlte. 

So 10km vorm Ziel gab es ne geile Abfahrt durch Pinienwälder und ich dacht geil dann bin ich gleich da. Kam noch mal ne Auffahrt sie sich gewaschen hat. 

Gott sei Dank war es heute nicht so super hot. War auch eher bedeckt. Was mich gestresst hat weil ich ja zu nem super Spot unterwegs war und da unbedingt gutes Wetter wollte. 

Als in in etretat reinfuhr war der menschenauflauf schon perfekt. 

Das Hotel ist mitten in der Fußgängerzone. Dachte zuerst na super wo stell ich hier ein Fahrrad ab. Aber konnte es ganz entspannt unten in dem Saal hinstellen.

Nachdem ich meine stinkenden Klamotten gewaschen habe, bin ich direkt runter ans Meer. Dann erstmal auf die Klippe geklettert, was meine Beine sehr anstrengend fanden. Leider war es nur ganz kurz sonnig, der Rest sehr dunkel bewölkt. Bin wieder runter, kurz ins Meer und noch bin ans Ende der Promenade. Meer ist aber kein Sand sondern Steine. Mag ich nicht so. Meine Füßchen sind zu zart dafür. Aber war schon Krass die Wellen und auch wieder gar nicht kalt. WDa kam die Sonne richtig raus und Drewke, alles klar ich geh noch mal hoch.

War noch in nem touri Shop um nen Pulli zu kaufen, weil abends ist es richtig frisch gerade. Und der sah halt cool aus. 

Bin etwas früher zu meinem reservierten Restaurant weil ich dacht ich Drink noch nen apero in der Sonne. 

Essen war gut aber ich Wollte eigentlich ne weinbegleitung. Ist eben nicht im mprogramm vorgesehen dass ich Wein trinke auf Tour haha. Der Ausblick ist allerdings grandios. Heute komplette Gönnung. 

Morgen ist so ein Tag wo ich Kilometer schrubbe aber eigentlich kein Ziel habe. Hoffe es läuft gut. Meine Knie merke ich schon etwas. Aber hintern ist top. Hab bisschen Angst weil die Abfahrt so krass war, vermutlich muss ich das alles wieder hoch. Ich möchte das nicht. 

TSG 11: Agon Coutainville nach Caen (114km)

Die Nacht war warm. Ich hatte das Fenster offen, wo in der Theorie auch Leute hätten einsteigen können. So Gedanken sind nicht gut wenn man schlafen will. Ich bin allerdings, während ich den Bericht geschrieben habe, eingeschlafen, dann wieder aufgewacht und dachte mir so oh Fuck, ich hab den Bericht noch nicht fertig geschrieben und das hat mich bisschen gestresst. dann hab ich mir gedacht so ja what the fuck ich schreib ihn  halt erst morgen fertig. Ich hab mich dann für den Mittelweg entschieden und hab fertig geschrieben aber die Bilder noch nicht hochgeladen. 

Ich hab gestern 16.000 Schritte gemacht. 90 km Fahrrad gefahren, dann noch im Meer rum geplanscht. Irgendwann geht da jeder Körper mal aus und von daher ja ist es dann wie es ist. Ich hab den Wecker noch mal auf schlummern gestellt. hab mich aber selbst ein bisschen unter Druck gesetzt weil ich wusste dass der Tag so hart wird und dann irgendwann aufgestanden und hab aus gecheckt gepackt und war trotzdem kurz vor acht dann auf dem Bike. Hab dem Meer noch mal auf Wiedersehen gesagt, weil ich es heute am Tagesziel nicht sehen werde. Hab mich dann auf den Tag eingelassen, der mich im Vorfeld schon sehr lange gestresst hat, weil ich wusste es sind viele Höhenmeter und viele Kilometer ohne großartige zwischziele die man hätte anfahren können oder ein Bahnhof oder Bus als Möglichkeit. 

Hab drauf vertraut, dass mein Körper noch fit ist. Und er war es. Gab am Anfang irgendwo nen Abzweig wo ich dachte ok Bundesstraße ist entspannter aber schöner ist wohl die andere Route. Hin und her überlegt und dann gedacht Scheiß auf Bundesstraße. Der Gefanke es zu bereuen trat schnell ein aber dann gab’s kein zurück mehr. Diese Situation hatte ich heut 2x und es war gut wie ich es gemacht habt. 

Ansonsten war heut echt viel Einsamkeit. Ich hatte vercheckt dass wir wieder Sonntag haben. Es gab 2 Gelegenheiten für nen Tabac Stopp morgens und ich dacht ne Quatsch da kommt noch n richtigen Supermarkt. Nope! Der kam erst 2km vor Ziel. Ich hatte 2,5L Getränk dabei. Das war sehr knapp. Wie kann es sein dass jeder Ort ne Kirche hat aber keinen kleinen Shop? Unbegreiflich. Gestern war Mega als die Dame mir sagte dass ich den rechten Abzweig nehmen soll wenn ich was zutrinken möchte. Brauch ich jeden Tag so ne Insider Info. In Dänemark kein Problem sonntags, da hat jeder piss Ort nen offenen Supermarkt.

Ich Steck mir eigentlich immer so Ziele. Hier hakt ich an um zu trinken hier um zu essen, da um mir was anzuschauen. Anschauen gab es heut nicht. Aber ich wäre in Coutance gern ne Runde gebummelt, sah nett aus. Letzten Endes  hab ich erst nach 47km Pause gemacht. Kurz bevor die Mega Steigung kam. 

Ich fahre hier viele Wege wo ich denke hä hier war ich doch gestern schon. Aber natürlich nicht. Generell hab ich aufm bike auch oft Flashbacks wo ich denke hier sieht es aus wie die eine Straße in Schweden oder Dänemark etc. Hab ich hier sehr oft. Allerdings hätten  da die Supermärkte auch sonntags geöffnet. 

Keine Ahnung was dass soll, aber ich hatte unterwegs auch wieder nur begrenz Netz. Konnte eure Nachrichten empfangen aber Nix posten. Nervt tierisch. 

Ich schwitze diesmal auch anders. Irgendwie rieche ich nach frischem Brotteig, was mich komplett irritiert. Aber lieber so as la stinke Schweiß 😅

Ich bin jetzt fürs Protokoll in der Normandie. Lieb es jeden Tag woanders zu sein. Auch wenn mich das oft hart verwirrt. 

2km vor Ziel gabs übrigens nen supermarche. Da war mir der Durst dann auch vergangen. 

Hotel ist cool. Konnte auch früher rein. Das einzige was fehlt ist ein Stellplatz fürs Velo. Hoffe es ist morgen noch da. Oder gleich. 

Ich hatte Durst ohne Ende, aberdtatz erst mal was zu trinken mach ich Sightseeingtour. Top Frau D. Aber beeindruckend die Stadt. Ist ja noch viel größer als das was ich mir hier anzuschauen schaffe. Aber die alten Gemäuer sind schon stark. Irgendwann hatte ich dann auch endlich nen Supermarkt gefunden der sonntags geöffnet hat. Ohne Wasser für die Nacht mach ich gar nix. 

Hab ne Bierbar gefunden und da mein Belohnungsbier gegönnt. Dann weiter zum Chateau und einmal drauf gekraxelt.

Fürs Essen hatte ich mir was ausgesucht auf dem nächst gelegenen Platz. Gibt ein typisches Menü Angebot. Find ich super. Die Kellnerin ist ja bei meinem Tisch geblieben als ich meinte ich würd mal zur Toilette gehen. Sehr nett. 

Als ich eben durch die Stadt gelaufen bin waren da 3 Trillionen Bars wo ich dachte hey hier gibts bestimmt ein cooles Nachtleben.

Ich fand die Strandbad gestern auch echt mega. Total chaotisch aber irgendwie auch einfach lässig. Innen wird gegrillt auf offener Flamme, draußen sitzt man am Strand auf Getränkekisten und bekommt nen großen Topf Muscheln serviert. Lieb ich maximal. Würde heut auch gern ins mehr, grad wirds aber irgendwie frisch. Morgen ist der Tag der Tage. Kilometer und Steigung egal. Das Ziel pushed genug. 

Übrigens: heut ist die 1000er Marke gefallen. 1082km sind eingeloggt. Da geht noch was.

Tag 10: von Beauvoir nach Argon-Coutainville (90km)

Ich musste heute ein bisschen länger liegen bleiben weil hab erst um 1 die Augen zu gemacht. Da ich heut nicht so viel Kilometer hatte dacht ich mir passt schon. War allerdings auch bisschen Steigung. Also ich mag diese Art von Unterkunft. Kann ich wirklich sehr empfehlen. War trotzdem nachts wieder wach. Hab mir zeit gelassen morgens und bin erst 8:20 Uhr los. Himmel war bedeckt. Aber die Luftfeuchtigkeit hat einen gekillt. Ich war am Ölen ohne Ende. 

