Tourabschluss

Dat wor et…

Finish…

Ziellinie erreicht…

Seit 8:15 Uhr befinde ich mich auf der Rückreise nach köln. Gemütliche 8 Stunden Bahnfahrt. Nicht meine liebste Rückreiseart aber manchmal geht es leider nicht anders.

870km sind es diesmal geworden. Dieses Jahr dann mal 2 kurze Touren statt einer langen, weil ich anders keine zeit hatte. Und bevor ich wieder wie die letzten beiden Jahre alles gecancelt hätte hab ich die Gelegenheit diesmal genutzt und bin endlich wieder rausgekommen.

Der ursprüngliche Plan war eine Schwedentour mal im Sommer zu machen. Für einmal rum brauche ich aber mindestens 2,5 Wochen am Stück. Das hat leider nicht in meinem Terminkalender gepasst. Nach Bornholm wollte ich auch unbedingt noch mal. Deshalb gab es dieses Jahr ein bisschen Ostsee, ein bisschen Dänemark und ein bisschen Schweden. Wenn man so drüber nachdenkt komplett irrsinnig dass man an zwei Tagen das eine Land rauf und das andere wieder runter fahren kann. Eigentlich liegt alles so nah und es geht auch alles ohne Auto oder Flugzeug. 

Da ich einige Fährverbindungen in der Tour eingeplant hatte, habe ich öfter etwas weniger Kilometer kalkuliert. Im Schnitt aber trotzdem ca. 100km am Tag und somit Not so bad. 

Diesmal durfte ich mich über etwas besseres und vor allem wärmeres Wetter freuen, als im April, als es durch Holland ging. Etwas Regen und viel Wind waren dennoch mit dabei aber alles in allem viel viel entspannter zu fahren. Und das obwohl hier zum Wind auch noch die Steigungen dazu kamen. In Holland war ich zu sehr damit beschäftigt überhaupt anzukommen und gegen das Wetter anzukämpfen, dass ich gar nicht richtig runterkommen konnte. Hier in Dänemark und Schweden fühle ich mich aber grundsätzlich auch viel heimischer und wohler, da fällt mich das entspannen auch bei anstrengenden Etappen nicht schwer. 

Die Tour war so geplant, dass ich generell in bekannten Gefilden unterwegs war, aber immer wieder auch Abschnitte und Routen die ich noch nicht zuvor befahren hatte. Der Teil von Kopenhagen weiter nach oben zum Beispiel war vollkommen neu. Von Rostock aus bin ich auch noch nie mit der Fähre gefahren. Und zwischen Malmö und Ystad bin ich vorher nur inländisch gefahren und hab die wunderschöne Route am Meer lang zuvor immer verpasst. 

Ich wäre gerne mal richtig ins Meer gehüpft. Bin aber grundsätzlich auch nicht so der Ostseefan. Die raue Nordsee mit richtig Wellengang finde ich viel interessanter. Immer wen ich hier Meer gehabt hätte, war es grad zu gezogen oder komplett veralgt. Naja muss ich eben nochmal so ns Meer fahren dieses Jahr :-p 

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Ich hab dieses Jahr mal zwischendurch auch Videos aufgenommen und schneide das ganze in den kommenden Tagen/ Wochen zusammen. Ich weiß, dass viele von euch lieber Blog lesen statt Videos zu schauen, ich wollte diesmal per beides versuchen, weil ich denke, dass im Video eine viel bessere Live-Emotion und Reaktion rüber kommt. Ihr wolltet doch eh schon alle immer mal mit mir mitfahren oder? Deshalb eben auch die lustige Stange aufm Helm nach er mich so viele immer fragen. Ist aber auch ein ganz schöner Zeitfresser wenn man immer dran denken muss Material für alle Kanäle zu produzieren, jeden Abend alles exportieren und bearbeiten und später alles Schneiden. Oft fuhr ich auch irgendwo vorbei und dachte ach das wäre cool fürs video… und dann war ich aber so gut im Tritt dass ich nicht schon wieder anhalten wollte. 

Auf dem bike ist man größtenteils immer ganz für sich, hat zeit zum Nachdenken und kreative Ideen sprudeln lassen. Trotzdem ist es immer besonders schön, wenn man mit anderen auf Tour ins Gespräch kommt. Entweder mit anderen Radreisenden so wie Anne und Volker aus Köln oder Einheimischen in den Unterkünften oder im Restaurant. 

Auf meinen Radtouren trink ich ja immer sehr gerne Bier aus der Region. Dieses Jahr hatte ich versucht noch in jedem Ort eine Brauereibesichtigung zu organisieren. Hat nicht überall geklappt, weil viele gerade keine anbieten wegen umbau oder Corona. Ich hab es aber glaube ich dennoch ganz gut geschafft mir in jedem Ort eine Spezialität zu organisieren. Die Bierwanderung auf Bornholm und die Führung bei Störtebeker waren sicher Highlights.

Gestern kam mir mein Rad unheimlich schwer vor. Vielleicht weil ich 3 Flaschen Gin, eine Dose Bier und eine Flasche Öl geladen hatte. Heute morgen kam es mir dann wieder alles viel leichter vor komischerweise. Hätte eigentlich noch gern einen Gin aus Stralsund/ Rügen mitnehmen wollen oder Gläser aus der Brauerei. Vielleicht komm ich nochmal wieder 😉 Ich habs auch leider nicht in die Altstadt geschaut. Aus der Ferne erschien mir diese aber sehr schön zu sein. Und ab Montag wird da auch der neue Boulevard eröffnet und Störtebeker darf Besucher durch die neue Abfüllanlage führen. Würde sich also lohnen nochmal hinzufahren. 

