Tag 2 – Köln bis Calais – 100km Budel bis Antwerpen

Natürlich bin ich nicht wirklich gesund…. Hab die NAcht geschwitzt wie ein Bieberbär…. Drissnass! Soweit gehts mir gut, aber irgendwas brühte ich aus. Bin auch immer wieder aufgewacht und hatte diesen trockenen husten. Hab Hustensaft dabei und auch so Tabletten. Die sind aber morgen leer. Aufm bike ist alles super aber sobald ich zur ruhe komme driss. 

Bin noch ein bisschen im Bett geblieben, hab mir nen Kaffee gemacht und etwas getrödelt. Es sollte erst ab 8 etwas wärmer werden. Naja wovon reden wir hier. Ob es jetzt 1 grad oder 3 sind ist wohl egal… hab übrigens vergessen ein Foto von der Unterkunft zu machen. Werde den Namen noch ergänzen im Beitrag.

Hab noch ne Schicht mehr angezogen und sehr schlau von mir die Merino unterzieh Handschuhe noch zu bestellen. Super sinnvoll sowohl für drunter, also auch wenn dann doch die sonne rauskommt im Alleingang. Ich Fuchs.

Habe heute mehrmals die imaginäre Grenze gequert. Interessiert aber niemanden. Einfach rollen lassen. Bin locker pedeliert, weil hab keine Eile und muss mich nicht auspowern… jaaaaaaa ich weiß das kennt man von mir nicht hahaha. Das erste Mal Aufsitzen ist morgens immer so ne Sache. Alles… wirklich alles schmerzt. Aber kurz eingegroovt ging es. Super schöne Route heute. Erst durch den NAtionalpark durch den Wald, toller Straßenbelag, wenig Menschen, viel Natur. Meine Zehen und Finger waren erst noch super dabei. Nach 20km fingen die Probleme an. Und warum bin ich so ein kackendoofes Kind, dass ich nicht schon in köln auf die Idee komme wärme Sohlen zu kaufen? Nööööö ist ja nicht so dramatisch. Ja aber hier gibt es sowas wohl nicht. Oder Zitat: nur im Winter… ok definiere dann bitte Frühling… ich find 3-6 Grad minus schon irgendwie sehr Winter. Außerdem: wenn ich kalte Fööss hab dann ist mir egal welche Jahreszeit wir haben. Im ersten „Dorf“ wo ich drauf hingefiebert hatte da in eine Drogerie zu gehen gab es keine Drogerie. Und Apotheke war auch überfordert. 20 km weiter auch kein Erfolg. Hab jetzt am Ziel noch mal einen Laden aufgesucht und einfach Schmerz-Wärmepflaster mitgenommen. Kommen morgen unter die Socken mal sehen ob das was kann. Frau ist erfinderisch in der Not. Hier lassen übrigens alle ihre Räder vor den Läden mit voll beladenen Taschen stehen. Hab ich mich dann auch einfach getraut. War ja nur kurz drin. Komischerweise hab ich in Dänemark niemals ein Problem damit da lasse ich alles vor der Tür stehen. Aber kein anderes Land ist so vertrauensvoll irgendwie. Die Belgier sind aber nah dran.

Neben den NAtionalparks war mein Highlight die Route am Kanal entlang. 20 km geradeaus mit der Sonne im Gesicht. Einfach nur schön. Die ganzen Rennrad und Gravelbiker die mich heut überholt haben rollen natürlich wesentlich einfacher daher. Interessant fand ich dass hier viele in Gruppen organisiert fahren und dann auch alle im gleichen Outfit unterwegs sind.

Kurzer Realtalk: Mein Hintern tut schon sehr weh. Ist ja so auch normal. Meist gewöhn ich mich an Tag 3 oder so dran. Muss erstmal bisschen abgehärtet werden. Normalerweise ist meine Devise aber auch mindestens 1000 Trainingskilometer fahren bevor man auf Tour geht. Ich denke auch dass ich das im Winter einfach nicht mehr machen werde. Hab das jetzt 2x gemacht und es ist ganz anders als im Sommer. Da ist alles viel leichter. Angefangen bei den Klamotten. Da hat man auch mal Regentage aber man friert einfach nicht permanent. Das frieren schwächt mich ungemein.

Ich hatte die Unterkunft heut blind gebucht und nur nach Preis und Ausstattung geschaut. Sah relativ zentral aus aber in so einer Stadt ist das relativ. Die letzten Straßen und Gassen durch die ich fuhr dachte ich ich wär im Ghetto untergekommen. Das Hotel wirkt auch wie so ein Stundenhotel. Ist es nicht aber komisch Gäste. War um 15:30 hier. Musste bis 16 Uhr warten bis die Rezeption besetzt war. Hatte eigentlich angekreuzt Doppelbett. Jetzt sind es zwei Einzelbetten. Die Steckdosen funktionieren nicht wirklich. Aber ich hab ne Pantryküche, nen Fernseher und nen Tisch. Ist in der Beschreibung ne Ferienwohnung… naja. Heißt Ambassador Suites Antwerp. Zweckmäßig aber keine Empfehlung.

Ich glaub das hier ist das Jüdische Viertel. Hab noch nie so viele Rabiner mit Schtreimel gesehen. Die liefen hier rund um das Hotel alle mit Kind und Kegel rum, ich dacht es wär Schabbat… Fands auf jeden Fall sehr interessant und musste an die Mini-Serie „Unorthodox“ denken. Wers nicht gesehen hat unbedingt mal anschauen. Vielleicht schau ich es gleich zum 4. Mal. 

Hab mir noch mal mein Rad geschnappt und bin Richtung Innenstadt nachdem ich es ergoogelt hatte wie weit es ist. Wollte eigentlich zu Fuß gehen aber das war zu weit. Bin ein bisschen durch die Einkaufspassage spaziert und wollte dann herausfinden wo ich einkehren möchte. Eine Brauerei wäre das Beste. Im Internet konnte man schon keine Plätze mehr reservieren also fuhr ich die 2km auf gut Glück und wurde nicht enttäuscht. Die Antwerpse Brouw Compagnie hat tolle Biersorten und wenn man ganz nett schaut hat man auch im überfülltesten Laden noch nen Platz frei. Zwei Bier mussten aber reichen obwohl mich noch mehr gereizt hätten. Aber der Rückweg von 4 km hat mich zur Vernunft überredet. Fahrrad war mir zu umständlich mit der Garage. Steht jetzt bei mir aufm Zimmer. Das lieb ich ja eh.

Kurz noch im Supermarkt Ingwershot und Co gekauft und mich dann endlich auf die Dusche gefreut. Die kannte allerdings genau so wenig Maß wie ich. Entweder kochend heiß oder erfrischend kühl. 

Im Supermarkt und generell ist es hier ja so eine Unart nur so 2 Sorten Bier kalt zu haben. Am der Tanke gibt es gar kein Alkohol. Eben hab ich am Bahnhof Schilder gesehen dass da Alkohol Konsum verboten wäre… Ja aber was machen die denn mit dem ganzen Zeug was da in den Regalen steht?

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