Wollte eigentlich nochmal zu Mont Saint Michel, so war es in meiner Route kalkuliert. Hab mich dagegen entschieden weil gestern war schon de komplette overload. Außerdem fuhr ich ja die ganze zeit drauf zu oder davon weg.  Es war immer sichtbar. Fand ich Mega. Allerdings immer in so nem zugesuppten irgendwas. Als Fotografin stand ich da und dacht ok ich kann jetzt n Foto machen… Ich könnte es aber auch einfach sein lassen weil ist eh scheisse. War direkt gedanklich im bearbeitungsmodus schon.

Irgendwie hab ich hier streckenweise keinen wirklichen Empfang. Fuckt mich ab. Kann nix laden. Dabei hab ich Volumen genug. Und wlan funktioniert dann dazu auch nicht. 

Jedenfalls war es einerseits gut ohne Sonnenknall zu fahren, aber ich hab einmal kurz angehalten und alles lief an mir runter vor lauter schwitz. Ging gut rauf und runter den ganzen Tag. Bin an einer Brücke vorbei und da standen Leute als ob sie auf etwas warten würden. Teilweise natürlich mit Baguette unterm Arm. Hab nicht herausgefunden was da passieren könnte.

Irgendwo hab ich kurz angehalten um zu schauen welcher Abzweig. Stieg direkt ein Mann aus dem Auto und fragte ob er helfen könnte und wohin und sowieso und überhaupt. Bonne Courage meint hier jeder zu mir. Ist halt auch ne krasse Sache für Leute die ich gar nicht bewegen. Motiviert dann aber halt auch. Nach 30 km stand da ein Esel und ich hab kurz überlegt anzuhalten für ein Foto. Bin dann aber vorbei und ich schwöre er hat mir zugezwinkert und bin voyage gewünscht. Dabei kam die Sonne heraus und was soll ich sagen… auch einmal tauch wie durch ein Wunder wieder Mon Saint michel auf und ganzer Pracht. Wahnsinn.

Überall riecht es nach Anis. Mag das sehr. 

In einem Ort denk ich so ja geile Abfahrt und danach kommt der Strand. Nein es kommt die Höllen Auffahrt überhaupt. Hab ohne Ende gekämpft und kam komplett im Arsch oben an. Kommt ne Frau und fragt wo ich hin will es gibt die Straße runter nen Marché der super wäre. Ich war einfach nur am schwitzen und wollte nur ne kalte Coke. Bin mal runter und wie süß war das. Ein Petit Markt mit allem was man braucht. 

Im Laden gab’s dann auch ne Coke. 2 für 5. dacht zuerst wow teuer aber hey in so nem kleinen Ort vollkommen okay. Der Ort hieß champeaux, wie passend. 

Jedenfalls kommt das Champagner Trikot gut an alle kommentieren es. Heut scheint irgendwie Flohmarkt Tag zu sein. Bin an ungefähr 7 vorbeigefahren. 

Ich mag übrigens wenn mein navi sagt Folge der rue de la mer. Hab nen ungeplanten halt noch an nem Beach Spot gemacht. Türkisfarbenes Wasser, weißer Sand und Dünen. Wäre ich besser mal geblieben. Dachte sowas hätte ich heute auch. 

Nachher stellte sich raus ich hab Ebbe und zwar stundenlang. 

Komoot macht manchmal sehr früh die Ansagen so stand ich heut ein irgendeinem Garten. Was weiß denn ich wie weit 40m sind… 

Bei jeder Steigung denk ich immer come on das war’s aber doch jetzt. Und dann kommt nochmal eine und hey noch Wind dazu. Hab heut einiges gemeistert. Mir tut aber auch ohne Ende der Nacken Oberer Rücken weh. 

Freitag direkt Thai Massage aber sowas von. 

Hab mich heut richtig aufs Hotel gefreut. Weil scheinbar gut und direkt (also direkt direkt) am Meer. 

Check in war erst 16 Uhr. Ich war ne Stunde eher da. Konnte alles in einen Raum schließen bis dahin. Hat allerdings noch ne Ewigkeit länger gedauert. Die Putzfrau brauchte bis 20 nach. Dafür ging das Bier aufs Haus. Top. 

Das Zimmer: Senioren Bade Einheit mit Duschstuhl. Circa 45 Grad im Raum. Hab erst mal nen Ventilator organisiert. 

Wollte ins Meer. Aber das meint nö grad Ebbe. Bin ihm circa 2,5km hinterher gelaufen. Aber keine Chance. Hab dann entschieden alles klar ich geh erst mal essen. Gab ne Austern Strandbar circa 1,5km entfernt. War etwas überfordert mit der Karte. Wollte alles einfach hintereinander. 

Hatte Austern in allen Formen. Danach dachte ich ok ich kehre noch neben dem Hotel irgendwo ein. Als ich aus der Austernbar raus war lief da aber paar Meter weiter noch Musik. Ich also in die nächste Bar Mega cool, Blick aufs Meer. Hab noch ein Dessert da bestellt. Das Konzept war bestell drinne in ner viel zu langen Schlange und wir finden dich irgendwo draußen.!tatsächlich geht das so. Inzwischen war das Meer sowas von zurück. Also bin ich irgendwann gegangen um selbst nochmal ins Meer zu springen. Weil was macht mich glücklicher als mit anderen Kids um die Wetter Wellen zu brechen? Das Wasser war pisswarm. Ich dachte immer Atlantik wäre so kalt. Nö. 

Während ich das schreibe fallen mir die Augen zu. Morgen, also heute kommt der härteste Tag und ich bin Ultra müde. Über 800 Steigung die ganze zeit rauf und runter und 118km. Kann nicht abkürzen oder ändern und nen Bahnhof seh ich auch nirgendwo… tsxhakka

Tag 9 – von Combourg nach Beauvoir, 91km

Der Tag startet mit Regen. Angenehm irgendwie. bis ich losfahre ist aber alles durch. Aber alles ist klamm. Meine Wäsche ist auch nicht ganz trocken geworden. Aber entweder trocknet es in der Sonne oder ich schwitze es eh direkt wieder voll. In der Nacht hatte ich irgendwie so nen Küchen Gestank bei mir drin, weil mein Zimmer an der Lüftung liegt und ich das Fenster aufmachen wollte.

Jede Nacht schlafe ich unruhig. Das macht keinen Sinn. 

Vor lauter Aufregung auf den heutigen Tag hatte ich nen unruhigen Magen. Saint Mont michel steht schon immer auf meiner Buckel List und ich hoffe dass ales klappt wie vorgestellt.

Hab die Route etwas gekürzt weil auch Malo ja noch auf dem Plan stand und wer weiß wie das mit Wind und Steigungen läuft.war eine gute Entscheidung weiles ja noch Überraschungen gab. 

Also die ersten Kilometer war es schon heftig mit dem Wind und ich dacht wie soll ich da

Gegen anfahren. Aber die Beinchen sind stark. Und wer hoch strampelt kann wie immer geile Abfahrten genießen. 

Bin irgendwann kurz nach 8 an nem Marktstand mit Austern vorbei da war ich kurz versucht welche zum Frühstück zu holen. 

Bin bis Saint Malo durchgefahren und am ersten wegpunkt sagt mir Komoot: Beach erreicht! Geil! 

Das war schon imposant wenn man um die Ecke von der Festung kommt und dann knallt auf einmal das türkisene Meer rein. Bin durch diese wunderschöne Altstadt durch und hätte überall stehen bleiben können. Es roch auch so geil an jeder Ecke. Muss wohl noch mal wieder kommen. An der Promenade kann man auch schön lang fahren. Ich mag so mittelalterliche Städtchen irgendwie. 

Hatte irgendwie aber ja Zeitdruck im Nacken weil ich nicht wusste wie das mit Mont Saint Michel läuft. Bin dann weiter und so 30km vorm Ziel war der Druck plötzlich weg. Weil ich an Austernhallen vorbeikam und es ne Austernbar am Wegesrand gab. Weshalb bin ich hier? Zum entschleunigen. Vorher hat mich die Supermarktkasse wie jeden Tag aufgeregt, und plötzlich war alles ganz easy. 1 Dutzend, 2 Sorten, 15€, frischer als frisch. Und Man konnte sogar auch noch die Bassins besichtigen. Und völlig Crazy: nebenan gibt es sogar nen Automat wo man sich Austern to Go holen kann. Hier gibts für alles nen Automat auf der Straße. Sogar für baguettes. 

Als ich wieder aufgesessen bin fühlte ich plötzlich eine gewisse Leichtigkeit die meinen Körper durchzog. Das Salz nicht nur in der Nase sondern jetzt auch auf der Zunge. Am Wegesrand überall Menschen die picknickten mit Austern und Wein. Lieb ich. Dann kam auch schon mein Tagesziel in Sicht und endlich hat mein Menthal Breakdown eingesetzt. Ich wollt schon immer mal zum Mont Saint Michel. Und wenn ich was möchte, dann setz ich mich einfach aufs Rad und erleb ein Abenteuer. Aus eigenem Antrieb Ziele erreichen – darum gehts. Dann hat jemand viele Zwiebeln geschnitten auf dem

Weg. Übrigens jetzt der Velo Matitime.

