Resümee Köln bis Calais und Retour

Fakten:

  • 4 Länder (Belgien, Frankreixh, Niederlande, Deutsxhland)
  • 960 km
  • 8 Nächte
  • 9 Tage 
  • 15000 Verbrannte Kalorien 
  • 3 kg zugenommen (Muskelmasse oder Hormone)
  • Bier (muss ich zählen schätze 20)

So schnell wie ich mich dazu entschieden hatte die Tour zu machen, so schnell ist sie auch schon wieder rum. Es war ne kleine Kurzschluss Reaktion an Aschermittwoch wo ich mich auf den Balkon in die Sonne setzte und einfach innerhalb von 1,5 Stunden die Tour komplett geplant und alle Unterkünfte gebucht hatte. Viele haben gefragt warum ich nicht im Sommer fahre. Ganz einfach weil ich da immer nur 5 Tage am Stüxk zeit habe und da kommt man nicht so wirklich weit. Daher lieber jetzt 9 Tage und vielleicht ergibt sich im Sommer doch noch mal was. 

Als ich gestern das erste Mal Köln auf dem Wegweiser las, wusste ich ich kann es schaffen die Tour komplett zu fahren ohne irgendwo einzubrechen. Nach der katastrophalen Tour 23 nach Holland war ich mir da nicht so sicher. Und ich war auch wirklich untrainiert. Heute am Tag danach sagt mein Körper auch wieder Over and out. Hätte ich noch allerdings 3 Tage länger geplant hätte ich ganz einfach auch noch 3 Tage länger funktioniert. Das ist doch verrückt. Genauso verrückt wie der Tourstart. Ich sah mich schon alles canceln wegen des Plattens. Aber warum begebe ich mich überhaupt in dieses Abenteuer? Eigentlich für genau diese Momente. Wege finden wenn sich Hinternisse auftun. Kämpfen statt aufgeben. Das lernt man nicht wenn man immer alles direkt hinwirft im Leben und resigniert. Ich will und muss es allein schaffen oder eben allein Hilfe organisieren. Und ich weiß gleichzeitig dass ich genug Freunde und Familie habe, die mir in jeder Situation direkt zur Hilfe eilen würden, wenn gar nix mehr ginge. 

Ich muss mich auch den Berg hoch kämpfen um mir die geile Abfahrt zu verdienen. Ist mit Gepäck oft hart und man muss beißen. Aber wie Zuckerbrot und Peitsche bekomm ich die Abfahrt erst wenn ich den Kampf nach oben gewonnen habe. 

Ich bin froh diese Route gewählt zu haben, weil es mal was ganz anderes war und weil ich das schon so oft durchgeplant hatte und dann doch wieder nach Dänemark oder gar nicht gefahren bin. Belgien hat mich begeistert als Radfahrer. Gut,… auch als Biertrinker. Dazu natürlich der Hinweis: Ich schütte mich ja nicht zu, sondern probiere einfach mal ein paar Sorten weil die Bierkulinarik mein Hobby ist. Dabei habe ich ja immer im Blick dass am nächsten Tag wieder 100km anstehen und abschiessen ist keine gute Idee in diesem Fall. Wobei mich das Starkbier am letzten Abend umgehauen hat, was ich erst gar nicht gemerkt habe. Aber deshalb trink ich auch lieber die 5-6%igen weil ich weiss dass ich alles andere gar nicht so vertrage. Es waren jedenfalls viele gute Biere dabei und ich glaub selbst wenn man in Belgien lebt kann man nicht alle probieren.

Ich hab immer noch Husten und Hals und meine Augen sind morgens auch immer noch geschwollen. Vielleicht wäre ich komplett gesund nen besseren Schnitt gefahren aber darauf kam es mir nicht an. Ich halte ja auch an jedem stein um Fotos zu machen und schalte nicht immer die Uhr dabei aus. Die sagte mir nach jeder Etappe übrigens dass ich mich 12-24 Stunden erholen sollte… hat nicht so ganz geklappt. 

