WOW… nennt mich irre, denn ich bin’s. Wo fang ich denn heut an… Also erstmal in Frankreich. Ich hab die NAcht wieder komplett Eskalation geschwitzt. Das ganze Bett klätschnass. als ob ich NAchts die Tagesetappe gedanklich nachradeln würde. Naja, jedenfalls habe ich dazu auch die ganze 1,5 Liter Wasserflasche ausgetrunken. Was raus geht muss auch wieder rein… oder so ähnlich. Heut morgen erstmal 2 Elektrolyte Brause-Tabletten getrunken und auch in meine Flasche für die Fahrt mit reingeworfen. Fahrrad aus dem Keller holen war unproblematisch. Leider keine Kaffeemaschine auf dem Zimmer… und auch Proviant war aufgebraucht. Musste also irgendwo halten.

Das ist wirklich ein Phänomen, dass ich nach 5 Tagen im Sattel einfach komplett im Game bin und Schmerzen und Co ausblenden kann, weil es einfach nur noch geil ist.
Der erste Etappenteil war mir ja schon bekannt. Allerdings sieht es bei Sonne komplett anders aus und macht viel mehr Laune. Also wieder an der Bahntrasse und sämtlichen Kanälen vorbei. Es gab kein Schild dass ich wieder in Belgien war. Nur auf der Schnellstraße gab es einen kleinen Posten und ein Schild aber mein NAvi wollte da nicht lang. Das NAvi hat gestern ja auch gesponnen, genauso wie meine 360 Grad Kamera die Tage. Technik nervt manchmal.
Ich war ja sehr skeptisch was den Wind heute betrifft. Am Anfang hat man es schon ein wenig gemerkt auf den offenen Feldern, aber ich hatte mit viel viel mehr gerechnet laut Vorhersage. Die ersten 20 km zogen sich deshalb auch ein wenig. Ich konnte nicht im kleinsten Ritzel fahren wie sonst. Das ist eh kaputt aber das bringt die größte Übersetzung.







Während ich das schreibe sitze ich hinter einem Paar was richtig bescheuerte Themen bespricht. Richtig Nerds, nervt mich komplett da zuzuhören, muss gleich den Tisch wechseln wenn das so weiter geht. Auch wie die das Essen bewertet haben, ganz furchtbar. Wenn ich so werde führt bitte ein Storno aus…
Jedenfalls muss ich jetzt mal ne Lanze für die Belgier brechen. Ich war ja schockiert als ich nach Frankreich rein bin und alles was Radwege betrifft Katastrophe. Kein Fahrradfahrer wird hier respektiert. Fahrradwege enden im Nirvana. Auffahrten für Fahrradwege sind nicht abgeflacht. Kein Autofahrer hält für einen an. Man wird weggehupt… Richtig unsympathisch. Und kaum bin ich wieder in Belgien, alle super freundlich, tolle Fietswegen, super ausgeschildert, Autofahrer lassen einem Vorrang… ich finds fast noch besser als in Holland.
Warum sitzen hier überhaupt so viele Deutsche, ich komm doch nicht hier hergeradelt um mir deutsches rumgesülze anzuhören. Ne Tanzmücke,… was redet der für nen Driss?!
Mein Zwischenziel hieß heute Oostende. Ich hab mir gesagt wenn ich die 50km schaffe dann ist gut und dann kann ich immer noch in die Bahn steigen hab aber immerhin 50km abgerissen. Und dann fahr ich an der Promenade lang bei Sonnenschein, bin komplett happy, der Wind ist irgendwo hinter den Häusern und Dünen und ich denk mir ach fuck ich hab Bock für 10 das heut einfach zu rocken. Und die Drewke gibt noch mal Gas. Whaaaaat? Hätt ich gestern nie gedacht dass das heut so geil wird. In Oostende hab ich mich getraut die Jacke auszuziehen. Trägt hier übrigens fast jeder Radfahrer, voll Safty First die gelben neon Jacken. Genauso hab ich die Brille ausgezogen und gegen die Sonnenbrille getauscht. Bin ja gar nicht soooooo blind. Hat gut funktioniert bis ins Ziel.





