Tourabschluss

Dat wor et…

Finish…

Ziellinie erreicht…

Seit 8:15 Uhr befinde ich mich auf der Rückreise nach köln. Gemütliche 8 Stunden Bahnfahrt. Nicht meine liebste Rückreiseart aber manchmal geht es leider nicht anders.

870km sind es diesmal geworden. Dieses Jahr dann mal 2 kurze Touren statt einer langen, weil ich anders keine zeit hatte. Und bevor ich wieder wie die letzten beiden Jahre alles gecancelt hätte hab ich die Gelegenheit diesmal genutzt und bin endlich wieder rausgekommen.

Der ursprüngliche Plan war eine Schwedentour mal im Sommer zu machen. Für einmal rum brauche ich aber mindestens 2,5 Wochen am Stück. Das hat leider nicht in meinem Terminkalender gepasst. Nach Bornholm wollte ich auch unbedingt noch mal. Deshalb gab es dieses Jahr ein bisschen Ostsee, ein bisschen Dänemark und ein bisschen Schweden. Wenn man so drüber nachdenkt komplett irrsinnig dass man an zwei Tagen das eine Land rauf und das andere wieder runter fahren kann. Eigentlich liegt alles so nah und es geht auch alles ohne Auto oder Flugzeug. 

Da ich einige Fährverbindungen in der Tour eingeplant hatte, habe ich öfter etwas weniger Kilometer kalkuliert. Im Schnitt aber trotzdem ca. 100km am Tag und somit Not so bad. 

Diesmal durfte ich mich über etwas besseres und vor allem wärmeres Wetter freuen, als im April, als es durch Holland ging. Etwas Regen und viel Wind waren dennoch mit dabei aber alles in allem viel viel entspannter zu fahren. Und das obwohl hier zum Wind auch noch die Steigungen dazu kamen. In Holland war ich zu sehr damit beschäftigt überhaupt anzukommen und gegen das Wetter anzukämpfen, dass ich gar nicht richtig runterkommen konnte. Hier in Dänemark und Schweden fühle ich mich aber grundsätzlich auch viel heimischer und wohler, da fällt mich das entspannen auch bei anstrengenden Etappen nicht schwer. 

Die Tour war so geplant, dass ich generell in bekannten Gefilden unterwegs war, aber immer wieder auch Abschnitte und Routen die ich noch nicht zuvor befahren hatte. Der Teil von Kopenhagen weiter nach oben zum Beispiel war vollkommen neu. Von Rostock aus bin ich auch noch nie mit der Fähre gefahren. Und zwischen Malmö und Ystad bin ich vorher nur inländisch gefahren und hab die wunderschöne Route am Meer lang zuvor immer verpasst. 

Ich wäre gerne mal richtig ins Meer gehüpft. Bin aber grundsätzlich auch nicht so der Ostseefan. Die raue Nordsee mit richtig Wellengang finde ich viel interessanter. Immer wen ich hier Meer gehabt hätte, war es grad zu gezogen oder komplett veralgt. Naja muss ich eben nochmal so ns Meer fahren dieses Jahr :-p 

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Ich hab dieses Jahr mal zwischendurch auch Videos aufgenommen und schneide das ganze in den kommenden Tagen/ Wochen zusammen. Ich weiß, dass viele von euch lieber Blog lesen statt Videos zu schauen, ich wollte diesmal per beides versuchen, weil ich denke, dass im Video eine viel bessere Live-Emotion und Reaktion rüber kommt. Ihr wolltet doch eh schon alle immer mal mit mir mitfahren oder? Deshalb eben auch die lustige Stange aufm Helm nach er mich so viele immer fragen. Ist aber auch ein ganz schöner Zeitfresser wenn man immer dran denken muss Material für alle Kanäle zu produzieren, jeden Abend alles exportieren und bearbeiten und später alles Schneiden. Oft fuhr ich auch irgendwo vorbei und dachte ach das wäre cool fürs video… und dann war ich aber so gut im Tritt dass ich nicht schon wieder anhalten wollte. 

Auf dem bike ist man größtenteils immer ganz für sich, hat zeit zum Nachdenken und kreative Ideen sprudeln lassen. Trotzdem ist es immer besonders schön, wenn man mit anderen auf Tour ins Gespräch kommt. Entweder mit anderen Radreisenden so wie Anne und Volker aus Köln oder Einheimischen in den Unterkünften oder im Restaurant. 

Auf meinen Radtouren trink ich ja immer sehr gerne Bier aus der Region. Dieses Jahr hatte ich versucht noch in jedem Ort eine Brauereibesichtigung zu organisieren. Hat nicht überall geklappt, weil viele gerade keine anbieten wegen umbau oder Corona. Ich hab es aber glaube ich dennoch ganz gut geschafft mir in jedem Ort eine Spezialität zu organisieren. Die Bierwanderung auf Bornholm und die Führung bei Störtebeker waren sicher Highlights.

Gestern kam mir mein Rad unheimlich schwer vor. Vielleicht weil ich 3 Flaschen Gin, eine Dose Bier und eine Flasche Öl geladen hatte. Heute morgen kam es mir dann wieder alles viel leichter vor komischerweise. Hätte eigentlich noch gern einen Gin aus Stralsund/ Rügen mitnehmen wollen oder Gläser aus der Brauerei. Vielleicht komm ich nochmal wieder 😉 Ich habs auch leider nicht in die Altstadt geschaut. Aus der Ferne erschien mir diese aber sehr schön zu sein. Und ab Montag wird da auch der neue Boulevard eröffnet und Störtebeker darf Besucher durch die neue Abfüllanlage führen. Würde sich also lohnen nochmal hinzufahren. 

Alle Wege fürn nach Rom und irgendwann zurück nach Köln. Ich freu mich schon auf das frisch gezapfte Gaffel am Dom. So will es die Tradition.

Hier noch ein paar Facts in Zahlen für euch:

Gefahrene Strecke mit dem Rad: 870 Km

Fähre: 222 km

Kalorien: 15.470

Höhenmeter: 5300

Länder: 3

Cheerio Friends!

Kiel bis Stralsund: Tag 9 – Von Rønne nach Tribseer – 53km (Fähre: 102 km)

Nach einer kurzen Nacht, war ich früh wieder unterwegs. Meine Knie haben nach dieser ganzen Berg und Wind-Etappe schon sehr gelitten und es schmerzt.

Ich bin nachdem ich endlich trotz des Lärms der Nachbarzimmer eingeachlafen war, nach einer Stunde wieder aufgewacht, weil mein linkes Nasenloch zu war und ich plötzlich leicht klaustrophobisch in dem Unteren bett war. Bin dann aufgestanden und hab entscheiden nach Oben umzuziehen. Das war wesentlich besser. Eigentlich schlaf ich auch immer mit offenem Fenster. Aber ich war im Erdgeschoss und der Wald nebenan das war mit zu spooky.

Auf die Fähre konnte mn einfach so draufrollen. Keine Kontrollen. Schon bisschen kurios. Die Räder durften 30 min. vorher drauf. Dadurch konnte ich erstmal alles erkunden und einen guten Platz mit Steckdose suchen. Hier gab es leider keine tolle BarristaTheke und co wie auf der anderen Fähre. Ok einfacher Kaffee wird es auch tun.

Nach 3 Stunden war der Hafen von Sassnitz in Sicht. Ich hätte noch zu den Kreidefelsen fahren können, aber ich hatte ja noch eine Verabredung zum Bierverkosten. Der Weg war teilweise katastrophal weil er über die offene Schnellstraße führte. Keine ahnung wer sich das ausgedacht hat. 10 km vor Stralsund erschien links eine art scheune. Zuerst sah ich nur diesen Marktverkauf. Und dahinter kam dann die Inselbrauerei zum Vorschein. Musste ich natürlich anhalten und auch ein Bier trinken. Ich wollte das was mit Meersalz gebraut ist. Und das war eine gute Wahl. Ein Glas gab es auch geschenkt dafür dass man sich zum Newsletter vor Ort angemeldet hat. Sehr nice. Ich hätte gern alles mitgenommen und noch 3 weitere Biere getrunken. Ging aber ja nicht. Dafür gibt es online versand.

Ich hatte im Navi irgendwie die falsche Adresse eingegeben, weshalb ich noch 2 km extra drehen durfte. Im Hotek musste ich erstmal checken wo ich danach hin muss. Störtebeker war 2,5km entfernt. Das blöde: ich wollte im Anschluss auch da essen, aber mein Hotel gewährte nur bis 20 ihr zugang zum Innenhof. Ich parke jetuzt einfach draußen in der Hoffnung dass diese nacht niemand auf die Idee kommt am Bahnhof Räder zu klauen.

Die Führung und das Tasting war ganz nice. Vieles was man schon von anderen Brauerein kennt, aber auch einiges neues interessantes. Es gab 5 Biere zu probieren und im anschluss war ich mit einer Familie noch im Brauhaus nebenan. Die hatten reserviert und als ich sagte ich will auch hin, haben sie gesagt ich kann mich zu ihnen gesellen. Ich hatte noch 2 Bier, eine Fischsuppe und einene Veggiburger. Dazu noch einen Meerbrand, weil was muss das muss.

Jetzt bin ich im Hotel und morgen um 8 Uhr geht schon mein Zug zurück nach Köln. Einmal umsteigen in BErlin. Ich hoffe es klappt alles.

Kiel bis Stralsund – Tag 8 – Von Allinge-Sandvig nach Rønne – 70 KM

Ich war wieder super müde und bin sofort eingeschlafen. So nach ner Stunde aber wieder aufgewacht und bemerkt dass ich meine Tabletten noch nicht genommen hatte und mega Kopping. Vermutlich aber nicht vom Bier Haha. Ich konnte ja eigentlich auch ausschlafen weil ich keine feste Route heute hatte und auch erst um 10 auschecken musste. Ich hatte den plan noch kurz ins Meer zuspringen nachdem ich beim Leuchtturm war. Wie es das Schicksal aber so will, war die Sonne weg sobald ich das Rad aufgeschlossen hatte. Gestern Abend waren super viele Räder am Hotel angeschlossen und aus viel mehr Leute beim Frühstück. Besonders viele Kinder. Wahrscheinlich die Fahrradreise-Gruppe die gestern aus dem Bus geworfen wurde. Die meisten natürlich mit E Unterstützung. Man sieht wirklich wenige ohne. Und mal eine ernst gemeinte Frage: ist es eigentlich mittlerweile Pflicht einen Rückspiegel am Fahrrad zu haben? Hier fährt niemand ohne ey. Es schaut aber auch niemand rein. Wann immer ich an jemanden ranfahre und überholen will – keine Reaktion. Naja überhole ich halt andersrum. 

Der Weg zum Leuchtturm ist super schön. Ich hatte das irgendwie länger in Erinnerung. Da waren morgens schon einige Spaziergänger. Leider auch sehr viele Gewittertierchen. Anscheinend weil es sich so zugezogen hatte. Kein plan. Bin dann erstmal ins Landesinnere gefahren und bekam direkt den Wind ab. Mir war schnell klar, dass das a) nicht so schön ist hier auf der Straße zu fahren und b) sehr sehr anstrengend werden wird. Es gab aber keine alternative. Ich kämpfte mich berge gegen den Wind hoch und es ist wirklich unsexy wenn man auch bergab pedellieren muss. Ab Klemensker gab es wieder einen Fernradreiseweg. Leider auch nicht ewig weit. Ich wollte zum größten innländisch liegenden Ort Aakirkeby.

Von da aus dann zum Geografischen Knotenpunkt. Hier die Erklärung dazu: 

„Eine geografische Besonderheit ist Bornholms geografischer Knotenpunkt (dän. Geografisk Knudepunkt). Ein Granitstein markiert im Süden Bornholms nahe des alten Bauernhofes Slusegård die Stelle, an der sich der 55° nördlicher Breite und der 15° östlicher Länge treffen. Damit ist Bornholm der Punkt Dänemarks, an dem die Sonne um 12 Uhr mittags direkt im Süden steht. 

Der 15° östlicher Länge ist auch für die mitteleuropäische Zeitzone maßgebend. Da dieser auch direkt durch die bornholmer Hafenstadt Gudhjem verläuft, wird die Zeitzone in Dänemark auch „Gudhjem-Zeit“ genannt. Durch die weit östliche Lage geht die Sonne auf Bornholm eine halbe Stunde eher als auf Jütland auf und wieder unter. In der Zeit vom Mai bis August treten nördlich des 55° nördlicher Breite die weißen Nächte auf. Vom Granitstein sind es bis zum Äquator 6.105 km und zum Nordpol 3.885 km.“

War halt unspektakulär aber einige Leute waren auch bei dem blöden Wetter dort. Ein kleines Café ludt noch zum Verweilen ein. Wenn man weiter durch ging, kam man direkt ans Meer. Leider sehr veralgt. Die Scharfe waren ganz cool. Die Kinder hatten ihren Spaß. Da auf dem Stück waren auch zwei verkappte Rentner auf E-Bikes die einfach keinen Platz machen wollten. Wie unverschämt. Keine Ahnung was da in deren Knüpfen dann vorgeht. Als ob denen der Radweg gehören würde. 

Ab da an war der Wind endlich gnädig. Ich fuhr in die richtige Richtung mit dem Wind im Rücken teilweise. Ich war aber auch leicht müde und kaputt von den letzten Tagen. Heute sind es 800km in 8 Tagen. Morgen nochmal 50 dann war es das auch schon wieder. Ich weiß jetzt aber auch warum mir manchmal der Hintern wehtut und manchmal nicht. Die neue Radhose die ich habe ist mega gut gepolstert. Die alte die ich als Reserve bei hab scheinbar schon durchgenudelt. Aber die fühlt sich eigentlich super an. Menno. 

Rönne hieß das Ziel heute. Weil morgen früh die Fähre um 8:00 Uhr geht und ich wollte keine 25km morgens vorher noch abrocken. Daher übernachte ich heute in der Jugendherberge… super Idee. Ich hasse es. Freu mich schon auf Stralsund wenn ich wieder mein eigenes Bad und Luxus habe. Ich komm auch mit wenig aus aber ein bisschen angenehm darf Frau es sich ja wohl machen. Zumal das jetzt alles andere als günstig war. Mehr wie 35 euro wär es eigentlich nicht wert. Ich zahle inklusive Bettwäsche einfach mal 93 euro. 

Dann ist mir noch ein Faupax bei der Rückreise passiert. Ich habe ab Kiel gebucht. Kein plan wie das passieren konnte aber Gott sei dank habe ich es heute bemerkt. Es gibt auch noch genau eine Verbindung mit freien Fahrradstellplätzen. Aber eben auch viel teurer als geplant. Warum mach ich das auch in den Ferien?

Ich war früher hier und konnte erst um 16 Uhr einchecken. War während des Regens im Aussenbereich eines Cafés. Da bin ich jetzt zum Dinner auch wieder hin weil es mich irgendwie angesprochen hat. Es ist arschkalt aber ich sitze trotzdem draußen. Gibt decken. Vorher war ich noch im MENY Supermarkt. Der hatte alles an Bornholm-Spezialitäten und ich hab mich nochmal eingedeckt. Jetzt hab ich 3x Gin zu schleppen. Super Idee Drewke.

Den Bericht schreibe ich meistens im Restaurant und die Bilder lade ich dann im Hotel dazu. Deshalb werde ich jetzt mal zahlen und schauen dass ich zum VENDREHEJM komme. Muss ja auch noch im Gemeinschaftsbad duschen… 

Kiel bis Stralsund – Tag 7 – Von Allinge-Sandvig bis Balka Strand: 93km

Heute starte ich ohne Gepäck und zur Abwechslung mal mit Frühstück. Da ich zwei Nächte in der selben Unterkunft bleibe kann ich alles etwas entspannter angehen. Was nicht so entspannt ist, ist dass ich mit mega Rückenschmerzen aufgewacht bin. Hatte bisher noch kein vernünftiges Bett auf Tour leider. Ausser Kopenhagen, das war super. So fuhr es sich nicht wirklich entspannt heute.