Die letzte Strecke war so schön und beseelt dass ich schon traurig war dass es nicht mehr so viele Kilometer sind. 

Das Hotel ist sehr cool. Jeder hat sein eigenes Häuschen und es liegt direkt am Zufahrtsweg zum Mont. 

Da ich noch zeit hatte bin ich einmal durch den Ort, war einkaufen und n Crêpe essen. Zur regulären abbay Öffnung sollte man bis 18 Uhr da sein. Hab ich nicht geschafft, weil Wind und ey man muss ja erstmal außen 3 Trillionen Fotos machen und staunen. Hatte keinen Plan wo man lang laufen muss bin der Herde gefolgt bis zu dem Schild Eingang abbey wo schon ne kleine Schlange stand. Hab gefragt ob es hier wegen dem colorama reingeht – Yes! War noch 45 min hin, ich dacht ich stell mich trotzdem schon mal an sicher ist sicher. Ein Italiener hinter mir war auch irritiert hab ihm erklärt dass es sonderöffnungszeiten gerade gibt. Ich konnte kein Ticket online kaufen. Einer der beiden Italiener hat dann für mich mitgezahlt und ich hab ihm Cash gegeben damit wir zügiger reknkamen. Die sind da allerdings durch galoppiert sodass ich sie nach 2 Räumen verloren habe. Trotzdem nette Begegnung. Es war ja noch hell aber trotzdem hatte Musik und Licht eine besondere Wirkung. Ich hätte gern die Musik, die hat mich sehr berührt. Wenn jemand weiß wie ich die bekomm gern melden. Übrigens ist taschenkontolle am Eingang und mir fiel auf einmal ein dass sich in meiner tasch enoch ein taschenmesser befindet. Hätte ich nicht abgeben wollen weil sentimentaler erinnerungswert. Die Lichtschranke hat allerdings Nix gemeldet. Alles Fake. 

Wirklich tolle Installation und generell was ne Location. Oben auf den Sonnenuntergang warten war allerdings sehr zugig. Hab ohne Ende gefroren.

Bin dann nochmal das Ganze rückwärts gelaufen als die Sonne weg war. Wirklich absolute Empfehlung. Geht halt nur bis 31.08. also beeilt euch. 

Als ich raus bin sah man in der Ferne Gewitter. Richtig krass. 

LHatte überlegt ob man irgendwo noch was essen kann. Und ein Laden nebenan vom Hotel hatte noch offen. Allerdings Küche zu. Weil ich so nett gefragt habe, gab’s allerdings noch ne platte du fromage und n Bier um kurz vor 23h… ich mein hey wir sind in Frankreich hier macht alles um 21:30 zu oder gar nicht erst auf. Nett schauen kommt ich ja schon immer gut 😅

Jetzt noch heiß duschen, noch n Reel schneiden und vom nächsten Tag träumen. Bisschen spät heute geworden. Vielleicht kann ich dann ja mal durchschlafen. Heut war mir das erst mal kalt. Verrückt. 

Tag 8 – von Langon nach Combourg (108 km)

Das Bett war diese Nacht super. Es war nur einfach zu warm. Super süß die Vermieter haben mir eine thermoskanne mit Kaffee abends noch reingereicht. Weil ich meinte ich will früh los und Kaffee reicht. Irgendwie wache ich immer überall nach 1-2 Stunden auf und dann achte ich auf jedes kleine Geräusch so dass ich Panik schiebe ob jemand reinkommt. Total unnötig.

Heute bin ich 1 min vor dem Wecker wachgeworden. tolles timing. Hab trotzdem nochmal schlummern gedrückt.

Die Vermieter und das Zimmer waren top. Kann ich weiterempfehlen wenn auch der Ort ausgestorben war. 

Als ich losfuhr dacht ich kurz brrr ist aber frisch. Total dumm weil eigentlich war es nur angenehm. 

Ich bin den kompletten Tag am Fluss vilaine gefahren. Schön. Aber sandweg größtenteils.und bisschen Wind. Und irgendwann wurde mir bewusst, dass es hier ja nix zu trinken einzukaufen geben wird unten. Ich hatte genug dabei aber hab mir für Rennes vorgenommen anzuhalten um was kaltes zu kaufen. Leider war da irgendwie kein Stopp ,it nem Laden möglich. Ich also immer weiter gefahren bis Betton um dann komplett entkräftet in den klimatisierten Laden zu stürzen. Da kann ich die älteren Leute verstehen die sagen sorry ich will gar nix kaufen ich möchte nur die kühle. 

Hab davor irgendwo an nem wasserspender angehalten und mich gefragt warum es da unten am Ufer nicht mehr davon gibt.

Ich hatte die Stöpsel im Ohr und war komplett überrascht als plötzlich ein junger Typ vor mir stand. Hat mir ein paar Fragen gestellt. Und meinte dann: wenn man so eine bikepacking Tour macht muss man Radfahren sehr lieben. Und ich so: grins… jepp.

Ich überleg die ganze zeit ob es Sinn machen würde bis 12 zu fahren und dann einfach Siesta unter nem Baum zu machen. Komm ich halt später an. Diese Mittagshitze ist einfach unnormal. Aber ich glaub die komplett heißen Tage hab ich jetzt überlebt. Es ist ja auch so: wenn ich sage ich kann besser mit Hitze und Sonnenschein umgehen als mit Regen und Kälte. Dann meinte ich nicht 6 Tage 39 grad vollaction. Das ist auch mir zu heftig.

Geil such auf dem Parkplatz vom Supermarkt war eine Dame im laufenden Auto minutenlang wegen der Klima. Und ich so: Wasser über den Kopp un wigger. Was ne Resourcen Verschwendung alter. 

Die letzen 15km fühlten sich einerseits gut an aber auf der anderen Seite war es absoluter Kampf. Den ganzen Tag am Fluss entlang war immer wieder Schatten. Hier bergauf und knalle Sonne. Dazu noch Wind von allen Seiten. Hab ab 12 Uhr alle 30 min angehalten und nen halben Liter getrunken. Frau D liebt die extreme. Vor mir fuhr im übrigen ne zeitlang ein e-Mountainbiker mit leichtem Gepäck. Hab ihn 2x eingeholt und überholt nachdem ich ne trinkpause gemacht habe. Meine trittfrequenz war aber eventuell auch ein bisschen zu hoch für die Hitze.

Es gibt übrigens immer noch Leute die hier mit langen Klamotten rumlaufen. Ich zerfließe schon beim anschauen. Als Sonnenschutz ok. Aber teilweise mit Jacken.

Ich war froh als ich am Lac in Combourg ankam. Und hey was ein toller Ort. Es gibt ne englisch sprachige rezeptionistin, ne Fahrradgarage, Restaurants die geöffnet haben, einen fahrradladen nebenan, einen normalen Supermarkt…. Amazing. 

Aber können wir kurz nochmal über die Pommes frites hier reden. Die Franzosen können es einfach nicht. Sitze in ner Bar gönn mir mein welcome Bierchen und denk mir bis zum dinner ist noch Zuviel zeit ich brauche Food. Gut wir haben only potatoes. Nehm ich. Aber jedesmal sind die halt null knusprig. Was ist los mit den Franzosen. der Kellner ist eh geil. Lässt mich hier allein sitzen und verschwindet irgendwohin. Und Besteck gab es auch nicht. 

Als ich ankam bin ich erstmal eiskalt duschen. Gefühlt ne halbe Stunde. Muss ich aber vermutlich gleich wiederholen. 

Wolte eigentlich im Restaurant vom Hotel essen. Aber gegenüber ist ein besseres Restaurant. Hab da reserviert. Mal schauen was das kann. 

Grad geht hier ne Diskussion ein Mann und ne Frau. Sie hey I run my own Business I Pay for This. Keine Ahnung was ihr nicht passt, aber was ne Drama Queen. Hab ich keine Energie gerade für. Jetzt schmollen beide 😬 ah ok ne halbe Stunde später lassen wir den Sohn sitzen und fahren mit dem suv weg. Ich hab Austern, ich hab Fisch, ich bin happy. Eigentlich muss man hier Chateaubriand essen. Hier steht ne staue von dem Herrn. Vermutlich war’s auch sein chateau. Aber bruche mer nit. 

Jedenfalls sehr sehr gut heute der Tag. Hab richtig gekämpft und wurde am Ende belohnt.

