Resümee Köln bis Calais und Retour

Fakten:

  • 4 Länder (Belgien, Frankreixh, Niederlande, Deutsxhland)
  • 960 km
  • 8 Nächte
  • 9 Tage 
  • 15000 Verbrannte Kalorien 
  • 3 kg zugenommen (Muskelmasse oder Hormone)
  • Bier (muss ich zählen schätze 20)

So schnell wie ich mich dazu entschieden hatte die Tour zu machen, so schnell ist sie auch schon wieder rum. Es war ne kleine Kurzschluss Reaktion an Aschermittwoch wo ich mich auf den Balkon in die Sonne setzte und einfach innerhalb von 1,5 Stunden die Tour komplett geplant und alle Unterkünfte gebucht hatte. Viele haben gefragt warum ich nicht im Sommer fahre. Ganz einfach weil ich da immer nur 5 Tage am Stüxk zeit habe und da kommt man nicht so wirklich weit. Daher lieber jetzt 9 Tage und vielleicht ergibt sich im Sommer doch noch mal was. 

Als ich gestern das erste Mal Köln auf dem Wegweiser las, wusste ich ich kann es schaffen die Tour komplett zu fahren ohne irgendwo einzubrechen. Nach der katastrophalen Tour 23 nach Holland war ich mir da nicht so sicher. Und ich war auch wirklich untrainiert. Heute am Tag danach sagt mein Körper auch wieder Over and out. Hätte ich noch allerdings 3 Tage länger geplant hätte ich ganz einfach auch noch 3 Tage länger funktioniert. Das ist doch verrückt. Genauso verrückt wie der Tourstart. Ich sah mich schon alles canceln wegen des Plattens. Aber warum begebe ich mich überhaupt in dieses Abenteuer? Eigentlich für genau diese Momente. Wege finden wenn sich Hinternisse auftun. Kämpfen statt aufgeben. Das lernt man nicht wenn man immer alles direkt hinwirft im Leben und resigniert. Ich will und muss es allein schaffen oder eben allein Hilfe organisieren. Und ich weiß gleichzeitig dass ich genug Freunde und Familie habe, die mir in jeder Situation direkt zur Hilfe eilen würden, wenn gar nix mehr ginge. 

Ich muss mich auch den Berg hoch kämpfen um mir die geile Abfahrt zu verdienen. Ist mit Gepäck oft hart und man muss beißen. Aber wie Zuckerbrot und Peitsche bekomm ich die Abfahrt erst wenn ich den Kampf nach oben gewonnen habe. 

Ich bin froh diese Route gewählt zu haben, weil es mal was ganz anderes war und weil ich das schon so oft durchgeplant hatte und dann doch wieder nach Dänemark oder gar nicht gefahren bin. Belgien hat mich begeistert als Radfahrer. Gut,… auch als Biertrinker. Dazu natürlich der Hinweis: Ich schütte mich ja nicht zu, sondern probiere einfach mal ein paar Sorten weil die Bierkulinarik mein Hobby ist. Dabei habe ich ja immer im Blick dass am nächsten Tag wieder 100km anstehen und abschiessen ist keine gute Idee in diesem Fall. Wobei mich das Starkbier am letzten Abend umgehauen hat, was ich erst gar nicht gemerkt habe. Aber deshalb trink ich auch lieber die 5-6%igen weil ich weiss dass ich alles andere gar nicht so vertrage. Es waren jedenfalls viele gute Biere dabei und ich glaub selbst wenn man in Belgien lebt kann man nicht alle probieren.

Ich hab immer noch Husten und Hals und meine Augen sind morgens auch immer noch geschwollen. Vielleicht wäre ich komplett gesund nen besseren Schnitt gefahren aber darauf kam es mir nicht an. Ich halte ja auch an jedem stein um Fotos zu machen und schalte nicht immer die Uhr dabei aus. Die sagte mir nach jeder Etappe übrigens dass ich mich 12-24 Stunden erholen sollte… hat nicht so ganz geklappt. 

Jedenfalls war die Tour nötig um meinen Kopf zu reseten und ich glaub das hab ich einigermaßen geschafft. Vielleicht liegt das auch an meinem Job dass ich oft so viel im Kopf hab. Ich fotografiere ja auch oft mit dem Herzen und sauge sämtliche Emotionen in mich auf, sehe und fokussiere so unendlich viel, gerade in einer so langen Session. Dann kommt noch der normale Wahnsinn dazu und irgendwann denk ich so ich will mal wieder raus, mich auspowern, ne challenge absolvieren und Selbstgespräche führen… außerdem ans Meer. Meer ist immer das Beste für die Seele und das hätte ich gerne vor der Haustür. 

Ich hab die letzten Jahre gemerkt dass ich zu wenig genieße und entspanne nach den Etappen. Weil ich diesen Druck hatte alles zu dokumentieren. Das versuche ich etwas zu ändern aber dadurch fällt mir beim durchlesen später ein dass ich einiges vergessen habe zu schreiben. Für sowas wie Unterkunft oder Komoot Verlinkung hatte ich auch keinen Nerv mehr. Aber das füge ich euch die Woche noch alles ein oder mache nen separaten Beitrag dazu mit Gesamtübersicht. Sonst ist es irgendwie auch nicht komplett. 

Aber: ich muss sagen wenn ich Wochen oder Jahre später noch mal die Berichte lese hab ich direkt alles wieder präsent vor Augen kann mich an alles erinnern. Das ist ein schönes Reisetagebuch und ganz ohne geht es doch gar nicht. Freu mich immer wie begeistert mir viele folgen. 

Jedenfalls absolute Empfehlung ist Belgien. 

Frankreich im Norden hat mich eigentlich immer abgeschreckt weil ich den Süden so schön finde und dachte da oben können die eh nicht mithalten. Ist aber im März schwer vergleichbar 😉 von der Radwegssituation will ich gar nicht noch mal anfangen. 

Jedenfalls haben mir wieder viele geschrieben dass sie sich jetzt auch motiviert fühlen so eine Tour mal endlich zu machen. Viele fühlen sich generell motiviert sic ähnlich sportlich zu betätigen wenn sie mir folgen. Und wieder andere sagen boah wie machst du das aus dem Stand ich wär nach 40km bereit fürs Sauerstoffzelt und ne Kur. 

Leute macht einfach das worauf ihr Bock habt. Ich hab’s damals auch einfach gemacht mich im Fitnesstudio lange drauf vorbereitet, Routen ausgedruckt etc pp… hatte tierisch Bammel dass alles klappt so ganz allein vor allem auch konditionell. Wickel Kilometer sind pro Tag machbar war wenn ich es nicht schaffe… Ich für mich kann nur sagen ich hab immer irgendwie das geschafft was ich wollte oder habe eine Lösung gefunden wenn mich der Wind ausgknockt hat. Ich sag immer ich hab den ganzen Tag zeit um ans Ziel zu kommen. Und wenn ich kriechen muss ist egal. Kein Stress im Kopf bedeutet ruhig und gelassen den Tag seinen Weg finden lassen. 

Und wenn man dann unterwegs noch nette Menschen trifft die sich für dich und dein Bike interessieren, du tolle Gespräche führst dann gehst du jeden Abend glücklich und beseelt ins Bett… vor allem müde 🙂 

Als ich gestern nach Hause kam hab ich erstmal alles in die Waschmaschine gestopft inklusive mir selbst. Baden ist natürlich auch Pflicht nach der Ankunft. Muskeln lockern, relaxen, reflektieren… 

Aktuell hab ich keine nächste Tour geplant, aber wie wir sehen kann das auch mal sehr spontan werden.

Mein Bike muss erstmal ins Lazarett. Wird vermutlich ne teuere Rechnung aber ich Liebs und dann muss man eben auch mal in kleine Reparaturen investieren. Und neue Reifen, neue Kette, neue Ritzel draufziehen… 

Vielleicht kommt die Tage noch mal was zur Tour. Bis dahin cheerio! 

Tag 9 : Finale! Köln bis Calais/ 120km Gent bis Köln

Auf gehts in den letzten Tourtag zum Grande Finale. Mucho motiviert sähe anders aus aber gut. Freu mich aber schon irgendwie wieder auf zu Haus, auch wenn ich dann erstmal mit dem kurzen Stillstand zurecht kommen muss. Die Nacht war Strange, hab etwas über die Strenge geschlagen am letzten Abend und nach der Erschöpfung das Starkbier ballern war keine gute Entscheidung…

Bin erst um 9 los. Wieder ohne Kaffee, weil… jetzt hab ich es selbst erlebt… ich glaub jemand hst seine Unterhosen im Wasserkocher gewaschen. War voller Flusen und Sand. Hab mich also dagegen entschieden. Es war sehr anstrengend. Ich war eigentlich gut drauf, nix tat weh und die Beine funktionierten. Aber wenn die Sonne weggeht und wind dazu kommt und du die ganze zeit die restliche Strecke im Kopf hast kickt das manchmal übel rein. Ich versuche immer weniger auf den Tacho zu achten aber macht man zwangsläufig. 