Ich wollte allerdings früh los weil ich gewissermaßen Zeitdruck hatte. Habe noch kurzfristig umgeplant weil der Wind zu krass war und ich Nicht wusste ob und wie ich zurück komme. Um 16 Uhr begann der Beerwalk da hab ich mich schon so sehr drauf gefreut. Ich wollte aber auch unbedingt an den Strand. Freizeit struggle 🤪

Bin um 8:10 Uhr los und es war noch recht frisch. Nach 5 km hab ich die Jacke aber schon ausgezogen. Der wind war extrem und ich hatte vorher schon die Richtung gecheckt. Deshalb habe ich auch nach den 5m km nochmal umgeplant und etwas kürzer von der Kilometeranzahl. Ich wollte bis Nexø und dann da an den Strand. Vorher noch durch Svaneke wo auch das Bier herkommt. Der wind kam größtenteils von der Seite. Solange ich auf der Gegenseite aber auch Radfahrer sah die easypeasy voranzukommen schienen dacht ich ok. Die Steigungen waren extrem. Genauso die Abfahrten. Nach jeder abfahrt dachte ich direkt ok Krass da musst du auf der Rückfahrt gegen den Wind wieder hochschrauben.

Ich fuhr bis zum Balka Strand und legte mich ein bisschen in die sonne. Im Internet stand schon dass es Teilwiese sehr talgig sein kann. Ich setze mich an ein Stück wo auch schon eine Familie im Wasser war. Es waren gar nicht die großen Algen die störten sondern vielmehr die winzig kleinen im gesamten Wasser. Und es was schweinekalt. Als ich gerade 2min aus dem Wasser draußen war, drehte ich mich rum und sah die Riesen schwarze Wolke auf mich zukommen. Plötzlich packten alle zusammen und sprangen auf. Ich dann auch. Übrigens lustig, dass einige an denen ich heute vorbeigefahren bin wie im tiefsten Winter gekleidet waren und dann daneben so Leute wie ich die Einfach permanent kurz tragen, einfach nur weil wir Urlaub haben. Ich finde im Juli muss einfach kurzes Trikot sein. Und Jacke bremst nur. 

Schon auf der Hintour gab es einige abzweige off-road. Als ich vom Strand wieder weg bin musste ich noch die Rücktour planen. Ich dachte mir ok der Wind ist der krass extrem wenn du pünktlich zurück sein willst fahr besser durchs Inland. Die wie es dir Tante Karin schon für Texel geraten hatte. Die Route war auch entsprechend länger. 50km sollten es sein. Die ersten 5 km waren schon ein harter Kampf. Der Wind hatte so extreme Böen drin dass fast nix mehr ging. Ich hab schon überlegt ob ich wen anhalten soll dass er mich mitnimmt. Ich hab gekämpft. Und dann nochmal umgeplant dass ich möglichst wieder an die Küste komme, wo ich wusste, dass ich Busse fahren. Meine Route führte dann  durch ein riesiges Waldgebiet. Auch hier die ganze zeit rauf und runter aber nicht so starker wind. Ich sah auch einige die Ihre Räder kontrollierten und flickten. Ich hoffe sehr, dass ich ohne Panne durchkomme. Durch das ganze geäst kann man ja nicht so sicher sein. Mir begegneten auch sehr viele Wanderer mit großen Rucksäcken. Die hab ich schon auf der Fähre wahrgenommen. Scheint auch bei Rucksacktouristen beliebt zu sein die Insel. 

Ich hab Panik geschoben dass ich pünktlich komme. Dann den Weg durch die Wälder war ich aber dann wirklich schon um kurz vor 15 Uhr wieder am Hotel nachdem ich sogar noch kurz beim Bäcker angehalten hatte.

Wollte noch zum Leuchtturm aber der weg ist doch etwas länger als gedacht. Hab mich dann noch kurz an den Strand gesetzt bevor ich zum Bierwalk los bin. Das war wirklich ne coole Sache, ich bin froh dass ich das so gebucht habe. Alle anderen waren Dänen. Deshalb sprach der Guide dann für mich englisch. Fand ich aber ganz nett so mit Einheimischen unterwegs zu sein. Eine hat hier ein Häuschen und ist hier aufgewachsen, lebt aber in Kopenhagen. Der Guide war auch super nett. Es gab 5 Biersorten. Am Ende eins mit 11% was ich eigentlich nie so mag aber das war echt interessant weil es mit Kaffee war. Die kleinen Probiergläschen durften wird behalten. Zuerst dacht ich noch ja ist klar nur so mini Dinger ich hab Durst Junge. Und am Ende war ich dann doch sehr gut dabei haha. Wir gingen eine kleine Runde durch Allinge. Und wir durften auch kurz in einen berühmten Konzertplatz rein. Wer hier auftritt wird mal ganz groß rauskommen. Fand ich sehr beeindruckend zu hören wer hier schon alles groß geworden ist. Platz für 1000 Euro in dem Garten und wohl alles legendär. Wir hätten dann in der Startkneipe noch weiter trinken können. Da gab es noch 18 Sorten Bornholm Bier vom fass. Ich musste aber etwas essen. Und bin dann scheinbar in den teuersten Laden der Stadt. Super lecker. Sambas mit Knobi-Öl und danach Hecht mit Erbsen und Kartoffeln. Sehr gut!

Für morgen muss ich noch planen wie ich es mache. Muss ja hier auschecken und woanders wieder ein. Das geht aber erst nachmittags. Hab schon ne grobe Route geplant. Mal schauen. Jetzt erst mal Füße hoch und erholen von dieser Bergetappe. 

Ich hab übrigens diesmal auch Videomaterial gesammelt mit noch mehr persönlichen Einblicken. Kommt aber erst nach der Tour online. also stay tuned.

P.S. Die Bilder laden hier irgendwie nicht. Versuche ich morgen nochmal. Hab jetzt keinen Bock drauf zu warten und das zu fixen.

Kiel bis Stralsund – Tag 6 – Von Malmö Hyllie nach Allinge-Sandvig auf Bornholm – 107 km ( + Fähre 71,3 km)

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In der Nacht hat es mega gestürmt und immer wieder geregnet. Ich war so müde dass ich von dem Film den ich angemacht hatte nur 2 Sekunden mitbekommen hatte. Als ich aufwachte hat mein Arm so dermaßen gejuckt von einem Stich , dass ich aufstehen musste um Fenistil Hydrocort drauf zu machen. Hat nix geholfen. Dann ne Tablette rein. Der Juckreiz hielt an aber irgendwann schlief ich wieder ein. 

Ich hab noch im Bett liegend gesehen dass zu meiner geplanten Abfahrtszeit eine dicke Regenwolke über Malmö zieht. Also machte ich etwas langsamer, plante noch nen Kaffee ein und fuhr dann erst um 8:30 Uhr los. Auch noch dicke Zeit, weil ich erst die Fähre um 14:30 Uhr bekommen wollte. 

Die ersten 35km kam der Wind gut von der Seite. Der Weg führte durch Felder und ging rauf und runter. Irgendwann hab ich dann eingesehen, dass es das mit Regenwolken war und hab endlich die Jacke ausgezogen. Hoffe, dass ich mich jetzt nicht erkältet habe wenn ich unter der Jacke immer so verschwitzt bin und dann der kalte Wind draufkommt. Bis Trelleborg lief es trotz wind ganz gut. Da gab es eine Riesen Baustelle, die mein Kommod noch nicht kannte. Konnte ich aber gut intuitiv umfahren. Was ist eigentlich mit diesen Hunden los? Warum meinen die man müsste Radfahrer anbellen und auf die zuspringen? Ein Glück wissen die meisten Hundebesitzer wie man die Leine richtig festhält

Ich finde es übrigens sehr nice, dass in Schweden die Straßenschilder alle Blau-gelb sind statt rot-weiß. Sehr patriotisch. In Köln ist ja eh schon alles rut-wieß :-p 

Die Radwege hier sind übrigens super angenehm ausgeschildert. Ich braucht eigentlich gar keine Navi. Bin auch größtenteils ohne Musik gefahren und hatte teilweise gar keine Stöpsel im Ohr. Besonders gefällt mir diese Ruhe hier auf Tour. Die Städte sind natürlich immer was lauter wieder aber zwischendrin ist es manchmal gespenstisch still wenn man durch kleinere Ortschaften fährt. Dann einfach mal durchatmen und den Kopf freibekommen. Deshalb mach ich das hier ja überhaupt. Und ja ich fahre wie jedes Jahr auch wieder alleine. Ich glaub andere würden das gar nicht länger wie 2 Tage mit mir aushalten. Wenns geht fahre ich schon Vollspeed. Und nicht selten wähle ich lieber die Abenteuerroute statt der geraden strecke. Andersrum kann ich gar nicht so langsam fahren wie manch andere fahren. Mein Rad läuft grad richtig gut. Was natürlich hauptsächlich an meinen Beinchen liegt, aber es ist halt auch einfach ein geiles Bike. Kurz vor Ystadt kam ein kilometerlanger Küsten und Strandsabschnitt. An einer Bucht konnte man wunderbar reinfahren, was ich dann auch tat. Super idyllisch. Ich wollte eigentlich mal kurz reinhüpfen, aber erstens dachte ich ich mach das abends auf Bornholm noch. Und zweitens wollte ich auch noch durch Ystadt laufen und musste mich am Fährhafen zurechtfinden. Letzteres war gar nicht so einfach. Da fuhren mehrere Fähren in verschiedne Richtungen. Zuerst stand ich vor dem Schalten nach Polen. Ich war mit meiner Verwirrtheit aber auch nicht allein. Eine andere Radreisende hielt mich an und fragte ob ich wüsste wo es langgeht. Da ich das nach minutenlangem umherirren ja herausgefunden hatte, half ich ihr gerne weiter und wir fuhren gemeinsam auf Deck. Ystadt fand ich jetzt nicht so super spannend. Ich hatte aber durch die Fährensache auch nicht so wahnsinnig viel zeit mehr.

Die Fähre war ein Speedboot, weshalb es auch keine Plätze oben an Deck gab. Jeder hatte sich hinzusetzen. Leute die das Buffet gebucht hatten, hatten extra Plätze. Ebenso Pendler, die hatten ein ganzes Abteil für sich. Ich suchte mir einen Platz mit Tisch und Steckdose. Hätte lieber draußen gesessen aber naja. Kurz nachdem wir losfuhren rutschte alles von meinem Tisch runter, weil wir auf einmal Schlagseite hatten. Leute die schnell Seekrank werden, sind auf dieser Fähre nach 2 min schon hinüber. Deshalb gab es auch an jeder Ecke Kotztüten. 

Die Überfahrt dauerte 1,5 Std. Un ich konnte nicht wirklich ein Video schneiden weil ich kurz überlegen musste ob ich nicht auch so eine Tüte benötigen würde. Ging aber dann doch. 

Von der Fähre runtergerollt ging es nach link Richtung Allinge. Das Stück unten am Meer entlang liebe ich extremst. Weshalb ich den gleichen Fehler machte wie als ich damals schon mal hier war. Ich fuhr auch wieder unten lang. Weil da was von Radweg steht. Das da am ende ein Stück durch den Wald führt wo man erstmal mit sehr viel Armkraft hochschieben muss steh natürlich nirgends. Das war schon sehr extrem und genau so hatte ich es auch in Erinnerung. Die Mühe hat sich aber sowas von gelohnt. Schönster Abschnitt überhaupt und vor lauter „hach“ und „och“ kam ich gar nicht vorwärts. 800 Fotos und Videos später versuchte ich Dann endlich mal zur Unterkunft zu kommen. Der Weg dahin kam mir schon komisch vor. Und dann wusste ich auch warum. Ich habe gar nicht das Hotel von Damas gebucht sondern einen Ort weiter. Hier in Sandvig gibt es keinen Supermarkt, nur einige wenige Restaurants und auch sonst nicht viel. Musste ich mich also nochmal aufs Rad schwingen und die 1,5km weiter fahren. Da in meinem Zimmer ein Kühlschrank vorhanden ist habe ich ein paar Bier im Supermarkt gekauft von der Svaneke Brauerei. Kann ich schon vor dem Bierwalk mal testen. Das Hotel ist aber sehr süß und ich kam noch pünktlich um von der Dame an der Rezeption persönlich empfangen zu werden. Sie erklärte mir kurz alles und schloss dann die Rezeption für den Tag. 

Ich wollte unbedingt zum Fischbuffet. Leider landete ich auch hier nicht bei dem wo ich eigentlich hin wollte. Vor ein paar Jahren war ich wohl noch ein paar meter weiter. Naja war ich für ne Stunde in ner Einheimischen-Kaschämm und hab sogar ein mega großes Bier vom Fass bekommen.

Als ich raus bin tröpfelte es schon wieder. Ich beeilte mich zum Hotel zu kommen und als ich gerade ankam ging es schon wieder richtig los.

Ich muss jetzt noch meine morgige Route planen. Da ich um 16 Uhr den Bierwalk gebucht habe und auch gerne noch an den Strand möchte, muss ich schauen wie sich alles vereinen lässt. Wären 100km ich muss aber auf jeden Fall pünktlich sein. Evtl fahre ich dann morgen früher los. Gibt allerdings Frühstück…

Mal schauen.ich will in jedem Fall ins Meer. 

Ein bisschen verrückt ist meine Tour ja schon. Vorgestern noch Dänemark, gestern Schweden, heute wieder Dänemark und alles hunderte Kilometer entfernt.

Kiel bis Stralsund – Tag 5 – Von Vesterbro nach Hyllie Malmö 122 Km

Kleiner Tipp: Immer vorher Fähren checken: https://faehren.net/routen/faehre-helsingor-helsingborg/

Wo fang ich an? Während ich das schreibe sitze ich in der Sauna. Nicht in der in der ich ursprünglich sitzen wollte, weshalb ich mich eben ziemlich geärgert habe, aber dazu später mehr.

Ich war relativ früh wach und hab mir meinen löslichen Kaffee mit dem Wasserkocher gemacht. Ds Bett so direkt am Fenster fand ich schon sehr nice, da hätte man auch noch locker 3 stunden liegen bleiben können. 

Mein Fahrrad stand noch schön brav in der Garage wo ich es abgestellt hatte. Mir war da nicht so ganz wohl, weil ich nix zum anketten hatte. Losgefahren um kurz vor 8:00 Uhr bei Sonnenschein und sehr viel Wind. Machen wir es kurz: ich habe heute sehr oft die Jacke an und wieder ausgezogen. Die erste Schauer bracht über mich herein als ich mir gerade beim Bäcker noch dänischen Kuchen und einen Ingwershot gekauft hatte. Der Abschnitt von Kopenhagen etwas ausserhalb ist übrigens wunderschön. Irgendwie ganz anderer Style und Feeling. Andere Leute unterwegs und coole Läden. Ich muss mal nachschauen ob das ein besonderer Abschnitt ist. Natürlich kam ich auch bei TUBORG vorbei. Das wurde mir gar nicht angezeigt als ich auf der Suche nach Brauerei in Kopenhagen war. Ärgerlich. Wenn ich mal zeit hab schau ich ob ich da eine Führung hätte machen können. Dann ist das fürs nächste Mal geplant. An einer riesigen TUBORG-Flasche kam ich auch vorbei. Die wurde mal den Tivoli gestiftet oder so. ich fands cool.

Der ganze Abschnitt an der Küste war mega nice. Ich konnte mich gar nicht satt sehen an den vielen tollen Häuschen und das ganze maritime Feeling. War irgendwie wie die Hamptons von Dänemark. Jedes Haus hatte auch seinen eigenen privaten Steg ins Meer. Und alles war sehr clean und geordnet. 

Ich hab übrigens gestern glaube ich überhaupt nix zu den getrunkene Biersorten gesagt und auch sonst sehr wenig zu Kopenhagen. Ich war einfach zu müde und kaputt. War froh dass ich überhaupt was geschrieben bekommen habe. Ist schon immer noch Arbeit dann am Abend. Ich werd da noch was zu schreiben, seht es mir nach.

Also da die dänische Seite hochfahren fand ich auf jedenfalls wundervoll. Allein die Vorstellung, dass man da wohnt und dann morgens einfach mit einem Handtuch zum Steg runtergingen kann, ne runde im Meer schwimmt und dann frisch in den Tag startet. Maximale Liebe für Leute die diese Möglichkeit haben.