Alle Wege fürn nach Rom und irgendwann zurück nach Köln. Ich freu mich schon auf das frisch gezapfte Gaffel am Dom. So will es die Tradition.

Hier noch ein paar Facts in Zahlen für euch:

Gefahrene Strecke mit dem Rad: 870 Km

Fähre: 222 km

Kalorien: 15.470

Höhenmeter: 5300

Länder: 3

Cheerio Friends!

Kiel bis Stralsund: Tag 9 – Von Rønne nach Tribseer – 53km (Fähre: 102 km)

Nach einer kurzen Nacht, war ich früh wieder unterwegs. Meine Knie haben nach dieser ganzen Berg und Wind-Etappe schon sehr gelitten und es schmerzt.

Ich bin nachdem ich endlich trotz des Lärms der Nachbarzimmer eingeachlafen war, nach einer Stunde wieder aufgewacht, weil mein linkes Nasenloch zu war und ich plötzlich leicht klaustrophobisch in dem Unteren bett war. Bin dann aufgestanden und hab entscheiden nach Oben umzuziehen. Das war wesentlich besser. Eigentlich schlaf ich auch immer mit offenem Fenster. Aber ich war im Erdgeschoss und der Wald nebenan das war mit zu spooky.

Auf die Fähre konnte mn einfach so draufrollen. Keine Kontrollen. Schon bisschen kurios. Die Räder durften 30 min. vorher drauf. Dadurch konnte ich erstmal alles erkunden und einen guten Platz mit Steckdose suchen. Hier gab es leider keine tolle BarristaTheke und co wie auf der anderen Fähre. Ok einfacher Kaffee wird es auch tun.

Nach 3 Stunden war der Hafen von Sassnitz in Sicht. Ich hätte noch zu den Kreidefelsen fahren können, aber ich hatte ja noch eine Verabredung zum Bierverkosten. Der Weg war teilweise katastrophal weil er über die offene Schnellstraße führte. Keine ahnung wer sich das ausgedacht hat. 10 km vor Stralsund erschien links eine art scheune. Zuerst sah ich nur diesen Marktverkauf. Und dahinter kam dann die Inselbrauerei zum Vorschein. Musste ich natürlich anhalten und auch ein Bier trinken. Ich wollte das was mit Meersalz gebraut ist. Und das war eine gute Wahl. Ein Glas gab es auch geschenkt dafür dass man sich zum Newsletter vor Ort angemeldet hat. Sehr nice. Ich hätte gern alles mitgenommen und noch 3 weitere Biere getrunken. Ging aber ja nicht. Dafür gibt es online versand.

Ich hatte im Navi irgendwie die falsche Adresse eingegeben, weshalb ich noch 2 km extra drehen durfte. Im Hotek musste ich erstmal checken wo ich danach hin muss. Störtebeker war 2,5km entfernt. Das blöde: ich wollte im Anschluss auch da essen, aber mein Hotel gewährte nur bis 20 ihr zugang zum Innenhof. Ich parke jetuzt einfach draußen in der Hoffnung dass diese nacht niemand auf die Idee kommt am Bahnhof Räder zu klauen.

Die Führung und das Tasting war ganz nice. Vieles was man schon von anderen Brauerein kennt, aber auch einiges neues interessantes. Es gab 5 Biere zu probieren und im anschluss war ich mit einer Familie noch im Brauhaus nebenan. Die hatten reserviert und als ich sagte ich will auch hin, haben sie gesagt ich kann mich zu ihnen gesellen. Ich hatte noch 2 Bier, eine Fischsuppe und einene Veggiburger. Dazu noch einen Meerbrand, weil was muss das muss.

Jetzt bin ich im Hotel und morgen um 8 Uhr geht schon mein Zug zurück nach Köln. Einmal umsteigen in BErlin. Ich hoffe es klappt alles.

Kiel bis Stralsund – Tag 8 – Von Allinge-Sandvig nach Rønne – 70 KM

Ich war wieder super müde und bin sofort eingeschlafen. So nach ner Stunde aber wieder aufgewacht und bemerkt dass ich meine Tabletten noch nicht genommen hatte und mega Kopping. Vermutlich aber nicht vom Bier Haha. Ich konnte ja eigentlich auch ausschlafen weil ich keine feste Route heute hatte und auch erst um 10 auschecken musste. Ich hatte den plan noch kurz ins Meer zuspringen nachdem ich beim Leuchtturm war. Wie es das Schicksal aber so will, war die Sonne weg sobald ich das Rad aufgeschlossen hatte. Gestern Abend waren super viele Räder am Hotel angeschlossen und aus viel mehr Leute beim Frühstück. Besonders viele Kinder. Wahrscheinlich die Fahrradreise-Gruppe die gestern aus dem Bus geworfen wurde. Die meisten natürlich mit E Unterstützung. Man sieht wirklich wenige ohne. Und mal eine ernst gemeinte Frage: ist es eigentlich mittlerweile Pflicht einen Rückspiegel am Fahrrad zu haben? Hier fährt niemand ohne ey. Es schaut aber auch niemand rein. Wann immer ich an jemanden ranfahre und überholen will – keine Reaktion. Naja überhole ich halt andersrum. 

Der Weg zum Leuchtturm ist super schön. Ich hatte das irgendwie länger in Erinnerung. Da waren morgens schon einige Spaziergänger. Leider auch sehr viele Gewittertierchen. Anscheinend weil es sich so zugezogen hatte. Kein plan. Bin dann erstmal ins Landesinnere gefahren und bekam direkt den Wind ab. Mir war schnell klar, dass das a) nicht so schön ist hier auf der Straße zu fahren und b) sehr sehr anstrengend werden wird. Es gab aber keine alternative. Ich kämpfte mich berge gegen den Wind hoch und es ist wirklich unsexy wenn man auch bergab pedellieren muss. Ab Klemensker gab es wieder einen Fernradreiseweg. Leider auch nicht ewig weit. Ich wollte zum größten innländisch liegenden Ort Aakirkeby.