Tag 7 – von Mesquer nach Langon 98km

Die Nacht war unruhig weil irgendwelche Viecher im Zimmer waren und ich Panik hatte dass die mich wieder stechen/ beißen. Dann konnte ich die Tür nicht richtig abschließen und letzten Endes war die Straßenlaterne Ultra hell. Ach ja und viel Verkehr für den winz Ort und die Mini Straße. 

Außerdem war das Bett Ultra hart. Alles in allem keine Empfehlung.

Ein Freund von mir macht auf meiner Strecke Urlaub in Penestrin. Hatte kurz überlegt auf nen Kaffee anzuhalten, hätte aber 4,5 km Umweg bedeutet und ich hätte mich noch mehr mit der Mittagssonne gequält. Lieben Gruß am Steffen an der Stelle. 

Hab dann an meinem ersten Stopp an der „Goldmine“ erstmal gedacht scheisse die Sonne steht noch nicht drauf sieht blöd aus. Aber manche Ort sind einfach auch ohne Sonne magisch. Kreidefelsen können schon was. Egal wo auf der Welt. Da stand ein Mann und fragte ob ich ein Foto von ihm machen könnte. Ja sicher gern. Dann fragte er noch wohin ich fahre und ob das das finale Ziel sei etc. Gab mir bewundernd die Hand und applaudierte. Ist jetzt mein größter Fan :—) 

Übrigens da fällt mir gerade ein: wenn ihr meinen Blog kommentiert, seh ich immer nur die Benutzernamen. Könnt ihr bei Kommentaren euren Klarnamen drunter schreiben dann kann ich es auch zuordnen. Merci.

Ich glaub in der Nacht hat es einfach null abgekühlt. Es war einfach morgens schon um 8 Ultra warm.

Ging über offene Felder als die Mittagssonne am höchsten stand. Ich wünsch mir hier immer sowas wie beim Golf, dass ich einfach nen Sonnenschirm über mir aufspannen kann. Warum gibt es sowas nicht für biker? Marktlücke. Teilweise hab ich gedacht ich verbrenne. Dann die ganze zeit auch noch gegen so nen föhnwind angefahren. 

Rast hab ich in so nem Fischerörtchen nach 40km gemacht. Die hatten sogar ne Bimmelbahn mal wieder. Von der Orientierung her dacht ich hä wo kann hier ein Hafen sein… der Supermarkt Lg jedenfalls fern ab von meiner Route auf nem Hügel. Hab das Rad angeschlossen aber eigentlich alle dran und drauf gelassen. Auch meine Cams. Bin dann hochgekraxelt und der Supermarkt war Kilometer weit weg. Hätte ich einfach noch 2km weiter durchgezogen hätte ich ganz entspannt inn supermarche reinlaufen können. Willkommen in meinem chaotischen Leben. Es ging jedenfalls heut sehr viel rauf und direkt wieder runter. Nicht soooooo heftig wir die ersten Tage aber wenn es in einer Tour so geht schon anstrengend. Mein Wasser war auch keine Erfrischung, weil das hat bereits gekocht. Hätte ich Nudeln mit kochen können. 

Die letzten Kilometer so 22 circa gingen nur am Wasser entlang. Auf Schotter und mit Wind. 10 grad weniger wären angenehm gewesen. Ich hab heut 3 x in nem Laden angehalten um Getränke zu kaufen. Und doch wars immer noch nicht genug. Die letzten 5km hab ich gedacht ich verdurste. 

Hatte die falsche Adresse von der location bei Komoot angegeben. Ging auch noch mal schön nen Berg hoch. Kam ich da an, ne Check in ab 17:30. hab ich einfach angerufen weil fragen kostet ja nix. Konnte dann schon und während ich aufs Zimmer gewartet habe gabs sogar Wasser für mich. Die Location ist ganz cool. Riesen Areal. mit Pool und co. Außerdem einen ganzen Stall an Tieren. Ne Ziege, Hunde, Gänse, Schildkröten… hinten sind noch mehr Gehege kein Plan was noch da ist. Das ganze Haus ist riesig und ein Teil mit Zimmer Vermietung der andere privat aber vermischt sich dann irgendwie. Englisch spricht hier wieder nur die Minderheit, aber mit translator geht schon.

Bin dann noch in den Ort. Aber alle gastros zu. Supermarkt Katastrophe. Wäre fast ausgerastet bei den beiden Muttis hinter dem Tresen. 

Hab was zum anpacken mitgenommen passt schon irgendwie. Dann zurück und ab in den Pool. Da lässt es sich aushalten. Ne Mutter mit 2 Kindern war noch drin aber vollkommen in Ordnung. 

Sonnenfinsternis ist natürlich bis Thema. Alle haben Brillen außer ich. Frag mich wo die die hier her haben in dem Kaff. Reinschauen ohne Brille ist keine Option. Durfte mal bei den anderen schauen. Voll gut. Dauert aber lang 😅

Jedenfalls irgendwie entspannte Location. Alle sehr nett. Liegt sehr abgeschieden. Nach dem Lärm gestern Abend tut das sehr gut. 

Hab die Location für morgen gecheckt da scheint es ne Gastro zu geben. Wisch me luck. Morgen mal über 100km mal schauen wie es läuft. Heute früher schlafen. 

Tag 6 – von Le Pellerin nach Mesquer (98km)

Was für ein Tag ich komm nicht klar!

Bin um 7:30 Uhr los und der steigenden Sonne zuzuschauen war fantastisch. Angeblich da bereits 20 grad. Also je eher ich finishe desto besser.

Auf dem ersten Abschnitt waren morgens schon viele Angler. Es gibt hier immer mal so fischerörtchen mit Kunst am Wegesrand. Mag ich irgendwie. Ich verlasse heute den VeloLoire und Wechsel zum Vélocéon. Heute hab ich viel mehr Radreisende gesehen, die wenigsten allerdings allein. 

Ich bin einfach durchgeradelt bis zur Pont du la Saint-Nazaire. Was ein krasser scheiss. Dänemark und Schweden so: ne nimm lieber den Zug wenn du über die Brücke willst. Frankreich: hold my Beer, no Risk no fun! Schon aus der Ferne dachte ich holy Shit! Beim näher kommen dacht ich what the fuck. Als ich dann drauf fuhr war nur noch blanke Panik in meinem Kopf. Du musst einfach kontinuierlich treten und die Autos neben dir ausblenden. Locker pedelieren, kämpfen und beißen. Die Abfahrt ist noch krasser bei dem ganzen Wind. Danach hatte ich nen See in meinen Schuhen vor lauter Drama und musste erstmal wieder klar kommen. Hätte gut einfach schlafen können danach so exhausted war ich. Und dann willst du danach abbiegen und Komoot so: nimm die 7. Abfahrt… is klar. 

Irgendwo sollte es heute eine Steigung geben nach der Brücke. Kein Plan wo die sein sollte. Lief einfach so weiter. Wind hat ab und zu bisschen genervt, aber das kenn ich aus Dänemark schlimmer. Warten wir mal ab.

Der Velocean bekann direkt hinter der Brücke. Der Radweg der Loire ist übrigens in Gänze 900km lang, falls sich jemand dafür interessieren sollte.

Was ist das hier eigentlich für eine Unart mit den Drive in Supermärkten? es gibt doch nix geileres als in nem französischen Supermarkt einzukaufen. Also selbst physisch.

Jetzt bin ich also in der Bretagne am Atlantik angekommen. Neben dem Duft von Pinien und Sand riecht es auch die ganze zeit nach Meer und Salz. Weshalb ich hier auch den Bogen gemacht habe war, weil es hier salinen gibt. Ich liebe diese salzfelder. Es kommt allerdings nix an Aigues-Mortes dran wo ich sogar ne kleine Tour durch die Felder gemacht habe. Meine erste Frankreich Tour war schon irgendwie ein Highlight. Wenn auch an chaotik nicht zu übertreffen.

Der Boulevard des ocenandes hatte was von Oostende. Am Anfang ein Karussell und Duft von frisch gebackenen Teigwaren. Die Sonne knallt alles kaputt aber irgendwie nice. Sobald ich irgendwo absteige fragen die Leute immer direkt ob sie ein Foto von mir machen sollen wie ich vor irgendwas stehe, hier war es der Bär am Meer.

Irgendwo weiter Richtung Meer war ein kleines Fischerörtchen mit tollen gastros und Geschäften. Wäre am liebsten einfach dort geblieben. Es gab sogar ne Bimmelbahn, verstehst?! Am Pier musste ich irgendwie komisch wenden und ich schwöre da tauchte ein Pinguin im Wasser auf… gut vielleicht war es auch ne Baby Robbe. Aber leider zu schnell für ein Foto. 

Dann war ich verwirrt weil Komoot mir morgens Nix von ner Fähre gesagt hat. Es gab auch gar keine. Nur ein kleines Brötchen mit Piraten Flagge. Hab ne Frau gefragt ob man vorher Tickets kaufen muss. Sie meinte nein. Aber es könnte sein dass jetzt Mittagspause wäre. Na prima. Hat mich kurz gestresst. Aber war alles easy. Tickets für 7€ an Board für mich und das bike. Und es sah als wenn wir auf ne Südsee Insel fahren würden. Ich hatte plötzlich keinen Orientierungssinn mehr. Diese Überfahrt war out of m Plan. 