Ich hatte noch gut 11km bis zur Fähre, wollte aber ja auch auf jeden Fall noch das Schloss etwas näher anschauen. Ich sah eine Riesen schwarze Wolke links von mir und dachte noch ok die Straße ist schon nass dann wird die wölke wohl wegziehen. Und auf einmal PAMM sowas von Platzregen! Der kleine Baum den ich zum unterstellen aufgesucht habe war weniger dienlich. Ich war drissnass. In der Regenpause schaute ich dann doch mal nach der Fährverbindung und geriet kurzzeitig in Panik. Die 10 Uhr Fähre war schon durch (weil ich an jedem Stein für Fotos anhalten musste) und die nächste sollte um 14 Uhr erst fahren. Daraufhin bekam ich einen Fluch und Schreianfall, weil das bedeutet hätte, dass ich erst um 14:30 Uhr in Schweden hätte weiter fahren können. Und da standen noch 70km auf dem Tacho. Die Überlegung stand im Raum, ob ich zum Schloss fahre und dann den gleichen weg wieder zurück, um dann doch die Bahn nach Malmö zu nehmen. Ich hab zwar laut gebrüllt, aber es hielt sich noch in Grenzen. Ein Glück habe ich meine Tage nicht sonst wär das schlimmer ausgegangen. Generell keine gute Idee so eine Tour zu machen wenn man hormonell am Anschlag ist. Kann ich nur von abraten. Aber ich kann es mir auch nicht immer so aussuchen wann ich fahre also wird es manchmal etwas emotionaler :-p 

Ich fuhr also weiter nach Norden. In Helsingoer angekommen stellte sich heraus, dass es eine Auto und eine Personenfähre gibt. Ich hatte die falsche angeschaut. Ausraster also unnötig Frau Drewke. Bin dann erstmal zum Slot. Da hat wohl Hamlet gehst oder so. Die Bilder die ich davon vorher angezeigt bekommen habe fand ich mega schön. Deshalb musste ich natürlich auch selbst näher ran. Man konnte auch rein. Aber da wusste ich nicht wie lang es dauert da durch zu wandeln und ich hatte ja eh schon Panik wegen der Fährverbindung und Weiterfahrt. Bin dann einmal mit dem Rad drum herum und sah dann wie sich die nächste schwarze Wolke anschlich. Für die Fotos nicht so schön, aber egal. Ich bin dann schnell zur Fähre, die eigentlich alle 20 min fahren sollte und stand erstmal gut im trockenen. Von dem Ableger gehen mehrere Richtungen raus. Als ich gerade schaute wo ich buchen muss, kam ein freundlicher Herr und fragte mich ob er mir helfen könne. Er schloss für mich sein Lädchen auf und verkaufte mir das richtige Ticket. Wir haben dann noch etwas geplaudert, weil die Fähre doch erst in 45 Minuten fahren sollte. Währenddessen hat er auch mit seinem Sohn telefoniert und ihm von meiner Tour erzählt. Beide halten mich für wahnsinnig :-p Die andere Fähre Fähre zu einer kleinen Insel. Da war ich auch schon mal. In dem Lädchen gab es diverse Spirituosen von dort. Ich habe natürlich Gin mitgenommen. Auch interessant: Die Schweden fahren öfter mal mit der Fähre ne kleine runde, weil sie da günstiger Alkohol kaufen können. Deshalb war niemand mit mir oben an Deck, sondern alle unten um schon während der Fahrt zu trinken… der eine der mit mir oben stand war auch leicht angetrunken und erzählte mir, dass er die strecke durchs Meer vor 20 Jahren schon mal geschwommen sei… ok! Die 5km Überfahrt war sehr schaukelig. Glaub unter Deck wäre mir schlecht geworden. In Helsingborg war wieder Sonnenschein. Der hielt aber nicht lang an. Die Jacke musste ich schneller wieder anziehen als das ich dreimal smörebröd sagen konnte. Ich weiß noch als ich die Tour mal andersrum gefahren bin. Da war ich nach 20km voller Power, nach 50 km komplett erschöpft und als ich nach 67km an der Unterkunft ankam hab ich erstmal ne Stunde geschlafen und dann jämmerlich geheult weil ich mich für die Tour nicht vorbereitet fühlte. Heute lief es eigentlich ganz gut. Ich fühle mich wirklich fit und komischerweise tut mir auch mein Hintern nicht weh. Auf dem Weg nach Malmö musste ich mich noch diverse Male unterstellen. Einmal war eine lange Strecke kein Baum und nix und ich hab die schwarze wölke immer näher kommen sehen. Hab so schnell getreten wie ich konnte. Und dann hab ich es noch grad zu zum Coop Supermarkt geschafft. Hab nen Proteindrink geholt. Ein kleines Schwedenmädchen kam mit seiner Mutter und fragte mich dann auf schwedisch, was das seltsames auf meinem Kopf wäre. Ich erklärte den beiden auf Englisch dass es für meine Kamera sei. Das passiert ungefähr 10x am Tag. Heute Morgen beim Bäcker auch. Mittlerweile zeige ich dann auch direkt Ergebnisse der Cam die ich aufm Handy habe. Es ist einfach sensationell was die drauf hat.

So kommen wir zum Ärgernis des Tages. Also schlimmer als das Wetter. Ich bin ein ausgesprochen großer Fan vom Ribersborgs Kallbadhus hier in Malmö. Allein deswegen habe ich Malmö als Zwischenhalt so gewählt. Und die ganze Tour freu ich mich schon darauf dort hin zu gehen. Zur Erklärung: es ist eine Sauna direkt am Strand mit einem Steg wo man sich direkt im Meer abkühlen kann. Ich Liebs so sehr. Naja jedenfalls kam ich nach etlichen weiteren Orkanböen endlich mal im Hotel an und wollte nur die Sachen ablegen und Handtücher holen. Da frag ich Kommod wie weit es noch bis dahin ist. Sagt es doc tatsächlich noch 5 weitere km. Ich ok dann lets go. Das Navi so: die kommst 3min vor Schließung an… meeeeeep.Ein Glück hat das Hotel auch eine Sauna die ich kostenfrei nutzen konnte. Vorher war ich aber noch im Supermarkt, weil das Restaurant vom Hotel Sonntags nicht geöffnet hat. Und im Supermarkt gab es kein gekühltes Bier. Nur alkoholfrei…. Whaaaaat?! Eigentlich wollte ich noch in eine Brauerei. Aber das war mir jetzt tot much. Ich war ja auch gestern schon in einer. Hier ist ein Frau im Hotel die regelt alles alleine. FRag mich wie das funktionieren soll und kann. Hab mir an der Bar noch n Bier gegönnt dann (für 6 €) und musste auch erstmal warten dass sie Zeit hat. 

Morgen gehts schon nach Bornholm Ich freu mich.

Heute sind es dann 534Km die schon auf dem Tacho stehen nach 5 Tourtagen. Mal schauen was noch dazu kommt.

Kiel bis Stralsund – Tag 3 – Von Stadtmitte nach Tappernøje – 92 km (+ Fähre 48,4 km)

Damit ich heute pünktlich die Fähre bekomme, musste ich um kurz nach 7 aufstehen und mich fertig machen. Die Fähre lag 10 Km entfernt. Mein Hotel, das B&B am Hafen, lag übrigens am GAFFELSCHONERWEG. Gab aber leider kein Gaffelkölsch :-p 

Als ich unten in der Garage gerade mein Bike beladen wollte. Kamen noch zwei weitere Radreisende die dasselbe vorhatten. Wir kamen beim Beladen kurz ins Gespräch und stellten fest, dass wir heute denselben Weg hatten. Mein Bike hat natürlich wieder Aufsehen erregt, also bevor wir losfuhren erst noch nen Plausch über Bike und Packaging. Ich fuhr schneller als die beiden und dachte je eher ich an der Fähre ankomme, desto schneller bekomm ich nen Kaffee. Leider gab es da aber nix in der Wartezone. Das Fährbüro ist für mehrere Routen aufgeteilt. Ich hatte mir vorher einen Blogbeitrag dazu durchgelesen und wusste genau wo ich hinmusste. Da wir gerade Hauptsaison haben kostet die einfache Überfahrt mit Rad 31 Euro. Ausserhalb der Saison nur 14,50 wohl. Die Überfahrt dauert ca. 1,5 Stunden. Unsere Fähre COPENHAGEN war noch nicht eingelaufen als wir ankamen und hatte leicht Verspätung. Wir nutzten die Zeit um uns weiter zu unterhalten und stellten fest, dass wir alle aus Köln kommen. Es ist verrückt. Anne und Volker sind von Berlin aus gestartet und reisen nach Kopenhagen. Hatte ich auch mal geplant die Route. Soll wohl empfehlenswert sein. Wir sind vom Anleger aus noch gut 10Km zusammen gefahren. Da ich aber schneller fuhr und scheinbar gar nicht langsam fahren kann… hielten wir noch für ein gemeinsames Foto an und wünschten uns eine gute Weiterreise. Voll schön solche Begegnungen auf Tour. Generell sind Radreisende ja ein besonderer Schlag Mensch. Heute haben auch viele wieder gegrüßt. So will es das Gesetz. Wenn dir ein Radreisender entgegenkommt Hand heben, Kopf nicken und lächeln. Weil wir durch den selben Wind fahren, dieselben Viecher auf der Sonnenbrille haben, denselben Staub schlucken und am Abend ganz genau wissen wie sich unsere Hintern anfühlen werden. Ich Liebs. Also wenn ihr zwei das lest: ich freu mich auf ein kühles After-Tour Kölsch mit euch 😉

Auf der Fähre hab ich mich erstmal in der normalen Kaffee schlänge angestellt. Als ich damit dann weiter lief, sah ich dass die Fähre einen eigenen Starbucks hatte. Wie crazy ist dass den bitte? Da genug zeit war hab ich mir also 2 Kaffee gegönnt. So viele Fahrräder waren auf der 9 Uhr Fähre gar nicht drauf. Wir hatten gedacht, dass da viel mehr wären. Bei der langen Überfahrt macht es ja Sinn möglichst früh zu fahren. Alternativ zum Tagesabschluss. Aber in Gedser hatte ich glaube ich auch keine freie und bezahlbare Unterkunft bei Booking gesehen.

Naja jedenfalls hatte ich doch etwas zu viel Kaffee getrunken, der auf die Blase drückte. Früher bin ich unterwegs nie auf Toilette oder den Busch gegangen. Vermutlich altersschwache der Blase… :-/ 

Wie dem auch sei: ICH BIN WIEDER IN DÄNEMARK Leute! Ich Liebs maximal. Diesmal bin ich ja wirklich nur 2 Tage hier dann geht es rüber nach Schweden. Ok Bornholm zählt halb auch zu Dänemark. Dafür dass es schon 2 Jahre her ist, dass ich zuletzt länger hier war, hätte ich das eigentlich länger einplanen müssen. Naja es ist so oder so wundervoll. Die Luft ist direkt ganz anders hier. Und der Wind auch. Auch wenn es windig ist, macht es mir nicht so viel aus. In Holland war es ultra anstrengend und irgendwie noch penetranter. Kann ich niemandem empfehlen der seine erste Tour planen sollte. In Falster kam ich an einem Bryggehus vorbei. Also einer Brauerei. War kurz davor anzuhalten, aber dann wäre ich keinen Meter weitergefahren. 

Die Route war heute nicht wirklich spektakulär. Viel an der E55 entlang. In Nyköbing bin ich mal runter zum Fjord, weil da auch eine Windmühle stand. Kam ein freundlicher Däne und meinte hey soll ich ein Foto mit dir und dem Fjord machen? Ja sicher gerne. Er fährt auch viel Mountainbike und wollte wissen wo ich herkomme, wieviel Kilometer und wo es hingeht. Durch den Umweg bin ich noch ein Stück auf der Panoramaroute gefahren. Die zieht sich ja durch ganz Dänemark. 

Die Fähre Rostock-Gedser habe ich noch nie vorher genommen, bin immer anders gefahren. Die 3km lange Brücke bei Vordingborg bin ich allerdings schon mal gefahren. Und zwar auf dem Weg nach Fehmarn. Da bin ich dann links statt rechts runter gefahren. Vordingborg ist ein schöner Ort, der eine Art Festung hat. Erinnert mich ein bisschen an Zülpich. 

Besonders schön ist es übrigens, wenn man 80 km gefahren ist und dann nochmal kurz vor Ende der Tagesetappe richtige Steigungen kommen. Braucht man nicht so wirklich. Aber die Abfahrten die dann als Belohnung noch kamen waren mega. Bis zu 43km/h zack! 

Ich wusste das in dem heutigen Ort der Unterkunft kein Supermarkt oder sonst was sein wird. Also hielt ich in dem Ort der 7km vorher kam kurz an um etwas zu trinken und ein paar Kekse zu kaufen. Währenddessen habe ich nochmal nachgeschaut und gesehen dass das einzige Restaurant vor Ort geöffnet hat und eine sehr gute karte hat. Weil ich mich darauf verlassen habe dann da essen zu gehen habe ich im Supermarkt nichts weiter mitgenommen. Die 7km zogen sich auch, sodass ich nicht nochmal zurück fahren wollte. Nachdem ich die Unterkunft inspiziert hatte und mein gekauftes Bierchen getrunken hatte, packte ich meine Tasche und ging die 300m bis zum Restaurant. Der Küchenchef war allerdings sehr hochnäsig und wollte die Tische nur ab 2 Personen rausgeben und erst recht nicht für Personen die nicht im Hotel übernachten. Ich wünsche dem Typ dass all seine 2er Tische heute leer bleiben und er kein einziges Gericht an ihnen verkauft. Was ein Idiot. Ich bin dann nochmal zurück. Hab mein bike geholt und bin zum 5km entfernten Pizzaladen gefahren, weil dieser heute nicht liefert. Das war anscheinend der Ort wo sich die Jugend hier trifft. Die Mofa gäng hat gut lärm gemacht. Wieder zurück habe ich meine Pizza auf meiner Veranda gegessen. Ich habe ein ganzes Häuschen für mich. Unten ist ein Steg wo man auch im Fjord hätte schwimmen können. Sah aber nicht so schön aus und war auch sehr flach. Mich hat irgendwas richtig fies am Oberschenkel gestochen. hab direkt Fenestil Hydrocort drauf gemacht und ne Allergietablette genommen. Ich fürchte aber dass da diese nacht noch mehr stiche dazukommen werden. Das Häuschen steht mitten in der Natur und hier schirtt alles mögliche rum.

Morgen soll es regnen. Das mag ich gar nicht glauben nach den letzten tollen Tagen 😦 habe ich keine Lust drauf. Je nachdem fahre ich morgen dann evtl. nicht zur Steilküste noch. Das ist ein kleiner Umweg auf der Route nach Kopenhagen. Aber es lohnt sich eigentlich sehr. Ich schau mal. Drückt die Daumen dass der Regen hinter mir bleibt…

Kiel bis Stralsund – Tag 2 – Von Travemünde nach Rostock – 107,5 km

Die Nacht war auch wieder nicht wirklich erholsam. Diese Nachbarin im Nebenzimmer hat mich wahnsinnig gemacht. Dann war genau vorm Zimmer eine Straßenlaterne und ich wollte dieses Rolle nicht ganz runterlassen, weil ich keine Nachttischlampe hatte. Alle paar Minuten kam ein Lastwagen vorbei und die Möwen kreischten in einer Tour. Einmal schaute ich raus als es hopfte und ein Schiff vor einfach vorbei. Beim Hafen in Blickweite sehr lustig. Die Kirchenglocken läuteten auch alle 15 Minuten. Auch um Mitternacht noch. Was soll das? Gibt es da keine Gesetze wegen Ruhestörung?

Ich bin um 8:00 Uhr pünktlich raus aus dem Zimmer und bin direkt rüber zur Fähre. Das Wetter war sehr wolkenverhangen aber super warm. Eigentlich da schon schwül. Die Fährfahrt mit Rad hat 1,10 € gekostet und ich konnte direkt drauf fahren. Ein bisschen Wind und einige Schotterwege haben mich heute etwas ausgebremst. Dennoch war meine Gesamtgeschwindigkeit heute nochmal schneller als gestern. 