Bis zur Fähre ging es eigentlich. Ich hab heut morgen erstmal 15 Minuten damit verbracht wie ich die Route abkürzen oder schöner machen kann. Sie wurde immer länger und dazu fühlte ich mich nicht gereicht. Ich ließ es wie es ist. Und der PArt durch Belgien war wieder super schön. Wenn in Belgien Bundesstraße steht ist trotzdem für Radfahrer ein super weg vorgesehen. Auch ein toller neuer Belag. Das ist so ne Sache für sich. You know when you know. Es gibt mega Beläge und driss Beläge. Da rollt es einfach nicht. Erfahrung kickt. Hier alles tutti. Auch ne mega Abfahrt durch ne Baustelle. Ich hatte teilweise 40km/h Abfahrten heute. War ja die Strecke mit den meisten Steigungen. Aber da muss man sich auch erstmal hochschrauben, völlig klar. 

Die Fähre fährt die ganze zeit auf 20m Mini Flussbett hin und her. Fußgänger und biker free. 

Ich hatte gestern keinen Ingwershot und  auch keinen Apfel für die letzte Etappe gekauft. Hab in Sittard angehalten und kurz geshopped … mit der Auflage wie immer Nix unnötiges bitte weil muss man alles transportieren. Und ich hatte schon das Bier von gestern on top. Hatte das falsche gekauft ich depp. Egal wird auch getrunken. Aber das blonde wäre besser gewesen. 

Hab heut alles reingeballert war ging. Normalerweise konsumiere ich recht wenig auf tour, weil ich 1. nicht weiß wie ich’s vertrage und 2. so träge davon werde. 

Wenn man die Hälfte erreicht hat macht sich innerer Frieden breit. Dann denkt man ok das kann ich schaffen. Irgendwie bei Geilenkirchen kam ne schwarze Wolke und ein kleiner Platzregen. Später bei Jülich nochmal. aber nicht so dramatisch. Bin weiter gefahren. War aber schwer zu entscheiden was war zu warm und was zu kalt an Kleidung. War auch komplett durchgeschwitzt. 

Überigens ne ganz schlechte Kalorienverbrauchsbilanz. Wer mit wenig reingeht, verbrennt auch viel weniger. 

Jedenfalls wars ein super Gefühl als plötzlich Köln auf dem Wegweiser Stand. War ich kurz bisschen emotional. Hab durchgezogen. Auf der Aachener… standesgemäß weil wir von Benelux kommen… war ein Dixi da hab ich kurz angehalten, weil mein Plan war wie immer am Gaffel am Dom kurz einzukehren und da kann ich mir Bike und Gepäck nur draußen sitzen. Oder auch nicht, weil gab keine Aussengastro 😦 Hab kurz Fotoaction am Dom gemacht und bin dann nach Haus. Auch deshalb fahr ich nur noch im Sommer. Das ist komplett Tradition. Wollte aber jetzt nicht das ganze Gepäck abmachen und reingehen. Weil hier sind wir nicht mehr in Belgien, Holland oder France wo man alles draußen stehen lassen kann. Das wäre einfach weg gewesen hier in kölle. 

Außerdem war ein Riesen Auflauf an Kurden oder so. Alle in so bunten plastikkleidern und irgendwas hab’s zu feiern. Die Stadt war voll. War froh als ich zu Hause war. Alles hochtragen war bisschen anstrengend aber bin direkt in die Wanne. Bestell mir jetzt noch ne Pizza und dann ist erstmal gut.

Tag 8:Köln bis Calais/ 95km Antwerpen bis Gent

Das Beste am Tag ist immer das Ankommen. Speziell wenn man es morgens gar nicht erwartet hätte. 

Also der Abend war ja sehr nice, ich bin aber relativ früh eingepennt. Dafür wieder ungefähr jede Stunde aufgewacht weil ich komplett nass geschwitzt war. Vielleicht bin ich doch schon frühzeitig in den Wechseljahren… ansonsten gehts mir ja eigentlich gut. Irgendwas stimmt da jedenfalls nicht. Irgendwie hat heute packen und Co länger als sonst gedauert. Hab heut mal statt der Winterhose ne Leggins und normale Radhose angezogen. Und hömma ich hab heut tatsächlich Schorf beim Eincremen heut morgen entfernt. Ich war schockiert. Hatte ich ewig nicht dass es so wund gefahren war. Liegt vermutlich an der Hose. 

Wenn ich morgens zu meinem Rad gehe ist immer so Überraschung ob es noch da ist, besonders in die Gegenden. Immer Kurz Panik. Mir ist unterwegs aufgefallen, dass mein Ersatzschlauch weg ist. Entweder geklaut oder runtergefallen. Heut morgen hing auch irgendwie meine Werkzeugtasche quer. Vielleicht also wirklich geklaut. Aber wer kann mir so dicken reifen was anfangen? 

Aus der Stadt raus ist immer ätzend. In Belgien haben sie nicht diese Fahrradampeln wie in Holland. Da fährt man auf die Ampel zu und es schwingt um. Daher musste ich wirklich oft anhalten auf den ersten 5km. Da war ich auch noch optimistisch und gut gelaunt. Das änderte sich eigentlich direkt als ich an den Kanal kam. Sah super schön aus, Wetter war Top mit bis zu 24 Grad. Alles fein,…. Aber der Wind! Herrje der killt einfach alles. Ich hab wirklich gekämpft. Aber wenn man sieht wie weit man in ner Stunde kommt und wie anstrengend das ist, dann bekommt man Zweifel ob man die Etappe überhaupt schaffen kann. Überall auf der Tour hatte ich Probleme mit Baustellen und Umleitungen. Durch eine Baustelle bin ich heut einfach durch weil es keine Alternative gab. Mir doch egal. Soviel Baustellen gibts noch nicht mal in Deutschland ey. Als ich nach 2 Stunden komplett am Verzweifeln war, schaute ich ob ich irgendwie umplanen kann. Ich legte es drauf an und entschied mich dazu etwas mehr ins Inland zu fahren auf den Fahrrad-Knotenpunkten. Auch da kann Wind sein, war es auch, aber nicht so heftig wie direkt am Wasser. Gut gemacht Drewke. Das Wetter war jedenfalls Mega! Wie gut, dass ich immer mehrere Schichten anhabe und dann irgendwann im Trikot fahren kann wenn warm genug. Ich hab ja schon gesagt: ich fahr nicht mehr ausserhalb vom Sommer. Das Feeling ist ein komplett anderes. Aber jetzt sind wir hier und es war gut so wie es war. Wer hätte damit gerechnet, dass ich eine komplett Regenfreie Tour bekomme?! Wahnsinn.

Mich sprechen immer mal Leute unterwegs an. Heute einer der aus der Gegenrichtung kam und meinte ob ich aus Spanien käme. Sehe vielleicht ein bisschen südländisch aus. Kurz mit ihm unterhalten. Ich sag ist halt sehr windig heut in diese Richtung. Und er: is it a Speed-Pedelec? Häääääää?!?!? Lustige Frage. Mein Speed kommt aus meinen Beinen sehr geehrte Damen und Herren. Ich brauch keine Unterstützung ich schaff das ganz alleine. 

Um 12:30 Uhr hatte ich die 50km voll. Kein Plan wie ich das hinbekommen habe. 

Irgendwo war neben mir eine Niederlassung von NIKE. Riesen Areal mit 5 oder mehr großen Hallen. Interessant. Bin ich kilometerlang vorbei gefahren. Richtig blöd am Wind finde ich übrigens immer, dass man sogar bergab treten muss. Das nervt komplett. 

Die letzte Etappe heute war richtig schön, durch ein Naturschutzgebiet mit einem Tierpark. Und meterhohen Kiefern. Dieser Duft war unglaublich gut. Läuft mir da so ein „Wasserbüffel“ auf einmal vors bike. Nice. Und dann gab es noch eine schöne Passage wo ich eigentlich gar nicht durch musste aber ich fands mega. Drewke teilt das Meer. Man fährt einfach durch einen geteilten See und der Schwan schaut dir zu.

Übernachte im Hotel de Schacht. Kennt jemand den Film? Hab bei der Unterkunftwahl als Filmfreak nicht widerstehen können. Hat zwar nix mit dem Film zu tun aber egal. Konnte mein bike hinten im garten parken. Geräumiges Zimmer sogar mit Kühlschrank.

War in einem Bistro / Bar und hab erst mal n biertje getrunken. Bin dann noch zum Supermarkt und dann zum Restaurant. Alles super. Und dann nach Haus noch zu Fuß die 20 Minuten. Das letzte Bier hat mich leicht aus dem Leben gekickt. Bin direkt eingeschlafen… Gut vielleicht lag es auch lag es auch an der totalen Erschöpfung vom Tag.

https://www.instagram.com/reel/DHfmkchtY85/?igsh=MXY5MXBoeHZjY2RnMA==

Tag 7: Köln bis Calais / 88km Zoutelande bis Antwerpen

Frühstück gab es erst ab 8:30 Uhr also konnte ich es etwas entspannter angehen lassen. Das Bett war aber auch super bequem hätte ich noch Stunden drin liegen bleiben können. Frühstück war mega gut. Es gab Joghurt und Smoothies in extra Gläsern in einem Kühlschrank. Bin eigentlich nicht der Frühstücker auf Tour weil mich das so zurückwirft erstmal. Komme später los und bin erstmal vollgefressen. Das ist nicht gut. Beim Frühstück saß ein nettes Paar neben mir die mich fragten wohin ich fahre. Das übliche.