Danach waren es noch gut 20km und weil ich den Meeresluft die ganze zeit in der Nase hatte konnte ich es kaum erwarten endlich anzukommen. Ich hatte natürlich wieder di Abenteuer Route geplant. Auf nem Pfad der in einem privat Zugang mündete. Also wiede zurück in der Gluthitze. 

Angekommen am Hotel erstmal wieder Enttäuschung. Glaub nicht dass das 150 Euro wert ist. Aber scheinbar wird es ja so gebucht. Noch nicht mal inkl. Frühstück. Aber Ferien machen alles möglich.

Wollte dann zum Strand. Gibt mehrere zur Auswahl. Claude meinte nimm den einen oder den anderen. Ich sagte ich nehm die Mitte. Auch gut. Leider gab es nirgendwo nen Zugang. Ich war kurz vor Explosion. Der Weg dahin war ja schon 1,5 km und dann noch mal weiter nen Umweg bis endlich mal ne Treppe an den Strand führte. Da ich noch in die Strandbad wollte hatte ich durch die Eskapade nicht mehr so viel zeit am Beach. Aber das Wasser war herrlich. Auch super klar. Wollte noch in den Supermarkt. Also wieder zurück. Und das Restaurant ist direkt neben dem Beach also die Strecke nochmal. Ohne zu wissen ob ich nen Tisch bekomme weil reservieren geht hier nicht.

Aber hatte Glück. Hat was von ner spilunke. Leider nur innen mit offenen Fenstern. Aber ist ok. Essen war auch ok. Draußen fand parallel ein Wettschwimmen statt. Strange. Übrigens bekommt ma n hier irgendwie während des Essens wohl nie was Neues zu trinken. Macht mich wahnsinnig diese Ignoranz.

Irgendwie hat mich der Nachmittag gestresst. Komme bestimmt erst spät ins Bett. Ist zu viel zu verarbeiten heute.

Morgen ist so ne zwischenetappe. Unspektakuläres Ziel. Muss mich nicht hetzen. Heut sind es übrigens 570km gesamt. Bin aber ja noch nicht fertig. Dazu heute 15k Schritte durch das ganze Strand und Restaurant Hickhack. Ich hoffe ich hab für morgen überhaupt noch power. 

Tag 5 – von Chalonnes-sur-Loire nach Le Pellerin (93km)

Wie man das halt immer so plant, war ich um 6:00 wach, wollte aber das bequeme Bett nicht verlassen. Nach 3 Nächten auf harten Betten mit permanentem Juckreiz, war es endlich mal entspannt. Hab dann noch bisschen geschlummert, die Route gecheckt, Ultra langsam eingepackt und bin dann letzten Endes doch erst um kurz vor 8 los.

Mega schön die Loire bei Sonnenaufgang. Entlang von Sonnenblumenfeldern bin ich in den Tag gestartet. Die Route war überwiegend flach. Aber die ganze zeit an der Loire entlang. Teilweise bisschen eintönig, aber irgendwie auch gut für den Kopf. Da ich kein Proviant hatte, war mein Plan irgendwo anzuhalten. Im ersten Ort dacht ich ach ne ich fahr noch weiter. Bin dann 37 km gefahren und hab dann in einem sehr schönen kleinen Ort angehalten wo es eine Art Markthalle gab. Energy Drink und Banane haben neue power gegeben. 

Die Strecke war viel über Schotter und sandwege weshalb mein bike und ich komplett eingepudert sind. Es fährt sich auch nicht so geschmeidig darauf. Gibt halt gute Fahrbeläge und weniger gute. So richtig glatter Asphalt rollt halt endgeil. 

Mir ist ein Mann begegnet mit ner schwarzen Nase. Beim Näherkommen hab ich gesehen dass es ein Nasen Sonnenschutz ist. Da musste ich mal kurz überlegen ob ich meine Nase ausreichend eingeschmiert habe heute Morgen.

Ein anderer Herr hatte nen Eisstiel im Mund aber riss die Arme und Daumen hoch um mich anzufeuern. Sehr süß. 

Dennoch: ich bin erstaunt wie wenig hier wirklich englisch sprechen. Vor allem die jungen. In Nantes war ein bikepacker und der sprach only french. Hat irgendwas komisches gefragt was ich nicht verstanden habe und auch er genierte sich englisch zu versuchen. Versteh ich nicht. Seltsam. 

Bin in Nantes mal im chateau rein und durch die Innenstadt geschlendert. Hier braucht man glaube ich auch 2 Tage um alles zu sehen. Hab mich in nem Park hingesetzt und Rast gemacht für die letzten 17km. 

Heut war es gefühlt weniger heiß. Thermometer sagte 30 Grad. Reicht aber auch wenn man dabei strampelt. Schlimm ist immer das Anhalten. Dann läuft einfach alles runter. Heute gab es viele Schatten Wege durchs grüne, daher auch besser auszuhalten als gestern.

Heut waren wieder viele Schlösser und Burgen. So wie jeden Tag hier eigentlich. 

In Nantes wär ich unheimlich gern in die LU Keksfabrik gegangen. Keine Ahnung ob man das überhaupt kann. Ich hätte nix mitnehmen können und alle Klamotten mit rein wäre auch blöd. Aber wenn das geht muss ich es irgendwann machen.

Beim Rausfahren aus Nantes er so ein öffentlicher botanischer Garten mit Wasserfall. Da kamen dann Familien mit ihren Mäckes Tüten hin und haben Mittag mit den Kids gemacht. Total schön angelegt. 

Die letzten Meter gestalteten sich heute wieder mit einer Fähre. Diesmal etwas größer. Fährt den ganzen Tag hin und her und ist für Radfahrer umsonst. Rüber gesetzt und dann waren es nur noch 600 m bis zur Unterkunft. Die hatte mir schon Hinweise geschickt wo der Schlüssel liegt und co. So konnte ich schon vor 15 Uhr rein. War zuerst irritiert weil ist quasi ein Kellerraum. Bier nett eingerichtet. Manche Türen waren verschlossen wo ich schon Panik geschoben habe ob da nachts jemand zu Besuch kommt. Stellte sich aber heraus dass es eine sehr nette Inhaberin ist die später noch mal kam und mir lies erklärt hat. Hat auch extra den Übersetzer angeworfen um mich zu fragen ob ich eine bin voyage hatte. Frühstück steh auch schon für morgen früh parat. Sehr sympathisch. Mein bike konnten wir in die garage schieben, da steht es besser als bei mir drin. 

Hab schnell geduscht und mich dann endlich mal um ein gutes Restaurant gefreut. Leider zu früh. Hatte mittags überlegt ob ich reservieren soll. Kam ich an und ja die kannst da oben ihren, aber bitte innerhalb der nächsten 15 min bestellen weil wir sind komplett ausgebucht… hier in dem Kaff, ist klar. Der Oberkellner lief auch mit Walkie-Talkie im Ohr rum. Richtig affig für die Location. War dann schon genervt dass ich nicht in Ruhe essen durfte. Kam auch alles Schlag auf Schlag. Dabei bekam ich ber kein Getränk mehr. Wenn die nix verkaufen wollen, nicht mehr Problem. Die Pommes waren komplett laff, teilweise halb roh. Wasser habe ich gar nicht erst bekommen und der Lachs in der Vorspeise war alles andere als liebevoll zubereitet. Immerhin gab es noch die Nachfrage ob ich ein Dessert möchte. Hab mich stattdessen dann endlich für ein Getränk entschieden. Obwohl ich eigentlich gehen wollte und denen nicht noch mehr Geld reinwerfen wollte. Der Typ mit Stöpsel im Ohr und iPad geht mir auf n Sack. Wie kann man so rumstressen? 

Obwohl ich eigentlich nur rohen Fisch gegessen habe bin ich allerdings super satt. Die am Nachbartisch machen es allerdings richtig. Die gehen scheinbar noch Pizza essen. Hätte ich auch mal besser. 

Hab heut übrigens mehrere Mini Eidechsen gesehen. Man merkt dass sich was ändert je weiter ich Richtung Westen komme. Auch der Duft ist anders. Liebs durch die Wälder zu fahren und kräftig ein und auszuatmen. 

Ich setz mich jetzt noch etwas in den Garten und dann wieder früh ins Bettchen. 

Morgen geht’s endlich ans Meer jippey!

Tag 4 im Abenteuerland: von Malicorne-sur-Sarthe nach Chalonnes-sur-Loire

Was ein Tag. 