Es ging sehr oft auf und ab. Hügel hoch und wieder runter. Bei der Schwüle nicht uransträngend. 

Woran merkt man dass man im Osten angekommen ist? Die Ampeln verwandeln sich in Ampelmännchen 😉 

Ich liebe es übrigens wenn die Straßennamen durch die man fährt oder an denen man vorbei radelt „Strandweg, Seeblick oder irgendwas mit Meer lauten. Da möchte ich immer direkt abbiegen und zur nächsten Bucht fahren. 

Unterwegs hatte ich kurz Panik, dass mein Getriebe kaputt ist. Ich konnte nicht mehr treten. Bin abgestiegen und sah, dass meine Fleecejacke, die ich in eine der Seitenhalterungen gepackt hatte in die Kette gerutscht war. Super Driss. Kam aber gut wieder raus. Muss morgen aber wohl mal nachfetten. 

Sehr schade, dass es heute so diesig und bewölkt war. Sind die Fotos nicht so sonnig :-p Unterwegs hab ih einmal kurz runtergeschaut und gesehen dass eine Biene auf meinem Oberschenkel sitzt. Kurz Panik, dass die schon gestochen haben könnte. War aber alles gut. 

In Wismar war ich schon auf einer Tour. Ich hab die Erinnerung daran allerdings als Rostock abgespeichert. Keine Ahnung warum. Da konnte man damals auch sehr gut am Hafen sitzen und Essen. Ich war ja wegen meines Steißbeins und der eingeschlafenen Finger damals im Krankenhaus auf Tour. Das war dann wohl Wismar statt Rostock. Hinter Wismar habe ich mir einen Supermarktparkplatz gesucht und mir in einer Bäckerei erstmal nen Kaffee geholt nach 49Km. Die Verkäuferin wollte für einen großen Filterkaffee 3 euro. Mir war da gerade alles egal, Hauptsache nen kleinen Kick. Und die Kollegin von ihr im Hintergrund so: 3 Euro? Wirklich? Im Nachhinein fand ich es auch sehr unverschämt aber naja.

Ich denk übrigens die ganze Zeit, dass ich heute Bremen als Ziel hätte. Keine Ahnung warum. Bremen fand ich aber auch sehr nice. Da würde ich auch gerne noch mal hin. Die Brauerei vor Ort heißt hier ROSTOCKER. Leider bieten die aktuell keine Führungen an. Wohl noch von Corona so abgespeichert. Trink ich mein Bier eben woanders. Ich finds sehr lecker. Deshalb gab es erst an der Fischbude eins ausm Plastikbecher und dann noch eins im Restaurant. Da konnte ich mich heute nicht wirklich entscheiden. Ich wollte ja Fisch und ich wollte draußen sitzen. Bin die ganze zeit hin und her gefahren und war mir nicht sicher. Letzten Endes bin ich im Hafen gestrandet und hatte einen mega guten Fischteller. Teuer, aber lecker. 

16 km vorm ziel hab ich noch beim gestoppt. hätte mich noch einer Führung anschließen könen aber ich war schon sehr müde und wollte etwas zu essen.

Ich war um 15:30 Uhr im Hotel. Ein B&B mit Schallisolierung und Klima. Diese Nacht werde ich sehr gut schlafen. Da bin ich mir sicher. Grad sitz ich noch im Restaurant und überlege ob ich noch ein Maßlower Bier trinken soll bevor ich ins Hotel fahre zum duschen. Ich bin ja nicht zum Spaß hier. Jedes Bier muss getestet werden. 

Als ich durch die Stadt gefahren bin hab ich erst im Saturn noch eine weitere Speicherkarte gekauft. Sicher ist sicher. Da kam ich auch an einer coolen Rooftopbar vorbei. Das hätte ich auch gern gemacht. Aber das ist schon wieder ein Stück weiter weg.

Morgen muss ich nach 20km auf die Fähre. Dann geht es rüber nach Dänemark. Ich will die Fähre nehmen die um 9 geht. Kann das Ticket nicht vorher kaufen. Wäre gut wenn ich um 8:30 da wäre. Also muss ich früh auschecken. Eil die nachte geht erst um 11. So lang will ich nicht warten. 

Auf dem weg zum Hotel hab ich noch im edeka gejhalten und Rostocker Gin gekauft. viel zu schwer zum mitnehmen aber so what. Mich stört ein bisschen die Firmierung „Männerhobby“… hallo! das ist auch ein Frauenhobby!

Kiel bis Stralsund – Tag 1 – Von Brunswik nach Travemünde – 75,7km

Der Tag begann früh – sehr früh. Um 3:30 Uhr klingelte der Wecker. Soweit hatte ich schon alles bereit gelegt aber für den letzten Check natürlich noch alles 3x durchgehen bevor die Taschen verschlossen werden konnten. Noch nen schnellen Kaffee und dann ab zum Bahnhof. 20 min vor Abfahrt war ich da. Der Zug war pünktlich. Die Stellplätze sind nicht für so dicke Reifen gemacht, weshalb ich etwas Mühe hatte das Fahrrad richtig einzuhängen. Ein weiterer Radreisender stieg dazu. Als der Schaffner kam stellte sich heraus dass er eigentlichen Wagon 1 musste oder sein Rad umhängen sollte. Ich bot ihm an die Stellplätze zu tauschen, sodass mein Rad nicht mehr die volle Last auf den Speichen hängen hatte und er nur eins aufrutschen musste. Er steigt auch in Hamburg aus und fährt dann von Flensburg die Ostsee runter. Vielleicht begegnet man sich ja noch mal. Unterwegs schoben zwei junge Damen zwei Räder rein und stiegen selbst wieder aus. Wenn die Räder mal ne Auszeit vom Fahrer brauchen…

Die Umstiegszeit von 8 Minuten schwankte während der Fahrt mehrfach, sodass ich mich schon drauf einstellte, dass ich im Reisezentrum Hamburg noch umbuchen muss. Dem war aber nicht so. Der nette Mit-Radreisende half mir noch das Rad runterzuholen und wünschte mir viel Erfolg bei der Weiterreise. Ich hab die Beine in die Hand genommen und war flux von Bahnsteig 11 rüber auf Bahnsteig 7 3/4. Weil der Zug hielt nicht IM Bahnhof sondern schon ausserhalb. Weil ich keinen Plan hatte welcher Wagon für Fahrräder war bin ich in den erst besten rein bevor die Türen nicht mehr aufgingen. Und dann blieb er noch weitere 7 Minuten stehen, weil ein vorausfahrender Zug Probleme hatte. Also alles ganz entspannt mit dem Anschlusszug. Ich bin die Stunde bis Kiel dann im Zwischengang stehend gefahren. Bloss nicht riskieren irgendwo raus und nicht mehr reinzukommen. Kiel war ich schon mal für einen Job und fand es sehr hässlich. Deshalb bin ich vom Bahnhof aus auch direkt auf die Route gefahren. Abfahrt war um 11 bei bestem Wetter. Erst mal Sonnenbrille an und Abflug.

Diese ganzen Ostseestädte verbinden alle immer Dänemark, Schweden und Meck-Pomm miteinander. Ich mags. Von den ganzen Reisen, die ich bisher unternommen habe mit meinem Bike, habe ich unzählige Bilder und Erlebnisse in meinem Kopf. Mehrmals täglich komme ich an Ecken oder Straßen vorbei wo ich denke „sieht aus wie in Schweden an dem einen Tag wo es sich so gezogen hat“ Oder „hey diese Straßenführung erinnert dich sehr an Dänemark wo es mal die ganze zeit durch Felder ging. Heute haben mich sehr viele Wege an Schweden, Rügen und Bornholm erinnert. Ich Speicher das aber nicht als Vergleich sondern als eigenständige Erinnerung, wodurch weil ähnlich ist ja nicht gleich 😉 Heute musste man sich sehr oft nach oben schrauben bei so kleinen Hügeln und dann gab es ne coole Abfahrt. In Schweden werde ich das wieder die ganze zeit erleben fürchte ich. Aber ich fahre ja nur die Westküste runter da ist es nicht so krass wie im Landesinneren. 

Mein Bike ist übrigens weiterhin der stärkste Kommunikator überhaupt. Allein in der Bahn haben mich schon 3 darauf angesprochen. Wenn man an einer Ampel steht bemerke ich immer die bewundernden Blicke. Wenn etwas mehr zeit ist kommt man auch öfter ins Gespräch. Es ist einfach cool. Ich hab heute morgen mal geschaut ob es das noch zu kaufen gibt und bin auf eine interessante, weil ultimativ passende Beschreibung gestoßen. Siehe Bild.

Und heute ist es richtig gut gelaufen. Sehr leichtgängig. Oft 26km/h auf gerader Strecke. Mit Gepäck finde ich das gar nicht mal so schlecht.

Super schön fand ich PLÖN mit seinen Seen. Sehr idyllisch und auch das Städtchen war ganz nett. Da hab ich kurz Pause gemacht. So ne Seerundfahrt hätte ich auch nett gefunden aber das hätte zu lange gedauert… und ich wäre vermutlich noch verbrannter…. 

Ich bin heute erstmal durch Landesinnere gefahren und bei Scharbeutz erst ans Meer gestoßen. Auch ein sehr nettes Örtchen. Geht direkt in den Timmendorf Strand über… und alles irgendwie ein bisschen gehobener als der Rest. Auf meiner Tour 2018 war ich meine ich auch schon hier. Da bin ich andersrum nach Bornholm gefahren und ja leider nur über Nacht dageblieben. Das änder ich in diesem Jahr. 

Hier muss man ja überall Kurtaxe bezahlen. Damals war ich 20 Minuten am Timmendorf Strand und eine riesengroße schwarze Wolke zog auf. Hat sich richtig gelohnt die 3 Euro :-p Heute im Hotel musste ich die auch abführen und dachte mir gut dann kannste noch runter an den Strand. Aber ich hatte keine Lust mehr zurück zu fahren. Mal schauen wie es morgen läuft.

Mein Ziel war heute Travemünde. Netter Ort. Aber sehr touristisch. Da es schon zu Lübeck gehört, gab es hier natürlich auch ein Niederegger Café. Wenn in Lübeck, dann Marzipan-Torte bei Niederegger. Mega gut. Im Edeka habe ich noch ein Travemündener Pilsener gefunden. Für 2,90 gar nicht mal so günstig. Aber ganz nett. 

Auf dem Weg zum Hotel habe ich schon über die Promenade geschoben und einige coole Sachen gesehen. Deshalb musste ich auch unbedingt an einem Klamottenladen anhalten und ein Tuch kaufen. Ja ich weiß ich habe keinen Platz für zu viel Gepäck aber es war so schön. Ich hätte den ganzen Laden leer kaufen können. Das Hotel (MELISSA) ist über einem Restaurant. Weil ich morgen nicht erst um 8:30 Frühstücken möchte, habe ich gefragt, ob ich vorher auch nur einen Kaffee haben könnte. Nein das ginge nicht, weil alle Mitarbeiter aus Lübeck kämen. Ich könnte aber gern stattdessen heute Abend im Restaurant ne Pizza oder Pasta essen statt Frühstück.

Aha. Deshalb entschied ich dann da zu essen. Vielleicht auch ein bisschen Bequemlichkeit. Hab mich für Fish & Chips entschieden. Und die waren wirklich sehr gut. Ich war skeptisch. Aber die Preise sind schon heftig gewesen. Ich wohne übrigens genau gegenüber von der Fährstation die ich morgen früh nehmen möchte. Ich Fuchs. Ich hoffe allerdings das mein Bike dann noch da ist. Der Hof von denen hat hinten nix zum anbinden. Hab es jetzt mal am Geländer der Kirche festgebunden. Ist mir aber nicht geheuer. 

Ich hatte zuhause extra noch beide Speicherkarten geleert und die Akkus geladen. Heute war eine Karte defekt, die andere angeblich voll und die Akkus leer. Klasse Drewke. Muss morgen in Rostock ne neue Karte kaufen. Da will ich mich jetzt nicht drauf verlassen. 

Nachmittags hatte es sich vom Wetter her etwas zugezogen. Gott sei Dank aber kein Regen. 

Jetzt wird noch geduscht und ein paar Bilder selektiert für den Bericht. Dann schau ich mir die Route von morgen nochmal im Detail an und gehe früh schlafen. Gestern habe ich vor Aufregung kein Auge zugetan und musste um 3:30 Uhr ja schon wieder raus.

Das Essen gab es übrigens tatsächlich gratis statt Frühstück. Nur Getränke musste ich extra zahlen.Da das zweite Bier das ich bestellt hatte aber nicht kam, war das ein günstiger abend. Was allerdings hier gar nicht geht und ich wei0ß noch nicht wie ich die NAcht überleben soll, ist dass die Wände super hellhörig sind. Und nebenan sitzt ne Frau stundenlang auf Toilette. Hört sich an als wär sie in meiner Toilette. Ich hoffe dass das nachher aufhört sonst muss ich mit Ohrstöpseln schlafen.

Abfahrt Tour Nr. 2/2023

Köln Hauptbahnhof Pride month

Es geht los! In wenigen Minuten erreiche ich Kiel. Von da aus startet meine zweite Tour in diesem Jahr. Es geht über Rostock nach Kopenhagen, rüber nach Schweden, runter nach Bornholm und wird in Stralsund enden.

Ich freu mich auf 9 schöne Biketage mit hoffentlich wenig Nässe von oben, Wind nur von hinten und Sonne mindestens im Herzen.

Lets Go!

Tag 11 – Padborg bis Heide (91km)

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Ein letztes Mal heißt es alles zusammen packen und aufsitzen auf dieser Tour. Heute wurde auch mal der extra neu gekaufte Drybag gefüllt und angeschnallt. Passt perfekt. 

Das Wetter war sehr bewölkt aber stellenweise sonnig. Bin trotzdem mit Jacke gefahren weil war schon sehr frisch. Ich war guter Hoffnung, dass ich dem Regen davon fahren kann und nicht nass in die Bahn steigen muss. 

Die Grenze war gut 7km entfernt. Bin über die Grenzroute gefahren. Der Fahrradweg nach drüben war gesperrt also hab ich mein Rad an den Grenzpolizisten vorbei geschoben. Hinter mir kamen noch zwei Radler die fuhren einfach locker geschmeidig durch. Schienen auf dem Weg zur Arbeit zu sein. 

Was fällt als erstes auf wenn man in Deutschland ist? Die Auf- und Abfahrt zu Fahrradwegen ist nicht erleichtert durch kleine Rampen, nein man darf einfach rauf und runter knallen. In Dänemark wird sogar bei kurzfristigen Baustellen mit Umleitung darauf geachtet dass Radfahrer easy die Wege kreuzen können. Ich wollte eigentlich an der ersten Tanke halten und nen Kaffee kaufen. Kam aber irgendwie keine. Nach 25km dann ein Supermarkt mit Bäcker. Ich super, freu, reingestürmt. Stehen da 3 Muttis in der Schlange, können sich nicht entscheiden und die Verkäuferin verzweifelt. Ich auch auch Dreh mich wieder um und fahr weiter. Mega Kontrast auch plötzlich wieder Maske tragen zu müssen nach 1,5 Wochen ohne. War auch nicht nötig, ich saß ja den ganzen Tag aufm Rad an der frischen Luft. Und im Supermarkt war nie viel los, keine Menschenmassen auf der Tour. Nur in Aarhus in der Einkaufspassage. 

Bin dann weitergefahren und dachte ich stopp halt in Husum für nen Kaffee. Der Weg dorthin war echt nicht schön. Alle paar Meter Schilder dass der Radweg Schäden aufweist. Das seh ich selbst liebe Leute, da braucht es kein Schild. Vor allem merk ich es. Ein geholper sondergleichen. Da fährt man sich echt das Rad kaputt. Nach 20km bin ich auf die Straße gewechselt, das war wesentlich entspannter. Nach gut 7km winkt mich ne Polizeikontrolle rechts raus 😳🙄 das hatten wir doch schon am ersten Tag der Tour haha. Ich soll bitte den Radweg benutzen. Ich sag guter Mann das ist eine Zumutung, da kann man nicht fahren. Er sagt er kennt das Problem er wohnt ein paar Meter weiter und will da demnächst eine Eingabe zu machen. Trotzdem wäre es zu gefährlich für mich auf der Straße und ich soll bitte wieder auf den Fahrradweg. Fragte noch wo ich herkomme und ob ich ganz alleine reise. Jo, Veri ist ganz allein 1.144 km in 11 Tagen gereist. 