Ich war grad gut im Tritt, da spricht mich einer von der Seite an. Älterer netter Herr der fragte wohin wieso weshalb. Es endete darin dass wir an der Seite anhielten damit ich ihm meine Route zeigen konnte. Er ist 81, immer selbst viel Rad gefahren, so Touren mit 200km. War Eiskunstläufer und generell sportlich unterwegs. Hat ein kleines Häuschen dass er vermietet. Gut ausgebucht aber vielleicht hab ich mal ne Woche Glück. Sehr unterhaltsam. Sind bis Middleburg zusammen gefahren, hatte viel zu erzählen. Vor allem hat er aber auch mega Speed gemacht. Er hatte n Ebike und fuhr sportliche 23km/h da musste Frau Drewke erst mal mithalten. Die ersten 10km waren also richtig Speed. Konnte auch keine Fotos und co machen weil er so geheizt hat. Hat mir seine Karte gegeben. Mal schauen schreib ihm morgen mal meine Kontaktdaten. Er meinte die ganze Zeit ob ich mit der Fähre rüber fahre. Ich sag nein da war ich gestern schon. Aber es wäre sohl bestimmt die schönere Route unten rum gewesen. Dem stimme ich jetzt zu.

Bin heute größtenteils durch Felder und Co gefahren, heißt Wind drückte bisschen aber nicht sooo dramatisch. Dramatisch ist aber was anderes. Als ich heut die Popocreme auftragen wollte merkte ich ne wunde Stelle. Nicht so schlimm wie in Frankreich damals wo ich wirklich n Pflaster drauf machen musste Haha. Aber ist halt schon spürbar. Strange. Gleich mal bekannten drauf. Das ist aber auch nicht so schlimm im Vergleich zu den Schmerzen im Knie. Die haben heut wirklich reingestochen. Hab ne Ibu genommen und versucht an was anderes zu denken. War nicht so erfolgreich. 

Hab wieder nach 20km die Jacke ausgezogen. Kurzes Trikot erst 20km vor dem Ziel getraut. Generell habe ich mir heute seltsame Ziele gesetzt. Ich fahre immer so dass ich mir sage bis da und da und dann gibts nen ingwershot, da gibts das erste Mal trinken, do gibts nen Apfel, da gibts nen Riegel. Hab erstmal 50km durchgekämpft bevor es irgendwas gab. 

20km vorm Ziel hab ich nochmal für ne Pause angehalten. Vollkommen verrückt. Drei Männer haben angehalten und gefragt ob alles ok wäre oder ob sie helfen können. Fands ich lustig. Weil ich hatte ja offensichtlich gar keine Panne. Ich bin Panne aber das ist ein anderes Thema. Und dann wurde mich klar ach ja ich bin ja wieder in Belgien. Da sind halt einfach alle total cool Radfahrern gegenüber. 

Glaub morgen zieh ich die kurze Hose an. Mit leggins drunter versteht sich aber ich war so optimistisch alles einzupacken dann muss ich es auch anziehen. 

Hab im IBIS Budget heut NAcht eingecheckt. Günstig aber ausserhalb. Muss noch 6km in die City reinfahren. Auf der Karte sah es aus als könnt ich laufen… Nope. Wirklich anstrengend nach so nem Tag, aber ich wollt noch was erleben. Und das hab ich.

Bin erstmal in den Delhaize, Wasser kaufen. Dann wollte ich mich irgendwo in die Sonne setzen, Bier trinken und den Bericht schreiben. Gestaltete sich erst schwierig. Dann hab ich was gefunden und es war mega gut. Neben mir saßen zwei ältere Antwerpener. Der eine hat mir alles mögliche empfohlen. Ich sag ich bin ja nur eine NAcht hier. Aber good TO know. Der Freund von ihm war nicht gut zu Fuß aber sie treffen sich hier und genießen das Leben. Hab ich bisschen gefeiert. 

Glaub ich hab zu wenig an um gleich ins Hotel zu fahren. Wird schon kalt. Muss ich wohl Gas geben. Hab nen Tisch im Fischrestaurant gebucht hier um die Ecke. Sah gut aus, gibt Austern. Time To enjoy Oysters and Drink Beer. 

A propro Beer… Der junge Kellner hier in der Bar meinte eben: Your plan ist to try every Beer, right? ALRIGHTY! Lieb den Spot. Wenn in Antwerp, visit BAR DU PORT. 

Ich mein Come on für 3 Bier 12 Euro… voll fair. Generell ist hier alles günstiger als in Dänemark. Da kostet ein Bier immer 8 Euro Minimum. 

Hab dann bezahlt und auf dem WEg zur neuen Location hab ich mir Hoddie und Leggins angezogen. Schon ziemlich frisch. Sitze draußen, die Sonne ist untergegangen und ich hatte schon ein halbes Dutzend Austern. Das Leben ist gut. Sehr gut. Spezial war etwas strenger. Langsam wird kalt aber egal. Fahre gleich schön die 6km wieder zurück da wird mir warm. Morgen wieder 100km. Kein Plan wie mein Knie das schaffen soll. Links ist komplett im Arsch. Buche mir gleich noch nen Physio/ Chiro Termin für nächste Woche. Freu mich auf die heisse dusche in der Nasszelle nachher. 

In dem Restaurant sind nur Einheimische scheinbar. Ich liebs. Gut kostete zwar bisschen Geld aber ist ja nur Geld…

Musste dann noch 6km ins Hotel radeln. Ging erstaunlich flott, war scheinbar gut erholt. Komm ich an steigt da ein Schulausflug aus dem Bus. Weiß gar nicht was das für ne Sprache war sie sie gesprochen haben. Hab mich vorgedrängelt und ein Leffe Bruin gekauft als Absacker. Geht. Bin furchtbar müde. Lade noch den Bericht und dann bin ich Game Over.

https://www.instagram.com/reel/DHc6VOkN_DT/?igsh=cXYxcHk1bG1mYWY5

Tag 6: Köln bis Calais, 121km von Dunkirque bis Zoutelande

WOW… nennt mich irre, denn ich bin’s. Wo fang ich denn heut an… Also erstmal in Frankreich. Ich hab die NAcht wieder komplett Eskalation geschwitzt. Das ganze Bett klätschnass. als ob ich NAchts die Tagesetappe gedanklich nachradeln würde. Naja, jedenfalls habe ich dazu auch die ganze 1,5 Liter Wasserflasche ausgetrunken. Was raus geht muss auch wieder rein… oder so ähnlich. Heut morgen erstmal 2 Elektrolyte Brause-Tabletten getrunken und auch in meine Flasche für die Fahrt mit reingeworfen. Fahrrad aus dem Keller holen war unproblematisch. Leider keine Kaffeemaschine auf dem Zimmer… und auch Proviant war aufgebraucht. Musste also irgendwo halten. 

Das ist wirklich ein Phänomen, dass ich nach 5 Tagen im Sattel einfach komplett im Game bin und Schmerzen und Co ausblenden kann, weil es einfach nur noch geil ist. 

Der erste Etappenteil war mir ja schon bekannt. Allerdings sieht es bei Sonne komplett anders aus und macht viel mehr Laune. Also wieder an der Bahntrasse und sämtlichen Kanälen vorbei. Es gab kein Schild dass ich wieder in Belgien war. Nur auf der Schnellstraße gab es einen kleinen Posten und ein Schild aber mein NAvi wollte da nicht lang. Das NAvi hat gestern ja auch gesponnen, genauso wie meine 360 Grad Kamera die Tage. Technik nervt manchmal. 

Ich war ja sehr skeptisch was den Wind heute betrifft. Am Anfang hat man es schon ein wenig gemerkt auf den offenen Feldern, aber ich hatte mit viel viel mehr gerechnet laut Vorhersage. Die ersten 20 km zogen sich deshalb auch ein wenig. Ich konnte nicht im kleinsten Ritzel fahren wie sonst. Das ist eh kaputt aber das bringt die größte Übersetzung.

Während ich das schreibe sitze ich hinter einem Paar was richtig bescheuerte Themen bespricht. Richtig Nerds, nervt mich komplett da zuzuhören, muss gleich den Tisch wechseln wenn das so weiter geht. Auch wie die das Essen bewertet haben, ganz furchtbar. Wenn ich so werde führt bitte ein Storno aus… 

Jedenfalls muss ich jetzt mal ne Lanze für die Belgier brechen. Ich war ja schockiert als ich nach Frankreich rein bin und alles was Radwege betrifft Katastrophe. Kein Fahrradfahrer wird hier respektiert. Fahrradwege enden im Nirvana. Auffahrten für Fahrradwege sind nicht abgeflacht. Kein Autofahrer hält für einen an. Man wird weggehupt… Richtig unsympathisch. Und kaum bin ich wieder in Belgien, alle super freundlich, tolle Fietswegen, super ausgeschildert, Autofahrer lassen einem Vorrang… ich finds fast noch besser als in Holland. 