Ich starte aber erst mal in der Nacht. Ich war todesmüde und lad um 22:30 bereits senkrecht. Meine Augen wollten einfach zufallen. Dann waren vor meinem Fenster irgendwie Schritte zu hören die dann vor meinem Fenster stehen blieben. Mein Herz hatte kurz nen Aussetzer. Hab mich dann irgendwann getraut nachzuschauen. War Nix. Es war zu warm für Fenster zu. Aber auf hatte ich auch schiss.

Dann fing die Juckerei wieder an. Kurz: ich konnt nicht schlafen. Hat gedonnert und geblitzt irgendwann. Hat mich verwirrt weil war doch gar nicht gemeldet. 

Hat ich morgens noch geregnet und ich Dach ey komm ich bleib noch liegen. Bin dann irgendwann aufgestanden weil nützt ja Nix. Und um auf Toilette zu gehen muss ich mich halt anziehen. 

Als ich zurück in der Hütte war und alle packen wollte, spinkste die Nachbarin von nebenan herein. Ob ich nen Kaffee mittrinken wollte. Kann ich ja nicht nein sagen. Hat mich voll gefreut, weil ich meinen Instant Kaffee vergessen hatte einzupacken. Haben uns ne Weile unterhalten. Es regnete ja immer noch. Irgendwann kamen ich ihre Gefährten raus. Haben gefragt wohin ich fahre und vorher etc. Ich war heut morgen felsenfest der Überzeugung dass mein Ziel heute NANTES heißt. So ein blödsinn. Hab ich erst gemerkt als meine Route noch 12 km hatte und das radtourenschild nach Nantes noch 85 zeigte. Selten dämlich. Vorfreude ist die schönste Freude. Dann also morgen. Nur auf der Durchreise und nicht für zu verweilen.

Bin dann erst um 9:00 los aber das war’s es wert. Wenn ich alles richtig verstanden habe machen die nur eine Wochenend Tour mit den Rädern. Auch Nice.

Ich erstmal die Regenjacke angezogen weil es schien als ob es mehr wurde. Tat es aber nicht. Hört direkt wieder auf. Bevor ich ne schwitzattacke starte also Jacke wieder aus. Der Weg führte heute fast aus schließlich über die Rue verte. Lieb ich. Allerdings gabs ne stetige Steigung nach oben und zuerst dacht ich was ein scheiss. Ging aber irgendwie und irgendwie geht es ja auch immer runter ne. 

Dann kam ein Abschnitt wo mehrere Bäume umgekippt waren und ich erstmal kraxeln musste. War nur notdürftig frei geschnitten. Teilweise aber auch einfach gar nicht. Jedenfalls bin ich froh dass ich auf tubeless gewechselt habe. Normalerweise hätte ich hier vermutlich schon 3 Platten gehabt. 

Irgendwo sprang auf einmal ne Ziege aus ihrem Gehege. Das hat mich o erschrocken, dass ich erstmal falsch gefahren bin. Die hat im leben da nicht mehr reingefunden.

Es gibt auch heute wieder viele Schlösser und Burgen. Die krasseste war in Angers. Sah richtig cool aus. Muss mal googeln ob da Filme gedreht wurden. Hätte ich mir stundenlang anschauen können. 

Die Hitze war allerdings unterirdisch. Wasser über den Kopf ist mein neuer lieblingsmove. Muss morgen dringend ne Dusch Flasche im supermarche einplanen. Ich fahr immer so weit wie ich denke passt. Heute was aber kurz vor hitzekollops. Hab dann an so nem weißen Haus Imitat angehalten, weil nix mehr ging. Für die letzen 26 km war ich aber dann fit. 

An der Loire entlang ist schon wirklich sehr schön. So langsam ändert sich hier auch die Flora und Fauna.

Achso und ne Fähre hatte ich heut auch noch. Hatte mich gefragt ob die überhaupt fährt und was das kostet. Stellt sich raus ist zum selbst ziehen. Allerdings wurde ich in dem Fall gezogen. Super nett. Als Frau allein unterwegs hat manchmal Vorteile. 

Jedenfalls hab ich durchgezogen. 

Das Hotel hatte erstem 16 Uhr Check in also versuchte ich herauszufinden ob noch irgendein Laden Wasser verkauft. Schwierige Nummer. Alles seit Mittag zu. Hab im Tabac noch stilles Wasser bekommen aber dummer ne jefalle. Ich brauch prickel im Leben. 

Die Inhaberin war sehr nett. Hatte ich ne Flasche stilles Wasser für mich und hat mir alles gezeigt. Gibt sogar draußen ne Stelle zum Wäsche waschen und aufhängen. Hab ich direkt genutzt damit ich nicht mehr so stinke. Morgen eh wieder hinfällig. Die Wäsche war allerdings in 30 min trocken haha. 

Bin rüber über die Brücke zu einer netten Gastro. Hier gibt es ja strenge Regeln wer darf wo um wieviel Uhr sitzen. Ich Wusste da noch nicht ob ich da essen will. Aber bin letzen Endes da sitzen geblieben. Die Pommes zum Burger waren etwas seltsam aber der Hunger trieb es rein. Ein Eis musste auch noch sein. Ich hab zu viel verbraucht heute und die letzen Tage. 

Hatte im tabac auch noch ein Bierchen mitgenommen das trink ich jetzt hier noch im Garten, während ich zuende schreibe. 

Hier gibt es Aprikosen Sträucher im Garten. Leider irgendwie alle faul. Hätte zu gern mal probiert. Ersteh ich nicht wie man das verkommen lassen kann. Die Besitzerin meinte im Frühjahr wäre hier Flut gewesen und das Wasser stand bis in die Küche. Jetzt gerade ist lies so trocken wie der rhein. 

Wie dem auch sei. Der Ort ist sonntags auch ausgestorben und es gab natürlich keine Pharmacy. Werde morgen früh los, hoffe dass ich gleich einfach mal schlafen kann. Meine Beine sind topfit, aber ich selbst bin Todesmüde. Sagte ich das schon ? Dann Pardon!

Eins noch: warum haben die hier so gut wie nie lokales Bier im Ausschank ? Das ist ein Unding. Ich weiß, man sollte hier lieber Wein trinken. Nach ner bike Tour ist das aber nix für mich. Sobald ich in etretat bin könnte sich das ändern. Zu Austern eventuell besser kein Bier 😂😁

Also morgen Dan Nantes! Cheerio.

Tag 3: von Le Theil nach Malicorne-sur-Sarthe (99km)

Die Nacht hat mich gekillt. Alles hat gejuckt trotz Antihistamin. Die erste Unterkunft bekommt auf jeden Fall ne schlechte Bewertung. Bin um 8:00 Uhr los. Es war zwar 4 grad wärmer als gestern aber irgendwie frischer. Allerdings nur gut 3 km weil dann ging es das erst mal rauf. Heute waren die Steigungen in der ersten Hälfte. Ich hab mir immer gesagt, einfach locker weiter pedelieren. Dann kommt man schon nach oben. Die Abfahrten waren noch heftiger als gestern. 49 km/h an der spitze. Geil!

Komoot hat irgendwie manchmal komische Routen gespeichert. Sagt bitte abbiegen und dann steh ich vor nem Trampelpfad der steil nach unten geht. Auf der Karte sehe ich dass es auch nen guten Weg gegeben hätt wenn ich nicht abgebogen wäre. Prima. 

Bei der heutigen Route hatte ich irgendwie auch auf Grund der hitzemeldung die Befürchtung dass ich irgendwie keine Getränke mehr habe. Deshalb hab ich nach 30 km in nem kleinen süßen Ort angehalten und bin in den kleinen kaufmannsladen. Sehr leergeräumt, nur das nötigste. Keine kalte Coke nix. Ein Mädchen sprach mich auf französisch an. Kein Plan was sie wollte. Aber englisch sprechen hat sie sich nicht getraut. Müsste das aber ja eigentlich schon in der Schule haben in ihrem Alter. Seltsam. Bin dann weiter und hab in nem noch süßeren Laden angehalten. 2 Getränkedosen und 1 Apfel für 3,30€ total fair. Ich frag mich oft wovon die hier leben. Alles ausgestorben. Viel Natur, wenig Menschen. Aber fahren die zum Arbeiten in ne große Stadt? Ich fahr durch so Orte wo ich regelmäßig denke ok hier leben Menschen. Nicht nur 5. aber wo zur Hölle arbeiten die hier. Und große Städte sind kilometerweit entfernt. 

Jedenfalls dacht ich ok ich mache Rast am nächsten Schloss. Dann war ich in Gedanken und scheinbar bin ich dran vorbei gefahren. Dann bin ich einfach auch noch 10 km weiter gefahren weil ich grad gut im Tritt war. Generell war ich heut gut in den Pedalen. Wollte gar nicht anhalten. Das ist sowieso nie ne gute Idee weil man sich dann wieder einfahren muss. Die Beine denken ok alles klar fertig für heute… ne ne ne hier nicht. Und ich fahre auch lieber wenn ich grad gut drin bin noch weiter weil man weiß nie ob man die komplette Strecke auch diese power Haben wird. Außerdem halte ich gern wo an, wo es sich auch lohnt. Wie oft bin ich wieder los gefahren und 500m weiter war ein viel schönerer Spot. You Never know. Das Schicksal entscheidet alles. 