Nach 60km hab ich dann endlich mal für Kaffee gestoppt. Wäre sonst auch viel zu früh am Bahnhof gewesen. Noch nen Proteinriegel reingepfiffen und wigger. Das schlug mir allerdings irgendwie auf ne Magen…

6km vorm Ziel gabs nen spontanen Platzregen. Gott sei Dank fuhr ich gerade durch eine Baumallee und konnte mich kurz unterstellen. 

Am Bahnhof angekommen hatte ich noch etwas mehr als ne Stunde Zeit. Bin noch mal durchs Städtchen und hab mir später am Bahnhof nen grossen Café Crema geholt. Die Bahn war pünktlich und bis jetzt gibt es auch keine Komplikationen. Ich hoffe dieses Jahr komm ich ohne Verzögerung zurück nach köln. 

War eine schöne Tour, aber irgendwie doch zu kurz. Ging alles viel zu schnell. Dadurch dass ich die Unterkünfte nicht so flexibel buchen konnte war ich natürlich etwas eingeschränkt. Es ist einfach immer wieder wunderschön im Norden. Auch wenn das Wetter nicht immer mitspielt. Auf dem bike ist es natürlich schöner wenn die Sonne scheint, es trocken ist und der Wind nicht zu stark ist. 

Im RE war ne Frau die stieg schon mit vollgepisster Botz ein mit rollator. Setzte sich dann ins Fahrrad Abteil weil da viel Platz ist. 1,5 std fahrt. Ich hab immer geschaut ob was tropft nebenan. Als wir aussteigen mussten und sie aufstand plätscherte ne Pfütze vom Sitz mega ekelhaft! Sind ja stoffsitze. Jetzt frag ich mich immer ob schon jemand draufgepinkelt hat bevor ich mich setzte… 

Der Ausstieg war links so dass wir alle man eine Tür nach vorne mussten. Mit meinem breiten Lenker und Gepäck etwas schwierig aber irgendwie hat’s geklappt. War schon leicht panisch weil wir eh 7min Verspätung hatten. War sogar noch zeit um im Rewe2go Bierchen und Brezeln für die Fahrt zu kaufen. 

Der IC stand schon aufm Gleis, ist ja ein Kopfbahnhof. Allerdings waren Wagen 5 und 6 vertauscht so dass die Reservierungsnummern alle nicht stimmten. Hat mich leicht verwirrt. Das nächste Paar mit Rad was Einstieg meinte das passiert öfter einfach irgendwo das Rad aufhängen und hinsetzen. Schaffner hat auch nix gesagt. Ein netter Herr hat auch ungefragt direkt beim Reinwuchten des Rades angepackt. Super lieb. Jetzt sitz ich im mega schnell fahrenden Zug und schau noch mal alle Bilder der Tour durch. Vielleicht schaff ich es dieses Jahr ein Rückblick-Video zu erstellen. 

Bleibt zuletzt die Hoffnung dass ich gleich am Gaffel ein kühles Kölsch noch bekomme. 

Tag 10 – Kolding bis Padborg (74km + 12km)

Ich hab mega gut geschlafen und bereit für den Tag. Meine sieben Sachen waren wieder schnell gepackt. Vor der Abfahrt musste ich aber noch die Rezeption suchen und zahlen. Wieder so ein Laden der nur Dancards nimmt oder Visa. Ohne Visa kann man hier manchmal aufgeschmissen sein, wie sich etwas später am Tag erneut bestätigte. 

Da ich kein Frühstück gebucht hatte, wollte ich irgendwo anhalten und nen Kaffee trinken. Wenn ich aber einmal im Tritt bin ist das mit dem Angalten aber gar nicht so einfach, weil ich weiß dass ich mich dann wieder warm fahren muss. Also fuhr ich immer weiter und wollte dann in aabenraa am Strand halten. Auf dem Weg dahin überholten mich an einem Hügel klingelnd zwei Omis auf ihren e-bikes mit Spiegel am Lenker. Frechheit. Und auf gerader Strecke schleichen sie dann vor mir her. Hab ich einfach zurück überholt mit Muskelkraft. Als ich kurz anhielt und die Route zu checken fuhren sie wieder an mir vorbei und kreuzten dann vor mir die Straße sodass ich erstmal 2 Minuten auf verkehrsberuhigte Zone warten musste. Dauerte aber nicht lang da hatte ich sie wieder ein.

Hab mir an der Tanke bei bestem Wetter nen Kaffee geholt und bi. Rüber zum Strand. Schau ich nach links kommt ne Riesen dunkle Regenwolke an. Und dann tröpfelt es auch noch. Hab schnell die Jacke angezogen und bin rüber auf die andere Straßenseite in ein Bushäuschen. Die Pause hab ich für ein Telefonat genutzt. Leider aber den Stopp-Knopf an meiner Garmin nicht richtig gedrückt. Hat natürlich meinen Schnitt heut versaut.

Die restlichen 25km bis zum Motel zog die dicke Wolke vor mir her. Blieb Gott sei dann trocken aber man sah dass es überwall heftig geregnet hatte vorher. 

Das Motel liegt wie Motels so liegen an der Hauptstraße im nirgendwo. Ist komplett verlassen. Hab ne Mail bekommen mit einem Bezahllink. Wenn man über den die Zahlung tätigt bekommt man den Schlüssel Code für die Box. Großartig. Man kann wieder nur mit dancard, Visa oder Maestro zahlen. Meine Visa war nicht fürs mobile Banking freigeschaltet, musste ich mich umständlich über den Browser erstmal reinhacken. Hab glaube ich ne Dreiviertelstunde hier vertrödelt bis ich mal drin war. Jeder hat ne eigene Wohneinheit mit Bad und TV. Ich denk ich schlaf oben 🙂 

Als ich gerade wieder losziehen wollte stand n minihündchen in meiner Tür. Wollte sich mal umschauen. Bin die 6km zur Bucht gefahren und hab mir vorher im Rema1000 noch was zum snacken geholt. Ist wieder bergab. Kann ich gleich wieder Hochstrampeln. Hier ist es richtig schön. Mein Handy meint ich wär schon wieder in Deutschland. Die Grenze liegt vor mir im Wasser. Hab hier einfach 2,5 Stunden in der Sonne gechillt. 

Am Supermarkt nochmal kurz gehalten und n paar dänische Goodies zum mitnehmen gekauft. Bisschen schade dass es hier nur nen Rema gibt. Der hat allerdings das Müsli was ich so liebe. Draußen standen zwei Mädels sagt die eine zur anderen: schau mal solche dicken Reifen hätten wir gebraucht eben auf der sandigen Strecke… :-p Ausnahmsweise mal deutsche. Kurz danach kam ein Mann und staunte über mein Monsterschloss. Musste er sogar anfassen haha. Ja ja, ich weil ich hab schon nen geilen scheiss am Start :-p

Am Motel hab ich mich noch auf die Picknickbank in der sonne gesetzt und meine Kanelstang genossen. Meine direkten Nachbarn sind glaube ich Hardcore Alkoholiker. Den ganzen Kofferraum voll wein und Bier und nach dem Ausladen wurde erst mal n Schnaps getrunken. Er grüßt mich mit besoffski rotem kopp. Kurz darauf steigen sie wieder ins auto und fahren vermutlich essen… gut ohne Auto bekommt man hier auch nix zu essen mehr, aber schon sehr bedenklich.

Ich hätte heute eigentlich gerne noch mal so ein Essen wie gestern. Das war ultra gut. Ich hab übrigens noch mal nachgeschaut, die nette Bedienung hat mir tatsächlich nur das eine kleine Bier berechnet. Das große fehlt. Danke, es war köstlich. Mir würde übrigens in Köln im Traum nicht einfallen für ein normales Bier 7-9€ zu bezahlen. Hier vollkommen normal :-p und im Supermarkt kostet es grad mal 1€. Ganz Schöner Gastroaufschlag. 

So, morgen ist der Finaltag. Noch 90 km über die Grenze und bis Heide. Dann ab in den Zug zurück nach Köln. Ich hoffe es bleibt trocken. Mag nicht drissnass 6 Stunden Bahn fahren 😦 

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Tag 9 – Aarhus bis Kolding

Heute gibt es gar nicht so viel zu berichten. Ich bin um 7 aufgestanden und wollte zeitig los, weil ich wusste, dass es anstrengend wird. Mit 660 Höhenmetern und Wind aus der falschen Richtung ist nicht zu spaßen. Bevor ich losfuhr hab ich noch kurz ein Telefonat geführt. Es war relativ frisch so dass ich leicht verkühlt losfuhr. Es dauerte 11km um aus der City rauszukommen. Hier bin ich ja Gestern schon langgefahren. Heute morgen kam es mir leider noch ein wenig schmutziger vor als gestern. Aarhus ist cool, aber ich glaube man muss sich mehr mit der Stadt befassen. Ich war jetzt glaube ich schon 4x hier. Immer nur für eine Nacht. Es ist ein bisschen Klein-Kopenhagen. Aber irgendwie war mir auch schon wieder zu wuselig, weil eben Großstadt. Auf dieser Tour liebe ich die kleinen Ortschaften mit ihrem besonderen Charme. Insgesamt fand ich dieses Jahr leider etwas ernüchternd, weil ich gar nicht richtig am Strand und im Meer war. Das Wetter hat nicht wirklich mitgespielt leider. 

Als ich aus der Stadt raus war führte mich mein Navi auf die große Strasse. Gab noch ne Nebenroute bis zum nächsten Ort aber danach musste man wieder darauf. Ne Alternative gab es nicht groß. Nach 20 km musste ich noch mal telefonieren. Das hat mich gedanklich und körperlich etwas rausgerissen. Bei Wind und Hügeln wieder antreten kann manchmal ziemlich schmerzhaft sein. 

Horsens war der Nacht größere Ort wo ich Rast machen wollte. Da gab es richtig große Sterne Hotels und es schien mir auch eine Art Regierungsgebäude. Bin einmal durchgefahren und hab dann gestoppt für ne kurze Pause. Kam echt nur langsam voran heute. Mega mies. Nach 35km wollte ich schon aufgeben weil ich nicht mehr konnte. 

In Veijle gibt es die größte Steigung Dänemarks. Das Bild was mein Navi anzeigte hat mich gestern schon in Angst un schrecken versetzt. Einmal von 100m runter auf null und dann direkt wieder hochdrehten. Die Abfahrt war richtig geil. Auch ein schönes Städtchen irgendwie. Ich hatte allerdings Angst vor der Auffahrt. Die erwies sich als gar nicht soooooo schlimm. Ich hatte mir schon überlegt sonst abzusteigen. Aber diese Blöße geb ich mir natürlich äußerst ungern. Die nächste Rast wollte ich erst nach dem Kampf nach oben machen. Gab noch nen zweiten „Aufstieg“ da konnte ich aber auch gut hochschrauben. Für Rennradfahrer ist es wohl ein Traum. 

Das letzte Stück bis Kolding war ok. Noch einige Abfahrten und Aufstiege. Ich hatte noch kurz die Strecke etwas umgestellt, was mich plötzlich vor einem Riesen Transformer stehen ließ. Monströs gut. Kolding liegt natürlich auch in einem Tal. Problem: Mein Hotel liegt schon wieder ausserhalb, also muss ich erstmal wieder aus dem Tal raus. Diese Hügel machen mich fertig. Besonders so kurz vorm Ziel. Das Hotel liegt etwas versteckt. Wegen Corona liegen die Schlüssel wieder in einer Schlüsselbox. Das Zimmer ist sehr geräumig. Ich denke ich werde mein bike gleich mit rein nehmen. Sehr sportlich sich das Sporthotel nicht aus. Man kann wohl nebenan Bowling spielen und das Fitnesscenter benutzen. Ich hatte heute aber genug Fitness 🙂 

Bin nochmal runter in die City gefahren, weil ich noch was unter Leute wollte. Da wo ich letztes Jahr gegessen hatte ist gegenüber ein Cafe am Fluss das sieht sehr einladend aus. Bin einmal ne Runde gelaufen, hab im Foxe was eingekauft und bin jetzt da eingekehrt und genieße noch ein wenig die Sonne bei einem Bierchen. Und zum Abend gibt es klassisch dänisch Skjernskund (Scholle, Lachs, Krabben auf Brot). Wollte zuerst nix hier essen, aber ist wohl die letzte Möglichkeit schätze ich. Das blöde: gleich muss ich voltgefressen den Berg wieder hoch :-/ 

Morgen gibt es nur eine kleine Tour bevor es am Donnerstag wieder über die Grenze geht. Ich weiß auf jeden Fall jetzt schon, dass ich so eine Tour zukünftig lieber wieder an der Westküste enden lassen möchte.

Puh… zwei Bier und Drewke ist hinüber. Zuviel Sport und frische Luft verdirbt den Bier-Charakter :-p 

Tag 7 – Skagen bis Hals (99 km)

So dann stellen wir uns mal dem Regentag. Anders als die anderen Tage war heute wirklich konstant Regen gemeldet und mir blieb keine andere Wahl als da durch. Ich hatte ja mit den ersten Tagen noch richtig Glück. Wirklich viel bin ich nicht nass geworden. Das sollte sich heute ändern…

Gestern Abend habe ich mein Rad noch 3x hin und her geschoben um den Perfekten Platz zu finden, wo es so wenig Regen wie möglich abbekommt. Ich wäre ein richtig guter Pfadfinder geworden glaube ich. Hab geschaut von wo kommt der Wind, welche Wand bekommt am wenigsten ab. Als es dann anfing zu regnen als ich gerade duschen war, schaut ich aus dem Fenster und sah dass mein bike halbwegs trocken blieb – ich Fuchs. Heute Morgen regnete es beim Aufstehen unerwarteterweise noch nicht. Hab mich angezogen und fertig zum Frühstück gemacht und bin kurz runter um die Gin-Flasche in der Rahmentasche zu verstauen. Ich denke dort ist am wenigsten Eruption unterwegs. Hab mich entschieden doch nicht zum Outdoorladen um 10 zu fahren, sondern erst mal 55km bis Saeby durchzuziehen und dann dort in die Filiale zu hüpfen. Hatte soweit alles gut verstaut. Als ich grad wieder gut aufm Zimmer war kam natürlich ne schauer runter. Wenn man sich zu früh freut. Das Frühstücksbuffet war wieder super. Zwei andere deutsche Radreisende waren zeitgleich mit mir frühstücken. eins der Räder ist aber auf jeden fall mit E betrieben. Ließen sich ne große Kanne Kaffee füllen. Wär mich viel zu schwer mitzuschleppen. Ich konzentrier mich lieber auf Gin :-p 

Als ich losfuhr war nur so Nieselfieselregen. War auszuhalten. So nach 15km wurde es aber stärker, sodass ich nach kurzer zeit Driss nass war. Zu allem Überfluss habe ich heute morgen vergessen die Popocreme draufzuschmieren. Die ist so fettig dass man sich eigentlich immer die Finger danach waschen muss. Deshalb wollte ich erst unterwegs und komplett nass nicht anhalten. Nach 30  km kam ne Tunnelunterführung da hab ich mich untergestellt und mal kurz die Hose runtergelassen. Natürlich war die creme ganz ganz unten in den Taschen. Aber bevor ich mir nen Wolf fahre lieber das in kauf nehmen. Als ich aus dem Tunnel rausfuhr hörte es kurz auf zu regnen. Das war angenehm. Dauerte aber nicht lang. Neben dem regen kam auch der wind stärker sodass ich kaum vorwärts kam. In Saeby war es kurz trocken und ich habe sogar meinen Drybag bekommen. Winzig klein. Will da jetzt alles reinpacken wo ich weiß ich packs nicht mehr aus. bzw. am letzten Tag noch ein paar Einkäufe verstauen. 