Von da aus dann zum Geografischen Knotenpunkt. Hier die Erklärung dazu: 

„Eine geografische Besonderheit ist Bornholms geografischer Knotenpunkt (dän. Geografisk Knudepunkt). Ein Granitstein markiert im Süden Bornholms nahe des alten Bauernhofes Slusegård die Stelle, an der sich der 55° nördlicher Breite und der 15° östlicher Länge treffen. Damit ist Bornholm der Punkt Dänemarks, an dem die Sonne um 12 Uhr mittags direkt im Süden steht. 

Der 15° östlicher Länge ist auch für die mitteleuropäische Zeitzone maßgebend. Da dieser auch direkt durch die bornholmer Hafenstadt Gudhjem verläuft, wird die Zeitzone in Dänemark auch „Gudhjem-Zeit“ genannt. Durch die weit östliche Lage geht die Sonne auf Bornholm eine halbe Stunde eher als auf Jütland auf und wieder unter. In der Zeit vom Mai bis August treten nördlich des 55° nördlicher Breite die weißen Nächte auf. Vom Granitstein sind es bis zum Äquator 6.105 km und zum Nordpol 3.885 km.“

War halt unspektakulär aber einige Leute waren auch bei dem blöden Wetter dort. Ein kleines Café ludt noch zum Verweilen ein. Wenn man weiter durch ging, kam man direkt ans Meer. Leider sehr veralgt. Die Scharfe waren ganz cool. Die Kinder hatten ihren Spaß. Da auf dem Stück waren auch zwei verkappte Rentner auf E-Bikes die einfach keinen Platz machen wollten. Wie unverschämt. Keine Ahnung was da in deren Knüpfen dann vorgeht. Als ob denen der Radweg gehören würde. 

Ab da an war der Wind endlich gnädig. Ich fuhr in die richtige Richtung mit dem Wind im Rücken teilweise. Ich war aber auch leicht müde und kaputt von den letzten Tagen. Heute sind es 800km in 8 Tagen. Morgen nochmal 50 dann war es das auch schon wieder. Ich weiß jetzt aber auch warum mir manchmal der Hintern wehtut und manchmal nicht. Die neue Radhose die ich habe ist mega gut gepolstert. Die alte die ich als Reserve bei hab scheinbar schon durchgenudelt. Aber die fühlt sich eigentlich super an. Menno. 

Rönne hieß das Ziel heute. Weil morgen früh die Fähre um 8:00 Uhr geht und ich wollte keine 25km morgens vorher noch abrocken. Daher übernachte ich heute in der Jugendherberge… super Idee. Ich hasse es. Freu mich schon auf Stralsund wenn ich wieder mein eigenes Bad und Luxus habe. Ich komm auch mit wenig aus aber ein bisschen angenehm darf Frau es sich ja wohl machen. Zumal das jetzt alles andere als günstig war. Mehr wie 35 euro wär es eigentlich nicht wert. Ich zahle inklusive Bettwäsche einfach mal 93 euro. 

Dann ist mir noch ein Faupax bei der Rückreise passiert. Ich habe ab Kiel gebucht. Kein plan wie das passieren konnte aber Gott sei dank habe ich es heute bemerkt. Es gibt auch noch genau eine Verbindung mit freien Fahrradstellplätzen. Aber eben auch viel teurer als geplant. Warum mach ich das auch in den Ferien?

Ich war früher hier und konnte erst um 16 Uhr einchecken. War während des Regens im Aussenbereich eines Cafés. Da bin ich jetzt zum Dinner auch wieder hin weil es mich irgendwie angesprochen hat. Es ist arschkalt aber ich sitze trotzdem draußen. Gibt decken. Vorher war ich noch im MENY Supermarkt. Der hatte alles an Bornholm-Spezialitäten und ich hab mich nochmal eingedeckt. Jetzt hab ich 3x Gin zu schleppen. Super Idee Drewke.

Den Bericht schreibe ich meistens im Restaurant und die Bilder lade ich dann im Hotel dazu. Deshalb werde ich jetzt mal zahlen und schauen dass ich zum VENDREHEJM komme. Muss ja auch noch im Gemeinschaftsbad duschen… 

Kiel bis Stralsund – Tag 7 – Von Allinge-Sandvig bis Balka Strand: 93km

Heute starte ich ohne Gepäck und zur Abwechslung mal mit Frühstück. Da ich zwei Nächte in der selben Unterkunft bleibe kann ich alles etwas entspannter angehen. Was nicht so entspannt ist, ist dass ich mit mega Rückenschmerzen aufgewacht bin. Hatte bisher noch kein vernünftiges Bett auf Tour leider. Ausser Kopenhagen, das war super. So fuhr es sich nicht wirklich entspannt heute.

Ich wollte allerdings früh los weil ich gewissermaßen Zeitdruck hatte. Habe noch kurzfristig umgeplant weil der Wind zu krass war und ich Nicht wusste ob und wie ich zurück komme. Um 16 Uhr begann der Beerwalk da hab ich mich schon so sehr drauf gefreut. Ich wollte aber auch unbedingt an den Strand. Freizeit struggle 🤪

Bin um 8:10 Uhr los und es war noch recht frisch. Nach 5 km hab ich die Jacke aber schon ausgezogen. Der wind war extrem und ich hatte vorher schon die Richtung gecheckt. Deshalb habe ich auch nach den 5m km nochmal umgeplant und etwas kürzer von der Kilometeranzahl. Ich wollte bis Nexø und dann da an den Strand. Vorher noch durch Svaneke wo auch das Bier herkommt. Der wind kam größtenteils von der Seite. Solange ich auf der Gegenseite aber auch Radfahrer sah die easypeasy voranzukommen schienen dacht ich ok. Die Steigungen waren extrem. Genauso die Abfahrten. Nach jeder abfahrt dachte ich direkt ok Krass da musst du auf der Rückfahrt gegen den Wind wieder hochschrauben.