Die Strecke nach Oostende verlief richtig gut. War je Art Schnellstraße zwischen den Dünen. Bin auch mal hochgekraxelt.
Richtig schön fand ich auf der Strecke De Haan. Da hab ich kurz im Supermarkt gehalten nach 60km und bisschen was an Getränken und Joghurt Drink gekauft. Heute hab ich auch tagsüber gut was getrunken was natürlich innerhalb kürzester zeit leer war. Wenn die Sonne scheint fällt trinken einfach leichter. De Haan würde ich mir auch mal in ruhe noch anschauen wollen. Auch wenns nur ein kleiner Ort ist. Blankenberg dah auch sehr schön aus.
Können wir kurz darüber reden, dass ich heute einfach durch 3 Länder geradelt bin? Ohne Motor, nur meine kleinen Beinchen… Die Niederländische Grenze habe ich auf dem „Dijk international“ passiert. Nachdem die 300. Baustellen Umleitung mich wieder in den Wahnsinn getrieben hatte. Wirklich unendlich viele Baustellen hier, in jedem Land. Nervt wirklich wenn Straßen einfach komplett gesperrt sind und man andere Wege fahren muss. Hab heut nen Bauarbeiter angesprochen ob das hier nur ein kleiner abschnitt sei oder die ganze Straße… ne ganze Straße kannst hier nicht weiter. Ok, ich dann halb durch den frischen Beton gestapft und Ausweichroute angesteuert. Und Schwupps war ich in den Niederlanden.
Ich hab wirklich noch mal richtig reingehauen weil ich wusste die Fähre fährt um 16:18 Uhr und dann erst ne Stunde wieder später. Ich war 10 Minuten vor Abfahrt da. Ticket gekauft und los gehts. Sogar nen Sonnenplatz ergattert. Kostet mit Bike 6,35€ oder so. Ist so ne Schnellfähre, weil der WEg ist schon nicht unerheblich. 6,5km sehen wirklich sehr weit aus dachte ich mir bei der Anfahrt.


Die 120km heute waren relativ easy. Wenn der Wind nicht mitgespielt hätte wäre ich jetzt noch nicht angekommen. Kaum in Holland ging es auch direkt auf die Dünenwege. Cadzand voll schön bei diesem Wetter. So ging es die ganze zeit weiter bis zur Fähre.
Von der Fähre runter waren es noch 12 km bis zum Hotel. Da stand dass die Rezeption nur bis 17 Uhr besetzt sei also versuchte ich anzurufen weil ich sonst nicht wusste wie einchecken. Keine Reaktion… Hatte kurz Panik ob ich kein Hotel für die NAcht habe wenn keiner mehr für den Chekin da ist. Und dann hab ich mich beruhigt und gesagt du fährst jetzt erstmals hin und dann kannst du dich immer noch aufregen. War 17:30 dann da und wie sich herausstellte alles gut. Die Rezeption war noch besetzt und sprach sogar deutsch bzw. war Deutsche. Schnell eingecheckt und dann rüber zum JUMBO Wasser für die Nacht kaufen und Drinks für die Fahrt morgen, weil der nur noch 20 Minuten geöffnet hatte.














Wäre gern früher angekommen aber ging ja nicht. Hab sogar nen Balkon. Hab dann bisschen AKuu geladen und bin dann auf den Deich pünktlich zum Sonnenuntergang. Wie nice war das bitte?
Wollte dann eigentlich in die andere Richtung um nach was zu essen zu schauen und bin dann doch zum Strandpavillion. Der übernächste sollte es sein. Die Küche hatte allerdings schon geschlossen gab nur noch frittiertes. Gut Kibbeling und Fritten gehen immer. War aber schon sehr Rausschmeisser mäßig. Bin dann auch gegangen und zum 1. Pavillion. Viel, viel besser. Da sitze ich jetzt während ich das schreibe mit nem Absacker Bierchen. Gute Musik netter Service, Leckeres Bier – De Branding kann ich empfehlen. Ich übernachte im Strandhotel Zoutelande auch ganz nett.
















Morgen fahr ich wieder bis Antwerpen und lass es etwas ruhiger angehen. „Nur“ 88km. Kein Stress in dr Bud, hier gibt es sogar Frühstück. Wow!
Jetzt duschen und die Knie einschmieren. War heut schon grenzwertig. Die 40 merkt man dann ja doch irgendwie auf sich zusteuern haha. Gut, vielleicht auch bisschen krasse Belastung die letzten Tage, wa?! Aber Aufgeben war noch nie mein Ding und wenn es irgendwo ne Challenge gibt dann ist die Drewke am Start. Vielleicht mach ich mir für diese Leistung selbst ne Medaille haha.