Die gesamte Strecke war auf einer Nebenstraße wo es keine Unterstellmöglichkeiten gab. Vor allem wenn man auf so einem Stück bei dem Wetter im Wald anhält, wissen wir was passiert. Die Stecher kommen und zerfleischen dir die ganzen Beine. Sind sehr aggressiv hier. Als ich noch 26km vor mir hatte uns es mal kurz Regenstopp war, machte ich ein paar Diensttelefonate. Das war ein Fehler. Die letzten 25km schüttete es aus Eimern. Mega ekelhaft. 2 Rennradreisende kamen an mir vorbei mit sehr stylischen Socken und grüßten mich nett. Sie hatten nur Arschraketen angeschnallt. Wenn ich mein Macbook nicht mitschleppen würde, würde ich auch so easy reisen. 

Ich habs dann irgendwie zum Hotel geschafft. Bin erst dran vorbeigefahren weil mein Navi mir nicht sagte dass ich angekommen bin. 

Der Ort, Hals, ist ein kleiner Fischerort mit Hafen. Stehen kleine Segelboote neben Riesenschiffen. Ist ein bisschen ausgestorben habe ich den Eindruck. Kann aber auch am Regen liegen. Bin jetzt in der Pizzeria essen weil ich schon seit heute mittag bock auf pizza hatte. Allerdings mit dem mega ultra Riesen fail! Die Bedienung kam und ich war noch nicht ganz fertig mit Entscheiden. Ich dachte aber irgendwie dass Peperoni pizza hier diesmal wirklich Peperoni also Chili meint…. Nope! Ich bekam ne Salami-pizza… für nen Vegetarier natürlich nicht so super. Normalerweise würde ich auch nix essen wo salami schon mal drauf lag weil das auch so nen markanten Geschmack hat. Habs aber einfach untergepopelt, weil Hunger treibt es rein. Die Bedienung fragte schon ob ich was falsches bekommen hätte… ich sag nein ich war nur zu blöd. 

Jetzt Regnet es wieder. Werde auf dem Weg zum Hotel wieder ultra nass. Gott sei Dank funktioniert die Heizung. Bis morgen ist alles wieder trocken. Gleich richtig heiss duschen und ab ins Bettchen. 

Die Ostkystroute bzw. Ostseeseite ist mir nicht so lieb wie die Vestkyst. Drüben ist irgendwie alles gechillter, mehr hygge. Kann es nicht beschreiben, aber halt ähnlich wie die Meere. Hier ist auch alles Grüner und industrieller. Im Westen ist es heidiger und dörflicher… finde ich. Die Tour andersherum ist für mein Gemüt wohl besser. Langsam steigern und der Höhepunkt kommt dann oben an der Wende von Ost nach West. Die Westküste runter kommt für mich ein Highlight nach dem anderen. Hier an der Ostküste liebe ich Aarhus. Das ist genau meine Stadt. Super urban und hipp. Mein morgiges Ziel. Allerdings wohne ich leider etwas ausserhalb weil nichts anderes frei war. Also, hier im Ort gibt es ein Fahrradmuseum. Aber leider schon zu und mir war auch eher der Sinn nach Nahrungsaufnahme :-p 

ok, super, jetzt konnte man in dem Laden nur mit dänischer Karte bezahlen. Musste ich schnell drüben noch Bargeld ziehen. bis jetzt nirgendwo gebraucht. ich dachte schon ich komme ohne Bares durch die 10 Tage.

Tag 6 – Hirtshals bis Skagen (60 km)

Die kürzeste Etappe der Tour stand heut auf dem Plan. Nur knapp 60km bis Skagen. Ich hab so gut geschlafen wie lange nicht mehr. Bin aber ja auch schon echt früh in dieses gemütliche Bett gefallen. Das B&B war echt jeden Cent wert. Mit Liebe eingerichtet und geführt. Das Frühstück ein Traum. Vieles frisch selbstgemacht und auch hier sehr darauf bedacht dass alle Gäste sich vor dem Gang zum Buffet desinfizieren. Es gab mega gute Eier, die in Kuchenform präsentiert wurden. Muss ich mir merken wenn ich mal zum Frühstück einlade. Pancakes und geilen Käse gab auch. Ich hab natürlich zu viel gegessen, aber es war zu gut. Die Inhaberin kam mit einer Schnapsflasche zu meinem Tisch und fragte ob ich gerne mal eine Hirtshals-Spezialität probieren möchte. Ich sag zum Frühstück? Ja sicher… okeeee. War gar nicht so stark. Die Geschichte dahinter ist süß. Damals gab es natürlich noch nicht so viel Medizin wie heute und dann hat ein altes Mütterchen in der Umgebung Kräuter gesammelt und diese mit Aquavit versetzt. Hilft gegen alles. Wer ihr eine Flasche klaren Aquavit brachte, dem verwandelte wie die Flasche in ihren Zaubertrunk. Wer heute eine Flasche mit ins Museum hier bringt, bekommt auch ein Flasche von dem Bjesk im Tausch. Konnte ich jetzt leider nicht mitnehmen. Aber mal im Hinterkopf gehalten fürs nächste Mal. 

Bin um 9 erst los, hatte ja genug zeit. War leider sehr stürmisch und zugezogen. Mir war morgens schon klar, dass ich keinen schönen Fotos in Skagen machen kann. Letztes Jahr war hier Bullenhitze und ich war so froh da ins Wasser zu können. Aber zurück zur Tour. Schön finde ich hier immer wenn mein Navi sagt: Jetzt links auf den Radfernweg. Sowas sagt es in Deutschland nie. Ein Radfernweg ich echt ne prima Sache. Extra für weite Strecken mit dem Rad ausgelegt. Hier geht man halt davon aus, dass auch etwas weitere Wege mit dem Rad getätigt werden statt immer mit dem Auto. Die ersten Kilometer führten durch den Wald. Sehr entspannt, nur Fahrräder und Jogger. Der Weg ging in eine Dünenlandschaft über und ich fuhr total euphorisch immer weiter. Das Navi sagte links, ich mach grad noch ein Video, auf einmal steh ich am Sandstrand und ich soll rechts weiter fahren. Ja ne is klar. Da ist kein Weg. Gott sei Dank ist mein Bike mit den breiten Reifen ja für solche Fälle bestens ausgestattet. Bin also einfach mal auf den Strand gerollt. Da war aber kein Weg. Ich sah wo das Navi hinwollte, dafür musste man aber über einen Fluss. Mir war aber klar wo der Abzweig dahin war. Ich schon also wieder zurück und dann über ein neu angelegtes Steg und Brückensystem. Immer äusserst flexibel wenn mal was nicht so klappt wie geplant. Fun Fact: In der Zufallswiedergabe auf meinen in Ears lief gerade „Vamos a la playa“… kannste dir nicht ausdenken.

Kurz danach ging es durch einen kurzen Wald-Single-Trail über Wurzeln und Hügel. Genial. Hier bin ich auch schon mal auf einer anderen Tour langgefahren mein ich. 

Als ich gestern so auf Hirtshals zufuhr hatte ich auch ne super Playlist auf den Ohren. Plötzlich Kölsche Tön und Frau Drewke fängt an zo kriesche. Jo dann schleiht et Kölsche Hätz su wie n dicke Trumm. Jo dann hüpp dat Kölsche Hätz un kritt sich mit mit in, su muss es sin. Morgen befinde ich mich ja schon wieder auf der Retour. Gibt doch nix schöneres als wieder nach Köln nach Hause zu kommen oder? 

Auf dem Weg durch die Heide hab ich mich irgendwann kurz umgedreht. Da war hinter mir eine riiiiiiiesengroße schwarze Wolke. Gott sei Dank nicht aufgeplatzt. Aber wenn man bei Sonnenschein da lang fährt ist es 3 Zillionen mal schöner. Als ich gerade in Skagen rein fuhr bekam ich eine sms dass mein Zimmer fertig sei. Fand ich perfekt getimed. Laut Plan sollte das nämlich erst in 2 Stunden bezugsfertig sein und ich wollte meine Klamotten nicht mit zur Spitze nehmen. Also kurz eingecheckt. Ist ein Hotel mit Bar. Süßes kleines Zimmerchen mit Gemeinschaftsbad. Hab meinen Badeanzug angezogen weil ich eigentlich noch ins Wasser hüpfen wollte. War allerdings arg kalt und ich hatte das im Hotel schon abgeschrieben. Trotzdem mal los. Die Sonne zeigte sich kurz, aber wirklich nur ganz kurz leider. Als ich grad am Wasser ankam wars schon wieder zugezogen und stürmisch. Egal trotzdem weiter bis Grenen (der Punkt wo Nord- und Ostsee aufeinander treffen). Ich hab meine Schuhe ausgezogen und lief die 3km durchs Ostseewasser. Meine Füße waren schnell taub vor kalte. Aber ist bestimmt gesund für die Fööss. Ich glaube es pilgerten ungefähr 500 Leute dorthin, der Strand war voll mit menschen, obwohl das Wetter so scheisse war. Oben angekommen tummelten sich alle an der Spitze und machten Selfies. Ich natürlich auch. Ich hatte immer noch die Hoffnung, dass die Sonne mal für nen kurzen Moment durchkommt. Total faszinierend finde ich, dass die Ostsee ultra rau und kalt ist. Die Wellen schlagen hoch es stürmt. Auf der Nordeseeseite, also 1m entfernt, ist das Wasser ruhig und fast mild. Die beiden Meere knallen unaufhörlich die ganze Zeit zusammen und keins der beiden gibt nach. Find ich ultra interessant. Die 3km laufen tat ganz gut. Aber meine Füße waren echt Eisklötze. Auf der Nordseeseite wäre ich glatt mal kurz ganz reingehüpft, aber es war echt zu kalt. Und dazu kommt, dass Baden dort oben verboten ist wegen der Strömung. Dabei ist das Wasser dort richtig türkis und karibisch, auch wenn die Sonne nicht scheint. Ich mag diesen Ort. Als ich auf dem Parkplatz zurück war, war ein paar Meter weiter eine Dame an einem Fahrradschloss am sägen. Komischer Moment. Aber ich glaube es gehörte ihr und sie hat den Schlüssel verloren. Wirkte leicht verzweifelt. 

Zurück in Skagen war ich kurz Getränke kaufen. Im Supermarkt gab es eine mega gute Gin Auswahl. Ich musste leider einen mitnehmen, den ich so in Deutschland nicht bekommen würde. Die Flasche ist dunkelblau und wenn man sie aufs licht stellt leuchtet sie hellblau. Mattiertes Glas. Bin gespannt wie er schmeckt. Blöd nur dass ich es jetzt noch 4 Tage mitschleppen muss. Und vor allem morgen, wenn es regnet ätzend. Ich wollte im Ort noch einen Drybag für die rechte bike Seite kaufen, dachte aber 1. eh nicht dass es hier sowas gibt und 2. dachte ich die Geschäfte haben noch ne Weile offen. Steh ich auf einmal eisschleckend vor einem outdoorladen soeben geschlossen mit drybags im Fenster. Scheisse! Könnte ich morgen echt gut gebrauchen für den Kram den ich eigentlich sowieso nicht mehr auspacken muss die Tage. Wie Gin und Honig oder die Loggins die ich unnötigerweise mitgenommen habe. Der Laden macht morgen früh erst um 10 auf. Ich überlege dann etwas später loszufahren. Das blöde ist nur, dass ich dann schon Driss nass sein werde bis ich an dem laden ankomme :-/ 

Im Ort ist ein Restaurant neben dem anderen und scheinbar ist Live musik gerade willkommen. In jedem Laden gab es Musiker mit Livemusik die scheinbar einmal Reih um gereicht wurden. Bisschen Nieselregen gab es. Woran erkennt man die blöden Touristen? Dass sie dafür einen Schirm aufspannen :-p Aber es sind wirklich fast nur Dänen hier. Ich habe selten so wenig deutsch gehört wenn ich in typischen Urlaubsregionen hier bin. 

Ich hab mir einen Laden ausgesucht wo ich Fish and chips essen wollte. Die hatten nämlich eine große Bierkarte. Der Durst ist mir allerdings vergangen, weil das scheinbar ein Laden ist, wo man nur Einheimische bedient. Hab super lang gewartet, mich sogar noch umgesetzt und erst als ich jemanden direkt fragen konnte bekam ich die Karte. Dahingegen ein Rudel junger Dänen, alles Herren, setzt sich an den Tisch, der Kellner kommt mit Karten und wischt den Tisch, kurz darauf kommen die Drinks. Und das obwohl ich noch gar nicht den Mund aufgemacht hatte. Scheinbar sah man mir das touristische an… hab ich so noch nie nie niemals in Dänemark wahrgenommen. Vielleicht lag es auch woanders dran. Aber die beiden süßen Kellnerboys haben mich ganz klar eiskalt ignoriert. 

Jetzt bin ich nach einem Bier wieder im Hotel und muss mich jetzt noch um einen Duschslot bemühen. Das Nebenzimmer duscht gerade alle nacheinander… und laut sind sie auch. 

Drückt mir die Daumen dass ich morgen wenigstens trocken zu dem Laden mit dem Sack komme. Dann kann es meinetwegen den ganzen Tag weiter regnen. Was nicht schön ist aber scheinbar unvermeidbar. 

(c) by Vera Drewke http://www.facebook.com/diedrewke http://www.veradrewke.photography

Tag 5 – Thisted bis Hirtshals (130km)

Halbzeit! 5 Tage sind rum, knapp 600 Kilometer stecken in meinen Beinen und ich bin kurz vorm Ende der Welt Ähm Dänemark angekommen. 

Da ich erst um 8:30 auschecken und bezahlen konnte hab ich bis dahin schon mal alles gepackt und aufs Rad geschnallt . Sodass ich dann direkt aufsitzen konnte. Die Dame an der Rezeption meinte „Drewke“ wäre für Dänen very schwer auszusprechen…. ok… 🙂 vor dem Hostel knallte die Sonne schon. Als ich 5km weiter war zog es sich mega zu und ich hatte schon Angst dass es regen geben würde. Da ich so schnell strampelte war mir in jedem Fall trotzdem ordentlich warm. Heute hatte ich Glück mit dem Wind ausnahmsweise. Bei den ganzen Hügeln die ich rauf und runter musste war ich sehr dankbar für Wind von schräg hinten oder der Seite. Waren einige coole Abfahrten dabei schon direkt bei den ersten Kilometern. Kam dann irgendwann auf den Aalborgvej also ne größere Straße und dachte schon ich müsste die 130km jetzt hier rauf bleiben. Kam an der Jammerbucht vorbei – total schön. Bin dann irgendwann von der großen Straße auf eine etwas kleinere und entspanntere. Übrigens immer wieder interessant wer einen so grüßt. Ich glaube Radreisende grüßen sich immer, weil man auf Tour einfach auch die ganze Zeit happy ist und weiß cool der andere hat auch ne gute Zeit. Heute grüßte mich auch ein Opi auf seinem Rad sehr euphorisch und ein kleiner Junge. Dahingegen sind Rennradfahrer meist eher verhalten, weil sie sich oft für was geileres halten… 

Ich hab den Eindruck, dass dieses Jahr viele Dänen im eigenen Land Urlaub machen. Mehr Dänen als Deutsche trifft man in den Hochburgen wo ich einkehre. 

Bei Lokken hab ich mit meinen Eltern schon mal vor sich Jahren Urlaub gemacht. Da sind wir in dem Jahr hier oben auch ziemlich viel abgefahren und haben viele Ausflüge gemacht. Ich bin nur an dem Weg vorbeigefahren wo wir gewohnt haben aber nicht in den Ort rein, weil ich ja noch zum Leuchtturm wollte. In diesem Weg durfte ich mal kurz ans Steuer in dem Jahr wo ich meinen Führerschein gemacht habe. Das weiß ich noch. Und zum Bäcker war es immer so weit dass wir meist das Auto nahmen und nur manchmal das Rad… Die Kante hier oben verwirrt mich immer. Ich komm immer durcheinander in welcher Reihenfolge die Orte kommen. Aber mein Navi führt mich schon.