Übrigens ruf ich hier einfach jedem ein freundliches Bonjour zu. Wann man zum Abend wechselt hab ich noch nicht rausgefunden. Bonjour ist das neue Moin. Manche rufen auch Bon voyage hinterher. Mag ich.

Zwischenzeit war heute Le Mans. Wollt ich schon immer mal hin als Motorsport Fan. Allerdings hab ich null geplant und hab einfach die Komoot Route gesetzt. Ärgert mich im Nachhinein weil vielleicht hätte ich noch mehr sehen können. Den circuit hätt ich mir auch gern angeschaut. Aber ohne Autos natürlich auch blöd. Das chateau oder Kloster oder whatever lag soweit oben, dass das mit Rad und Gepäck blöd war. Hätte ja auch nicht alles mit rein nehmen können. Außerdem wollt ich schnellst möglich aus der Mittagssonne raus. Und wer weiß, hätte ich ne andere Route genommen, wäre irgendwo länger verweilt… hätte ich. Ich’s so eine nette Begegnung gehabt. Bin am Fluss den Weg hoch, war auch nicht am suchen oder so. Trotzdem hielt er mich an auf seinem Rad und fragte ob ich einen schönen Weg suchen würde. Und wohin ich denn heute reise. Er könnte einen wunderschönen Weg durchs grüne empfehlen er zeigt mir gerne wo der Zugang ist. Ich hatte keinen Plan was meine Route war aber er war so begeistert dass ich sagte klar zeig mir den Weg. Er war noch nie in köln. Hat aber ein Jahr in Trier damals gedient. Und seitdem den Traum mal von t Eier nach köln mit dem Rad zu fahren. Ich hab gesagt: Mach et! Er fährt die Strecke jen Tag und geht dort irgendwo schwimmen. Großartig. Wie alt war er? Bestimmt Ende siebzig. Vielleicht auch älter. Es war im übrigen die Route die ich selbst geplant hatte aber das sagte ich ihm nicht. Er ist extra den Weg über die Brücke mit mir zurück gefahren. Super nett. 

Bin dann straight durchgeradelt. Nur paar mal für Fotos angehalten. Aber auch nicht so oft, weil ich heut irgendwie viel mit mir selbst beschäftigt war. Kämpfen wegen der Steigung und der Hitze und hier und da bisschen Kopfkino verarbeiten. Gehört dazu. 

Angekommen am Ziel, war die Rezeption natürlich nicht besetzt. Musste ne halbe Stunde warten. Dann bekomm ich den Schlüssel zum Tiny House und irgendwie war ich der festen Überzeugung dass es mit Bad ist. Leider nein. Sanitäranlagen auf nem Campingplatz. Lieben wir. Nicht. Bin dann in den Ort weil ich was trinken wollte, so wie ich es immer mache wenn ich die Etappe hochladen. Nö, hatte alles zu bzw. Schloss gerade zur Siesta. Also in den kleinen Laden am Platz. Hatte auch nur ne zwischen Coke. Weiter zum größeren supermarché und ich war nicht sicher ob ich hier was kaufen soll oder auf irgendeine der 3 Gastros im Ort setzen soll. Es gab aber Nix was ich hätte mitnehmen wollen, außerdem esse ich lieber unter Leuten und trink mein lokales Bierchen. Also zurück zum Camping und ab an den Pool. Die Nutzung kostet normal 2€ haha. Aber als Camper ist es inklusive. War gar nicht so schlecht. Und vor allem hat im Wasser Nix gejuckt. Hätt ich ewig drin bleiben können. Bin dann zur Vinothek. Ohne Brille, ohne BH – Freiheit ist das einzige was zählt. Da gibt es Bier a la Pression und n Fromage Brett. Tete de Moin yammy. Großartig. C‘est la vie – Sellerie! 

Süß war dass der kleine Sohn hier mit serviert. Macht er richtig gut. Sein kleiner Freund läuft hier jetzt auch rum. Aber er ist der chef. Ich würde gern auch in dem Laden was kaufen aber ich kann kein Übergewicht grad gebrauchen. 

Morgen brauch ich unbedingt ne pharmacie wegen dem Juckreiz. Irgendwie hab ich grad auch n krankheitsgefühl. Aber das bilde ich mir hoffentlich ein. 

Das regional Bier in der Bar ist super. Und Ann auch noch vom Fass. Hab direkt n Eimer bestellt.

Gleich noch bisschen am Häusle chillen. Wehe mich stechen jetzt auch noch Mücken hier in der Natur.

Godzilla Night. Morgen endlich NANTES!

Tag 2 – von Maintenon nach Le Theil

98,2km

Das Bett in dem Hotel war so hart dass schlafen nur deshalb funktioniert hat, weil ich todesmüde war. Bin dafür etwas länger liegen geblieben und hab meinen Plan um 7 loszufahren über den Haufen geworfen. Allerdings war ich komplett zerstochen als ich aufstand und es sieht verdächtig nach Bettwanzen aus. Hatte nicht den Anschein dass sowas hier sein könnte aber naja. Hoffe es ist jetzt nicht in meinem Schlafshirt sonst muss ich das entsorgen.

Hab mir selbst erklärt wie die Kaffeemaschine funktioniert und mir noch nen Kaffee gegönnt. Alles eingepackt und ohne zu stürzen die Treppe wieder runter. Wobei es fast schief gegangen wäre. Mein iPhone meinte hey es ist aktuell 10 grad. Dacht ich prima da ziehen wir wohl die Jacke an. Allerdings fand ich es gar nicht so kalt und bin ohne direkt gefahren. Bei dem Wind und den Steigungen war mir tatsächlich auch schnell sehr warm. Bin erst um 8:20 Uhr los. War ok. 

Ich mag sehr diese grünen Wege hier. Abschnitte für Fahrradfahrer und Fußgänger um einen grünen Bogen um oder durch die Stadt zu machen. Ich bin größtenteils über die Velo 40 gefahren. Da gab es gestern auch schon Brombeeren und Blaubeeren. Hab mich aber nicht getraut welche zu pflücken. Weil wenn doch keine essbaren Beeren sind hab ich ein Problem. 

Im übrigen bin ich hier oft froh nen Helm zu tragen. Hab ihn bis jetzt auch noch nicht ausgezogen auf der Fahrt – trotz schwitz. 

Chartres fand ich nen netten Ort, den hätte ich mir gern näher angeschaut. Aber da ich nicht wusste wie meine Beine das heute mit der konstanten Steigung über 30 km hinbekommen bin ich lieber mal weiter. Auf jedenfall haben die nen Dom und die Menschen sind nett und hilfsbereit. Generell wenn ich irgendwo ein Selfie mache kommt irgendwer um die Ecke und fragt ob er ein Foto von mir machen soll. Ich frag mich allerdings mittlerweile warum mich überall auf der Welt die Leute nach dem Weg fragen. Seh ich aus als wüsste ich Wege?

Die Hauptsteigung war gar nicht so schlimm wie angenommen. Weil sie sich eben langsam aufgebaut hat. Hab’s ganz easy geschafft, aber auch nur weil ich alles an Getränken und Riegeln und Äpfeln verputz hab. Nach der Steigung kam ne Abfahrt. Ich wusste aber dass später noch ne kleine Steigung kommt, die war weniger easy. Hab schon bisschen gekämpft, aber die Abfahrten mit 40 km/h find ich geil. Alte Radfahrerweissheit : wo es runter geht, geht es auch wieder rauf. Ich hasse so Abfahrten wo ich weiß dass sie in ein Tal gehen. Dann geht es direkt darauf wieder rauf. 

Im übrigen tat mein arsch beim aufsitzen heut früh null weh. Fand ich seltsam. Aber scheinbar ist die Hose mit der Salbe in Kombi diesmal richtig gut. Oder mein Esch ist einfach abgehärtet. 

So wie gestern auch gibt es auf der ganzen Strecke Schlösser und Burgen. Hab 20 km vorm Ziel noch an einem angehalten weil ich das scheinbar extra eingebucht hatte in die Tour. 

Muss ich irgendwie immer an ronja Räuber Tochter denken wenn es ein bisschen Ruinen Charakter hat. 

Mein Komoot meinte ich soll danach Steintreppen runter. Ist klar. War ungefähr 500m Treppe, steil runter. Dachte mir das umfahren macht keinen Sinn. Also runter da.

