#Etappe12: Stegeborg/ Rumma (93Km)

#Etappe12: Stegeborg/ Rumma (93Km)

Was ein Tag! Aufgewacht Bei Regen und gedacht jetzt hab ich keinen Bock mehr. Alle Wetterberichte gecheckt und dann dem einen Weltradar vertraut, welches meinte, dass es in einer Stunde aufhören wird. Ich war um 8:00 parat zum Auschecken und der Regen tröpfelte sich langsam aber sicher aus. Die nette Vermieterin meinte die Nacht wäre gratis, weil ich kein WLAN hatte. Nehm ich dankend an 🙂 um 8:20 Uhr fuhr die Fähre in Stegeborg ab.

Die Fährfrau sah mich und meinte direkt ‚oh willst du weiter Richtung Süden? Durch den Regen sind die Straßen alle nicht so gut, du kommst vermutlich nur langsam voran!‘ Ich bedankte mich für die Info und dachte nur: ja schön, ne Wahl hab ich aber nicht. Es gibt noch nicht mal Bus oder Bahn in der Nähe. Ich war schon froh dass es nicht mehr regnete.

Die Straße am anderen Ufer war auf jeden Fall in Ordnung. So ca. 10 Kilometer. Dann meinte mein Navi: bitte links auf den Schotterweg abbiegen. Ich nur ‚your Ernst?‘ Es gab aber nur diesen Weg also auch hier: keine Wahl!

Die Schotterstrecke erstreckte sich über gut 10km. Beim Blick aufs Navi hatte ich schon mit 30 gerechnet. Dann ging es weiter über eine asphaltierte Landstraße und wieder links und rechts Felder, dann ein hügeliges Stück Wald und dann wieder Felder. Dieser Anblick und die Einsamkeit ließen mich fast kapitulieren. Aber: was wenn ich einfach anhalte!? Hier gibt es nix! Ich kann nicht einfach sagen kommt mich abholen, oder ein Grossraumtaxi anrufen. ‚Ich bin ein Star holt mich hier raus!‘ Funktioniert auch nicht. Ein weiteres Mal: Keine Wahl.

Nach 30km leichter Nieselregen. Aber nix zum unterstellen als es etwas stärker wurde. Ich hab mir die ganze Zeit eingeredet, dass es nur die sehr tief hängenden Wolken sind und kein richtiger regen. Und wenn ein bisschen Wind käme, wäre alles halb so wild. Ich bin bis Valdemarsvik durchgefahren und hab dann kurz rast gemacht.

So früh los ohne was im Magen ist einfach nicht gut. Da kam dann auch tatsächlich die Sonne raus und ich konnte frohen Mutes weiterfahren. Nach 10 weiteren Kilometern sollte ich auf die E22 abbiegen. Nicht schön, aber einzige Straße, die geht. Und war mir eigentlich auch ganz recht, weil angenehmer zu fahren vom Belag.

Zwar hat man immer ein gewisses Risiko wegen dem restlichen Verkehr, aber die meisten fahren sehr rücksichtsvoll und halten einen extra großen Abstand.

Die Straßen im Süden sind teilweise nicht nur ansteigend, sondern dazu noch leicht schräg. Musst du während du dich nach oben schraubst auch noch darauf achten in der Geraden zu bleiben…

die 35Km über die Bundesstraße gingen relativ fix. Mit der Sonne, die vom nassen Asphalt reflektiert wurde, vergisst man alles andere einfach. Kopf aus und laufen lassen… also treten 😉

Meine Unterkunft ist in Rumma. Wenn man von der E22 runterfährt rechts runter. Linke Hand geht es allerdings nach Gamleby, sodass ich erst kurz

dahin noch einen Abstecher machte.

Kurz im Supermarkt das nötigste fürs Dinner eingekauft. Als ich wieder raus kam, schien gerade ne Riesen Schauer runtergekommen zu sein. Ich verstaute die Einkäufe und machte mich auf den Weg. Bis zum B&B waren es noch gut 8km und ich dacht zwischenzeitlich schon was wäre, wenn ich mit den ganzen Einkäufen jetzt die falsche Adresse eingegeben hätte? Ist mir ja noch nie passiert, aber wenn, wäre das echt kacke.

Angekommen schön am Ende einer Abfahrt. Netter kleiner Hof. Geklingelt… keiner da. Angerufen… keiner da. Hinten in der Scheune allerdings ein Lebenszeichen. Ach welcome. Englisch, swedish?! Oh your by bicycle?!… kurz auf englisch über,Radtouren unterhalten und dann: ach, dann können wir auch deutsch sprechen… hahaha.

Was soll ich sagen? Zwei Radreisende treffen aufeinander und man versteht sich!

Er ist mit seiner Frau von Berlin bis zum Nordkap gefahren, hat in Asien gelebt und da ne große Tour gemacht, ist weit rumgekommen und seit 8 Jahren verliebt in Schweden. Seine Einstellung gefällt mir und entspricht genau meiner bzw. Ich glaube aller Radreisenden: wenn du etwas willst, dann tu es und wenn dir etwas nicht mehr gefällt, dann lass es ganz einfach. Es fällt einem nix in den Schoß, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Und wenn du alleine aufm bike sitzt, entscheidest nur du alleine in welche Richtung es geht, wie schnell oder langsam du fährst. Und wenn du ne Pause brauchst, dann machst du sie einfach! Sie haben einen Blog über ihre Abenteuer geschrieben – between 50 and 100 (Liebe, Natur, Leben).

Nachdem sie 50 wurden, wollten sie raus etwas erleben. Leben bevor sie 100 sind und es nicht mehr können. Heute wohnen sie hier in Schweden in einem Häuschen habe hin und wieder Besuch von jungen work and Travelern und wenn sie angeln gehen möchten weil die Sonne scheint, dann tun sie es einfach. Der Junge Tscheche der hier 3 Wochen zum arbeiten und Urlaub verbracht hat, fängt im Oktober als Rechtsanwalt an und wollte hier nochmal in der Natur alles geben bevor es ins Büro geht. Wir haben nachdem sie mit sägen fertig waren, zusammen Kaffee getrunken und ich bekam ein Stück des sehr leckeren selbstgebackenem Zucchinikuchens angeboten. Sehr netter Nachmittag hier.

Ich hab irgendwann doch wieder die Jacke angezogen, als die Sonne hinter den Bäumen verschwand würd es wieder frisch. Eben ist mein Reißverschluss da kaputtgegangen, ich weiß nicht ob ich jemals wieder da raus komme. Ach und irgendwas hat mich 3x in den Finger gestochen. Juckt nicht und tut nicht weh. Ist nur rot und dick.

Ich Futter jetzt meine Pasta mit Pesto und stora räkor und träume dann schonmal von morgen wenn ich eeeeendlich im Astrid Lindgren Dorf ankomme …. wie auuuuuffregend!

Das ist hier ja quasi um die Ecke. Hab ich eben schon einiges von gehört, ich sag nur: Limonadenbaum!!!

Ich wär übrigens heut schon beinahe unter die ‚Sachensammler‘ gegangen a la Pippi. Lag ein Nummernschild im Straßengraben und ich dacht cool pack ein, man weiß nie wofür man es gebrauchen könnte. Ich glaub ich bin auch eine Seeräubertochter und ich brauch dringend ein Haus in Schweden mit nem Pferd und nem Äffchen. Geldkoffer wäre auch nicht verkehrt, aber was nützt dir Kohle wenn dir sonst alles fehlt 😉 hach… sei immer pippi, nicht Annika!

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