Hooray was ein Tourstart. Das hab ich in all den Jahren auch noch nie erlebt. Ausgebremst bevor es überhaupt los ging.

Wer meine Story verfolgt hat weiß, dass ich extra noch im Radladen war weil ich dachte das Ventil wäre fritte. War es nicht. Alles aufgepumpt und wieder noh Huss. Heut morgen bin ich für meine Verhältnisse früh aufgestanden. Auch weil ich die Panik der letzten Tour im Nacken hatte und nicht zu spät los wollte. Hab noch 3x mein Outfit angepasst, nen Espresso getrunken und bin dann runter. Diverse Nachbarn haben mich noch angesprochen und ne gute Tour gewünscht. Ich Steig auf und denk so: hä warum rollt das so sch…. Tja was soll ich sagen, ich kam bis zum Ring, also circa 500m bis ich feststellte, dass mein Vorderreifen keine Luft mehr hatte.
Um 8:15 Uhr so ne Sache. Aber ich hab kurz an meiner NAse gerieben und dachte mir hey ich ruf den Spüli an. Weil wofür sind denn Freunde da. Ich fuhr ja eh über die Venloerstr. Also hab ich kurz noch mal Luft reingepumpt und bin los. Hat gehalten. Wir dachten immer noch beide es wäre das Ventil. Alles festgeschraubt und neue Luft rein, runde gefahren, Luft wieder raus. Da ich einen Ersatz Schlauch dabei hatte war Spüli dann so nett und hat seinen Termin schnell ne halbe stunde verschoben und den Reifenwechsel in einem Blitz-Pitstopp durchgeführt. Hätte ich nen halben Tag für gebraucht. Und was finden wir da? Nen Riesen-Dorn! Na Prima. Alles gewechselt und dann konnte ich mit immer noch skeptischen Gefühl endlich richtig los. DANKE SPÜLI!!!








Wetter war kalt aber wenn die Sonne rauskam war es super. Ich hab eigentlich das perfekte Outfit an, aber je nach Bewegungsaufwand und Wetter schwitzt man halt extrem oder man friert. Meine Füße waren die gesamte Strecke eisklumpen. Ich hab mich aber mega gefreut als bei Pulheim die Sonne rauskam. Erinnerungen an 2023 hingen den ganzen Tag wie Blei an mir. Wenn es heute geregnet hätte, hätte ich es bestimmt nicht gepackt. Warum fahr ich eigentlich komplett untrainiert los? Mein Ehrgeiz ist einfach immer Stärker als jeder Verstand.
Die Strecke bin ich schon ein paar mal so ähnlich gefahren. Und diese „Steigung“ ist immer je nach Wetter driss. Über diese ganzen Felder ist halt daher anstrengend, weil da der Wind drückt. Aber ich habs gerockt.
Richtig schön wurde die Strecke ab dem Kreis Heinsberg. Immer noch ein Komischer Ort weil man es jetzt immer mit Corona in Verbindung bringt. Eine schöne Strecke durch den Wald mündete in einer Seenlandschaft. Sehr zu empfehlen.
Kurz danach erfolgt bei mir der Druckabfall. Wer schon öfter mit mir mit gereist ist und meine Berichte verfolgt weiß, dass ich das hier mache um mal komplett runter zu fahren. Abzuschalten und den Kopf für neue Kreativität frei zu bekommen. Es braucht meist 70km bis der Zustand der höchsten Emotionalität erreicht ist. Dann öffnen sich die Schleusen und ich heule ein paar Kilometer. Aus verschiedensten Gründen – Freude, Dankbarkeit, Enttäuschung, Vermissung, Vorfreude… alles was ich die letzten Wochen runtergeschluckt oder so einfach akzeptiert habe kommt dann raus. Genauso wie die Dankbarkeit dafür das alles so machen zu dürfen. Ja ich bin emotional, das macht mich aus und es ist gut so. Jetzt ist aber auch erstmal gut.
Die letzten 30km waren sehr heftig. Bin langsam gefahren. Der Wind mit einigen kleinen Hügelchen hat mich gekillt. Mein Hintern tat weh. Beine waren relativ fit aber. Und ich weiß nicht wie oft ich gegähnt hab zwischendurch. Die Session hat mich nachhaltig zerstört. In allen Belangen.


Hab hier und da Pause gemacht, was gegessen und getrunken. Leider war die Sonne nicht so oft da um zu wärmen. Mir war wirklich extremst kalt. Wollte aber auch nicht in einer der seltenen Tankstellen um mich zu wärmen, das hätte nur unnötig aufgehalten.





Aber hey ich habs geschafft. Und 1km vorm Ziel war ein Fahrradladen da hab ich noch schnell nen neuen Ersatzschlauch gekauft, ich kluges Kind. Kam ein Mann der mein Bike bewunderte und fragte wohin es geht und von wo. Ich ihm alles erzählt. Sagt er ah schön und dann 3 Wochen? Hab kurz in mich hineingelacht. Chuck Norris macht es in 10 Tagen, Drewke natürlich in 9 – BOOM! Also we will see… noch bin ich ja nicht am Ziel.
Hotel ist privat. Hab meine eigene Etage. Sehr nette Besitzerin. Hat mir alles gezeigt und ich kann mich frei bewegen. Hab gesagt ich fahre noch in den Ort um was zu essen und sitze jetzt in dem Restaurant was sie empfohlen hat. „De Bonte Os“. Nicht viel los, aber es gibt eine Bierkarte… mehr braucht es nicht um mich zu überzeugen. War vorher noch Kurz im Supermakrt und muss mich da immer beherrschen nicht zu viel zu kaufen. Das Bierregal ist kriminell gut, ich liebe die Kekse und Bumsbrötchen, ich liebe die Joghurts, ich liebe alles an diesen Supermärkten.
Zu essen gab es ne Suppe und ne Portion Pommes mit Trüffel und Käse. Ich platze aber ich muss laden damit ich morgen die Tour packe.













Hier noch meine Bierbewertung:
KWAREMONT 6,6 % Pittig blond Steigung Radfahrer Bier 6/10
Blonden Os 6,5 Exclusief Bier 9,5/10
Budels Goud blond 6% Local Bier Kölsch Type (Feier ich) Bisschen bitter nur ne 5/10
Ja ich trinke Bier… viel Bier… wenn auf Radtour, dann auch Biertasting everywhere, Kinners.
Was ich auch liebe: Die haben für jedes der 30 Biere spezial Gläser und die spülen die jedes mal vor dem Servieren. Super Profis. Hab ich mal gesehen dass so spezialbrauerein auch immer noch mal Wasser durchlaufen lassen weil es dann anders schmeckt oder so.
Hach… alles richtig gemacht. Jetzt duschen,Bilder ladenund noch ein Reel schneiden. Ich muss ganz ehrlich sagen dass diese ganze Technik und die Möglichkeit alles überall zu kommunizieren mich auf tour stresst. Mal schauen wie ich das weiter durchziehe.