Ich fuhr bis zum Balka Strand und legte mich ein bisschen in die sonne. Im Internet stand schon dass es Teilwiese sehr talgig sein kann. Ich setze mich an ein Stück wo auch schon eine Familie im Wasser war. Es waren gar nicht die großen Algen die störten sondern vielmehr die winzig kleinen im gesamten Wasser. Und es was schweinekalt. Als ich gerade 2min aus dem Wasser draußen war, drehte ich mich rum und sah die Riesen schwarze Wolke auf mich zukommen. Plötzlich packten alle zusammen und sprangen auf. Ich dann auch. Übrigens lustig, dass einige an denen ich heute vorbeigefahren bin wie im tiefsten Winter gekleidet waren und dann daneben so Leute wie ich die Einfach permanent kurz tragen, einfach nur weil wir Urlaub haben. Ich finde im Juli muss einfach kurzes Trikot sein. Und Jacke bremst nur. 

Schon auf der Hintour gab es einige abzweige off-road. Als ich vom Strand wieder weg bin musste ich noch die Rücktour planen. Ich dachte mir ok der Wind ist der krass extrem wenn du pünktlich zurück sein willst fahr besser durchs Inland. Die wie es dir Tante Karin schon für Texel geraten hatte. Die Route war auch entsprechend länger. 50km sollten es sein. Die ersten 5 km waren schon ein harter Kampf. Der Wind hatte so extreme Böen drin dass fast nix mehr ging. Ich hab schon überlegt ob ich wen anhalten soll dass er mich mitnimmt. Ich hab gekämpft. Und dann nochmal umgeplant dass ich möglichst wieder an die Küste komme, wo ich wusste, dass ich Busse fahren. Meine Route führte dann  durch ein riesiges Waldgebiet. Auch hier die ganze zeit rauf und runter aber nicht so starker wind. Ich sah auch einige die Ihre Räder kontrollierten und flickten. Ich hoffe sehr, dass ich ohne Panne durchkomme. Durch das ganze geäst kann man ja nicht so sicher sein. Mir begegneten auch sehr viele Wanderer mit großen Rucksäcken. Die hab ich schon auf der Fähre wahrgenommen. Scheint auch bei Rucksacktouristen beliebt zu sein die Insel. 

Ich hab Panik geschoben dass ich pünktlich komme. Dann den Weg durch die Wälder war ich aber dann wirklich schon um kurz vor 15 Uhr wieder am Hotel nachdem ich sogar noch kurz beim Bäcker angehalten hatte.

Wollte noch zum Leuchtturm aber der weg ist doch etwas länger als gedacht. Hab mich dann noch kurz an den Strand gesetzt bevor ich zum Bierwalk los bin. Das war wirklich ne coole Sache, ich bin froh dass ich das so gebucht habe. Alle anderen waren Dänen. Deshalb sprach der Guide dann für mich englisch. Fand ich aber ganz nett so mit Einheimischen unterwegs zu sein. Eine hat hier ein Häuschen und ist hier aufgewachsen, lebt aber in Kopenhagen. Der Guide war auch super nett. Es gab 5 Biersorten. Am Ende eins mit 11% was ich eigentlich nie so mag aber das war echt interessant weil es mit Kaffee war. Die kleinen Probiergläschen durften wird behalten. Zuerst dacht ich noch ja ist klar nur so mini Dinger ich hab Durst Junge. Und am Ende war ich dann doch sehr gut dabei haha. Wir gingen eine kleine Runde durch Allinge. Und wir durften auch kurz in einen berühmten Konzertplatz rein. Wer hier auftritt wird mal ganz groß rauskommen. Fand ich sehr beeindruckend zu hören wer hier schon alles groß geworden ist. Platz für 1000 Euro in dem Garten und wohl alles legendär. Wir hätten dann in der Startkneipe noch weiter trinken können. Da gab es noch 18 Sorten Bornholm Bier vom fass. Ich musste aber etwas essen. Und bin dann scheinbar in den teuersten Laden der Stadt. Super lecker. Sambas mit Knobi-Öl und danach Hecht mit Erbsen und Kartoffeln. Sehr gut!

Für morgen muss ich noch planen wie ich es mache. Muss ja hier auschecken und woanders wieder ein. Das geht aber erst nachmittags. Hab schon ne grobe Route geplant. Mal schauen. Jetzt erst mal Füße hoch und erholen von dieser Bergetappe. 

Ich hab übrigens diesmal auch Videomaterial gesammelt mit noch mehr persönlichen Einblicken. Kommt aber erst nach der Tour online. also stay tuned.

P.S. Die Bilder laden hier irgendwie nicht. Versuche ich morgen nochmal. Hab jetzt keinen Bock drauf zu warten und das zu fixen.

Kiel bis Stralsund – Tag 6 – Von Malmö Hyllie nach Allinge-Sandvig auf Bornholm – 107 km ( + Fähre 71,3 km)

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In der Nacht hat es mega gestürmt und immer wieder geregnet. Ich war so müde dass ich von dem Film den ich angemacht hatte nur 2 Sekunden mitbekommen hatte. Als ich aufwachte hat mein Arm so dermaßen gejuckt von einem Stich , dass ich aufstehen musste um Fenistil Hydrocort drauf zu machen. Hat nix geholfen. Dann ne Tablette rein. Der Juckreiz hielt an aber irgendwann schlief ich wieder ein. 