Warum sitzen hier überhaupt so viele Deutsche, ich komm doch nicht hier hergeradelt um mir deutsches rumgesülze anzuhören. Ne Tanzmücke,… was redet der für nen Driss?!

Mein Zwischenziel hieß heute Oostende. Ich hab mir gesagt wenn ich die 50km schaffe dann ist gut und dann kann ich immer noch in die Bahn steigen hab aber immerhin 50km abgerissen. Und dann fahr ich an der Promenade lang bei Sonnenschein, bin komplett happy, der Wind ist irgendwo hinter den Häusern und Dünen und ich denk mir ach fuck ich hab Bock für 10 das heut einfach zu rocken. Und die Drewke gibt noch mal Gas. Whaaaaat? Hätt ich gestern nie gedacht dass das heut so geil wird. In Oostende hab ich mich getraut die Jacke auszuziehen. Trägt hier übrigens fast jeder Radfahrer, voll Safty First die gelben neon Jacken. Genauso hab ich die Brille ausgezogen und gegen die Sonnenbrille getauscht. Bin ja gar nicht soooooo blind. Hat gut funktioniert bis ins Ziel.

Die Strecke nach Oostende verlief richtig gut. War je Art Schnellstraße zwischen den Dünen. Bin auch mal hochgekraxelt. 

Richtig schön fand ich auf der Strecke De Haan. Da hab ich kurz im Supermarkt gehalten nach 60km und bisschen was an Getränken und Joghurt Drink gekauft. Heute hab ich auch tagsüber gut was getrunken was natürlich innerhalb kürzester zeit leer war. Wenn die Sonne scheint fällt trinken einfach leichter. De Haan würde ich mir auch mal in ruhe noch anschauen wollen. Auch wenns nur ein kleiner Ort ist. Blankenberg dah auch sehr schön aus. 

Können wir kurz darüber reden, dass ich heute einfach durch 3 Länder geradelt bin? Ohne Motor, nur meine kleinen Beinchen… Die Niederländische Grenze habe ich auf dem „Dijk international“ passiert. Nachdem die 300. Baustellen Umleitung mich wieder in den Wahnsinn getrieben hatte. Wirklich unendlich viele Baustellen hier, in jedem Land. Nervt wirklich wenn Straßen einfach komplett gesperrt sind und man andere Wege fahren muss. Hab heut nen Bauarbeiter angesprochen ob das hier nur ein kleiner abschnitt sei oder die ganze Straße… ne ganze Straße kannst hier nicht weiter. Ok, ich dann halb durch den frischen Beton gestapft und Ausweichroute angesteuert. Und Schwupps war ich in den Niederlanden. 

Ich hab wirklich noch mal richtig reingehauen weil ich wusste die Fähre fährt um 16:18 Uhr und dann erst ne Stunde wieder später. Ich war 10 Minuten vor Abfahrt da. Ticket gekauft und los gehts. Sogar nen Sonnenplatz ergattert. Kostet mit Bike 6,35€ oder so. Ist so ne Schnellfähre, weil der WEg ist schon nicht unerheblich. 6,5km sehen wirklich sehr weit aus dachte ich mir bei der Anfahrt. 

Die 120km heute waren relativ easy. Wenn der Wind nicht mitgespielt hätte wäre ich jetzt noch nicht angekommen. Kaum in Holland ging es auch direkt auf die Dünenwege. Cadzand voll schön bei diesem Wetter. So ging es die ganze zeit weiter bis zur Fähre. 

Von der Fähre runter waren es noch 12 km bis zum Hotel. Da stand dass die Rezeption nur bis 17 Uhr besetzt sei also versuchte ich anzurufen weil ich sonst nicht wusste wie einchecken. Keine Reaktion… Hatte kurz Panik ob ich kein Hotel für die NAcht habe wenn keiner mehr für den Chekin da ist. Und dann hab ich mich beruhigt und gesagt du fährst jetzt erstmals hin und dann kannst du dich immer noch aufregen. War 17:30 dann da und wie sich herausstellte alles gut. Die Rezeption war noch besetzt und sprach sogar deutsch bzw. war Deutsche. Schnell eingecheckt und dann rüber zum JUMBO Wasser für die Nacht kaufen und Drinks für die Fahrt morgen, weil der nur noch 20 Minuten geöffnet hatte. 

Wäre gern früher angekommen aber ging ja nicht. Hab sogar nen Balkon. Hab dann bisschen AKuu geladen und bin dann auf den Deich pünktlich zum Sonnenuntergang. Wie nice war das bitte? 

Wollte dann eigentlich in die andere Richtung um nach was zu essen zu schauen und bin dann doch zum Strandpavillion. Der übernächste sollte es sein. Die Küche hatte allerdings schon geschlossen gab nur noch frittiertes. Gut Kibbeling und Fritten gehen immer. War aber schon sehr Rausschmeisser mäßig. Bin dann auch gegangen und zum 1. Pavillion. Viel, viel besser. Da sitze ich jetzt während ich das schreibe mit nem Absacker Bierchen. Gute Musik netter Service, Leckeres Bier – De Branding kann ich empfehlen. Ich übernachte im Strandhotel Zoutelande auch ganz nett.

Morgen fahr ich wieder bis Antwerpen und lass es etwas ruhiger angehen. „Nur“ 88km. Kein Stress in dr Bud, hier gibt es sogar Frühstück. Wow! 

Jetzt duschen und die Knie einschmieren. War heut schon grenzwertig. Die 40 merkt man dann ja doch irgendwie auf sich zusteuern haha. Gut, vielleicht auch bisschen krasse Belastung die letzten Tage, wa?! Aber Aufgeben war noch nie mein Ding und wenn es irgendwo ne Challenge gibt dann ist die Drewke am Start. Vielleicht mach ich mir für diese Leistung selbst ne Medaille haha. 

Tag 5 – Köln bis Calais/ 78km Fort Grand Philippe bis Dunkirque

Irgendwie ist ja immer an einer Stelle der Wurm drin. Angefangen damit dass der Ort komplett ausgestorben war und es kein frisch gezapftes Bier für mich gab… dann Abends noch die Hiobsbotschaft: Bindehautentzündung… Wenn die scheisse aus meinen Augen quillt ist es nicht gut. Hatte ich zuletzt im Dezember und deshalb hab ich mich gefeiert, dass ich die Antibiotika Tropfen eingepackt hatte. Bin um 23 Uhr schlafen gegangen ohne Film oder Serie, nix mehr. Ruhe für die Augen und die Seele. 

X Mal die Nacht aufgewacht wegen Husten. Hab irgendwann Paracodin Tropfen genommen weils nicht anders ging. Geschwitzt ohne Ende. Aber die Tropfen scheinen zu helfen. Morgens musste ich erstmal alles in Schuss bringen in der Wohnung. Müll zusammen suchen der weggebracht werden musste, alles einpacken, fertig machen. Das Haus ist irgendwie automatisch gesteuert. Die Heizungen gehen zu einer bestimmten Zeit an und aus. Im Bad war die Heizung einfach konsequent kalt. Wer macht denn sowas? 

Ich hatte bisschen Respekt davor heut loszufahren. Augen soweit ok aber nicht perfekt. Der Wind war heftig gemeldet. Aber die Richtung Calais war noch einigermaßen entspannt. Natürlich standen da angekommen nicht mehr diese bunten Fahrräder wie sie mir bei Komoot angezeigt wurden. Das hätte ein schönes Bild gegeben. Vermutlich nur für Olympia. Da sah man noch einiges was darauf hindeutete. Hab ich ja gesuchtet. Wäre gern auch irgendwo hingefahren um es mir live anzuschauen. 

Jedenfalls dacht ich mir ich fahr nicht noch die Route am Stand lang sondern spar mir die Kilometer weil ich ja weil dass der wind in die andere Richtung noch extremst anstrengend wird. Also bin ich nur kurz zum Strand bzw. zur Leuchtturm Brücke und dacht ich spinn. Läuft da ein gigantöser Dinosaurier wo Touristen drauf platz nehmen können. Hä!? Aus dem nix erschienen und 5 Minuten später war er wieder verschwunden. Macht keinen Sinn, aber Leute scheinen dafür Geld auszugeben. 

Ich fand Calais sehr schön, irgendwie englisch Style. Aber es war wieder mal zu kalt für alles. Stand immer im krassesten Wind. 

Während ich ich das hier schreibe bin ich sehr glücklich dass ich in Brügge einen Hoddie gekauft habe. Hab heut so viel geschwitzt hätte niemals in meinen Bike Klamotten losziehen können.

Übrigens, die Problematik mit dem Ort gestern. Glaub hab ich nicht geschrieben. Der Canot fährt erst ab April wieder. Glaub hier ist generell alles noch im Winterschlaf. Überall. Wäre unheimlich gern übergesetzt. aber naja. Couscous und Bier war auch ok.