Nach 40km hab ich ne kleine Proteinriegelpause gemacht, nach 80 ne Apfelpause weil ich bis zum Leuchtturm durchfahren wollte, der so ca. Bei Kilometer 108 erst kam. Kurz bevor ich dort ankam, zog es sich leider zu. Deshalb sind die Fotos leider Wolkenverhangen. Schade. Ich hab mein Bike brav unten geparkt und darauf gehofft, dass trotz massivem Touristenstrom niemand mein Bike anfasst. Ein Bikereisender fuhr nachher an mir vorbei bis ganz vorne. Ich dachte das wäre verboten und hab lieber vorne abgestellt. War auch besser, da hinten gab es nicht wirklich was zum Anlehnen und ich will die Natur ja nicht zerstören. Bin einmal kurz hochgelaufen aber nicht lange geblieben, wurde echt frisch. Als ich zurück kam begutachteten zwei Herren mein Bike. Es zieht schon wirklich große Aufmerksamkeit auf sich :-p 

Waren noch 23km bis zum Ziel. Auf der nächsten Bergkuppel habe ich lieber die Regenjacke mal ausgepackt. Fing leicht an zu nieseln. Wurde aber Gott sei dank nicht mehr. 10m bevor ich am Bed & Breakfast ankam klingelte mein Handy mit einer dänischen Nummer. War nicht drangegangen aber die Inhaberin kam direkt raus und meinte sie war der Anruf und wollt nur fragen wann ich komme, aber da bin ich ja schon. Super netter Empfang. Hat mich rumgeführt und alles gezeigt. Ist mit 9 Sternen ausgezeichnet bei Booking und ich finds auch sehr ansprechend. Liegt direkt am Meer. Sie fragte direkt, wo ich denn heute hergekommen bin. Als ich sagte Thisted riss sie die Augen auf und fragte: alles mit dem Rad?!? Jo… 

Mein Bike kann ich im Innenhof parken. Als ich raus ging um das Rad um die Ecke zu fahren, sprachen mich zwei Norweger draussen an, weil mein Equipment sehr imposant wäre. Wo ich denn herkomme und wo ich hinfahre. Sie waren heute mit dem Auto in Skagen. Haben bisschen gequatscht, war sehr nett. Hab mich kurz ins Badeoutfit geworfen und bin runter zum Meer. War schon sehr frisch aber ich wollte unbedingt. Leider war vorne an alles veralgt und viele Quallen. Bin noch ein Stück gelaufen, dachte ich Versuchs einfach und bin dann mal ein Stück reingelatscht. Nicht schön, aber hey: MEER!!!! Tat meinen brennenden Beinen ganz gut denke ich. War gut kalt aber wenn man einmal drin war ging’s. Hab mich direkt wieder angezogen und wollte im Ort noch was rumlaufen und schauen wo mein Fischrestaurant für heute Abend ist.

Natürlich stand da schon um 17 Uhr ne lange schlänge vor. Die hatten ein take away eingerichtet. Sah aber so aus als gäbe es drinnen mit Bedienung. Bin dann noch einkaufen gegangen und habe mir ein softeis geholt. Kurz zum Hotel zurück und dann wieder los. Mein Tisch war tatsächlich reserviert… aber man musste sich trotzdem draussen am Fenster anstellen, so ein Dreck. So langsam wie die sich bewegten hätte ich da noch ne Stunde gestanden und das Bier gab es auch nur aus Plastikbechern. Hab mich dann rumgedreht und bin zum Kro oben gegangen was ich vorher auch ganz ansprechend fand. Waren noch genug platze draußen frei. War aber auch echt frisch. Fisch and Chips und ein Fassbier Classic und was soll ich sagen, es war mega gut. Waren keine kleinen Fischnuggets sondern ein großer Filetklotz dazu Erbsen, wildkräutersalat und Remoulade. Ausgezeichnet! Und das Essen kam innerhalb kürzester zeit. Durch dieses Chaos kommt mein Bericht jetzt erst später als sonst. 

Meine Garmin meinte ich soll mich 38 Stunden ausruhen… ja ne is klar. Morgen geht es weiter. Aber nur ne Kleine Runde bis Skagen. Da hoffe ich sehr auf gutes Wetter damit ich mich am Meer was hinlegen kann. Ich hätte gerne eine Beinmassage. Kann das bitte jemand organisieren? Muskelkater heißt hier übrigens Sportskater hab ich heute gelernt. 

Das Bed & Breakfast hat keine Fernseher auf den Zimmern. Aber wie schlau von mir mein Macbook mitzuschleppen. So hab ich immer mein Netflix am Start und kann nach einer heißen dusche gleich schön wegdösen. 

Tag 4 – Hvide Sande bis Thisted (135km)

Wenn man weiß, dass man für die heutige Tour mal eben 9-10 Stunden aufm Bock sitzen wird, steht man mal lieber was früher auf. Ich war aber eh wach. Komischerweise kann ich auf Tour super früh aus dem Bett springen und bin fit. 

In der Nacht haben mich die kreischenden Möwen wachgehalten. Viel Schlaf bekomm ich aktuell nicht. Bin um 7:45 Uhr los bei bestem Wetter direkt ohne Jacke. Als ich über die kleine Brücke in Hvide Sande fahre, was seh ich da? Genau wie vermutet waren da drüben noch mehr Restaurants und auch noch ein Fischrestaurant. Naja… 

Als ich gestern in den Ort fuhr hat mich übrigens fast so ein Hans-Guck-in-die-Luft umgefahren. Kam mit hohem Tempo auf mich zu, schaute aber lieber die Häuser linksuni rechts statt die Fahrbahn an. Ich also laut HE gebrüllt, da ist er aufgewacht. Aber ich sah mich natürlich schon da liegen. Ich mach mir auch eher ums bike sorgen als um nicht haha. 

Heute war ein bisschen mein Landstraßen-Move. Die Wege waren nicht schön, weil man oft aufpassen musste. Das hielt einen aber auch wach und fit. Andererseits aber halt auch landschaftlich extrem schön. Links hohe Dünen, die ein bisschen den Wind aufhielten, Rechts der Fjord und weite Weidewiesen. Und dann fährt man einfach monoton auf dem kleinen Fahrbahnstreifen ganz aussen und versucht auszublenden wieviele Kilometer noch vor einem liegen. Nach gut 25km und einem kurzen Waldstück, kam ich an einem Badehotel raus und dachte das kommt dir bekannt vor. Na klar, hier hab ich letztes Jahr geschlafen. hatte nur nicht mehr aufm Schirm dass das hier war :-p 

Ein langes Stück führte über Schotterwege, Sandstraßen und durch Wald und Heide. Wenn ich sehe, dass ich auf eine Schotterstraße abbiegen soll, bekomm ich schon nen Anfall. Da rollt man halt nicht so gut und das zerstört den ganzen Zeitplan. Aber diesmal ging es eigentlich. Dann ging es wieder auf die Hauptstraße. Ich wollte durchziehen bis zur Fähre. In Thorsminde habe ich zeitgleich mit einem MTB-Paar an einer Schleuse gestoppt um ein Foto zu machen. Sie fragte dann direkt ob sie von mir auch ein Foto mit meinem Handy machen sollte. Ich hab dann in retour eins von ihnen gemacht. Ich bin zwar vor denen wieder weiter, aber sie sind ziemlich zügig wieder an mir vorbeigezogen. Ich bin schon nen 22er Schnitt gefahren. Mit Gepäck ist konstanter Speed aber echt hart. 

Nach 64 km und einigen zahlreichen Hügeln die ich rauf und runter gefahren war, hielt ich kurz für nen Apfel an. Stärkung war auch gut, weil kurz darauf kamen schottrige Hügel. Die Fähre lag 84km entfernt. Ich bin im vergangenen Jahr Teilabschnitte auch gefahren, nur eben anders herum. Da sieht vieles direkt sehr anders aus auf den ersten Blick. Letztes Jahr bin ich zum Beispiel  bei Fjaltring direkt an den Dünen gefahren. Da ist oben eine schöne Kirche und viele Paraglyder. Ausserdem haben sich meine Eltern in dem Ort verlobt munkelt man. Heute fuhr ich stur die Landstraße durch die Mitte. Zur Fähre führt ein langer Weg ohne viel drum herum. Zieht sich ein wenig. Leider war gerade keine Fähre da, sodass ich warten musste. Tat meinen Beinen aber ganz gut. Wollte einTicket ziehen und dann stand dort, dass Radler und Fußgänger im gesamten Juli gratis übersetzen. Ich hatte sowas gelesen, dachte aber dafür braucht man die Dänemarkkarte (neu wegen Corona). Scheinbar aber nicht. Einfach drauf und weiter.

Auf der anderen Seite bei Agger angekommen währt man erstmal so 11km durch ein Naturreservat, was viele Ornithologen anlockt. Ich könnte schwören hier war auch noch irgendwie eine Vogelbeobachtungsstation. Vielleicht verwechsle ich das aber mit einem anderen Reservat. Im Grunde ist ganz Dänemark ein Naturreservat. Mein Ziel liegt im Nationalpark Thy, quasi das wilde Dänemark. Ich hatte Glück, der Wind kam von der Seite schräg unten. Je nachdem in welcher Kurve man sich befand war es von Vorteil. Man fährt hier so oft rauf und runter, kreuz und quer, dass man total den Überblick verliert wo jetzt Norden ist und wo man lang muss. 

Die letzten 50 fuhren sich ganz gut. Mein Hintern war wieder gut dabei. Ich bin heut übrigens mal ohne Unterhose gefahren (für alle die diese Thematik interessiert). Man sollte Fahrradhosen ja immer ohne was drunter tragen, ich hab aber extra nahtlose Schlüpfer, denke immer das währe hygienischer und man muss die Hose mit dem dicken Polster nicht so oft waschen. Ich glaube aber dass da in der Tat was dran ist. Je weniger extra Reibung, desto besser.  In Thisted angekommen wollte ich schnell in den Supermarkt noch was zu essen und trinken holen, weil in meiner Unterkunft nix ist. Irgendwie hab ich die Einkäufe dann noch zusätzlich auf dem Bike balanciert bekommen bis ich dann 3,5km später am DANHOSTEL ankam. War bisschen spooky. Meine Schlüssel lagen im Umschlag parat, aber kein Mensch weit und breit zu sehen oder zu hören. Gibt Gemeinschaftsräume. Ich hab ein kleines Zimmer mit Bad. Nicht schön aber ok. Musste mir noch Handtücher und Bettwäsche kaufen, lag Gott sei Dank auch vorne bereit. Bezahlen kann ich leider erst morgen um 8:30 Uhr. Heißt ich komme später los. Morgen hab ich aber auch keine Fähre die mich aufhält. Mal schauen wann ich dann ankomme. Meine Cousine war so lieb und hat während ich am strampeln war für morgen Abend einen Tisch im Fiskehuus in Hirtshals für mich reserviert. Hab nicht noch mal Bock auf Schlange stehen und dann weggeschickt zu werden. So… ich schau gleich noch was Netflix und gehe sehr früh schlafen fürchte ich. Bin leicht kaputt. Gute Nacht!

Tag 3 – Esbjerg bis Hvide Sande (110km)

Heute war mein Lieblingstag, weil mein Lieblingsort auf dem Plan stand. Ih war relativ früh wach. Die Nacht war aber sehr unruhig. In dem Bed & Breakfast wat die ganze Nacht Action. Um 4 hörte es sich an als ob Handwerker irgendwas räumen würden. Generell alles sehr hellhörig. Und das Bett war sehr schmal, sodass ich mich die ganze Nacht hin und her gedreht hab. 

Als ich morgens die Jalousie hochzog – Regen. Allerdings kam auch direkt noch Sonne dazu. Ich ging erstmal Frühstücken. Die Dame die das Breakfast zubereitet hat schaut mich an und meinte „oh you Look Sporty!“ Ich wollte schon sagen ich seh nicht nur so aus haha. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Wollte eigentlich um 8 los, wurde dann viertel nach. Dafür war es dann trocken. Allerdings noch frisch, deshalb fuhr ich mit Jacke.

Bin nicht an den weißen Männern vorbei sondern über Tarp durchs Hinterland. Vor Ho durch Naturreservat, wo ich schon öfter durchgefahren bin. Letztes Jahr habe ich dort übernachtet. War eine schöne Unterkunft. Heute jedoch nicht mehr frei gewesen bzw. Passte von der Entfernung nicht in den Plan. War schon ziemlich windig, aber ich hb reingetreten damit ich zügig nach Blavand kam. Um 10 fuhr ich nach 40km in den Ort. Gestern bin ich erst nach 10 losgefahren. So kann’s gehen. 

Mein Navi so: fahr dort hoch…

Ach man ich würde gerne länger genau dort bleiben. 2 Stunden sind zu wenig. Bin direkt zum Leuchtturm durch. Erst Fotos gemacht dann eine Ticket gekauft für hoch. Dürfen gerade nur 15, also 20 min. Wartezeit. Bin noch ne Runde auf die Düne solange. Ich glaube rund um den Leuchtturm habe ich mir 3x die Hände desinfiziert, weil überall darauf hingewiesen wurde. Die Dänen setzen viel mehr auf Desinfektion als auf Aerosol Eindämmung. Wirklich alle Läden haben vorgesorgt. In Köln gibt es nur noch in den wenigsten Läden Desinfektionsmittel am Eingang. 

Bin dann einmal kurz hoch und danach noch zu unserem Strand mit den Pferdebunkern. Einmal Schuhe aus und ins Wasser musste auch sein. Kurz noch ein Äpfelchen gegessen und dann auch schon wieder weiter. Eigentlich wollte ich in Vejers oder Henne noch halten, aber über mir hingen Regenwolken, welche dann auch tatsächlich aufplatzte als ich gerade im Heidegebiet war. Also keine Möglichkeit unterzustellen. Naja. Ich liebe es übrigens dass es hier so mega gut nach Heide, Tannen, Sand und Meer riecht. Hab die ganze Zeit sehr tiefe Atemzüge genommen :-p 

Bin dann direkt weitergefahren Richtung Fjord. Auf dem Weg dahin war es schon sehr windig, deshalb hatte ich ein bisschen Angst wie es dann da unten wird. Eigentlich war der Plan auf der Straße zu fahren, bin dann aber doch auf den Radweg weil der so schön neu betoniert war und genau an der Straße langlief. Jetzt fragt ihr was ist daran besonders, das tun Fahrradwege immer. Ja… aber hier am Fjord kannte ich nur die Vestkystroute wer durch die Dünen im Slalom auf Schotter. Der schöne Weg hörte irgendwann auf und wurde genau dazu… Einerseits schön, andererseits viel schwerer zu fahren und durch die ganzen Kurven auch viel länger. Die eingesparten 5km hatte ich also durch die Wahl der Fahrradroute wieder drin. So 6km vor Heide Sande wurde der Weg wieder schön. Meine Knie sind aber durch das Ankämpfen gegen den Wind echt hinüber. Deshalb sehnte ich das Ziel herbei. Heute übrigens schon das zweite Mal eine Luft und Reparaturstelle für Bikes gesehen. Mitten in der Pampa. Die Dänen denken mit.

Bevor ich ins Hotel fuhr, musste erstmal ein Fischbrötchen her. Weil hier ist man direkt an der Quelle. Nebenan das Fisch-Auktionshaus. Früher lagen hier immer Haiköpfe vor der Tür. Als Kind wusste ich nicht so recht was ich davon halten sollte, aber irgendwie wars cool. Gab ein großes warmgeräuchertes Lachsbrötchen und dazu ein Bier aus der Brauerei nebenan. Sehr lecker. Mir war richtig kalt durch den Wind. Bin dann schnell ins Hotel. Meine Zimmerkarte hing schon am Board. Mein Bike hab ich aufm Hinterhof angekettet. Hoffe es steht morgen noch da. Gab keinen an der Rezeption um zu fragen ob es ne Garage gibt. 