Der Ort meiner Unterkunft scheint auf den ersten Blick sehr nett. Allerdings ist hier der Hund begraben. Wo ich das gerade schreibe tauchen tatsächlich deutsche auf. Wa wollen die hier? Definitiv kein Urlaubsort. Höchstens zur Durchreise geeignet. Die Dame vom Hotel spricht weder deutsch noch englisch und versteht noch nicht mal das Wort Cash. Außerdem gibt es zwar ein Restaurant und Bar aber hat heut nicht auf. Prima. In diesem Ort gibt es gar keine Alternativen. Sitze jetzt bei Pizza King und konsumiere Fast Food. Aus dem Grund bin ich nach Frankreich gefahren…. Nicht.

Richtig geil, war ich oben aufm Zimmer, pack die Tasche aus und sehe, dass das Bier das ich gestern gekauft und nicht getrunken hatte, ausgelaufen ist. Musste ich erst mal alles waschen und in die Sonne legen. 

Bin dann zum Mini Kaufmann nebenan, hab mir Bier und Salzstangen als Nachmittags Snack geholt und erstmal alle Medien geladen. Hier gibt es noch nicht mal ein Café oder irgendwas um sich mal hinzusetzen. Ne Bank tut es auch. 

Hab im Supermarché noch was gekauft und jetzt eben Pizza King. Hier ist komplett der Hund begraben. Aber immerhin, es gibt n Kino und eben war wohl ne stadtführung mit Senioren, Musik und Kostümen. Ansonsten nix. Niente. Was Michi m meisten nervt heute: so wie gestern gibt es kein regionales Bier vom Fass für mich heut. 

Auf jedenfall geh ich heute noch früher ins Bett. Bin komplett im arsch. Morgen die Etappe ist auch eher ein Zwischenetappe ohne interessantes Ziel. Ich hoffe der Ort ist besser. Danach ist eigentlich fast jeder Tag mit coolen Zielen. Übermorgen endlich Nantes. 

Dacht eben mein Fahrrad wäre geklaut. Hab’s nicht angekettet – weil wer soll hier bitte was stehlen? Hier kommste direkt unter die Guillotine weil hier jeder jeden kennt. Jedenfalls hatte jemand das Bild unter die Schirme getragen… als ob Regen angesagt wäre. Naja aber wenn das klappt dann auch alles weitere. Hab’s dann noch an den Schirm geschlossen. Sicher ist sicher.

Nach dem duschen juckt alles noch mal viel mehr. Wollt mir eigentlich in der App was holen. Irgendwas mit Cortison. Dann eben morgen.

Tag 1 – Köln – Paris – Maintenon (87Km)

Wo fangen wir an? In köln. Ich war noch nie so aufgeregt vor einer Tour. Vielleicht weil komplett andere Gefilde und Anfahrt mit dem Flixbus – da kann einiges schiefgehen. 

Ich bin 2 Stunden vorher los um kein Risiko mit der Bahn einzugehen. Sicherheitshalber auch direkt nach Deutz weil da waren weniger Ausfälle. Ein freundlicher aber Betrunkener Herr half mir mein bike die Treppe hochzutragen weil es weder Aufzug noch Rolltreppe gab. Ich weiß schon warum ich lieber ohne Bahn unterwegs bin. Er meinte noch: Respekt dass sie um die Uhrzeit noch mit dem Rad unterwegs sind und dann noch alleine… Ja ich bin manchmal krass. Die von mir ausgesuchte Bahn hatte auch Verspätung aber ich war entspannt. Ne Stunde hatte ich trotzdem Delay und der Bus kam auch noch zu spät. Bahn mit Fahrrad hat mit eezy 7€ gekostet wen es interessiert. 

Der flixbus Fahrer bekommt auf jeden Fall noch ne schlechte Bewertung. Wie unfreundlich kann man eigentlich sein? Alle Taschen sollte ich abmachen hat er mich angeraunzt und zwar pronto weil er muss den Zeitplan einhalten. Ich sag dann komm halt nicht zu spät ne…

Hab neben nem jungen Typen gesessen der sich extra breit gemacht hat und eigentlich halb auf meinem Platz noch saß. Brauchte scheinbar Luft zwischen den Beinen… konnte auch ein wenig schlafen, aber nicht viel. Hatte ne schlafmaske, ohrstöpsel und n nackenkissen dabei. Manche Dinge sind das zusätzliche Gepäck sehr sehr wert. 

Wir waren dann irgendwie sogar 30 min früher da. Das hat mich etwas gestresst weil ich dachte wir kommen eher später. Alle raus und der Kollege war genauso unfreundlich von flixbus. Musste dann erstmal die Taschen wieder drauf schnallen und alles ordentlich verstauen. Hat bisschen gedauert. Weil ich vor lauter Überraschung im Bus nicht mehr auf Toilette konnte bin ich am Busbahnhof noch schnell bevor es losgehen konnte. Da standen 3 Damen und ich hab gefragt ob sie kurz auf bike und co aufpassen können. So schnell war ich noch nie fertig. Da hingen halt generell komische Gestalten ab. Da ich wusste dass ich direkt über die Champs Élysée fahre hab ich schon die Kamera draufgeschnallt. Leider hat die 360 bisschen rumgezickt so dass ich 80 Mal an und aus machen musste bis es ging. 

Der Verkehr im Kreisverkehr ist echt heftig. Fahrradfahrer müssen da echt krass aufpassen. Ich geh einfach mal davon aus dass es erlaubt war dadrin zu fahren 🙂

Viele Hochzeitspaare standen parat um die frühe Stunde zu nutzen wo noch keine Touristen da sind. Bin dann weiter und wollte erst mal aus der City raus bevor ich mir Kaffee genehmige. Ampeln sind hier generell nur Empfehlungen glaub ich. Hier fährt jeder wann er will. Eiffelturm musste auch noch sein. Wer weiß schon ob ich am rückreisetage dazu zeit habe oder ob es regnet. So früh überall sein hat jedenfalls Vorteile. Nicht so viele Menschen die im Bild rumlaufen.

Wusstet ihr, dass Paris einen Grüngürtel hat? Fühlte mich kurz wie in köln. Aber war noch bisschen schöner. Auch zum fahren. Steigung gab’s übrigens schon nach 2km. Richtig gut… nicht. Aber hey, meine Beine, mein Hintern und meine Laune waren heute in Topform. 

Hab in nem kleinen verträumten Örtchen nach 25km Rast gemacht für ein Petit dejeuner. Hätte da ewig sitzen können am Brunnen. Aber als ich mit dem reel schneiden fertig war ging es weiter. 

Die Strecke war wirklich schön. Auch wenn es bisschen rauf und runter ging. Bin einmal abgestiegen wo es einfach auch nochmal um die Ecke weiter steil ging. Mit Gepäck und Mountainbike nicht so ohne und ich brauch meine Knie noch 13 Tage.

Einmal ging es circa 7 km offroad wofür meine Reifen viel zu prall aufgepumpt waren. Aber dafür mach ich die Luft nicht raus. Knallhart weiter gebrettert. 

Mein Ziel hieß heute maintenon. Die letzten Kilometer gingen noch mal rauf und runter. Krass Abfahrten auch mit über 40 km/h.

Angekommen musste ich erst mal die Unterkunft ausfindig machen. Hatte kurz die Vermutung dass ich auf Fake reingefallen bin. Aber Booking ist ja eigentlich seriös. Hab dann irgendwann gecheckt wo ich den Tour und schlüsselcode finde und oben sie es aus wie wie auf den Bilder. Sehr gemütlich. Allerdings kann es sein dass ich mir hier morgen beide Beine breche wenn ich das bike die Treppe wieder runter hieven muss. Star Tuned!

Ich musste dringend was trinken weshalb ich direkt wieder los bin. Am Marktplatz ist auch ein chateau. Ich bin erst was trinken und Bilder laden, Post machen und dann noch zur Kultur ins Schloss. Ganz nett, aber obs 12,50€ nett ist wag ich zu bezweifeln. Bin noch kurz in den Supermarkt Wasser und Snacks für morgen holen. Und auf dem Weg schon mal gecheckt wo ich essen könnte. Hier gibt’s sogar ein Hotel mit spa. Warum hab ich das nicht gebucht, verdammt. Die haben auch ein Restaurant da dacht ich mir gönn ich mir mal. Ich kann’s aber absolut nicht empfehlen 😦

Der Laden wo ich sonst gern hin wollte war schon komplett belegt. Hier ist ne Frau am nebentisch die die ganze zeit super anstrengend hustet. Ich muss gleich gehen, das macht mich aggressiv. Mach’s mir einfach im Appartement noch bequem und gehe dann möglichst früh schlafen. Wobei jetzt schon 21 Uhr ist. We will See. Zu meinen 87km hab ich auch noch 10000 Schritte eben gemacht. Kannst nicht leiden wenn mein Schritte Konto leer ist obwohl ich super aktiv war.

Für morgen muss ich die Route noch mal gegen checken, noch duschen und n reel schneiden.

Das war der erste Streich.  Der zweite folgt sogleich.y