Also nach Calais hab ich die Route kurzerhand umgeplant und bin die Route gefahren die als Radweg deklariert war. War ganz nice.Aber mein Komoot Navi hat’s nicht gecheckt. Musste neu starten, die alte Bitch. Zurück bin ich aber wie geplant näher am Meer vorbei. War ein Fehler, weil komplette Schotterstraße mit Löchern drin. Musste einfach alle paar Zentimeter ausweichen. Schneller wäre gegen den Wind aber auf der Hauptstraße gewesen.  Den Rest der Strecke hatte ich auch umgeplant. Wollte nicht wieder über die Schnellstraße und an den Zelten vorbei. Bin dem offiziellen Radweg gefolgt. Bei dem Wind war eh alles egal. Hat aber gepasst. 

Hätte mir im Hotel ne Badewanne und ne Bar gewünscht. Leider weder noch. Naja. Der Typ an der Rezeption war interessant. Buntes Haargummi Nagellack und sehr kommunikativ. Mein Bike durfte in einen leeren Saal. Ist ja ein Kongresshotel. Bar gibts wohl nicht aber egal. Bin dann kurz zum Supermarkt wurde 3x angelagert auf dem weg dahin. Hab nur Wasser un Kekse gekauft. Bier wie immer nicht gekühlt. Dann in ne Bar, aber die macht erst um 18 Uhr auf. Hab in der Sonne vor der Tür gewartet. Erste drin heiß erstes Bier. War aber selfservice musste ich erst lernen. Toller Laden. 15 Bier vom Fass. Studentenviertel. Hab 3 Bier getrunken und ne Bol de Frommage. Haben die mir hier direkt nen Selleriesalz Streuer zu angeboten. Okay… gute Biere, aber direkt too much. Warum fragt hier jeder „Are your sure“? Wenn ich Trinkgeld geben möchte? Ihr macht nen guten Service also gebe ich Trinkegeld… where is The Problem?

Kurz ins Hotel die Einkäufe wegbringen und wieder los. Hätte mir ja ne Badewanne gewünscht  aber naja…

Hab einen Tisch in einem Restaurant gebucht. Mach mich jetzt auf den Weg.

Übrigens sehr auffällig: Seit Tagen finde ich Gendarmerie und Militär hier sehr präsent. Was ist da los?   Die stehen an jeder Ecke…. Einerseits beruhigend andererseits beängstigend.

Hab einen Tisch im Restaurant „Le Protocolle“ nebenan gebucht. Kann den Laden nicht einordnen. Einerseits Fine Dining andererseits Sportsbar. Wollte eigentlich Crevetten und Austern bestellen aber hab mich im letzen Moment dagegen entschieden. Bin jedenfalls nicht die einzige die hier alleine sitzt. 

Was ne absolute Unart der Franzosen ist: Stilles Wasser. wer trinkt sowas freiwillig? Und generell sind die hier super unfreundlich zu Fahrradfahrern und generell. Ich bin gern in Südfrankreich aber hier ist irgendwie Eiseskälte gegenüber Touristen. How can this be? 

Jedenfalls hab ich in meinem Zimmer eine Extra Tür die verschlossen ist. Denke mal ich bin im Eltern Zimmer und könnte aufschließen für die Kindern. 

Übrigens: was soll das eigentlich dass Fahrradwege hier grundsätzlich keine „Auffahrt“ haben? Zero abgeflachte Bordsteine… I dont get it. 

Mein Hintern hat es zwischenzeitlich akzeptiert dass wir jetzt auf Tour sind und zickt nicht mehr rum.

Das braucht manchmal paar Tage aber dann ist alles gut.

Die Familie neben mir hat was sehr komisches bestellt. Besteht eigentlich nur aus Käse und dadrauf ein Spiegelei…. Okay. Die Franzosen killen mich mir ihrem essen. Generell mit allem. Bin froh wenn ich zurück in Belgien und Niederlande bin. Gut morgen ist der Plan dass ich mir direkt 3 Grenzen gebe… mal schauen wie das klappt. Zu viel Wind für zu viel Kilometer. 

Tag 4: Köln bis Calais – 100Km Brügge bis Gravelines

Natürlich hatte ich gestern zu wenig Wasser gekauft und diese Nacht schon früh alles leergetrunken. Das Schwitzen hört natürlich nicht auf, daher auch mega Durst. War super müde und hab nachdem ich alle berichte fertig hatte einfach eingepennt. 

Bin wieder was länger liegen geblieben. Wusste ja auch dass ich erst ab 16 Uhr in die Unterkunft konnte und der Wind gut stand. Hab ausgecheckt und wollte mein Bike aus der Garage haben. Kurzer Schock. Dachte für nen Moment es wäre weg. Meinen Hintern hätts gefreut, mich weniger. Stand in einem anderen Raum, wo erstmal ne Riesen Ratte durch die anderen Räder huschte. Bin dann 9:10 Uhr losgekommen und diese Schmerzen im Hintern und vor allem an den Fußfesseln sind schon nicht mehr schön. Diese Schuhe werde ich wohl nicht mehr tragen auf Tour. eigentlich cool, weil auch wasserdicht und in der Theorie warm, aber naja. Wenn ich nicht antreten muss gehts. solang ich monoton trete komm ich klar. Aber in den Orten immer schwierig mit den Ampeln und co. 

Los ging es mal wieder am Kanal. Total schön und endlich kein Gegenwind so dass ich entspannt fahren konnte. Kommt mir tatsächlich ein Opi mit Oberkörper frei entgegen gefahren… bei 6 Grad… Vielleicht das neue Eisbaden. Belgien setzt Trends :-p Ich mach mir übrigens unterwegs immer Notizen wenn ich was interessanten gesehen oder erlebt habe. Sonst hab ich es abends wieder vergessen hier zu erwähnen. Bin nicht mehr die jüngste… Ne aber wenn mein Kopf sich die ganze zeit selbst leert um runterzukommen und den ganzen Tag neue Eindrücke auf mich einprasseln dann brauch ich kleine Reminder. 

Natürlich fand ich die Strecke am Kanal so schön, dass ich mich kurz umentschied und doch gerade aus bis Oostende zum Meer gefahren bin. Hätte ich sonst erst übermorgen. Aber da werde ich eh mit dem Gegenwind zu kämpfen haben und muss vermutlich umplanen. Auch wenn da das schönere Wetter sein wird. Es war wirklich den ganzen Tag bedeckt und kalt. Die sonne kam erst am Ziel raus. Frechheit. 

Bis ans Meer – So heisst eigentlich das Motto all meiner Touren. Das Meer ist immer das Ziel, deshalb befindet sich natürlich auch die Longversion vom Brings-Song in meiner Playlist. Nach einer Tour hat Peter bei nem Konzert auch die Ansage auch auf mich bezogen. Boah war ich da stolz haha. Aber ja lass uns losziehen, vielleicht zum letzten mal… man weiß ja nie wie lang es noch geht. Auch passend direkt im Anschluss der Song „Null oder Hundert“… Wenn man mich beschreiben müsste, gerne diesen Song zitieren, passt. 

Natürlich war es viel zu kalt für alles. Ich halte aber auch wirklich jedesmal im dicksten Windzug irgendwo an. Mein geheimes Supertalent. Bin dann an der Prommenade weiter gefahren und wie schön ist das denn bitte? Ging auch gar nicht anders, weil alle Straßen innerorts waren Baustellen. Sehr schön da zu cruisen. Aber diese ganzen Restaurants auf der Fressmeile… Ich würde hier kugelrund werden wenn ich mal ne Woche an einem Ort bleiben würde.

Die Französische Grenze schlich sich langsam an. Ich war so gut im Tritt beim nächsten kleinen Kanal, dass ich nur zufällig merkte dass ich jetzt nach Frankreich rüber fahre. Das beste daran war die Radroute „Velo Maritime“ die mein Navi immer so schön aussprach. Musste man aber auch erstmal finden… dieser Weg führt an einer alten Bahntrasse entlang. Schön gemacht, aber zuerst fuhr ich auf der normalen Straße und musste mich schon von mehreren Autofahren anhupen lassen. Generell… ich bin extremst enttäuscht und genervt von Frankreich. Wie kann es sein, dass die das bedeutendste Radrennen der Welt ausrichten und dann mit den Fahrradwegen nicht klar kommen? Unverständlich! Alle paar Meter ändert sich die Beschaffenheit der Wege, man fährt viel im normalen Verkehr einfach mit. Abzweige für spezial Velo Routen Fehlanzeige, Überall Baustellen und Straßensperrungen…. Nervig. Ich hätte ne Stunde eher am Ziel sein können wenn ich Dunkirk großräumig umfahren hätte. Dumm, dass ich da morgen wieder hin muss. Allerdings auf die Meerseite da freu ich mich dann schon drauf, sofern ich ankommen sollte.