Ich hab noch im Bett liegend gesehen dass zu meiner geplanten Abfahrtszeit eine dicke Regenwolke über Malmö zieht. Also machte ich etwas langsamer, plante noch nen Kaffee ein und fuhr dann erst um 8:30 Uhr los. Auch noch dicke Zeit, weil ich erst die Fähre um 14:30 Uhr bekommen wollte. 

Die ersten 35km kam der Wind gut von der Seite. Der Weg führte durch Felder und ging rauf und runter. Irgendwann hab ich dann eingesehen, dass es das mit Regenwolken war und hab endlich die Jacke ausgezogen. Hoffe, dass ich mich jetzt nicht erkältet habe wenn ich unter der Jacke immer so verschwitzt bin und dann der kalte Wind draufkommt. Bis Trelleborg lief es trotz wind ganz gut. Da gab es eine Riesen Baustelle, die mein Kommod noch nicht kannte. Konnte ich aber gut intuitiv umfahren. Was ist eigentlich mit diesen Hunden los? Warum meinen die man müsste Radfahrer anbellen und auf die zuspringen? Ein Glück wissen die meisten Hundebesitzer wie man die Leine richtig festhält

Ich finde es übrigens sehr nice, dass in Schweden die Straßenschilder alle Blau-gelb sind statt rot-weiß. Sehr patriotisch. In Köln ist ja eh schon alles rut-wieß :-p 

Die Radwege hier sind übrigens super angenehm ausgeschildert. Ich braucht eigentlich gar keine Navi. Bin auch größtenteils ohne Musik gefahren und hatte teilweise gar keine Stöpsel im Ohr. Besonders gefällt mir diese Ruhe hier auf Tour. Die Städte sind natürlich immer was lauter wieder aber zwischendrin ist es manchmal gespenstisch still wenn man durch kleinere Ortschaften fährt. Dann einfach mal durchatmen und den Kopf freibekommen. Deshalb mach ich das hier ja überhaupt. Und ja ich fahre wie jedes Jahr auch wieder alleine. Ich glaub andere würden das gar nicht länger wie 2 Tage mit mir aushalten. Wenns geht fahre ich schon Vollspeed. Und nicht selten wähle ich lieber die Abenteuerroute statt der geraden strecke. Andersrum kann ich gar nicht so langsam fahren wie manch andere fahren. Mein Rad läuft grad richtig gut. Was natürlich hauptsächlich an meinen Beinchen liegt, aber es ist halt auch einfach ein geiles Bike. Kurz vor Ystadt kam ein kilometerlanger Küsten und Strandsabschnitt. An einer Bucht konnte man wunderbar reinfahren, was ich dann auch tat. Super idyllisch. Ich wollte eigentlich mal kurz reinhüpfen, aber erstens dachte ich ich mach das abends auf Bornholm noch. Und zweitens wollte ich auch noch durch Ystadt laufen und musste mich am Fährhafen zurechtfinden. Letzteres war gar nicht so einfach. Da fuhren mehrere Fähren in verschiedne Richtungen. Zuerst stand ich vor dem Schalten nach Polen. Ich war mit meiner Verwirrtheit aber auch nicht allein. Eine andere Radreisende hielt mich an und fragte ob ich wüsste wo es langgeht. Da ich das nach minutenlangem umherirren ja herausgefunden hatte, half ich ihr gerne weiter und wir fuhren gemeinsam auf Deck. Ystadt fand ich jetzt nicht so super spannend. Ich hatte aber durch die Fährensache auch nicht so wahnsinnig viel zeit mehr.

Die Fähre war ein Speedboot, weshalb es auch keine Plätze oben an Deck gab. Jeder hatte sich hinzusetzen. Leute die das Buffet gebucht hatten, hatten extra Plätze. Ebenso Pendler, die hatten ein ganzes Abteil für sich. Ich suchte mir einen Platz mit Tisch und Steckdose. Hätte lieber draußen gesessen aber naja. Kurz nachdem wir losfuhren rutschte alles von meinem Tisch runter, weil wir auf einmal Schlagseite hatten. Leute die schnell Seekrank werden, sind auf dieser Fähre nach 2 min schon hinüber. Deshalb gab es auch an jeder Ecke Kotztüten. 

Die Überfahrt dauerte 1,5 Std. Un ich konnte nicht wirklich ein Video schneiden weil ich kurz überlegen musste ob ich nicht auch so eine Tüte benötigen würde. Ging aber dann doch. 

Von der Fähre runtergerollt ging es nach link Richtung Allinge. Das Stück unten am Meer entlang liebe ich extremst. Weshalb ich den gleichen Fehler machte wie als ich damals schon mal hier war. Ich fuhr auch wieder unten lang. Weil da was von Radweg steht. Das da am ende ein Stück durch den Wald führt wo man erstmal mit sehr viel Armkraft hochschieben muss steh natürlich nirgends. Das war schon sehr extrem und genau so hatte ich es auch in Erinnerung. Die Mühe hat sich aber sowas von gelohnt. Schönster Abschnitt überhaupt und vor lauter „hach“ und „och“ kam ich gar nicht vorwärts. 800 Fotos und Videos später versuchte ich Dann endlich mal zur Unterkunft zu kommen. Der Weg dahin kam mir schon komisch vor. Und dann wusste ich auch warum. Ich habe gar nicht das Hotel von Damas gebucht sondern einen Ort weiter. Hier in Sandvig gibt es keinen Supermarkt, nur einige wenige Restaurants und auch sonst nicht viel. Musste ich mich also nochmal aufs Rad schwingen und die 1,5km weiter fahren. Da in meinem Zimmer ein Kühlschrank vorhanden ist habe ich ein paar Bier im Supermarkt gekauft von der Svaneke Brauerei. Kann ich schon vor dem Bierwalk mal testen. Das Hotel ist aber sehr süß und ich kam noch pünktlich um von der Dame an der Rezeption persönlich empfangen zu werden. Sie erklärte mir kurz alles und schloss dann die Rezeption für den Tag. 