Bin dann noch mal raus um Getränke zu kaufen. Und eigentlich hatte ich mich schon seit Tagen darauf gefreut hier Abend frischen Fisch essen zu gehen. Vor dem Fischrestaurant stand schon als ich aus Hotel rauskam ne lange schlänge. Bin kurz einkaufen. Danach war sie noch länger. Hab mich trotzdem mal angestellt. Leider wurden fast alle wieder weggeschickt, weil 45 Minuten Wartezeit, gibt keine freien Tische. Dabei war das Restaurant echt riesig. Bin rüber zu einem anderen Restaurant. Das war aber so ein Edelschuppen. Die Pizzeria hatte eine sehr komische Karte, sprach mich nicht an. Die Fisch-Räucherei hatte mittlerweile auch schon zu. Also ging ich nochmal zur Fischbude und hab mir noch ne Pommes mit Schollenfilets und Remoulade reingezogen. Hab ja genug Kalorien heute verbrannt. 

Softeis hätte ich eigentlich auch gewollt, aber erstens wars schon sehr frisch und zweitens wollt ich ja noch was richtiges essen. Normalerweise schreibe ich den Bericht immer beim Essen. Hier war der Tisch aber so üsselig da wollte ich mein Macbook nicht auspacken. Ausserdem sehr unentspannt. 

War eigentlich ne schöne Tour heute. War richtig froh dass in Blavand die Sonne so schön schien. Meist ist auf meinen Touren genau da scheiss Wetter. Danach war es schon kalt und teilweise nass, aber das war mir dann egal. Morgen steht die längste Tour an. Bin gespannt wie weit ich komme… 

Tag 2 – Dagebüll bis Esbjerg (115 km)

Let’s get ready for Regen-Rumble!!! Ich wusste ja gestern schon dass es heute ziemlich sicher ziemlich viel regnen wird. Ging Nachts um 3 los und wurde auch nicht besser bis zum Frühstück.

Das hatte ich gestern noch dazu gebucht. War doch nicht inklusive. Und dann fragt die Dame an der Rezeption doch tatsächlich ob ich Kaffee trinken würde. Als sie meinen Blick sah war ihr alles klar „okay, okay, es wird eine groooooße Kanne parat stehen“ :-p

Es schüttete echt aus Eimern, draußen vom Fenster blöckten die Schafe. Denen war es wohl auch zu nass. 

Ich hab sämtliche Wetterberichte und Regenradare gecheckt und kam zu dem Schluss, dass es um 10 weniger wird. Hätte ich auch noch was liegen bleiben können… Beim Frühstück sassen Dänen am Tisch neben mir. Das sollte schon mal auf den Tag einstimmen. Weil heute war Grenzüberquerungstag. Leider sind aktuell ja nur bestimmte Grenzposten geöffnet ich wäre sonst gerne über die westlichste gerollt. Musste umplanen und über Süderlügum fahren. Da bin ich schon mal über die Grenze allerdings über nen anderen Posten. Ich hatte mich drauf eingestellt, dass hier auch ein Grenzstein Deutschland und Dänemark teilt. War aber scheinbar an anderer stelle. Bin da damals auch erst über sehr viele Feldwege gehoppelt…

Also noch mal von vorn. Ich hab tatsächlich bis 10 gewartet und es rieselte nur noch ein wenig. Habe mir zwei 1L PET Flaschen in meinen Zweiten Haltegurt geschnallt. Mich vergewissert dass es gut hält und bin los. 

Über Niebüll wo auch der Sylt-Autoreisezug abfährt. Was ich in diesem Zusammenhang gestern noch sagen wollte: hier haben einige Ortsschilder immer die Hochdeutsche und dadrunter die nordfriesische Bezeichnung. Find ich gut, sollten wir in Köln auch einführen damit die Sprache und Kölsche Begrifflichkeit nicht aussterben. 

Bin halbwegs trocken bis zur Grenze gekommen. War echt gut zu warten. Bis zur Grenze führte ein Fahrradweg. Aber nur auf der Straße gab es das Dänemarkschild. Ausserdem war die Kontrolle auf der Strassenseite. Wollte ja nicht einfach vorbeiradeln. Die Autos wurden eigentlich alle durchgewinkt ohne Kontrolle. Ich wurde rausgewunken – völlig klar. War ganz lustig. Der Grenzpolizist sprach deutsch und meinte: Weißt du was das da drüben ist? Ich sag Deutschland? Er: ihm… ja und was noch? Ich sag ein Fahrradweg, da kam ich auch her, wollte euch aber guten Tag sagen. Ja ich sollte unbedingt vorsichtig sein, weil auf der Straße wäre es gefährlich für Fahrräder. Ausweis- und Buchungskontrolle hat er auch gemacht. Passt alles. Warum ich denn bei dem scheiss Wetter allein unterwegs wäre auf diesem Abenteuer. Ich sag wird gleich besser. Er: das sagen sie alle… ich hatte meine GoPro währenddessen laufen. Wer an dieser Comedyveranstalung interesse haben sollte, dem schick ich es :-p

Kurz hinter der Grenze fing es wieder an zu schütten. Einmal richtig heftig sodass mir das Wasser von der Nasenspitze tropfte. War dann immer ein hin und her. Mal viel Regen, mal nur ein bisschen und dann plötzlich wieder gar keiner. Die Regenwolken konnte man die ganze zeit wandern sehen. War wohl auch ganz gut dass heute keine knalle sonne war. Hab mich gestern schon leicht verbrannt. War nicht eingecremt weil es so frisch war. Die nordische Sonne knallt ganz schön.

Ich wollte bis Ribe durchfahren. Das wären so 78km. Ich hab aber nach 60 schon an ner Tanke angehalten, weil es a) regnete und b) dürft ihr 3x raten was mit meinen Trinkflaschen passiert ist… genau, ich weiß es auch nicht. Einfach noch vor der Grenze rausgefallen ohne dass ich es gemerkt habe. Eigentlich war das gar nicht möglich. Hab ich hinter der Grenze dann bemerkt. Das gute an Regentagen ist ja dass man nicht so viel Durst hat. Aber an der Tanke dacht ich komm ich hohl jetzt ne Coke. Hab mich kurz davor auf nen Stuhl im Trockenen gesetzt und gewartet bis der Regen nachließ. Dann weiter bis Ribe. Ich mag die Stadt total. Halt die älteste Dänemarks mit einer ganz besonderen Romantik. Sehr alte Häuser, eine Art Dom, die klassische dänische Einkaufspassage, kleine Gässchen mit schiefen Häuschen – schön. Da fällt mir ein, es war heut ja so richtig usselig und hier und da roch man Kaminfeuer. Da möchte man am liebsten absteigen und sich in ner Decke davon kuscheln. Geht aber ja leider nicht. Aus Ribe raus war auf der Straße über die ich musste ne Riesen Baustelle. Generell sind gerade auch hier viele Baustelllen die einem dem Weg versperren. Mein Navi ist dann immer verwirrt. Ich natürlich nicht :-p 

Die letzeten 30km waren wieder sehr anstrengend. Der Wind hatte gedreht und kam drückend von der Seite. Hab noch ne Apfelpause gemacht. Dann auf direktem Weg zum Fahrradladen, der ja 1km entfernt auf dem Weg zu meiner Unterkunft liegt. Ich hatte gedacht die hätten vielleicht mehr Auswahl. Leider nicht. Hab nur eine Flasche und einen Halter genommen, muss reichen. Ist die gleiche die ich letztes Jahr in Kopenhagen gekauft habe, die ist aber Driss. Der freundliche Verkäufer hat mir noch geholfen die Schrauben dran zudrehen. Das Hotel ist ein Bed and Breakfast. Sehr schöne Anlage. Schlüssel lagen im Safe draußen. Ich habe eine eigene Terrasse und es gibt eine Gemeinschaftsküche. Ich war noch kurz beim riesengroßen BILKA bisschen was zu essen holen. 

Steh ich vorm Bierkühlschrank fällt mir auf dass ich mein Geld noch draußen in der Fahrradtasche habe… ey Drewke voll verteilt. Wenn da jetzt jemand reingelangt hätte… habs dann schnell geholt und bin nochmal rein. Also eins muss ich sagen: Respekt an die Dänen. Alle super vorbildlich. Am Eingang ne riesige Desinfektionsstation und überall Abstandsschilder. Die brauchen keinen Mundschutz. Ich hatte trotzdem einen an und habe die Aufmerksamkeit uf mich gezogen… sorry. Hab mir zwei Salate mitgenommen. Morgen gibt es wieder frischen Fisch und was anständig warmes. 

So, ich hoffe ich hab nix vergessen. Sonst morgen noch ergänzen. Jetzt muss ich noch schnell duschen und dann bin ich von der frischen Luft auch schon bereit fürs Bett. Achse, in Esbjerg unten in der Stadt war ich jetzt nicht mehr. Hatte kurz überlegt noch mal runter zu fahren aber war schon so spät. Ich war ja schon öfter hier. Weiß gar nicht ob ich morgen früh durchfahre. Muss man schauen ob ich an den weißen Männern noch vorbei komme.

Tag 1 – Heide bis Dagebüll 90 km

Wo fang ich nur an? Zur Abfahrt habe ich ja bereits berichtet. Ich muss sagen ich hatte eine super gute Bahnverbindung. Kein Umstieg, Platz genau vorm Fahrradabteil, immer alles im Blick. Der Zug war in meinem Abteil bis Essen relativ leer. Die meisten stiegen in Hamburg dazu. Es war aber noch möglich alleine zu sitzen. Im restlichen Zug war es wohl stark überfüllt sodass durchsagen kamen man solle bitte die ganze zeit die Masken tragen, da der Mindestabstand nicht mehr gewährleistet werden könnte. 

Kaffee kostet jetzt 2,92€ freut sich die Trinkgeldkasse der Servierkraft. 

Auf der Strecke gab es keine Behinderungen, sodass wir pünktlich um 10:50 Uhr in Heide eintrafen. Um mit dem Rad vom Bahnhof weg zu kommen musste ich zwei Aufzüge benutzen. Erst runter und dann am anderen Tunnelende wieder hoch. Bekloppt. Dort war ein Bahnhofs-Kiosk, wo ich erst mal ne Flasche stilles Wasser gekauft habe für die Tour. 1 Liter ist natürlich etwas wenig , aber ich wollte auch keine zwei mitschleppen. Hab versucht es mir möglichst gut einzuteilen, hat irgendwie geklappt. Obwohl ich am Ende ziemlich entkräftet ankam. 

Die ersten 8 km hab ich gefühlt alle 250 Meter angehalten um irgendwas zu fotografieren oder mich zurechtzuzubbeln. 

Einen Großteil der heutigen Tour bin ich schon mal gefahren und kenn die Gegend recht gut. Der eigentliche Plan war ja von St Peter Ording zu fahren, dann hätte ich ne Streckenalternative gehabt. Natürlich bin ich dann auch durch Fedderingen gefahren, wo ich auf meiner ersten Dänemark Tour Christina im Regen traf. Erinnert ihr euch? Da fing der Tag schon mit Regen an, ich war unmotiviert dadurch, war kraftlos. Als der Regen heftiger wurde trafen wir uns in einer Baumallee und kamen ins Gespräch. Seitdem liest Sie begeistert all meine Reiseberichte. Lieben Gruß an dieser Stelle. 

Bis Husum wollte ich durchfahren bevor ich die erste Pause mache. Hab nur kurz nach 20 km nen Zwischenstopp eingelegt um mein GoMo Energielieferant in die Wasserflasche zu kippen. 

Kurz vor Husum kommt mir ne Familie entgegen. Der Vater weit zurück. Steht am Rand und pinkelt. Dafür steigt er noch nicht mal vom Rad ab. Mann müsst man sein, verstehste! 

In Husum war grad kein Meer mehr da, da Schleuse dicht. Ich hatte kurz überlegt dort schon mein Fischbrötchen zu essen, aber dann hätte ich dazu ein Fens gewollt und wäre keinen Kilometer mehr weiter gefahren. Also nur kurz ein Äpfelchen und n bisschen Social News gecheckt un wigger. Der Ort war mir auch ehrlich gesagt zu überlaufen am Hafen. Als gäbs kein Corona! 

Weiter ging es direkt Richtung Deich. Weil ich irgendwie dachte wäre schön den Bogen zu fahren. Grundsätzlich gilt: Deich = Wind…. Ich wusste es also von vorn herein schon besser und hab nicht auf mich gehört. Aber schön war es trotzdem. Ein Streckenabschnitt lief ziemlich easy, dann kam ne Biegung und der pralle Wind fegte über mich hinweg. Das fiese daran ist ja, dass alle 200m eine Deichschaafschleuse kommt. Also muss man die ganze Zeit kämpfen um im Tritt zu bleiben und darf dann absteigen und wieder neu reinkämpfen. Ich war mir auch nicht sicher ob die innen oder Aussenseite vom Deich besser ist. Hab die ganze zeit versucht den Wind und den Streckenverlauf zu lesen. War vollkommen Wurscht. überall wind. 20 km vorm Tagesziel hab ich mir noch nen Proteienriegel reingepfiffen und den Vorletzten Schluck Flüssigkeit :-p dann musste es so weiter gehen. Plötzlich war der Deich aber Baustelle und ich musste auf die Straße wechseln. Die bin ich auch schon öfter mit dem Auto gefahren, da kommt es einem entspannter vor. Jetzt dacht ich teilweise ich wäre die kompletten 600km mit dem Rad gefahren so fertig war ich. Mein Hintern geht noch, aber Beine wurden müde und ich hatte keine Lust mehr. Beziehungsweise ich hatte vorhergegoogelt, dass es in Dagebüll nen Fischladen mit Krabbenbrötchen gibt und ich sah es zusammen mit einem kühlen Flens schon sehr realistisch vor Augen. Das ist tödlich auf Tour. Noch 4km und mir war richtig schlecht vor Anstrengung. Bin direkt zum Koobmann und hab mir ne Coke und Wasser gekauft. Dann direkt zum Krabbenbrötchen und einfach nur genossen. Mit 6 Euro war es das teuerste Brötchen. Aber ich hab mir gesagt egal, irgendwer wird die Dinger ja gepuhlt haben und das ist diesen Preis auf jeden Fall wert. 

Die Unterkunft ist 2,5 km vom Hafen entfernt. Da war ich aber wieder sehr entspannt, weil sehr gesättigt. Als ich drauf zu fuhr las ich dass es nicht nur ein nettes Restaurant mit inkludiert hat, sondern auch eine Fischräucherei. Genial! Also wusste ich schon, dass ich nicht nochmal in den Ort fahren werde, sondern schön hier speise und dann einfach ins Bettchen fallen kann. 

Der Koch persönlich empfing mich und zeigte mir direkt die Garage für die Fahrräder. Mega gut! Die Treppe rauf gibt es mein ich 8 Zimmer, vielleicht auch mehr. Mein Zimmer ist super ausgestattet und hat sogar nen Kühlschrank mit 2 kühlen Flens als Betthupferl. 

Draußen standen 2 Tische hatte ich direkt ausgeheckt. Eigentlich ist da coronabedingt kein Service aber ich hab so nett gefragt. Super Platz in der Sonne. Variation von gebratenem Fisch: Katfisch, Lachs, Dorsch und Heilbutt gebraten dazu Salzkartoffeln und Dillsoße. Tammy. Dazu dunkles Flens in Bernsteinfarben. Ich liebe den Norden. Kulinarisch, Landschaftlich, Menschlich… die Mentalität ist ja ähnlich zu und kölschen finde ich. Einfach schön. 

Der Koch hat sich für meine GoPro interessiert, so kamen wir aufs Thema Fotografie und scheinbar hat er das Fotografen-Handwerk gelernt. Irgendwann aber die Lust verloren. Aber kochen kann er auch ganz gut. 

Irgendwas hatte ich noch unterwegs wo ich dachte muss ich berichten, hab ich ab er jetzt verdrängt. Meine Augen sind schwer und müde. Ich geh jetzt duschen und dann Füße hoch. Meine Eltern wiesen mich eben darauf hin, dass morgen 114km anstehen. Ich hatte bis eben irgendwie nur mit 84 geplant. Puh, wenns wieder so viele Gegenwind gibt könnt ihr mich begraben. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht wie ich die Tage drauf 130 und 140 km  schaffen soll. Je höher desto windiger!

Naja irgendwie kriegt #DieDrewke das schon hin.

Gute Nacht!