Mein Fahrrad ist übrigens jetzt richtig im Eimer. Schaltwerk und Tretwerk sind defekt. Waren sie schon bei Abfahrt aber jetzt richtig. Kann im Stehen gar nicht mehr anfahren. Meine Reifen sind auch abgefahren, Kette muss auch neu… Aber die 5 Tage wirds jetzt ja wohl noch durchhalten… 🙂 

So 20km vorm Ziel war ich sehr erschrocken. Also schmutzig ist es hier generell viel und überall… aber plötzlich wurde es extremer. Und dann kamen Busse mit Flüchtlingen an wo ich vorbeifuhr und überall liefen Leute auf dem Fahrradweg rum. Ich denk was ist hier los. Und dann sag ich überall in den Gebüschen am Rand Zelte und Berge von Müll. Hunderte Meter ging das so. Ich würde lügen, wenn ich nicht Kurz etwas Angst hatte allein auf dem Bike. Vor allem aber frag ich mich wie das hier so sein kann. Nicht einen Kilometer weiter war wieder ne Heile Welt Stadt und alles sauber und friedlich. Ich hoffe da muss keine auf Dauer zelten und alle kommen irgendwo zeitnah unter und finden Arbeit. Hab kein Foto gemacht aber es war grausam. 

Jedenfalls ist der Ort hier natürlich super schön. Es gibt zwei Seiten. Ich übernachte natürlich auf der Falschen. Auf der ersten Seite die ich durchqueren musste sind viele Forts, sehr schön anzuschauen bei der dann erschienenen Sonne. Es gibt Restaurants und Co. Ich musste einmal um den Hafen rum. Da sieht man den Leuchtturm schön auf der anderen Seite. ansonsten ist dieses ins Wasser gebaute Haus hier die Attraktion und sonst gibt es hier nix. Also nix lebendiges. Alles Restaurants geschlossen, keine Läden, keine Menschen. Wenn ich den ganzen Tag auf dem Esel gesessen habe und mit mir allein verbrachte habe dann will ich abends noch unter Menschen und irgendwie Geselligkeit. Hat mich kurz depri gemacht. Vor allem musste ich jetzt noch mal mit dem Rad erus zum Super U und dann auch noch was kochen. Toll war, dass ich den Schlüssel fürs Radschloss im Haus hab liegen gelassen und auch das zweite befestigungsband für die Tasche. Aber ich konnte im Abholmarkt nebenan das Rad kurz unter Beaufsichtigung abstellen. Super lieb. Der Supermarkt hat mich natürlich wieder überfordert wusste nicht was ich brauche und hab natürlich zu viel gekauft. Auf dem PArkplatz gab es übrigens öffentliche Waschmaschinen… falls man mal ne Ladung während des Einkaufs waschen möchte oder so… Die spinnen hier doch alle! In diesem kleinen Ort gibt es zwar keine Foodläden die geöffnet haben, dafür auf 1000m aber 3 geöffnete Apotheken. Macht Sinn. 

Zu meiner Unterkunft auch ne lustige Story: die Unterkunft ist unscheinbar. Kein Schild keine Klingel gar nix. Die Instruktions per email auf französisch. Die Gegend sieht aus wie Polen in den 70ern. Grau, verlassen, altmodisch. Ich den Vermieter angerufen der NATÜRLICH kein Englisch spricht als richtiger Franzose. Aber wir konnten es klären, Schlüssel gefunden. Innen sehr schön eingerichtet. Einziges Manko: Schlafzimmer beide oben über ne steile Treppe. Bad unten… ich seh mich diese Nacht schon schlaftrunken darunter segeln… Und die Eingangstür hat so n Französisches Schloss wo man den Griff hochdrücken muss, hat mich auch schon 3x wahnsinnig gemacht.

Hab mir couscous mit Arrabiata und Kichererbsen mit Feta gemacht. Standesgemäß ne Portion für ne Fussballmanschaft. Dazu ein leckeres Bierchen. Leider hört dieser husten nicht auf, nervt.

Morgen und übermorgen komplett Gegenwind. Ich hab große Angst dass ich es nicht packe. 

So Schluss jetzt, ab in die Dusche.

Tag 3: Köln bis Calais / 102km Antwerpen bis Brügge

Okay okay…. Ich hab relativ gut geschlafen war Ultra kapott. Hatte extra Oropax gekauft weil die Nachbarn nachmittags schon so nen lärm gemacht haben. Hab ich aber gar nicht benutzt weil war viel zu KO. Geschwitzt hab ich trotzdem wieder und meine Nase war dezent zu. Hustenreiz auch wieder gekickt. Aber sobald ich auf dem Rad sitze alles gut. 

Ich hatte mein Bike mit aufs Zimmer genommen. Weil die Garage einfach noch 8 tausend stufen runter war. Lieb das sowieso wenn mein Bike mit mir auf dem Zimmer übernachtet. Gibt mir ein beruhigendes Gefühl… Seitdem in Frankreich das Bike gestohlen wurde bin ich übervorsichtig. 

So kann ich auch alles direkt im warmen aufschnallen. Besser gehts nicht. 

Ich hab an meinen Fußfesseln leider von den Schuhen extreme Druckstellen. Um genau zu sein Hämatome. Tut tierisch weh. Hab eigentlich so gut wie alles dabei nur kein Voltaren… Naja muss irgendwie weiter gehen. Links tut mehr weh wie rechts. Versuche es mit ibu zu betäuben. 

Diese Schmerzen wenn man morgens aufs Bike steigt sind einfach unnormal. Ich hatte schon Gedanken alles hinzuwerfen weil ich einfach nicht mehr sitzen kann. 3 Ecken weiter geht es dann plötzlich wieder. Very Strange. Gut… auf der Fahrt denk ich regelmäßig dass mein Hintern bluten würde aber alles gut :-p 

Ich finds übrigens sehr interessant wie unterschiedlich hier alle gekleidet sind. Die einen haben tiefsten Winter, die anderen Hochsommer. Ein paar Pfadfinder zum Beispiel alle in kurzen Röcken und Hosen… Während meine Füße komplette eisklötze sind. Und hey… diese e-biker… dunn mer ne Jefalle. Keiner der Bio Biker ist so dick eingepackt wie die. Daran siehst ja schon dass die sich einfach gar nicht so viel bewegen müssen. Alles Lug und Trug… Die ganzen Rennradler sind so perfekt gestylt, ich liebs.

Viele Mountainbiker waren heut auch auf der Strecke. Ist so eine Fietsschnellweg Verbindung bis Gent gewesen. Toll zu fahren. Ich mag das weil man 1. weiß wo es langgeht und 2. nicht die ganze zeit störende Stopps sind. Auf circa halber Strecke hat mich einer angehalten und sich 3x entschuldigt. Aber sein Sattel war lose und er hatte kein WErkzeug dabei. Erzählte mir dann auch noch dass seine Frau vor kurzem gestorben wäre und fragte wie meine Tour aussieht. Hab ihm natürlich sehr gerne mit meinem Werkzeug geholfen. Mag das ja mit Locals komplett random ins Gespräch zu kommen. 

Mein Plan war es bis Gent durchzuziehen und dann mal Pause zu machen. Bin aber nicht bis Gent City rein auch wenn es total schön aussah. Aber irgendwie habe ich schon geahnt was mich später noch erwarten würde. 

Das Wetter war herrlich. Sonne den ganzen Tag satt.

Circa nach 5km bin ich in den Tunnel gefahren für die Flussüberquerung. Runter mit dem Aufzug wie in einem Bergwerk, dann ein paar hundert Meter durch den Tunnel gecruist und am Ende wieder mit dem Aufzug hoch. What a fun. Danach ging es fast direkt auf den Schnellweg. Heutige Playlist auf meinen Ohren: Tom Merkens in The Mix. Super DJ aus Aachen und guter Freund. Danke dass mich dein Mix immer so gut in Fahrt bringt.

Woher nehme ich die Energie und den Antrieb? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Andere legen sich nach der Session 3 Wochen in die Sonne, ich brauche noch mehr Action scheinbar. Vor allem kann ich so am besten Abschalten. Allein auf dem bike ist super meditativ.

Was mich wirklich nervt ist dieser ganze Rotz der aus der Nase läuft. Liegt allein an der Kälte. Seitdem ich raushabe wie Radfahren zu Seite schniefen ist das mein Signature move. Taschentücher waren gestern.

Die kleine Pause bei Gent war nötig aber auch genauso tödlich. Kurz hinsetzen und rasten ist nie ne gute Idee. Danach standen noch 40 km auf dem Tacho und die waren extrem windig. Ich hatte ungefähr 5m Rückenwind, die waren mega. Der Rest kam von der Seite oder vorne. Und zwar so, dass ich zu Fuß schneller gewesen wäre. Grundsätzlich ja total schön am Kanal aber eben auch total zugig. Die letzten 10 km kam ich nicht vorwärts. Und wenn dann mal kein Wind ist ist der Körper so vom Kämpfen geschwächt dass einfach gar nix mehr geht. Ich hab dann noch n äpfelchen ausgepackt… meine Geheimwaffe für Energiereserven. Ist mir allerdings nach 5 Bissen aus der Hand gefallen… tja…. 