Ich wollte unbedingt zum Fischbuffet. Leider landete ich auch hier nicht bei dem wo ich eigentlich hin wollte. Vor ein paar Jahren war ich wohl noch ein paar meter weiter. Naja war ich für ne Stunde in ner Einheimischen-Kaschämm und hab sogar ein mega großes Bier vom Fass bekommen.

Als ich raus bin tröpfelte es schon wieder. Ich beeilte mich zum Hotel zu kommen und als ich gerade ankam ging es schon wieder richtig los.

Ich muss jetzt noch meine morgige Route planen. Da ich um 16 Uhr den Bierwalk gebucht habe und auch gerne noch an den Strand möchte, muss ich schauen wie sich alles vereinen lässt. Wären 100km ich muss aber auf jeden Fall pünktlich sein. Evtl fahre ich dann morgen früher los. Gibt allerdings Frühstück…

Mal schauen.ich will in jedem Fall ins Meer. 

Ein bisschen verrückt ist meine Tour ja schon. Vorgestern noch Dänemark, gestern Schweden, heute wieder Dänemark und alles hunderte Kilometer entfernt.

Kiel bis Stralsund – Tag 5 – Von Vesterbro nach Hyllie Malmö 122 Km

Kleiner Tipp: Immer vorher Fähren checken: https://faehren.net/routen/faehre-helsingor-helsingborg/

Wo fang ich an? Während ich das schreibe sitze ich in der Sauna. Nicht in der in der ich ursprünglich sitzen wollte, weshalb ich mich eben ziemlich geärgert habe, aber dazu später mehr.

Ich war relativ früh wach und hab mir meinen löslichen Kaffee mit dem Wasserkocher gemacht. Ds Bett so direkt am Fenster fand ich schon sehr nice, da hätte man auch noch locker 3 stunden liegen bleiben können. 

Mein Fahrrad stand noch schön brav in der Garage wo ich es abgestellt hatte. Mir war da nicht so ganz wohl, weil ich nix zum anketten hatte. Losgefahren um kurz vor 8:00 Uhr bei Sonnenschein und sehr viel Wind. Machen wir es kurz: ich habe heute sehr oft die Jacke an und wieder ausgezogen. Die erste Schauer bracht über mich herein als ich mir gerade beim Bäcker noch dänischen Kuchen und einen Ingwershot gekauft hatte. Der Abschnitt von Kopenhagen etwas ausserhalb ist übrigens wunderschön. Irgendwie ganz anderer Style und Feeling. Andere Leute unterwegs und coole Läden. Ich muss mal nachschauen ob das ein besonderer Abschnitt ist. Natürlich kam ich auch bei TUBORG vorbei. Das wurde mir gar nicht angezeigt als ich auf der Suche nach Brauerei in Kopenhagen war. Ärgerlich. Wenn ich mal zeit hab schau ich ob ich da eine Führung hätte machen können. Dann ist das fürs nächste Mal geplant. An einer riesigen TUBORG-Flasche kam ich auch vorbei. Die wurde mal den Tivoli gestiftet oder so. ich fands cool.

Der ganze Abschnitt an der Küste war mega nice. Ich konnte mich gar nicht satt sehen an den vielen tollen Häuschen und das ganze maritime Feeling. War irgendwie wie die Hamptons von Dänemark. Jedes Haus hatte auch seinen eigenen privaten Steg ins Meer. Und alles war sehr clean und geordnet. 

Ich hab übrigens gestern glaube ich überhaupt nix zu den getrunkene Biersorten gesagt und auch sonst sehr wenig zu Kopenhagen. Ich war einfach zu müde und kaputt. War froh dass ich überhaupt was geschrieben bekommen habe. Ist schon immer noch Arbeit dann am Abend. Ich werd da noch was zu schreiben, seht es mir nach.

Also da die dänische Seite hochfahren fand ich auf jedenfalls wundervoll. Allein die Vorstellung, dass man da wohnt und dann morgens einfach mit einem Handtuch zum Steg runtergingen kann, ne runde im Meer schwimmt und dann frisch in den Tag startet. Maximale Liebe für Leute die diese Möglichkeit haben.

Ich hatte noch gut 11km bis zur Fähre, wollte aber ja auch auf jeden Fall noch das Schloss etwas näher anschauen. Ich sah eine Riesen schwarze Wolke links von mir und dachte noch ok die Straße ist schon nass dann wird die wölke wohl wegziehen. Und auf einmal PAMM sowas von Platzregen! Der kleine Baum den ich zum unterstellen aufgesucht habe war weniger dienlich. Ich war drissnass. In der Regenpause schaute ich dann doch mal nach der Fährverbindung und geriet kurzzeitig in Panik. Die 10 Uhr Fähre war schon durch (weil ich an jedem Stein für Fotos anhalten musste) und die nächste sollte um 14 Uhr erst fahren. Daraufhin bekam ich einen Fluch und Schreianfall, weil das bedeutet hätte, dass ich erst um 14:30 Uhr in Schweden hätte weiter fahren können. Und da standen noch 70km auf dem Tacho. Die Überlegung stand im Raum, ob ich zum Schloss fahre und dann den gleichen weg wieder zurück, um dann doch die Bahn nach Malmö zu nehmen. Ich hab zwar laut gebrüllt, aber es hielt sich noch in Grenzen. Ein Glück habe ich meine Tage nicht sonst wär das schlimmer ausgegangen. Generell keine gute Idee so eine Tour zu machen wenn man hormonell am Anschlag ist. Kann ich nur von abraten. Aber ich kann es mir auch nicht immer so aussuchen wann ich fahre also wird es manchmal etwas emotionaler :-p 