Jedenfalls war die Tour nötig um meinen Kopf zu reseten und ich glaub das hab ich einigermaßen geschafft. Vielleicht liegt das auch an meinem Job dass ich oft so viel im Kopf hab. Ich fotografiere ja auch oft mit dem Herzen und sauge sämtliche Emotionen in mich auf, sehe und fokussiere so unendlich viel, gerade in einer so langen Session. Dann kommt noch der normale Wahnsinn dazu und irgendwann denk ich so ich will mal wieder raus, mich auspowern, ne challenge absolvieren und Selbstgespräche führen… außerdem ans Meer. Meer ist immer das Beste für die Seele und das hätte ich gerne vor der Haustür. 

Ich hab die letzten Jahre gemerkt dass ich zu wenig genieße und entspanne nach den Etappen. Weil ich diesen Druck hatte alles zu dokumentieren. Das versuche ich etwas zu ändern aber dadurch fällt mir beim durchlesen später ein dass ich einiges vergessen habe zu schreiben. Für sowas wie Unterkunft oder Komoot Verlinkung hatte ich auch keinen Nerv mehr. Aber das füge ich euch die Woche noch alles ein oder mache nen separaten Beitrag dazu mit Gesamtübersicht. Sonst ist es irgendwie auch nicht komplett. 

Aber: ich muss sagen wenn ich Wochen oder Jahre später noch mal die Berichte lese hab ich direkt alles wieder präsent vor Augen kann mich an alles erinnern. Das ist ein schönes Reisetagebuch und ganz ohne geht es doch gar nicht. Freu mich immer wie begeistert mir viele folgen. 

Jedenfalls absolute Empfehlung ist Belgien. 

Frankreich im Norden hat mich eigentlich immer abgeschreckt weil ich den Süden so schön finde und dachte da oben können die eh nicht mithalten. Ist aber im März schwer vergleichbar 😉 von der Radwegssituation will ich gar nicht noch mal anfangen. 

Jedenfalls haben mir wieder viele geschrieben dass sie sich jetzt auch motiviert fühlen so eine Tour mal endlich zu machen. Viele fühlen sich generell motiviert sic ähnlich sportlich zu betätigen wenn sie mir folgen. Und wieder andere sagen boah wie machst du das aus dem Stand ich wär nach 40km bereit fürs Sauerstoffzelt und ne Kur. 

Leute macht einfach das worauf ihr Bock habt. Ich hab’s damals auch einfach gemacht mich im Fitnesstudio lange drauf vorbereitet, Routen ausgedruckt etc pp… hatte tierisch Bammel dass alles klappt so ganz allein vor allem auch konditionell. Wickel Kilometer sind pro Tag machbar war wenn ich es nicht schaffe… Ich für mich kann nur sagen ich hab immer irgendwie das geschafft was ich wollte oder habe eine Lösung gefunden wenn mich der Wind ausgknockt hat. Ich sag immer ich hab den ganzen Tag zeit um ans Ziel zu kommen. Und wenn ich kriechen muss ist egal. Kein Stress im Kopf bedeutet ruhig und gelassen den Tag seinen Weg finden lassen. 

Und wenn man dann unterwegs noch nette Menschen trifft die sich für dich und dein Bike interessieren, du tolle Gespräche führst dann gehst du jeden Abend glücklich und beseelt ins Bett… vor allem müde 🙂 

Als ich gestern nach Hause kam hab ich erstmal alles in die Waschmaschine gestopft inklusive mir selbst. Baden ist natürlich auch Pflicht nach der Ankunft. Muskeln lockern, relaxen, reflektieren… 

Aktuell hab ich keine nächste Tour geplant, aber wie wir sehen kann das auch mal sehr spontan werden.

Mein Bike muss erstmal ins Lazarett. Wird vermutlich ne teuere Rechnung aber ich Liebs und dann muss man eben auch mal in kleine Reparaturen investieren. Und neue Reifen, neue Kette, neue Ritzel draufziehen… 

Vielleicht kommt die Tage noch mal was zur Tour. Bis dahin cheerio! 

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