Richtig frech war so ein Ebiker-Opi. Fährt mit Motor in meinem Windschatten, ich komplett am austicken. Und dann zieht er irgendwann vor und gibt so viel Vollgas dass ich daran nicht mehr partizipieren konnte. am liebsten wär ich abgestiegen und wär ihm hinterhergelaufen um ihn anzukacken… 

Ich hab heut richtig geschwitzt unterwegs. Weil anstrengend und warm. Aber im Schatten eben immer noch sehr kalt. Hatte überlegt die Jacke auszuziehen aber das wäre sehr unvernünftig gewesen. 

In Brügge musste ich noch 2km bis zum Hotel kämpfen. Und die Route durch die Altstadt war schon wunderschön. Hier muss ich noch mal hin. Im Hotel eingecheckt hab ich erstmal mein Bike wegschließen lassen weil ich den Rest zu Fuß machen wollte und die eine Garage haben. Ich war so mega durchgefroren, hab erst mal die Heizung angemacht. Das beste am Zimmer: es gibt ne Badewanne oui oui… wisst ihr wo ich gleich bin.

Jedenfalls war mein plan mich irgendwo in ein Café zu setzen, ne Waffel zu essen und Kaffee und Bier zu trinken heut Nachmittag. Leider alles gottlos überfüllt. Bin 3x auf und ab gelaufen und konnt mich nicht entscheiden. Keine Orientierung. War kurz im Supermarkt wegen Wasser. Und dann bin ich in die andere Richtung flaniert. Kurz bevor ich nen Anfall bekommen habe weil ich so eine blöde Waffel haben wollte ohne 30 Minuten anzustehen… tat sich eine Gasse auf…. Eine Biergasse. Ich frohlockte kurz und verwarf den Kaffe und Waffel Gedanken. Außerdem gab es hier massig Heizstrahler. Der ganze Laden einfach WOW. Ich nahm das Testpacket mit 4 Local Beers inkl. Nüsschen. Nüsschen sind essentiell bei sowas. Weil ich wie gesagt maßlos und haltlos bin musste ich noch eins von den erwachsenen Biers bestellen. Das was für Chefs ist. Dann war aber auch gut. Kamen zwei mit frischen Waffeln rein. Das hat mich gekillt. Bin raus und hab an der nächsten Ecke ne Waffel mit Schoki bestellt. Nur circa 10 min. Wartezeit. Super gut. Dann kurz ins Hotel und dann weiter zum empfohlenen Restaurant. Wenn man Freunde hat die öfter hier in der Kante sind gibt es massig Tipps. Auf gut Glück hin ohne Reservierung und nen tollen Tisch bekommen. Soup of The day und Fisch. Two Beers dazu, ready fürs Bett… ach ne Badewanne. 

So good, ich muss noch mal herkommen wenn es wärmer ist. Bei der Kälte ne Kanalfahrt hat mich nicht überzeugt. 

Morgen gehts ans Meer. Freu mich. Hoffe der Wind ist nicht mein Feind.

Auf dem Heimweg noch nen Souvenir Shop leer gekauft und liege jetzt beim Tatort in der Wanne. Neues IPad sei Dank. 

Tag 2 – Köln bis Calais – 100km Budel bis Antwerpen

Natürlich bin ich nicht wirklich gesund…. Hab die NAcht geschwitzt wie ein Bieberbär…. Drissnass! Soweit gehts mir gut, aber irgendwas brühte ich aus. Bin auch immer wieder aufgewacht und hatte diesen trockenen husten. Hab Hustensaft dabei und auch so Tabletten. Die sind aber morgen leer. Aufm bike ist alles super aber sobald ich zur ruhe komme driss. 

Bin noch ein bisschen im Bett geblieben, hab mir nen Kaffee gemacht und etwas getrödelt. Es sollte erst ab 8 etwas wärmer werden. Naja wovon reden wir hier. Ob es jetzt 1 grad oder 3 sind ist wohl egal… hab übrigens vergessen ein Foto von der Unterkunft zu machen. Werde den Namen noch ergänzen im Beitrag.

Hab noch ne Schicht mehr angezogen und sehr schlau von mir die Merino unterzieh Handschuhe noch zu bestellen. Super sinnvoll sowohl für drunter, also auch wenn dann doch die sonne rauskommt im Alleingang. Ich Fuchs.

Habe heute mehrmals die imaginäre Grenze gequert. Interessiert aber niemanden. Einfach rollen lassen. Bin locker pedeliert, weil hab keine Eile und muss mich nicht auspowern… jaaaaaaa ich weiß das kennt man von mir nicht hahaha. Das erste Mal Aufsitzen ist morgens immer so ne Sache. Alles… wirklich alles schmerzt. Aber kurz eingegroovt ging es. Super schöne Route heute. Erst durch den NAtionalpark durch den Wald, toller Straßenbelag, wenig Menschen, viel Natur. Meine Zehen und Finger waren erst noch super dabei. Nach 20km fingen die Probleme an. Und warum bin ich so ein kackendoofes Kind, dass ich nicht schon in köln auf die Idee komme wärme Sohlen zu kaufen? Nööööö ist ja nicht so dramatisch. Ja aber hier gibt es sowas wohl nicht. Oder Zitat: nur im Winter… ok definiere dann bitte Frühling… ich find 3-6 Grad minus schon irgendwie sehr Winter. Außerdem: wenn ich kalte Fööss hab dann ist mir egal welche Jahreszeit wir haben. Im ersten „Dorf“ wo ich drauf hingefiebert hatte da in eine Drogerie zu gehen gab es keine Drogerie. Und Apotheke war auch überfordert. 20 km weiter auch kein Erfolg. Hab jetzt am Ziel noch mal einen Laden aufgesucht und einfach Schmerz-Wärmepflaster mitgenommen. Kommen morgen unter die Socken mal sehen ob das was kann. Frau ist erfinderisch in der Not. Hier lassen übrigens alle ihre Räder vor den Läden mit voll beladenen Taschen stehen. Hab ich mich dann auch einfach getraut. War ja nur kurz drin. Komischerweise hab ich in Dänemark niemals ein Problem damit da lasse ich alles vor der Tür stehen. Aber kein anderes Land ist so vertrauensvoll irgendwie. Die Belgier sind aber nah dran.

Neben den NAtionalparks war mein Highlight die Route am Kanal entlang. 20 km geradeaus mit der Sonne im Gesicht. Einfach nur schön. Die ganzen Rennrad und Gravelbiker die mich heut überholt haben rollen natürlich wesentlich einfacher daher. Interessant fand ich dass hier viele in Gruppen organisiert fahren und dann auch alle im gleichen Outfit unterwegs sind.

Kurzer Realtalk: Mein Hintern tut schon sehr weh. Ist ja so auch normal. Meist gewöhn ich mich an Tag 3 oder so dran. Muss erstmal bisschen abgehärtet werden. Normalerweise ist meine Devise aber auch mindestens 1000 Trainingskilometer fahren bevor man auf Tour geht. Ich denke auch dass ich das im Winter einfach nicht mehr machen werde. Hab das jetzt 2x gemacht und es ist ganz anders als im Sommer. Da ist alles viel leichter. Angefangen bei den Klamotten. Da hat man auch mal Regentage aber man friert einfach nicht permanent. Das frieren schwächt mich ungemein.

Ich hatte die Unterkunft heut blind gebucht und nur nach Preis und Ausstattung geschaut. Sah relativ zentral aus aber in so einer Stadt ist das relativ. Die letzten Straßen und Gassen durch die ich fuhr dachte ich ich wär im Ghetto untergekommen. Das Hotel wirkt auch wie so ein Stundenhotel. Ist es nicht aber komisch Gäste. War um 15:30 hier. Musste bis 16 Uhr warten bis die Rezeption besetzt war. Hatte eigentlich angekreuzt Doppelbett. Jetzt sind es zwei Einzelbetten. Die Steckdosen funktionieren nicht wirklich. Aber ich hab ne Pantryküche, nen Fernseher und nen Tisch. Ist in der Beschreibung ne Ferienwohnung… naja. Heißt Ambassador Suites Antwerp. Zweckmäßig aber keine Empfehlung.

Ich glaub das hier ist das Jüdische Viertel. Hab noch nie so viele Rabiner mit Schtreimel gesehen. Die liefen hier rund um das Hotel alle mit Kind und Kegel rum, ich dacht es wär Schabbat… Fands auf jeden Fall sehr interessant und musste an die Mini-Serie „Unorthodox“ denken. Wers nicht gesehen hat unbedingt mal anschauen. Vielleicht schau ich es gleich zum 4. Mal. 