Ich fuhr also weiter nach Norden. In Helsingoer angekommen stellte sich heraus, dass es eine Auto und eine Personenfähre gibt. Ich hatte die falsche angeschaut. Ausraster also unnötig Frau Drewke. Bin dann erstmal zum Slot. Da hat wohl Hamlet gehst oder so. Die Bilder die ich davon vorher angezeigt bekommen habe fand ich mega schön. Deshalb musste ich natürlich auch selbst näher ran. Man konnte auch rein. Aber da wusste ich nicht wie lang es dauert da durch zu wandeln und ich hatte ja eh schon Panik wegen der Fährverbindung und Weiterfahrt. Bin dann einmal mit dem Rad drum herum und sah dann wie sich die nächste schwarze Wolke anschlich. Für die Fotos nicht so schön, aber egal. Ich bin dann schnell zur Fähre, die eigentlich alle 20 min fahren sollte und stand erstmal gut im trockenen. Von dem Ableger gehen mehrere Richtungen raus. Als ich gerade schaute wo ich buchen muss, kam ein freundlicher Herr und fragte mich ob er mir helfen könne. Er schloss für mich sein Lädchen auf und verkaufte mir das richtige Ticket. Wir haben dann noch etwas geplaudert, weil die Fähre doch erst in 45 Minuten fahren sollte. Währenddessen hat er auch mit seinem Sohn telefoniert und ihm von meiner Tour erzählt. Beide halten mich für wahnsinnig :-p Die andere Fähre Fähre zu einer kleinen Insel. Da war ich auch schon mal. In dem Lädchen gab es diverse Spirituosen von dort. Ich habe natürlich Gin mitgenommen. Auch interessant: Die Schweden fahren öfter mal mit der Fähre ne kleine runde, weil sie da günstiger Alkohol kaufen können. Deshalb war niemand mit mir oben an Deck, sondern alle unten um schon während der Fahrt zu trinken… der eine der mit mir oben stand war auch leicht angetrunken und erzählte mir, dass er die strecke durchs Meer vor 20 Jahren schon mal geschwommen sei… ok! Die 5km Überfahrt war sehr schaukelig. Glaub unter Deck wäre mir schlecht geworden. In Helsingborg war wieder Sonnenschein. Der hielt aber nicht lang an. Die Jacke musste ich schneller wieder anziehen als das ich dreimal smörebröd sagen konnte. Ich weiß noch als ich die Tour mal andersrum gefahren bin. Da war ich nach 20km voller Power, nach 50 km komplett erschöpft und als ich nach 67km an der Unterkunft ankam hab ich erstmal ne Stunde geschlafen und dann jämmerlich geheult weil ich mich für die Tour nicht vorbereitet fühlte. Heute lief es eigentlich ganz gut. Ich fühle mich wirklich fit und komischerweise tut mir auch mein Hintern nicht weh. Auf dem Weg nach Malmö musste ich mich noch diverse Male unterstellen. Einmal war eine lange Strecke kein Baum und nix und ich hab die schwarze wölke immer näher kommen sehen. Hab so schnell getreten wie ich konnte. Und dann hab ich es noch grad zu zum Coop Supermarkt geschafft. Hab nen Proteindrink geholt. Ein kleines Schwedenmädchen kam mit seiner Mutter und fragte mich dann auf schwedisch, was das seltsames auf meinem Kopf wäre. Ich erklärte den beiden auf Englisch dass es für meine Kamera sei. Das passiert ungefähr 10x am Tag. Heute Morgen beim Bäcker auch. Mittlerweile zeige ich dann auch direkt Ergebnisse der Cam die ich aufm Handy habe. Es ist einfach sensationell was die drauf hat.

So kommen wir zum Ärgernis des Tages. Also schlimmer als das Wetter. Ich bin ein ausgesprochen großer Fan vom Ribersborgs Kallbadhus hier in Malmö. Allein deswegen habe ich Malmö als Zwischenhalt so gewählt. Und die ganze Tour freu ich mich schon darauf dort hin zu gehen. Zur Erklärung: es ist eine Sauna direkt am Strand mit einem Steg wo man sich direkt im Meer abkühlen kann. Ich Liebs so sehr. Naja jedenfalls kam ich nach etlichen weiteren Orkanböen endlich mal im Hotel an und wollte nur die Sachen ablegen und Handtücher holen. Da frag ich Kommod wie weit es noch bis dahin ist. Sagt es doc tatsächlich noch 5 weitere km. Ich ok dann lets go. Das Navi so: die kommst 3min vor Schließung an… meeeeeep.Ein Glück hat das Hotel auch eine Sauna die ich kostenfrei nutzen konnte. Vorher war ich aber noch im Supermarkt, weil das Restaurant vom Hotel Sonntags nicht geöffnet hat. Und im Supermarkt gab es kein gekühltes Bier. Nur alkoholfrei…. Whaaaaat?! Eigentlich wollte ich noch in eine Brauerei. Aber das war mir jetzt tot much. Ich war ja auch gestern schon in einer. Hier ist ein Frau im Hotel die regelt alles alleine. FRag mich wie das funktionieren soll und kann. Hab mir an der Bar noch n Bier gegönnt dann (für 6 €) und musste auch erstmal warten dass sie Zeit hat. 