Hab mir noch mal mein Rad geschnappt und bin Richtung Innenstadt nachdem ich es ergoogelt hatte wie weit es ist. Wollte eigentlich zu Fuß gehen aber das war zu weit. Bin ein bisschen durch die Einkaufspassage spaziert und wollte dann herausfinden wo ich einkehren möchte. Eine Brauerei wäre das Beste. Im Internet konnte man schon keine Plätze mehr reservieren also fuhr ich die 2km auf gut Glück und wurde nicht enttäuscht. Die Antwerpse Brouw Compagnie hat tolle Biersorten und wenn man ganz nett schaut hat man auch im überfülltesten Laden noch nen Platz frei. Zwei Bier mussten aber reichen obwohl mich noch mehr gereizt hätten. Aber der Rückweg von 4 km hat mich zur Vernunft überredet. Fahrrad war mir zu umständlich mit der Garage. Steht jetzt bei mir aufm Zimmer. Das lieb ich ja eh.

Kurz noch im Supermarkt Ingwershot und Co gekauft und mich dann endlich auf die Dusche gefreut. Die kannte allerdings genau so wenig Maß wie ich. Entweder kochend heiß oder erfrischend kühl. 

Im Supermarkt und generell ist es hier ja so eine Unart nur so 2 Sorten Bier kalt zu haben. Am der Tanke gibt es gar kein Alkohol. Eben hab ich am Bahnhof Schilder gesehen dass da Alkohol Konsum verboten wäre… Ja aber was machen die denn mit dem ganzen Zeug was da in den Regalen steht?

Tag 1: Kölle bis Calais. 120 km – Köln -> Budel

Hooray was ein Tourstart. Das hab ich in all den Jahren auch noch nie erlebt. Ausgebremst bevor es überhaupt los ging.

Wer meine Story verfolgt hat weiß, dass ich extra noch im Radladen war weil ich dachte das Ventil wäre fritte. War es nicht. Alles aufgepumpt und wieder noh Huss. Heut morgen bin ich für meine Verhältnisse früh aufgestanden. Auch weil ich die Panik der letzten Tour im Nacken hatte und nicht zu spät los wollte. Hab noch 3x mein Outfit angepasst, nen Espresso getrunken und bin dann runter. Diverse Nachbarn haben mich noch angesprochen und ne gute Tour gewünscht. Ich Steig auf und denk so: hä warum rollt das so sch…. Tja was soll ich sagen, ich kam bis zum Ring, also circa 500m bis ich feststellte, dass mein Vorderreifen keine Luft mehr hatte.

Um 8:15 Uhr so ne Sache. Aber ich hab kurz an meiner NAse gerieben und dachte mir hey ich ruf den Spüli an. Weil wofür sind denn Freunde da. Ich fuhr ja eh über die Venloerstr. Also hab ich kurz noch mal Luft reingepumpt und bin los. Hat gehalten. Wir dachten immer noch beide es wäre das Ventil. Alles festgeschraubt und neue Luft rein, runde gefahren, Luft wieder raus. Da ich einen Ersatz Schlauch dabei hatte war Spüli dann so nett und hat seinen Termin schnell ne halbe stunde verschoben und den Reifenwechsel in einem Blitz-Pitstopp durchgeführt. Hätte ich nen halben Tag für gebraucht. Und was finden wir da? Nen Riesen-Dorn! Na Prima. Alles gewechselt und dann konnte ich mit immer noch skeptischen Gefühl endlich richtig los. DANKE SPÜLI!!!

Wetter war kalt aber wenn die Sonne rauskam war es super. Ich hab eigentlich das perfekte Outfit an, aber je nach Bewegungsaufwand und Wetter schwitzt man halt extrem oder man friert. Meine Füße waren die gesamte Strecke eisklumpen. Ich hab mich aber mega gefreut als bei Pulheim die Sonne rauskam. Erinnerungen an 2023 hingen den ganzen Tag wie Blei an mir. Wenn es heute geregnet hätte, hätte ich es bestimmt nicht gepackt. Warum fahr ich eigentlich komplett untrainiert los? Mein Ehrgeiz ist einfach immer Stärker als jeder Verstand. 

Die Strecke bin ich schon ein paar mal so ähnlich gefahren. Und diese „Steigung“ ist immer je nach Wetter driss. Über diese ganzen Felder ist halt daher anstrengend, weil da der Wind drückt. Aber ich habs gerockt.

Richtig schön wurde die Strecke ab dem Kreis Heinsberg. Immer noch ein Komischer Ort weil man es jetzt immer mit Corona in Verbindung bringt. Eine schöne Strecke durch den Wald mündete in einer Seenlandschaft. Sehr zu empfehlen. 

Kurz danach erfolgt bei mir der Druckabfall. Wer schon öfter mit mir mit gereist ist und meine Berichte verfolgt weiß, dass ich das hier mache um mal komplett runter zu fahren. Abzuschalten und den Kopf für neue Kreativität frei zu bekommen. Es braucht meist 70km bis der Zustand der höchsten Emotionalität erreicht ist. Dann öffnen sich die Schleusen und ich heule ein paar Kilometer. Aus verschiedensten Gründen – Freude, Dankbarkeit, Enttäuschung, Vermissung, Vorfreude… alles was ich die letzten Wochen runtergeschluckt oder so einfach akzeptiert habe kommt dann raus. Genauso wie die Dankbarkeit dafür das alles so machen zu dürfen. Ja ich bin emotional, das macht mich aus und es ist gut so. Jetzt ist aber auch erstmal gut. 

Die letzten 30km waren sehr heftig. Bin langsam gefahren. Der Wind mit einigen kleinen Hügelchen hat mich gekillt. Mein Hintern tat weh. Beine waren relativ fit aber. Und ich weiß nicht wie oft ich gegähnt hab zwischendurch. Die Session hat mich nachhaltig zerstört. In allen Belangen.

Hab hier und da Pause gemacht, was gegessen und getrunken. Leider war die Sonne nicht so oft da um zu wärmen. Mir war wirklich extremst kalt. Wollte aber auch nicht in einer der seltenen Tankstellen um mich zu wärmen, das hätte nur unnötig aufgehalten. 

Aber hey ich habs geschafft. Und 1km vorm Ziel war ein Fahrradladen da hab ich noch schnell nen neuen Ersatzschlauch gekauft, ich kluges Kind. Kam ein Mann der mein Bike bewunderte und fragte wohin es geht und von wo. Ich ihm alles erzählt. Sagt er ah schön und dann 3 Wochen? Hab kurz in mich hineingelacht. Chuck Norris macht es in 10 Tagen, Drewke natürlich in 9 – BOOM! Also we will see… noch bin ich ja nicht am Ziel.

Hotel ist privat. Hab meine eigene Etage. Sehr nette Besitzerin. Hat mir alles gezeigt und ich kann mich frei bewegen. Hab gesagt ich fahre noch in den Ort um was zu essen und sitze jetzt in dem Restaurant was sie empfohlen hat. „De Bonte Os“. Nicht viel los, aber es gibt eine Bierkarte… mehr braucht es nicht um mich zu überzeugen. War vorher noch Kurz im Supermakrt und muss mich da immer beherrschen nicht zu viel zu kaufen. Das Bierregal ist kriminell gut, ich liebe die Kekse und Bumsbrötchen, ich liebe die Joghurts, ich liebe alles an diesen Supermärkten.

Zu essen gab es ne Suppe und ne Portion Pommes mit Trüffel und Käse. Ich platze aber ich muss laden damit ich morgen die Tour packe. 

Hier noch meine Bierbewertung:

KWAREMONT 6,6 % Pittig blond Steigung Radfahrer Bier 6/10

Blonden Os 6,5 Exclusief Bier 9,5/10

Budels Goud blond 6% Local Bier Kölsch Type (Feier ich) Bisschen bitter nur ne 5/10

Ja ich trinke Bier… viel Bier… wenn auf Radtour, dann auch Biertasting everywhere, Kinners.

Was ich auch liebe: Die haben für jedes der 30 Biere spezial Gläser und die spülen die jedes mal vor dem Servieren. Super Profis. Hab ich mal gesehen dass so spezialbrauerein auch immer noch mal Wasser durchlaufen lassen weil es dann anders schmeckt oder so.

Hach… alles richtig gemacht. Jetzt duschen,Bilder ladenund noch ein Reel schneiden. Ich muss ganz ehrlich sagen dass diese ganze Technik und die Möglichkeit alles überall zu kommunizieren mich auf tour stresst. Mal schauen wie ich das weiter durchziehe.

Los it goes!

Mal kurz met däm Rad erus…
Bereit für 9 Tage Abenteuer!
Köln – Niederlande – Belgien – Frankreich – Köln
940Km allein allein. Vera D ist auf der Reise und hat hoffentlich diesmal ein bisschen Rückenwind.
Folgt mir auf @drewkes_bikelights und abonniert meinen Blog https://drewkesbikelights.blog
Wer schon mal dabei war, weiß „Normal“ ist nur ein Waschprogramm und gewaschen wird auf meinen Touren wirklich selten.
Diesmal komplett neue Route, natürlich BIS ANS MEER und Retour. Wish me luck und stahlharte Speckbeinchen. Ich starte untrainiert nach einer monsterlangen Session, immer noch mööd und erschöpft, ävver nütz jo nix.
Erste Etappe bis zur belgischen Grenze gut 120km. Lets go! Eure Motivation ist stärker als jeder Schweinehund 🫶🏻💪🏻