Morgen gehts schon nach Bornholm Ich freu mich.

Heute sind es dann 534Km die schon auf dem Tacho stehen nach 5 Tourtagen. Mal schauen was noch dazu kommt.

Kiel bis Stralsund – Tag 4 – Von Tappernøje nach Vesterbro Kopenhagen – 105 km (+16km City)

Während ich im Kopenhagener Brauhaus sitze, schreibe ich den Bericht. Ich hoffe ich mache nicht zu viel Tippfehler :-p

Heute morgen war ich wirklich unentschlossen ob ich die strecke abkürzen soll. Es hing eine riesige Tieffront über der Region wo ich durch wollte. Das Bett war super weich sodass ich nicht wirklich gut geschlafen habe und morgens gern noch was liegen geblieben wär. Aber nützt ja nix. Ich hab 3x umgeplant und überlegt ob ich Stevens Klint rausstreichen soll. Wären 30km die ich eingespart hätte. Aber nach einem kurzen Austausch mit meinem guten Freund Jörg Runge war klar: Nix wird gestrichen, ich will zum Steilküste/ Kreidefelsen. Auf los ging es los. Es war etwas am nieseln aber vollkommen ok. Hatte meine Regenjacke an und die Kapuze unterm Helm. Mein Bike rollte erstaunlich gut. Der Wind kam etwas aus Rückenrichtung. Teilweise fühlte ich mich als würde ich Rennrad fahren. Auf gerader Strecke 29 km/h… verrückt. Ich lieb mein TREK einfach.

Als ich an eine kleine Bucht kam wo man auch am Strand ins Wasser hätte springen können war so ein richtiger „hach“-Moment. Sowas einfach jeden Tag haben. Durchatmen und beste Meeresluft einsaugen. Herrlich. 

Ich glaube übrigens dass mich Radfahren auch deshalb so anspricht, weil es auch total schön anzuschauen ist. Irgendwie sind alle Radfahrer auch ein Stück weit Design-Fanatiker. Alles so ästhetisch irgendwie. 

Ich glaub bis zur Steilküste waren es so circa 39km. Kurz davor war noch ein kleiner Ort wo ich kurz vorher umgeplant hatte und doch auch die Hafenrunde machte. Rodvig Hafen hat einen super Aussichtspunkt auf die Kreidefelsen. Ich wollte schon weiter fahren, als ich sah, dass man auch auf den mini-leuchtturm hochsteigen konnte. Also wieder umgekehrt und dann das coolste Foto überhaupt gemacht. Die Turmwächterin sah mich mit der Kamera runter kommen und fragte nach. Ich zeigte ihr das Foto und sie meinte: Can I have it? Sure! Habs ihr gemailt. Vermutlich hänge ich ab nächster Woche im Turmmuseum aus :-p 

War schon etwas frisch wenn man so rumlief ohne sich groß zu bewegen. Deshalb schnell weiter.

Stent Klint war nicht mehr so weit. Ich parkte mein Rad und lief dann die extrem steile Treppe runter. Mit der insta360 lässt sich einfach überall ein gutes Bild machen (unbezahlte Werbung). Ls ich wieder hoch kam, war da eine Fotografin am rumwuseln und Hochzeitsdeko wurde stressig umhergetragen. Das stelle ich mir auch sehr schön vor dort zu heiraten.

 In Koge war gerade Rose Rose Festival. Das gab es auch einige Ortschaften drum herum. Sah super nett aus. Alle liefen mit Weingläsern durch die Stadt. Generell eine schöne Stadt die mich ein wenig an Robe erinnert mit ihren teilweise sehr alten Häusern. Ich wollte eigentlich am Bäcker anhalten und ne Karnelstang kaufen. Dachte mir aber dann ach das kannst du auch in Kopenhagen… was sich letztelendes als dumm herausstellte.

Das Bike rollte die ganze zeit mega gut. Hat wirklich Spaß gemacht. Ein bisschen Rückenwind ist schon was feines. Gerne morgen wieder. Ich kam pünktlich am Hotel an bevor der kräftigere Regen los ging. Das Hotel ist etwas kurios. Es gibt Wartemarken für den Checkin und die ganze Lobby steht voll mit wuselnden Menschen.Die Zimmer sind in Gebäude eingeteilt und man musste durch ziemlich viele Türen gehen bin man am Zeil war. Erinnerte mich eher an ein deutsches Amt… 

An er Rezeption stand auch ein Kühlschrank mit Bier. Ich sag bitte noch ein Carlsberg dazu buchen. Schlappe 6,50 €. Ich war nicht lang auf dem Zimmer, aber als ich wieder unten war regnete es richtig. Hab mir das Regenradar angeschaut und gesehen dass es gleich aufhört. Also bin ich schonmal los zur kleinen Meerjungfrau. Da waren zwar etliche Busse die ankamen und wegfuhren, aber nur sehr wenige bei der Statue. So konnte ich entspannter mein Foto machen. Danach bin ich noch zum Palast. Die königliche Familie ist aber scheinbar gerade nicht zu Hause. 

Ich hatte schon vorher zuhause gesucht und war auf eine kleine Hippe Brauerei gestoßen. Das war mir fast schon zu kompliziert da etwas zu bestellen. Letzten Endes aber doch geschafft. Auf dem Rückweg wollte ich noch zum Supermarkt. Ich fuhr intuitiv zum Hotel. Aber irgendwie musste ich noch 3x im Kreis fahren, bis ein Supermarkt kam. Der hat mich auch nicht so wirklich überzeugt. Muss morgen noch mal wo anhalten um Verpflegung für den tag zu holen. 

Bin heute sehr müde. Das muss diesmal reichen. Ansonsten hole ich alles weiter morgen nach.